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Are you cheating on me?

...Think like a Gamer #6

Dienstag, 17. Juni 2008 um 10:38 von shadowman

Are you cheating on me?...

...gib ihn mir, den geheimen Code



- Soll ich... oder soll ich nicht? -

Wenn ein Haufen Buchstaben für euch zur Gewissensfrage wird, wenn ein abstraktes Kürzel euren Puls in die Höhe treibt und wenn ihr bei Fragen wie "Wie hast du das gemacht?" plötzlich errötet, dann kann es nur um Cheats gehen.

Cheats sind jene kleinen Rettungsanker, die euch bei Videospielen zum Sieg verhelfen. Sie machen euch unsterblich, sie schenken euch alle Waffen und verringern gerne auch mal die Schwerkraft. Dabei gibt es jene Codes, die man benutzt um den Abspann zu sehen und jene Codes, die man eintippt um noch ein wenig Spaß mit einem Spiel zu haben. Doch gut fühlt sich das Cheaten selten an. Dazu ist es zu verpönt, zu unfair und stolz kann man nicht auf sich sein.


- IDDQD und IDKFA -

Ohne im Internet danach gesucht zu haben weiß ich todsicher, dass diese beiden Buchstabenkürzel zu Doom gehören. Einer bringt euch den God Mode, der andere unendlich viel Munition für die virtuellen Todbringer. Die Magie einiger Cheats brennt sich ins Hirn ein, wie eine Tätowierung die man nie wieder los wird, selbst wenn man den Speicherplatz im Kopf für was anderes nutzen möchte. Ich bin ziemlich sicher, dass ich jene Codes niemals im Leben vergessen werde - immerhin sind sie schon seit über 12 Jahren gespeichert. Doch auch bei GTA kann man die Cheats schnell auswendig. Dort kann man sie sowohl zum unfairen Vorteil, als auch zum Spaß haben eingeben. Denn sicher lässt sich der Story Modus mit Raketenwerfer und Co. schneller und einfacher bewältigen, man betrügt sich aber auch. Wer hingegen mit einem Freund mal richtig Randale gegen S.W.A.T. Team und Co. machen will, dem kommt die schnelle Hilfestellung gerade recht. Das ist eben der schmale Grat bei den Cheats, die sich im Laufe der letzten Jahre radikal verändert haben. Der Buchstabensalat von Doom da oben, war damals der Standard. Auch gab es früher viele Games, die eben jene Kürzel brauchten, damit man überhaupt ins nächste Level kam. So konnte der Cheater selbstverständlich auch in Level springen, die er eigentlich noch gar nicht erreicht hatte. Mit komplexen Speichersystemen gehört sowas natürlich der Vergangenheit an und während man die Passwörter einst heimlich tauschte oder aus Magazinen bekam, ist man heutzutage im Internet binnen Sekunden informiert. Geheimnisse bleiben nur wenige Stunden geheim, egal ob Abkürzung, Fatality oder Cheat, wer ein wenig im Netz surft findet alle Infos die er braucht.

Viele von uns werden heutzutage sicher auch deutlich seltener Cheats benutzen als früher. Das liegt meines Erachtens tatsächlich daran, dass man älter geworden ist. Damals brauchte ich bei Doom die Hilfe, sonst hätte es mir keinen Spaß gemacht. Gleiches gilt für den typischen Gelegenheitsspieler, der kein Interesse an einem langen Kampf, dem digitalen Tod oder übermächtigen Gegnern hat. Er behilft sich mit Cheats wie dem "unendlichen" Grind bei Tony Hawk und ist mitunter trotzdem stolz auf seine Leistung, die natürlich in keinem Verhältnis zu echten Zockern steht. Wir hier, der harte Kern, greift maximal zu Unterhaltungszwecken auf illegale Hilfsmittel zurück, ab und an vielleicht auch nur deshalb, weil man Angst davor hat erwischt zu werden.

