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PS2 vs. Dreamcast

Eigentlich ist dieser Kampf für den Dreamcast schon verloren, denn wie Ihr wisst, wird er nicht mehr hergestellt. Dennoch, THE WARS MUST GO ON!


Let the bouts begin!


Rrrrring frei für den Kampf, auf den alle lange gewartet haben: Dreamcast gegen PS2. Die PS2, soeben frisch aus der Schale geschlüpft und der Dreamcast der schon ein alter Hase im Feld sind, liefern sich einen erbitterten Kampf. Wer wird wohl gewinnen?



Runde 1: Die Player - SONY gegen SEGA


Sega ist ein Spieleveteran, hat viele Erfahrung im Konsolenbereich und wurde zu mancher Zeit von seinem Erzfeind Nintendo stark gebeutelt - und hat dennoch nie aufgegeben (Okay, die Aktionäre verlangten es...).Sony hingegen -war- ein Nobody im Spielebereich als sie 1995 mit der PSX auf den Markt gingen. Im Moment ist Sony die Nummer 1 auf dem Markt, gefolgt von Nintendo und das Schlußlicht bildet Sega. Punkt für Sony.



Runde 2: Die Fangmeinde


Der Dreamcast hat in dem einem Jahr, in dem es die Konsole schon gibt, eine große Fangemeinde aufgebaut. Durch Spieleperlen wie Soul Calibur, Resident Evil: Code Veronica und Jet Set Radio sind PSX-Veteranen zu der neuen Sega-Konsole gewechselt. Die PS2 hingegen kann auf ihre Fans von der PSX hoffen - Der Ansturm der Leute bei den Handler als die PS2 gelauncht wurde, beweist es. Obwohl die Fangemeinde der PS2 größer ist, ist die des Dreamcast nicht zu vernachlässigen. Ein knappes Unentschieden.



Runde 3: Hitachi SH4 vs. EmotionEngine


Der Hitachi SH4 gegen die EmotionEngine. Der SH4 ist ein recht leistungsfähiger Chip - "recht leistungsfähig" deshalb, weil der Prozessor nicht mehr ganz mit der Leistung eines Nintendo Gecko oder einer Sony EmotionEngine mithält. MHz mäßig läuft der SH4-Prozessor bei 200MHz und die EmotionEngine bei 300MHz. Daß Taktraten manchmal garnichts aussagen, beweist das Super Nintendo ziemlich krass: Es lief mit ungefähr 4MHz ;) und war den anderen 16 Bittern, die höhere Taktraten hatten, überlegen - dank der Spezialchips auf der Platine. Egal, betrachten wir bei unseren Kontrahenten die Floating Point Leistung, und wie wir unseren Specs entnehmen können liegt die Floating Point Rechenpower der EE bei 6.2GFlops und die des SH4 bei 1.4 GFlops. Diese Runde geht an die EE.



Runde 4: Power VR2 vs. GraphicsSythesizer


Der NEC Power VR 2 ist der Nachfolger des Power VR-Grafikchips im PC-Bereich gewesen. Und dieser Chip hatte keinen großen Erfolg dort, obwohl er mit einer neuartigen Technik (Tile-based Rendering) brillierte, die den Z-Buffer unnötig machte und somit wertvollen Grafikspeicher einsparte. Die Leistung des Chips war zu schwach, und NEC/Videologic besserte den Chip nach. Heraus kam der Power VR2. Der Power VR2 schafft in etwa 3 Millionen Polygone/s - und bietet im Gegensatz zu Sony's GraphicSynthesizer ein Hardwareantialiasing an. (Deshalb gibt's auch keine "Jaggies" bei den ganzen Dreamcast Spielen). Von der Leistung des Grafikchips ist der GraphicSynthesizer dem Power VR2 überlegen, denn der GraphicSynthesizer ist ein Arbeitspferd. Der 2560 Bit-breite Datenbus verschafft hohen Durchsatz und erzeugt die phänomenalen, wenn aber auch nackten 66 Millionen Polygone/s. Wenn wir aber alle Effekte, die der Dreamcast-Chip in Hardware behrrscht, auch bei dem GraphicSynthesizer nachprogrammieren und benutzen, fällt diese Rate drastisch, auf unter 20 Millionen/s. RidgeRacer V (ein "schnell-schnell"-Produkt) z.B. wirft im Moment maximal 5Millionen Polygone/s auf den Bildschirm. Dennoch, dies ist ein "First Generation"-Spiel und die Spielehersteller werden es wohl schaffen, mehr aus der PS2 rauszukitzeln. Die Runde geht an Sony.



