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Acclaim - Der letzte Beifall

Das langsame Ende des einstig erfolgreichen Publishers und Entwicklers wird vielen von uns in trauriger Erinnerung bleiben.

Samstag, 11. September 2004 um 18:51 von Cloud


Die Geschichte





Der Anfang:
Im Jahre 1987 wurde Acclaim Entertainment in den VSA von Gregory Fischbach und Robert W. Holmes Jr. Gegründet. Das erste Spiel, das mit dem Acclaim Logo auf der Packung erschien, war das von „Pony Canyon“ entwickelte „Mr. Heli“ (US: „Tiger-Heli“), welches im Gründungsjahr auf dem NES, Atari ST und dem Commodore 64 veröffentlicht wurde. Die nächsten drei Jahre erschienen nur 2-3 Spiele pro Jahr unter Acclaim, darunter auch 1988 „WWF Wrestlemania“ von dem damals noch recht unbekannten Entwickler Rare, sowie 1989 das bekannte Beat ’em up „Double Dragon II: The Revenge“. Ab den 90er wurde das jährliche Spieleangebot immer größer und Titel wie das hierzulande indizierte „Smash TV“ brachten Erfolge. Damals schon kam man auf den Geschmack von der heute gehassten „Lizenzverwurstung“. Spiele zu Lizenzen wie „Simpsons“ und „Total Recall“ (Film mit A. Schwarzenegger) überzeugten jedoch spielerisch nicht. Es gab aber auch Ausnahmen wie die 1994 erschienenen Games „True Lies“ oder „Stargate“.


Der Aufschwung:
„He’s on fire!“ hieß es 1993 als das extrem geniale von „Iguana Entertainment“ entwickelte Basketballspiel „NBA Jam“ auf den wichtigsten Konsolen erschien. Das zwei gegen zwei Prinzip überzeugte vollkommen und schlug ein wie eine Bombe. Die im selben Jahr veröffentlichten Arcade Umsetzungen für alle Platformen des Prügelhits „Mortal Kombat“ verhalfen „Acclaim“ zu einem weiteren Höhenflug. Die BPjS erfreute dieses Stück äußerst brutale Software nicht und setzte es schon bald auf den Index. Die Kids spielten trotzdem weiter und konnten kaum einen zweiten Teil erwarten, der schon samt dem Nachfolger von „NBA Jam“ im darauf folgenden Jahr erschien. Beide Spiele wurden absolute Verkaufsschlager. Weitere Lizenzspiele wurden in den nächsten Jahren veröffentlicht, darunter auch das wohl schlechteste "Street Fighter"-Spiel für die damals neuen Konsolen „PlayStation“ und „Saturn“: „Street Fighter: The Movie“. Ab 1995 stieg die Zahl der Spieleveröffentlichungen auf über 15 pro Jahr.


Hitlieferant Nummer 1


In der N64 Ära veröffentlichte Acclaim zahlreiche Spiele exklusiv auf der neuen Nintendokonsole. Das Anfang 1997 erschienene „Turok: Dinosaur Hunter“ fegte alles bis dato dagewesene weg. Die Grafik hatte damals jeden aus den Socken gehauen und ließ von allen Seiten auf N64 Besitzer Neid aufkommen. Die über ein halbes Jahr später veröffentlichte PC Version brachte die 3-D Beschleuniger Verkäufe zum explodieren, nur mit diesem Stück Hardware war es PC-Spielern möglich „Turok“ zu spielen. Die Fortsetzungen „Seeds of Evil“, „Rage Wars“ und „Shadow of Oblivion“ waren auch erfolgreich. Ein weiteres Spiel machte 1997 zahlreiche N64 Besitzer glücklich. Die Rede ist von dem mega-schnellen Motorradrennspiel „Extreme G“, welches ein Jahr später mit einem Nachfolger zu einer Serie ausgebaut wurde. Mit „Forsaken“ und „Shadow Man“ überzeugten die Entwickler rund um Acclaim wieder einmal, dass sie nicht nur im Grafikbereich Meister sind, sondern auch im spielerischen.


