Einloggen

Du bist noch nicht bei consolewars registriert? Dann erstelle
jetzt ein Benutzerkonto!

PSP vs. DS - ein kleiner Nachschlag

...über drei Jahre sind vergangen


Der Kampf tobt noch immer...


Mehr als 3 1/2 Jahre sind vergangen, seit sich PSP und DS in einem heißen Gefecht bei uns gegenüberstanden. Damals ließen wir die Widersacher kurz nach dem offiziellen Deutschland Release in den Importversionen gegeneinander antreten - und hatten am Ende ein enttäuschendes 8:8 unentschieden. Niemand wurde KO geschlagen, es gab keinen gepeinigten Verlierer, sondern zwei ebenbürtige Duellanten. In satten elf Runden wurden die am Rand befindlichen Ergebnisse erzielt.


hier findet ihr den unverfälschten WAR von 2005 - es lohnt sich

Doch was hat sich nach all der Zeit nun geändert? Wir haben beide Konsolen lange und intensiv beobachten können. Wir haben gesehen wie Nintendo mit einem "Experiment" die Welt verändert hat und wie es modern wurde sein Hirn zu trainieren. Mittlerweile hat man sich sogar an den Anblick zockender Mütter und Freundinnen gewöhnt. Wir hatten Unrecht. Damals noch prognostizierten wir der PSP den Sieg aufgrund besserer Marktplatzierung. Tatsächlich ahnte wohl niemand, wie sehr der DS eben jenen Markt erweitern würde. Mit dem Ziel neue Spieler an das Thema heranzuführen, erschloss Nintendo bislang unerreichte Teile des Marktes und wirbt - im Gegensatz zu Cube und N64 Zeiten - zu strategisch ausgeklügelten Uhrzeiten mit imposanten Werbespots im TV. Von der PSP sieht man nur wenig, Dr. Kawashima hingegen kennt jeder. Allerdings wäre es müßig, beide Kontrahenten unter den damaligen Gesichtspunkten erneut ins Gefecht zu schicken, Nein, aber ein paar Anmerkungen seien uns an dieser Stelle doch bitte gestattet. Macht euch also gefasst auf unseren kleinen "Nachschlag" zum WAR zwischen PSP und DS.

Design und neue Versionen


Beide Handhelds stehen mittlerweile in neuem Gewand in den Regalen der Händler. Der DS hat schon vor langer Zeit sein "Butterbrotdosen-Design" abgelegt und erschien bereits 2006 als DS Lite in neuem, sprichwörtlichen Glanz. Schlankere Maße, strahlenderes Display und ein sehr viel edlerer Look als das ursprüngliche Gerät, das aus heutiger Sicht fast schon wie eine frühe Designstudie wirkt. Am bereits hervorragenden Akku wurde ebenfalls gearbeitet. Doch auch die PSP hat sich bemüht, sich von alten Lastern zu trennen. Die große Stärke, das hochglänzende und riesige Display, bietet dabei aber wenig Raum für Experimente. Trotzdem hat Sony es geschafft, mit der PSP Slim & Lite sowohl Gewicht, als auch Abmessungen deutlich zu reduzieren. Im Gegenzug wurde der Arbeitsspeicher auf 64 MB erweitert. Mit dabei ist außerdem ein Videoausgang, der die Darstellung des Spiels auf dem heimischen TV ermöglicht. Wie ihr seht, machen die Neuerungen durchaus Sinn - trotzdem ruhen sich weder Sony, noch Nintendo auf den geernteten Lorbeeren aus.

Mit dem DSi wird in naher Zukunft ein weiteres DS Modell auf den Markt kommen. Mit zwei Digitalkameras ausgestattet und ebenfalls wieder leicht optimierten Abmessungen, will das Gerät u.a. auch durch einen Shop und einen verbesserten Browser punkten. Der GBA Slot wird von einem SD Karten Slot ersetzt, was vor allem für einige Zubehörprodukte leider das endgültige Aus ist.
Die PSP hingegen ging schon Ende letzten Jahres mit der neuen PSP 3000 an den Start, wobei das neue, eigentlich erneut verbesserte Display im Nachhinein einen faden Beigeschmack hinterlässt. Zu dunkel sei es und störende Scanlines gibt es auch. Währenddessen werden langsam immer mehr Gerüchte zur PSP2 laut, die aber weder offiziell angekündigt ist, noch irgendwelche Features vorzuweisen hat - jedenfalls bis jetzt nicht. Die Widersacher haben sich also beide sinnvoll und gut weiterentwickelt, wobei der DS die rasanteren Sprünge, gerade in Sachen Optik, gewagt hat.

