FIFA 10 - Review

FIFA 10

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Review
360
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"The same procedure as last year?" – "The same procedure as every year!"
 
Sechs Millionen Spieler, über 27000 Fußballvereine und das sind nur die Zahlen aus Deutschland. Fußball ist für unsere Welt nicht mehr bloß eine Sportart unter vielen, Fußball ist eine Religion geworden. Jede Woche pilgern Hunderttausende von Anhängern in die Tempel, welche sich Fußballarenen nennen und jeden Tag wird auf der ganzen Welt über Triumphe, Tore und Spieler diskutiert. Vereine sind heutzutage Glaubensgemeinschaften die ihre Anhänger um sich scharen, damit sie ihre Apostel auf dem heiligen Rasen anbeten können. Vielleicht klingt das alles ein wenig polarisierend, doch um ehrlich zu sein ist für viele Menschen der Fussball die wichtigste Nebensache der Welt. Wirtschaftlich gesehen ist diese Ballsportart wohl die lukrativste von allen. Es kommt nicht von ungefähr, dass der Fußballweltverband FIFA das größte und wirtschaftlich gewinnbringendste Unternehmen im Bereich Sport ist. Jedes Jahr werden durch Lizenzen, Fernsehrechte und Merchandising Gewinne im dreistelligen Millionenbereich eingefahren. Die Kommerzialisierung hat natürlich auch keinen Halt vor dem Videospielemarkt gemacht und so erwarten uns jedes Jahr eine Handvoll Fußballsimulationen für unsere Konsolen. Über die Jahre haben sich aber nur zwei dieser Spiele auf dem breiten Markt durchsetzen können. Zum einen gibt es da die "Pro Evolution Soccer" - Serie von Konami und zum anderen die "FIFA" – Reihe von EA Sports. Letzteres hat schon ein beachtliches Alter auf dem Buckel. Die bereits 15. Auflage liegt den Fans nun vor und jedes Jahr stellt sich erneut die Frage ob eine Anschaffung lohnenswert ist. Wird der Fußball mit der aktuellen Ausgabe neu erfunden? Natürlich nicht! Wem eine Fußballsimulation ausreicht damit er mit seinen Kumpels zwischendurch mal schnell die Pille hin und her schieben kann, der sei an die inzwischen preiswerten Vorgängerprodukte verwiesen. Anhänger der Serie möchten wir aber einen eingehenderen Blick in die nicht nur optisch aufpolierte Ausgabe gewähren, denn mit FIFA 10 geht EA Sports einen weiteren Schritt in die richtige Richtung.
 
