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Vorschaubericht: Yoshi's Woolly World

Was ist wollig, grün und gefrässig? Richtig, ein gestricker Yoshi. Wir durften das neue Abenteuer des kleinen grünen Dinosauriers anspielen und schauen, ob es das Potenzial hat den SNES-Altklassiker Yoshi's Island vom Thron zu stoßen.

Montag, 27. April 2015 um 10:18 von HatWolf

Das letzte Konsolenspiel mit Yoshi als Haupthelden ist schon eine Weile her. Das eher gemischt aufgenommene Yoshi's Story auf dem N64 in 1997 war bisher das letzte, danach tummelte sich Marios Reitgefährte nur noch auf den Handhelds der Nintendo-Familie weiter. Mit Yoshi's Woolly World wird sich das aber nun ändern, auch wenn rein stilistisch mit den bisherigen Traditionen bricht. Optisch wirkt es sogar wie ein spiritueller Nachfolger von "Kirby und das magische Garn" und gar nicht wie ein typisches Yoshi-Spiel. Wie der Name bereits verrät ist das visuelle Leitmotiv nämlich nun eben die Wolle und alles, was man im Strickunterricht so erlernen könnte. Der grüne Dino ist als Häkelpuppe unterwegs, durchreist Landschaften aus Flokatiteppichen, Stricknadelregenbögen und Wattewolken, sowie Kirby zuvor, nur eben nun mit 3D-Umgebungen und im hübschen HD der neuen Konsolenwelt. Ob das Potenzial zu einem Wii U-Hit hat? Nintendo war so freundlich uns eine Vorabversion vorzustellen, damit wir erste Erfahrungen sammeln konnten.


In Bewegung kommt der neue Look erst richtig zum tragen. Der Boden drückt sich z.B.
beim Gehen leicht ein und reagiert so wie echte Wolle.

Zunächst lässt sich feststellen, dass Yoshi's Woolly World spielerisch definitiv näher an Yoshi's Island dran ist als an Kirby letztes Garn-Abenteuer auf der Wii. Im Grunde ist die Steuerung und das Spielprinzip sogar fast identisch: Yoshi kann bekanntermaßen in der Luft strampeln, Eier abfeuern, Stampfattacken, Gegner fressen. An der Front bricht es also keine Innovationsrekorde, doch die neue Wollenwelt bleibt nicht gänzlich nur ein optisches Gimmick. So ist die Umgebung stellenweise so weich, dass Yoshi mit ein wenig Kraftanstrengung Wände zusammendrücken kann, um so geheime Areale frei zu legen. Auch seine Projektil-Eier bestehen aus kleinen Wollkugeln, mit denen sich neue Plattformen und Röhren stricken lassen. Das wirkt sich nicht als dominanter neuer Game Changer aus, sondern erlaubt es jedem Level eine neue kleine Idee hinzuzufügen, um so das Spiel stets frisch und unterhaltsam zu gestalten. So werden wir in etwa in einem Level von einem Kettenhund aus (Achtung, Achtung) Kettendraht verfolgt, ein Woll-Ei macht aus dem fiesen Verfolger aber eine weiche Kugel zum Umherrollen. Folglich knobeln wir bis zum Ende der Stage, wann wir den Kettenhund entgarnen, damit er uns weiter jagen und somit auf höhere Ebenen folgen kann oder wann wir ihn wieder zum Wollknäuel umfunktionieren, um ihn als Wegfreiräumer herum zu kugeln. Diese frischen, variantenreichen Levelideen ist genau das, was Yoshi's Island damals zu einem absoluten Klassiker gemacht hat und bisher gibt Yoshi's Wooly World den Eindruck ab genau dieses Erbe antreten zu können. Gerade im Vergleich zu Yoshi's New Island für den 3DS zeigte sich in der Anspielzeit deutlich mehr Kreativität und Abwechslung in den einzelnen Stages, aber auch ein Artstyle, der dem Knetenkreidegemisch des letzten Ablegers der Reihe bei weitem überlegen ist. Der Niedlichkeitsgrad ist dabei kaum zu überbieten. Bei der Gestaltung aller Hintergründe, Objekte und Umgebungen kommt eine liebevolle Hingabe zum Tragen, die bei Nintendospielen dieser zwar Marke üblich ist, aber nicht immer ihr volles Potenzial erreichen kann. Hier jedoch ist das gesamte Erlebnis ein absoluter Hingucker. Vermutlich wird man nicht viele Videospiele finden, die derart stilsicher und zugleich überwältigend herzerwärmend sind. Wer also nach New Island Bedenken um die Zukunft von Yoshi-Spielen hatte, sollte sich Woolly World vielleicht doch noch einmal genauer anschauen. Bisher lässt sich natürlich nicht klar sagen, ob die Qualität der frühen Stages sich durch das ganze Spiel zieht, die Bedenken darüber sind bisher jedoch eher gering. Der erste Eindruck ist also ein sehr positiver.