Games


Anno 2005 hätten wir schon eine verdammt gute Glaskugel gebraucht, um den Spielemarkt objektiv durchleuchten zu können. Nun, viele, viele Monde später, stellt das kein großes Problem mehr da. Für beide Geräte gibt es Unmengen Videospiele und in jedem Genre finden sich haufenweise Hochkaräter. Beide Handhelds hatten dabei ihre Höhen und Tiefen. Zwar befindet sich der DS schon seit geraumer Zeit auf einem immensen Höhenflug, begonnen hat das alles aber nicht so glorreich. Anfangs haben viele Entwickler vielleicht ein wenig zu viel Wert auf den Stylus gelegt und kurzzeitig drohten die Minispiele den Markt zu erobern. Heute macht sich darüber niemand mehr sorgen: Strategie, Ego Shooter, Action Adventure, auf dem DS findet man alles, absolut alles. Und darunter tummeln sich in jedem Genre wahre Perlen. Doch damit nicht genug, mit Dr. Kawashima und Co. hat der DS quasi ein neues Genre etabliert.

Ihr könnt also nicht nur Ballern und das Schwert schwingen, sondern mit dem DS auch eure Augen trainieren und euch das Rauchen abgewöhnen - von der riesigen Welle von speziellen Games für junge Mädchen mal ganz abgesehen. Schon jetzt ist klar, dass die PSP in diesem Punkt nicht mithalten kann und vom DS eiskalt abserviert wird. Doch auch die portable Konsole, die anfangs noch als "Port-Maschine" etc. beschimpft wurde, hat jede Menge Hochkaräter zu bieten und erschließt ebenfalls neue Genres. Die Hirntrainer gibt es schließlich auch hier. Nennen sollte man aber in jedem Fall noch Loco Roco und Co., Spiele also, die man wirklich nur auf der PSP findet - vor allem in dieser optischen Qualität. Dazu kommen Fortsetzungen (keine Ports) bekannter Serien wie God of War oder Metal Gear Solid und Resistance. Im Vergleich zum DS kann man zwar nicht die gleiche Fülle bieten, hat aber auch in jedem Genre ein paar Games die man gespielt haben sollte.

Verkaufszahlen


Ein leidiges Thema für all diejenigen, die was gegen Nintendo haben. Der japanische Konzern dominiert sämtliche Charts dieser Erde und vor allem der DS erlebt ständig neue Höhenflüge. Auch in Deutschland stehen die beiden Kawashima Episoden seit Monaten auf den ersten Plätzen. Mit solchen Erfolgen kann leider kein PSP Spiel auftrumpfen. Was allerdings viele vergessen, wenn sie schreien "die PSP ist gefloppt", ist die Tatasche, dass sich Sony trotzdem ein Stück vom Kuchen des Handheld Marktes abschneiden konnte. Natürlich überflügelt der Dual Screen die portable Playstation und doch ist es eben jener PSP gelungen, sich auf dem Markt zu etablieren. Ein Vorhaben, bei dem schon andere gescheitert sind, von Sega bis Nokia, vom Wonderswan bis zum Gamepark. Hält man sich das vor Augen, so kann man die Verkaufszahlen getrost ausklammern und auch als N-Fan zugeben: Die PSP hat es geschafft. Nach langer Zeit hat Nintendo auf dem Handheld Markt einen echten Konkurrenten, der in vielen Belangen vollends überzeugen kann.

Wirklich auf die Nase gefallen sind deshalb eigentlich nur wir, mit unserer Einschätzung zu den Verkaufszahlen nämlich (im WAR von 2005). Ansonsten dürften sich beide Unternehmen sehr darüber freuen, dass die Lust aufs mobile Spielen nicht abgenommen hat.