 
Optik und Akustik
 
Fangen wir zunächst einmal an uns mit dem neuen Layout zu beschäftigen. Nach drei Jahren Ronaldinho sollte nun endlich ein neues Gesicht für den Titelscreen her. Das Rennen um den gut bezahlten Job machte diesmal Wayne Rooney von Manchester United und für den deutschen Markt wurde zudem Bastian Schweinsteiger hinzugefügt. Hier ist außerdem eine kleine Makulatur verbessert worden. Der deutsche Nationalspieler wurde in seinem Vereinstrikot abgelichtet, um nicht wieder den gleichen Fauxpas erleben zu müssen wie letztes Jahr mit Kevin Kuranyi, der kurz nach der Veröffentlichung von FIFA 09 aus dem Kader der Nationalmannschaft verbannt wurde.
Die Intros wurden somit neu gestaltet, nur die Arena ist geblieben, wobei an den verschiedenen Locations nichts hinzugefügt oder verbessert wurde. Schaut man sich den Spieler in der Arena aber genauer an, fallen uns die ersten Verbesserungen auf. Körpergestalt und Proportionen wurden erneut verfeinert und auch die Kleidung ist realistischer an den Körper angepasst. Gehen wir ins Spiel, stellt man fest, dass auch die Ladezeiten wieder einen Tick kürzer als beim Vorgänger geworden sind. Wenige Änderungen sehen wir dann aber beim Einlauf der Spieler in das Stadion. Hier erwarten uns leider immer noch die gleichen Abläufe und auch an den schwach animierten Mimiken der Spieler hat sich kaum etwas geändert. Gesichtsausdrücke und Gesichter sind leider keine Stärke von FIFA 10 geworden. Viele Stars erkennt man sicherlich sofort wieder, bei den meisten runzelt der Fußballfan allerdings die Stirn oder schmunzelt über die vermurkste Darstellung seiner Spieler. Einmal eingelaufen gilt es wie bereits letztes Jahr, die wunderschönen Stadien zu bewundern. Die meisten Arenen sind fast 1:1 gleichgeblieben, aber einige wurden optisch angepasst und ein wenig aufpoliert. Leider gab es hier nicht den erwünschten Quantensprung, besonders im Bereich der Zuschauer. Diese inzwischen geliebten Pappkameraden wirken immer noch seltsam schlecht animiert und ausstaffiert. Hölzerne Bewegungen gehen mit verwaschenen Polygonen einher, was dem Spieler besonders beim Schwenk über die Kulisse auffällt. Eine Verbesserung stellen aber die Wetterverhältnisse dar. Licht- und Schatteneffekte wirken nun ausgereifter und wirkungsvoller. Das Stadiondach zeichnet sich wundervoll auf dem Rasen ab und man kann sogar die Konturen von Glasdächern durchschimmern sehen. Regenspiele machen sich in der Optik jetzt auch besser, so dass Tropfen eher erkennbar sind und der Boden matschiger wirkt, ohne gleich das Gefühl zu vermitteln, man würde im Sumpf spielen. Bei Kameraeinstellungen außerhalb der Teleperspektive gibt es einen Tropfeneffekt auf der Linse, die das ganze Szenario noch ein wenig glaubwürdiger erscheinen lässt. Auch der Schnee ist endlich vollständig in FIFA 10 eingekehrt. Waren Schneespiele in FIFA 09 noch eher die Ausnahme gibt es diesmal wesentlich mehr zu sehen. Der Rasen weist dabei unterschiedliche Schneemengen auf und um den Platz herum liegen kleinen Schneehaufen. Natürlich kann man darüber diskutieren ob Schnee heutzutage auf Fußballplätzen der Profis vorzufinden ist, aber es entwickelt schon einen gewissen Flair, auch ohne darüber nachzudenken ob Schnee in einem Stadion mit verschließbarem Dach Sinn macht. Kommen wir aber nun zum Kernthema in Sachen Optik.
 