Der Umbruch:
Nach dem Ende der „Dreamcast“ 2001 zog sich Sega aus dem Hardwaregeschäft zurück und entwickelt seit dem nur noch Software. In diesem Jahr setzte Acclaim zahlreiche Hits wie „Crazy Taxi“ oder „Headhunter“ des angeschlagenen japanischen Riesen für die Next-Generation Konsolen „PlayStation 2“, „Xbox“ und „Gamecube“ um. 2001 wurde auch der erste Teil, der zum jetzigen Zeitpunkt drei Teile umfassenden sehr erfolgreichen Arcade Rennspielserie „Burnout“ veröffentlicht. Die neuen Ableger der „Turok“- und „Extreme G“-Serie gingen Mulitplatform, blieben jedoch hinter den Erwartungen zurück. Die Spiele überzeugten nicht mehr wie seinerzeit und enttäuschten die Fans.


Die Burnout-Serie war in dieser Generation Acclaims wichtigstes Zugpferd. (Bild: Burnout 2)


Am 04.12.2002 wurde das in Salt Lake City ansässige Acclaim Studio geschlossen. Über hundert Arbeitnehmer verloren dadurch ihren Job. Dies waren die ersten Anzeichen für die angeschlagene Lage des Publishers. Am 02.06.2003 tritt der seit dem Gründungsjahr vertretene Generaldirektor Gregory Fischbach zurück. 21 Tage später kam die nächste Hiobsbotschaft: Man wird in Zukunft keine Neuentwicklungen mehr auf der Nintendokonsole „Gamecube“ entwickeln. Stattdessen sollen nur noch bereits in der Entwicklung befindliche und alte Spieleserien erscheinen. Nachdem der Hoffnungsträger und als „Super Mario“-Killer angekündigte Titel „Vexx“ floppte, blieb nur noch ein Spiel, durch das Acclaim einen beachtlichen Erfolg erreichte. Die Rede ist von „Burnout 2: Point of Impact“. Kurz bevor dieses Jahr das Zugpferd „Burnout 3: Takedown“ veröffentlicht werden sollte, verlor Acclaim die Publishingrechte an Electronic Arts, welche auch gleich das ganze Entwicklerstudio „Criterion Games“ aufkauften. Dem in Zahlungsschwierigkeiten geratenem Unternehmen wurde die wichtige "Turok"-Lizenz entzogen und kurz darauf kam eine Nachricht mit einer möglichen Börsenauslistung ans Tageslicht. Als weitere Acclaim Studios geschlossen wurden kam die endgültige Bankrott-Nachricht am 30.08.2004. Viel versprechende Titel wie „Juiced“ und „The Bard’s Tales“ werden nicht mehr durch Acclaim vertrieben und erscheinen, wenn überhaupt, unter einem anderen Label. Das in Deutschland ansässige Studio versucht nach der Pleite des Mutterkonzerns bestehen zu bleiben um noch Titel wie „Die Biene Maya – Süßes Gold“ (GBA) zu veröffentlichen. Der Publisher „Game Factory Interactive“ hat sich die Rechte an folgenden Acclaim Titeln gesichert: „Fur Fighters“, „Gladiator“, „Re-Volt“, „Shadow Man“ und „Urban Freestyle Soccer“. Vielleicht werden die Spiele bei ihrem neuen Zuhause erfolgreich weitergeführt.


Trotz guter Verkaufszahlen, konnte Showdown: Legends of Wrestling 3 Acclaim nicht vor dem Bankrott retten.



Meine Meinung:
Acclaim hat wirklich viele gute Spiele hervorgebracht, jedoch basierten die meisten davon auf Lizenzen. Sie hätten sich weniger auf solche verlassen und das Geld in Neuentwicklungen investieren sollen. Vor allem das „Iguana“ Studio hat bewiesen, dass sie hervorragende Spiele herzaubern können. Die Multiplatform-Strategie ist auch nicht aufgegangen wie sie es sich erhofft haben. In der Vergangenheit haben sich ihre Exklusivtitel viel besser verkauft. Diese Schiene hätten sie beibehalten sollen. Leider ist es jetzt dafür zu spät. Hoffen wir wenigstens auf ein weiteres Bestehen von Acclaim Deutschland.

Auf Seite zwei findet ihr die meiner Meinung nach besten Spiele von den Acclaim Studios.