Dabei sollte man eigentlich getreu dem Motto "Cheaten und cheaten lassen" handeln. Jeder muss ja selber wissen ob er sich das Vergnügen zerstört, ein Spiel selber und aus eigener Kraft zu beenden. Oft nimmt man ein Passwort zur Hilfe, ärgert sich aber schon wenige Minuten später darüber. Andere Ausmaße nimmt das natürlich an, wenn der Cheat die eigenen vier Wände verlässt und die Leute im Internet das Fürchten lehren soll. Die schwächste Form ist sicherlich die des Gamerscore Tricks. Einige Spiele erlauben nämlich trotz Cheateingabe das Freischalten sämtlicher Erfolge auf Xbox Live, was dem Kenner vielleicht ersichtlich ist, allen anderen aber erscheint wie eine grandiose Leistung des Spielers. Die Hersteller verzichten aber mittlerweile weitestgehend darauf und "bestrafen" die Fuscher mit nicht freigeschalteten Erfolgen. Die stärkste und sicherlich auch kritischste Form, ist das Cheaten bei Online Games. Hier zieht der Cheater den gesamten Unmut aller Mitstreiter auf sich, was bei LAN Partys auch schonmal mit dem schroffen Rauswurf bestraft werden kann. Zwar unterscheidet man hier zwischen Bugusing, Makros und Bots oder Multihacks, derlei Betrügereien sind aber nahezu ausnahmslos im Bereich der PC Spiele zu finden.


- eSport und die Folgen -

Doch der Fusch beim eSport ist tatsächlich noch deutlich härter zu bewerten als ihr vielleicht annehmt. Vor allem wenn Preisgelder mit im Spiel sind, wird alles versucht um die Cheater frühzeitig zu entlarven. Eigens dafür gibt es viele schlaue Köpfe, die mit Anti-Cheat Programmen die Schuldigen von den Turnieren ausschließen wollen. Die Hacker-Szene jedoch, arbeitet ebenfalls fleißig weiter. Aimbots, Wallhacks und Co. können für viel Geld erworben werden, immer schwerer haben es die "Guten" und oft werden komplette Spiele aufgezeichnet und aus allen Ecken und Winkeln überprüft, um den potentiellen Cheater zu enttarnen. Der hat bei der ESL dann direkt mit einer zweijährigen Sperre zu rechnen und muss, für eine Rehabilitation, tatsächlich einen Aufsatz schreiben und sich an verschiedene Richtlinien und Auflagen halten. Fast so wie im echten Sport, nur das man bei einem Doping Skandal auch noch seine Gesundheit aufs Spiel setzt. Auch jenen Faktor sollte man bei Online Cheats aber nicht vernachlässigen, immerhin sind die betrügerischen Spieler bis auf alle Zeit gebrandmarkt und stehen dann plötzlich einer ganzen Community gegenüber, die sich gegen einen wendet.

Konsolenspieler begnügen sich meist eher mit den weiter oben genannten Varianten, die niemandem schaden, wobei auch hier durch die Online Anbindung verschiedene Tricks möglich sind. Durch Fehler in der Programmierung oder das hemmungslose Ausnutzen von Bugs, kommen ab und an nützliche, mal unfaire, oft aber auch witzige Situationen zu Stande. Dabei ist der Cheat selbst mittlerweile nicht mehr der Mittelpunkt, ist es aber einst gewesen. Da warben Spielehersteller doch tatsächlich schon auf der Verpackung damit, dass Passwörter eingetippt werden können, andere Codes haben mittlerweile Kultstatus: Oben, oben, unten, unten, links, rechts, links, rechts, B, A - unzweifelhaft der Konami Code, der in vielen Spielen des Publishers schon im Startmenü aktiviert werden konnte.


- Auf dem Sonnendeck -

Jetzt möchte ich noch kurz zu den schönen Seiten der Cheats kommen, die sicherlich auch von euch direkt mit Lara Croft und den DoA Girls in Verbindung gebracht werden. Richtig? Richtig! Zwar kam ich selbst leider nicht in den Genuss des nackten Fleisches, aber findige Leute haben die Texturen so verändert, dass ihr statt knapper und enger Oberteile direkt blanken Busen bekommt. Nennt sich dann Nacktcheat oder Nudepatch und ist eine tolle Idee die niemandem schadet und wohl nur in den USA für Furore sorgt. Wie in diesem Artikel schon häufiger angemerkt, steht auch hier der PC mit seinen Patches im Vordergrund, oder aber man muss seine Xbox "illegal" getuned haben. Tecmo hat gegen den Nackt "Cheat" aus Dead or Alive Xtreme Beach Volleyball übrigens geklagt.