Runde 5: Grafikspeicher


Grafikspeicher ist das A und O - ohne guten, schnellen und üppigen Grafikspeicher sehen die Spiele fad und langenweilig aus oder ruckeln sich gar zu tode. Die beiden Kontrahenten kommen mit gänzlich unterschiedlichen Konfigurationen des Grafikspeichers daher. Beim GraphicSynthesizer von der PS2 sitzt der Speicher auf dem Grafikchip selbst, was es Sony ermöglicht hat, einen sehr breiten, schnellen Datenbus dazwischen zu schalten. Die Kehrseite der Medaille sind aber die lächerlich geringen 4MB an Speicher. Wie im PS2 vs. GameCube-Bericht schon gezeigt, ist dies zu wenig. Der Dreamcast bietet 8MB Speicher, der aber wiederum nicht auf dem Grafikchip selbst liegt sondern über einen externen Bus angesprochen wird. Dadurch ist das System etwas langsamer, aber Grafikspeicher macht sich in Qualitativ besser aussehenden Spielen bemerkbar: Diese Runde geht an den DC.



Runde 6: Grafikqualität


Eigentlich kennen wir den Ausgang dieser Runde schon. Der DC bietet mit seiner verschiedenen, in Hardware bereitgestellten Funktionen (wie z.B. das Antialiasing) ein einfach schöneres Bild bei weniger Aufwand an, als es die PS2 im Moment tut. Diese Runde geht an den DC.



Runde 7: Hauptspeicher


Sehr spezieller Speicher wie bei dem GameCube ist bei beiden Konsolen nicht vorhanden, deshalb zählt hier einfach nur die Quantität: 32MB (PS2) zu 16 MB (DC). Diese Runde geht an die PS2.

The results




Runde 8: Die Controller


Okay, wir kennen ihn alle, den guten alten DualShock. Er liegt gut in der Hand, ist griffig - ein robustes Teil. Aber darin liegt gerade das Problem. Der Dual Shock 2 ist wirklich keine Neuerung. Analoge Aktionsknöpfe? Was bringt das, wenn man sich die Finger wunddrücken muss, damit das Spiel maximalen Anschlag registriert? Totaler Schwachsinn. Sony hätte zu seinem Designschmuckstück auch neue kleine, schöne Designercontroller entwerfen sollen.. Wäre schön. Der Dreamcast hingegen hat einen komplett neuen Controller bekommen. Obwohl das futuristische Design am Anfang irgendwie an ein UFO erinnert und man sich wundert ob es gut in der Hand sitzen wird, wird man eines besseren belehrt, sobald man den Controller benutzt. Alle Knöpfe sind gut erreichbar, und insbesondere die Analogen Trigger an der Unterseite haben es uns angetan - denn Sie haben genug Spiel und man kann damit weitaus besser "dosieren" als beim Dualshock 2! Als interessante Komponente haben wir da noch die VMU, die mit ihrem Display 'geheime' Daten anzeigen kann, die nur der jeweilige Spieler sieht. Genialer Einfall! Diese Runde geht ganz klar an den Dreamcast.



Runde 9: Die Medien


Was haben die Konsolen denn für Medien? Die PS2 benutzt DVDs. Auf diese passen sage und schreibe 4.7GB - eine Menge Holz! Das ist in etwa die Größe von 7 CDs! Spiele wie Final Fantasy sollten jetzt wohl auf einer DVD Platz finden. Thumbs up! Sony hofft auch das Kopierproblem damit in den Griff zu bekommen. Wir hier bezweifeln es. Der Dreamcast bietet eine sogenannte GD-ROM an, das sind erweiterte CD-ROMs, die bis zu 1GB an Daten speichern können. Von der Speicherseite her, ist die geringere Kapazität der DC-GD-ROM wirklich kein Beinbruch. Sind wir doch sowieso gewöhnt, bei vielen PSX Spielen die CD zu wechseln.
Die Memory-Karten. Hier hat Sony die alte Memory-Karte aufgewertet, sie vergrößert und schneller gemacht. Eigentlich auch nichts neues. Sega bietet hingegen mit seiner VMU einen echten Mehrwehrt an: Man kann sie herausnehmen und ein Tamagotchi-mäßiges Minispiel damit spielen (wem's gefällt). Der entscheidende Pluspunkt ist aber das Display, das viele neue Strategiermöglichkeiten im Spiel eröffnet - Endlich kann man wirklich etwas auswählen, ohne daß der Kumpel unbedingt mitbekommt, was wir da wählen, denn es wird nur auf dem VMU-Display angezeigt. Schlichtweg genial!
Wenn wir hier die Memory-Karten nicht beachten würden, hätten wir hier einen leichten Vorteil für die PS2 aufgrund der DVD-Größe, so aber mit den Memory Karten geht diese Runde an den Dreamcast.