Die bisherigen Level blieben dank neuen Ideen immer frisch und unterhaltsam.
Ein Trick, der das Super Nintendo-Spiel "Yoshi's Island" auch erfolgreich anwandte.

Allerdings werden einige Spieler eventuell noch Zweifel haben, zumindest was den Schwierigkeitsgrad angeht. Immerhin könnte es sich bei Wolly World ja um eine Yoshi-Variante des Magischen Garns-Prinzip handeln, nicht wahr? Man sollte ja nicht vergessen, dass "Kirby und das magische Garn" damals für kleine Kinder gemacht war. Sterben war unmöglich, stattdessen ging er nur darum möglichst viele Juwelen zu sammeln. Aber auch Yoshi's New Island setzte nun kein Paradebeispiel für Spielanspruch geübter Videospieler. Wie sieht es nun mit diesem neuen Spiel aus? Yoshi will offensichtlich eine Brücke zwischen absoluten Anfängern und Hobby-Zockern schlagen. Und wie? Nun, zum einen darf man in zwei verschiedenen Modi spielen, einmal im klassischen, dann im einfachen. In diesem besitzt Yoshi Flügel und hat es somit wesentlich leichter durch die Level zu kommen. Für geübte Spieler kommt das aber vermutlich nicht in Frage. Wie ist der Anspruch für diese gestaltet? Schwer zu sagen, immerhin konnten wir nur die frühen Stages ausprobieren und die sind üblicherweise keine harten Brocken. Die wahren Tests für 2D-Hüpfveteranen gibt es bei Spielen dieser Art entweder in den letzten Welten oder in extra Level für Profi-Zocker. Das lässt sich von unserer Seite aber auch nur spekulieren. Unser Eindruck ist aber, dass sich Yoshi's Woolly World hier im guten Schnitt mit anderen Nintendo-Jump'N Runs hält. Ein Game Over durch Abstürzen in bodenlose Gruben, Berührung von Stacheln oder Lava oder durch Schaden von flauschigen Gegner ist durchaus möglich, sammelbare Extra-Leben werden aber durch Check-Points ersetzt. Die versteckten Goodies, hier eben Minispiel-Blumen, Wunderwolle oder bestimmte Juwelenstempel sind aber gut verteilt, sodass die Lust auf eine Ostereierjagd sehr groß wird. Vor allem weil Wunderwolle neue Yoshis freischaltet, mit denen sich fortan spielen lässt. Bisheriger Favorit ist der "Kuh-Yoshi", der den Dino weiß färbt mit schwarzen Flecken und ihm eine große, knollige rosa Nase gibt. Das ist so niedlich, dass man von dem Anblick vermutlich Diabetes bekommen könnte. Betrachten nur auf eigene Gefahr!

Fazit:

Bei der Ankündigung sah Yoshi's Woolly World nur nach einem weiteren niedlichen 2D-Hüpfer von Nintendo aus. Die sind wir ja schon gewohnt, nicht wahr? Tatsächlich erinnerte es mich aber von allen Yoshi-Spielen bisher am ehesten an die Qualität von Yoshi's Island, dem ersten und bisher besten Ableger der Reihe. Es wirkt stimmig, nicht nur im Bereich grafische Qualität, sondern vor allem auch auf spielerischer Ebene. Ob das finale Produkt diesem hohen Eindruck gerecht wird, lässt sich jetzt leider noch nicht sagen, aber man kann darauf wohl sehr gespannt sein. Wolle hin, Wolle her: Die Chancen stehen einfach bisher sehr gut, dass wir endlich einen weiteren würdigen Konsolen-Yoshi haben. Und das allein ist lobenswert.


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