Ob man Easter Eggs als Cheats bezeichnen kann, wage ich an dieser Stelle mal zu bezweifeln, aber so strecke ich den Artikel einfach noch ein bisschen. Was diese sogenannten Ostereier sind? Sie bezeichnen Gags und witzige Anekdoten, die von den Entwicklern im Spiel "gelassen" werden. So finden sich in vielen Games Fotos der Entwickler (erinnert euch mal an Twin Snakes oder Full Spectrum Warrior), bei Halo 3 kann man im ersten Level gar eine verschreckte Affenfamilie aufspüren. Es gibt viele Entwickler die solche Easter Eggs regelrecht zelebrieren, wobei man sie oftmals lange suchen muss, bei GTA beispielsweise aber ständig entdeckt - jedenfalls im weitesten Sinne. Auch ein bekanntes Easter Egg (und nur hier drin für die Fans von Think like a Gamer #1), ist die Kettensäge aus Maniac Mansion. Da man sie aufgrund von fehlendem Benzin nicht benutzen konnte, avancierte sie schnell zu einer Art Running Gag und bei Zak McKracken fand man tatsächlich einen Benzinkanister. Wollte man den allerdings verwenden, tauchte nur der hämische Schriftzug "Das brauchst du in einem anderen Spiel" auf (jedenfalls sinngemäß). Das schöne an solchen Easter Eggs ist die Tatsache, dass man sieht mit wieviel Leidenschaft einige Programmierer bei der Sache sind und man sich quasi mit ihnen amüsiert.


- auf die edle Art und Weise -

Es gibt da noch eine weitere Gratwanderung bei diesem Thema, die sich mit einem Wort beschreiben lässt: Spieleberater! Früher lagen diese schicken Bücher noch bei einigen Games bei und wurden von mir stundenlang durchgeblättert. Aber selten um einen Lösungsweg zu finden, sondern viel mehr wegen der Atmosphäre oder um beim wiederholten Durchspielen wirklich alles und jeden zu entdecken. Karten, Charaktere und das alles im einmaligen Design des Spiels. Niemals werde ich den grünen Secret of Mana Spieleberater vergessen, auf dem solche markanten Sätze wie "Wenn du dieses Buch verlierst, bist du verloren" standen. Wunderschön! Heute gibt es solche Sammlerobjekte unter anderem von Piggyback. Ich sage Sammelobjekt, weil die Bücher wirklich hochwertig sind, nicht nur Lösungen sondern auch Hintergrundinfos parat haben und im Regal einfach wunderbar aussehen. Erst kürzlich erschien der Spieleberater zu Metal Gear Solid 4, den wir im großen Testbericht von sharky näher unter die Lupe genommen haben. Ob die Lösungsbücher einem Cheat gleichkommen, muss jeder selber wissen, wie immer kommt es eigentlich auf die persönliche Handhabe an.


Um diesen mittlerweile gar nicht mehr so kurzen Think like a Gamer zu beenden, widme ich mich noch kurz dem eigentlichen Zweck von Cheats: Bugtesting und Vorführungen. Genau bei diesen beiden Dingen will man nämlich nicht vom Feindvolk gestört werden, egal ob man jetzt nach Fehlern in der Entwicklung sucht oder auf der Showbühne eine neue Waffe vorstellen möchte. Ihr seht, da steckt also doch Substanz hinter.

Und nun gebt eure Tipps für heute Abend ab, genießt ein Spiel eurer Wahl und beehrt uns bald wieder :)

euer Held,


shadow




Unverwechselbar und universell: der Konami Code





Sie haben zwar fast nichts an, dennoch möchte sie jeder nackt sehen





Ein Cheat-Device bei GTA im Einsatz





Fallbeispiel Counterstrike: das ist ein Wallhack





Auszug aus dem MGS4 Spieleberater von Piggyback





Aprilscherz von gamefaqs.com





Auch angezogen ein heißer Feger, unsere virtuelle Zaubermaus Lara Croft





Betrügerische Lektüre




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