Die besten Spiele der Acclaim Studios




NBA Jam (1993; SNES, Mega Drive, Sega CD)




Das wohl unrealistischste Basketballspiel, das die Welt gesehen hat. Die „NBA Jam“-Serie hat auf allen Platformen unglaublichen Spaß gemacht. Durch lediglich zwei Spieler pro Team und keinen Regeln ist der Spielfluss sehr dynamisch ausgefallen. In dem Spiel sind alle Mannschaften der NBA vorhanden, jedoch kann man sich nicht die Spieler aussuchen, es gibt nämlich nur zwei pro Team. In der ein Jahr später erschienen „Tournament Edition“ gab es drei. Die Entwickler hatten sich was Lustiges einfallen lassen: Sie haben „NBA Jam“ zahlreiche Geheimcharaktere spendiert, z.B. Bill Clinton oder Al Gore.

Fortsetzungen:
NBA Jam Tournament Edition (1994; DOS, PlayStation, Game Boy, SNES, Jaguar, Mega Drive, Sega 32x, Saturn)
NBA Jam Extreme (1997; PC)
NBA Jam 99 (1998; Nintendo 64, Game Boy Color)
NBA Jam (2003; PlayStation 2, Xbox)


Turok: Dinosaur Hunter (1997; Nintendo 64, PC)




Basierend auf den Comics um den in der Verlorenen Welt gestrandeten Indianer Turok, welcher es sich als Ziel gesetzt hat, seinen Erzrivalen Campaigner auszuschalten. Dieser will mit Hilfe von Dinosauriern und einer Superwaffe das Universum erobern. Turok bereist acht riesige Levels und setzt 14 Waffen ein um sich durch Horden von Dinosauriern, Menschen und Eingeborenen zu ballern. Damals bot der 1st Person Shooter wirklich hervorragende Grafik und die Jungleatmosphäre wurde sehr cool rüber gebracht.

Fortsetzungen:
Turok 2: Seeds of Evil (1998; Nintendo 64, PC)
Turok: Rage Wars (1999; Nintendo 64, Game Boy Color)
Turok 3: Shadows of Oblivion (2000; Nintendo 64, Game Boy Color)
Turok: Evolution (2002; Playstation 2, Xbox, GameCube, Game Boy Advance)


Extreme G (1997; Nintendo 64)




In „Extreme G“ heizt man mit super schnellen Zukunftsmotorrädern durch zwölf unterschiedliche Strecken. Der Spieler kann dabei seine Konkurrenten mit zahlreichen Waffen von dem Kurs fegen. „Extreme G“ beinhaltete auch einen Multiplayerpart, in diesem konnte man nicht nur Rennen gegen bis zu drei Freunde führen, sondern auch in einem „Mario Kart“ ähnlichem Battlemode Kämpfe bestreiten.

Fortsetzungen:
Extreme-G 2 (1998; Nintendo 64, PC)
XG3: Extreme G Racing (2001; PlayStation 2, GameCube)
XGRA - Extreme G Racing Association (2003; PlayStation 2, Xbox, GameCube)


Shadow Man (1999; Dreamcast, PlayStation, Nintendo 64, PC)




„Shadow Man“ basiert auf der gleichnamigen Acclaim Comic-Serie. Nach dem Mord an dem Bruder von Mike LeRoi, verkauft dieser seine Seele an einen Voodo-Kult, der ihn durch Einpflanzung einer Maske in seine Brust zu Shadow Man werden lässt. In seiner neuen Gestalt soll er fünf Serienmörder zur Strecke bringen und die drohende Apocalypse dadurch abwenden. „Shadow Man“ kombinierte wirklich schöne Grafik mit großer Weitsicht und einer tollen Sprachausgabe. Für die hierzulande erschienene Version des Horrorspiels wurden die dt. Synchronstimmen von Samuel L. Jackson, Jack Nicholson und Kevin Spacey verpflichtet.

Fortsetzungen:
Shadow Man: 2econd Coming (2002; PlayStation 2)


Re-Volt (1999; Dreamcast, PlayStation, Nintendo 64, PC)




In „Re-Volt” übernimmt der Spieler die Kontrolle über einen von insgesamt 28 R/C Autos und düst über 13 abwechslungsreiche und äußerst lebendige Strecken. Die ferngesteuerten Spielzeugautos nutzen diverse auf der Strecke verteilte Waffen um den Widersachern eins auszuwischen. Die schöne Grafik bot tolle Spiegellungen und Lichteffekte. Die Engine hat den Konsolen damals alles abverlangt. Nur die Dreamcast Version ist wegen konstant bleibender Framerate zu empfehlen.



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