Runde 10: Vielseitigkeit


Beide Konsolen bieten echtes "Plug & Play" und kein "Plug & Pray" wie es das beim PC so oft der Fall ist. Aber darüber hinaus kann man mit der PS2 noch sich seine Lieblings-DVDs ansehen. Deshalb geht diese Runde an die PS2.



Runde 11: Unterstützung


Wie steht es mit der Softwareunterstützung auf dem Dreamcast? Sie ist eigentlich ziemlich gut: Namco, Konami und Capcom sind dabei, viele PC-Umsetzungen erscheinen.as Square nicht darauf entwickelt, können wir noch einigermaßen ignorieren, aber daß EASports nichts für den Dreamcast im Programm hat, muss für alle Sportspielbegeisterte ein ziemlicher Wermutstropfen sein. Die PS2 hat die größte Unterstützung überhaupt und eine Menge Ankündigungen: Ob Square (The Bouncer, Driving Type Emotion S, Final Fantasy X), Konami (Metal Gear Solid 2: Sons of Liberty), Capcom (The next Resident Evil), Namco (Ridge Racer V, Tekken Tag Tournament), ... alle sind dabei.
Diese Runde geht an die PS2.



Runde 12: Design


Der Dreamcast sieht nicht schlecht aus :) Aber uns gefällt das PS2 - Design immer noch besser ;) Aber aus Gründen der Objektivität, bewerten wir dies nicht..

Runde 13: Onlinefähigkeiten


Wie sieht es mit den Online-Fähigkeiten der Konsole aus? Die Zukunft liegt sicherlich im Onlinespielen gegeneinander. Und jetzt, da die Telekom eine Großhandelsflatrate anbieten -muss-, wird der Spass auch noch ziemlich günstig über die Bühne gehen.

Der Dreamcast bietet ein eingebautes 56K Modem an - nicht gerade Superschnell, aber akzeptabel. Breitbandnetzwerke gibt es hier im Moment nicht, und die DSL-Technik der Telekom wird langsam ausgebaut. Deshalb war es sicherlich die beste Entscheidung von Sega, das 56K Modem einzupacken (Ein ISDN-Adapter hätte wieder viele Dreamcast-Besitzer, die einen Analoganschluß ihr eigen nennen, ausgeschlossen). Was hat Sony getan? Eine "ExpansionBay" eingebaut, wofür wir später eine Breitbandkomponente, die mit einer Festplatte daherkommt, nachkaufen sollen. Schön, wenn das Ding günstig ist, aber wir glauben nicht daran. Eine 8GB IDE Platte gibt es nicht für unter 100DM, der Breitbandadapter wird auch einiges Kosten, also rechnen wir mal mit Minimumkosten von 250,- DM für diese Erweiterung. URKS! Das ist zuviel. Und im Moment schauen wir sowieso in die Röhre. Punkt für den Dreamcast.



Runde 14: Rückwärtskompatibilität


Rückwärtskompatibilität. Ein Wort, das Dank Sony im Bereich der Konsolen in Mode gekommen ist. Wir finden diese Option, die alten PSX-Spiele auf der neuen PS2 Spielen zu können, mehr als genial. Die alten Spiele, die man sich für teures Geld gekauft hat, werden nicht obsolet, sondern können weiter genutzt werden. Und die PSX kann in den Schrank. Eine gute Idee, die es auch bei Sega nicht gibt. Punkt an die PS2.



Runde 15: Preis


Wie in unserem GameCube vs. PS2 Bericht schon vorgerechnet, ist der Preis der PS2 im Moment viel zu hoch. Man bekommt den Dreamcast mit einem Onlinespiel (nämlich Chu-Chu-Rocket) für nur 399,- DM. Kauft man sich noch einiges an Zubehör dazu bleibt man immer noch weit unter den 1067,- DM die man bei der PS2 ausgeben muss, damit man überhaupt Spielen kann. Punkt für den Dreamcast



Fazit


Es wird sich noch einiges ändern im Bereich der Grafikqualität bei der PS2. Die 1st Generation-Games der PS2 sind nicht der Augenschmaus, den man sich erhofft hatte, aber warten wir ab, was die 2nd und 3rd Generation-Spiele bringen werden. Dann werden die Punkte, bei dem der Dreamcast heute noch punkten kann, nicht mehr vorhanden sein, aber bis dahin sehen Spiele auf dem DC mindestens noch genausogut, wenn nicht sogar besser aus, als auf der PS2.

PS2 9 : 7 Dreamcast