Illegale Geschäfte


Ein Punkt über den sich beide Hersteller weit weniger freuen dürften, sind Raubkopien. Leider muss sich jede Konsole irgendwann diesem Thema stellen, was gerade für passionierte Spieler wie uns eine furchtbare Angelegenheit ist. Das unheilvolle Zauberwort bei der PSP lautet in diesem Fall "Downgrade". Durch die gezielte Manipulation (das Ausnutzen von Bugs), kann man direkt auf den RAM der PSP zugreifen und es so möglich machen, Homebrew-Elemente zu starten. Aufgrund des einfachen Zugangs via Memory Stick, ist das illegale Spiel mit der Software bei der PSP leider viel zu leicht möglich und man braucht theoretisch nicht mehr als einen Internetanschluss. Doch auch BigN muss sich mittlerweile dem illegalen Spiel stellen. Anfangs noch relativ kopiersicher, bekommt man heutzutage recht günstig Module, mit denen sich aus dem Internet die Spiele bequem speichern lassen. Auch hier ist es erschreckend, wie einfach das funktioniert. Allerdings besteht hier immer noch die Hürde, bzw. der Aufwand sich eben jene Module zu besorgen, weshalb nicht jedermann auf die Idee kommt überhaupt Raubkopien zu verwenden. Während Sony sich bemüht durch regelmäßige Firmware Updates die Lücken zu schließen, ist man bei Nintendo mehr oder weniger zum Zuschauen und Verklagen verdammt. Ausmerzen oder eliminieren kann man jene Gefahr aber nie - leider... Der DSi übrigens, soll ebenfalls durch neue Firmware aktualisiert werden können.

UMD


Damals hatten wir in Sachen "Medium" ein klares Unentschieden. Größerer Speicherplatz gegen geringeren Datenzugriff ließen kein anderes Ergebnis zu. Obwohl das für die Spiele nach wie vor gilt, hat die UMD einige Rückschläge einstecken müssen. Die Filme verkauften sich scheinbar nicht gut genug auf der PSP. Volle Regale, die in vielen Läden mittlerweile komplett verschwunden sind, waren die Folge. Das erinnert an die Minidisc, die ebenfalls im schützenden Plastikgehäuse erschien und mittlerweile völlig von der Bildfläche verschwunden ist. Nur im Ausland entdeckt man hin und wieder noch ein paar aktuellere Filmchen oder macht in einigen Online Shops ein Schnäppchen. Schade, uns haben die Filme auf dem Handheld gefallen...

Preis

Was wir noch gar nicht erwähnt haben ist der Preis. Der ist nämlich in all der Zeit ordentlich gepurzelt. Aber nicht bei Nintendo. So kommt es, dass wir jetzt nur noch ein Duell von 149 Euro für den DS Lite und 189 Euro für die PSP haben. In Anbetracht der Tatsache, dass die PSP in diesem Punkt damals verloren hat ein pikantes Detail. Auch "verloren" hatte Sie damals in Sachen Farbvielfalt - nur das wir hierbei recht behalten haben. Den DS gibt es auch in sanften Tönen für weibliche Geschöpfe, während die PSP erst vor kurzem knallige neue Farbvarianten angekündigt hat. Bleibt natürlich abzuwarten wann diese auch in Deutschland erhältlich sein werden.

Connectivity, Zielgruppe, Ende


Ohne großartig Punkte zu verteilen oder darüber nachzudenken, geht dieser kleine Nachschlag zu Ende. Die Handhelds haben sich toll weiterentwickelt und warten mittlerweile mit sinnvollen Neuerungen und Details auf. Spiele gibt es im Überfluss und niemand muss sich unterwegs noch langweilen. Blickt man mal nicht als Hardcore Gamer auf das Duell, so macht die PSP Fortschritte durch den Preis und nach wie vor der Technik, während der DS es schlicht und ergreifend geschafft hat, eine Trendwende zu vollziehen. Drohte das Gerät durch den Einsatz eines Stylus anfangs noch abzurutschen und nur für Vollblut Zocker ein Thema zu sein, hat BigN durch klevere Werbedeals und einfache, aber brillant umgesetzte Spielideen den Markt eindrucksvoll erweitert. Im Kinderprogramm entdeckt man mittlerweile fast mehr Werbung für Mädchenspiele, als für Shooter oder Action Adventures. Digitale Tagebücher, Ponyhöfe oder Kosmetiksalons sprechen da eine deutliche Sprache. Im Abendprogramm sieht man hingegen nichts von Xbox und Playstation, dafür aber von Dr. Kawashima oder Nintendos Kochkurs für trendige Frauen und verzweifelte Väter. Ein mehr als genialer Schachzug. Konnte man dem Traditionsunternehmen vor einiger Zeit noch mangelnden Stil oder Werbebewusstsein vorwerfen, so dominiert Nintendo nun mit einer klaren Linie, starken Werbeträgern und guter Produktplatzierung. Da kann die PSP trotz stylischer Spots absolut nicht mithalten. Das führt dazu, dass mittlerweile auch sehr viele Frauen einen DS Lite in der Handtasche dabei haben - für uns zwar nicht wichtig, aber doch interessant und irgendwie auch imposant. Die große Frage ist nun, wie sich der Markt weiterentwickelt. Nintendo setzt endlich auch auf einen verbesserten Browser und will dem DSi auch einen Shop einimpfen - ähnlich der Wii. Die PSP hingegen bleibt bei der Multifunktionalität und geht relativ wenig Risiken ein. Für das Nachfolgesystem wurde kurzzeitig ebenfalls über einen Touchscreen diskutiert und man darf davon ausgehen, egal wie das Gerät aussehen wird, dass erfolgreiche Konkurrenten wie der iPod als Vorbild herhalten werden.

Ebenfalls weiterentwickelt hat sich auch das Zusammenspiel zwischen stationärer Konsole und portabler Spielemaschine. Die PSP ist richtiggehend vernarrt in die PS3 und bekommt langsam aber sicher immer mehr Features per Firmware-Aktualisierung. Ihr könnt das griffige Gerät quasi als Fernbedienung nutzen und unter anderem mit dem Browser der PS3 surfen. Attraktiver als das ist aber die Datenübertragung, für die man dann aber das USB Ladekabel des Sixaxis benötigt. Jetzt fliegen MP3s oder Videos in windeseile von einem System zum anderen. Bislang imposanteste Entwicklung ist aber die Möglichkeit, mit der Slim & Light Edition (dank Videoausgang), das Bild von der PSP auf den großen Fernseher zu holen. Keine Notwendigkeit, aber eine nette Spielerei und eine sehr begrüßenswerte Entwicklung. Sogar umgekehrt ist das möglich, allerdings nur bei einer sehr, sehr, sehr kleinen Auswahl von Spielen. Nintendo hat durch die WiFi Funktion auch ein paar kleine Besonderheiten für euch im Angebot. In einem der Wii Kanäle ladet ihr euch schnell und kostenfrei Demos auf das Handheld - genau wie bei den Demo-Stationen die es manchmal im Handel zu sehen gibt. Weiteres Gimmick ist der Austausch von Daten, wir es sehr früh bereits von den bunten Pokémon vorgemacht wurde (oder auch bei Animal Crossing). Leider nutzen nicht wirklich viele Spiele dieses Feature und oft beschränkt sich das Dargebotene auf freischaltbare Gegenstände.
Da darf also bitte noch sehr viel mehr kommen!

Fast geglückt wäre laut Justin Cook von Rare übrigens eine Besonderheit: Nintendo DS Connectivity zur Xbox 360 - aber das nur am Rande. Natürlich wäre das auch keine wirkliche Verbindung gewesen, eher ein Trick. Bei dem Xbox 360 Game kann man Karten einlesen (auch von Bildschirmen) und Rare hätte dem Spieler sehr gerne die Möglichkeit geboten, Karten von der DS Variante auf die Xbox 360 zu bringen. Leider scheiterte dies aus Zeitgründen.

Um euch nun nicht weiter die Zeit zu rauben, überlassen wir das Feld nun den Kommentaren. Auch wenn es euch langweilt: Es läuft auch jetzt irgendwie wieder auf ein Unentschieden hinaus. Verkaufszahlen hin oder her, egal ob ihr PSP oder DS daheim habt: Unterwegs zocken macht im Moment richtig viel Spaß. Außerdem kann man beide Geräte langsam aber sicher nicht mehr vergleichen, da sie nicht mehr nur unterschiedliche Ansprüche, sondern auch unterschiedliche Zielgruppen haben.