 
Die Bewegungsabläufe der Spieler wurden nicht nur simpel in einigen Details überarbeitet, sie wurden grundlegend verändert, beziehungsweise verbessert. Sieht man die Fußballer über den Platz laufen, bemerkt der Spieler eigentlich gar keinen Unterschied mehr zum echten Pendant im Fernsehen. Fasziniert schaut man den Spielern beim Tacklen, Grätschen, Flanken und Schießen zu, denn alle Bewegungsabläufe wirken glaubwürdig und realistisch. Besonders durch die neuartige Bewegungsfreiheit der 360-Steuerung, auf die wir später noch genauer eingehen, stolpert der Spieler nicht mehr nur in seine vorgegebenen acht Richtungen umher, er bewegt sich nun flüssig und vor allem geschmeidig mit dem Ball um die gegnerischen Spieler. Einzig die Bewegungsabläufe des Torwartes wirken immer noch hüftsteif und animationsarm, aber wir haben keine Zweifel dass auch hier in den nächsten Jahren Verbesserungen bevorstehen. Der Schiedsrichter wurde nun besser in das Spielgeschehen integriert. So versucht er nun regelmäßiger den Bällen auszuweichen, was er auch mal mit einem lustigen Hechtsprung probiert. Ausserdem sind die Animationen bei der Kartenvergabe weniger steif, da nun nicht mehr ständig Zwischensequenzen eingeblendet werden und der Schiri mehr oder weniger die Karten Ingame vergibt.
Die Geräuschkulisse bei FIFA 09 war immer ein kleiner Kritikpunkt im letzten Jahr und auch hier wollte EA kräftig aufholen, was als durchaus gelungen anzusehen ist. Was früher noch ein Auf und Ab des monotonen Zuschauerrauschens mit nutzlosen Zwischenrufen war, ist nun ein wesentlich emotionalerer Bestandteil des Spiels. Die Zuschauer gehen nun mehr auf die spielentscheidenden Szenen ein, was gerade in Derbys für Hexenkesselatmosphäre sorgt. Aber auch neue Events wurden eingefügt. So werden nun unpopuläre Spieler ausgepfiffen und Publikumslieblinge bei jedem Ballkontakt gefeiert. Wird der Schiedsrichter versehentlich angeschossen, hört man vereinzeltes Gelächter aus den Zuschauerreihen. Auch die Rufe der Mitspieler sind viel deutlicher wahrnehmbar, was besonders im "Be-a-Pro" Modus auffällig ist, wenn der Spieler die Kamera auf die "Third Person – Perspektive" einstellt. Wer hier das Dolby Digital Signal ausnutzt, hört die Rufe der Mitspieler aus der entsprechenden Richtung, was dem Spiel noch einmal eine grossen Schub Realismus verleiht. Die Kommentatoren sind leider größtenteils auf dem Stand des letzten Jahres belassen worden. Hier gibt es leider kaum neues Material was in irgendeiner Form hervorsticht. Die deutschen Kommentatoren wirken mit Sebastian Hellmann und Tom Bayer vom Bezahlsender Sky Sport zwar weiterhin kompetent, doch die fehlende Abwechslung macht die Atmosphäre leider schnell kaputt. Besonders auffällig sind die teilweise seltsamen Kommentare die in keinster Weise zum Spielablauf passen. Da wird der Ball zum Abstoß bereit gelegt, doch der Kommentator faselt etwas von Einwurf. Hier bleiben einem nur zwei Optionen. Entweder ausschalten oder zu einem der fremdsprachigen Kommentatoren wechseln, bei dem man kein Wort versteht, aber die Atmosphäre erhalten bleibt. Einfach großartig stechen die Südamerikaner hervor, die mit einem langgezogenen: "Goooooooooooallllll" ein echt geiles Feeling erzeugen. Doch Vorsicht ist geboten, denn die ausländischen Kommentare müssen heruntergeladen werden und sind überwiegend kostenpflichtig. Was den Soundtrack betrifft gehen die Geschmäcker wahrscheinlich wieder sehr weit auseinander. Besonders weil dieses Jahr mehr auf mittel- und südamerikanische Klänge Wert gelegt wird. Der Mix aus Jazz, Hip Hop und House ist allerdings geblieben und setzt sich aus Newcomern und bekannteren Gesichtern zusammen. Ob die Auswahl nun gut oder schlecht zu beurteilen ist, mag dahin gestellt sein. Es passt zumindest wieder in das FIFA-Franchise und der eine oder andere Ohrwurm findet sich bestimmt.
 
 
Gameplay und Steuerung
 
Wie spielt sich denn nun eigentlich das neue FIFA 10? Gelegenheitsspieler werden beim ersten Spiel wahrscheinlich keinerlei Unterschiede bemerken. Der geübte FIFA-Fan wird sich aber sofort an den butterweichen Bewegungsmöglichkeiten seiner Fußballspieler erfreuen. Dank der neuartigen 360-Bewegungssteuerung ist der Spieler nun in der Lage alle möglichen Richtungen einzuschlagen. Bei den Vorgängern waren die Bewegungen ausschliesslich auf acht Richtungen beschränkt, die dem Spiel einfach zu viel Realismus kostete. Die neuartige Steuerung ist feinfühliger und präziser in der Umsetzung der Eingabebefehle. So erlaubt es dem Spieler nun feinere Dribblings durch die Lücken der gegnerischen Abwehr zu erlaufen oder Bälle effektiver abzuschirmen. Einen weiteren grossen Schritt hat das Laufverhalten der Mannschaften gemacht. Pässe in die Spitze oder Pässe in den Lauf gelingen nun deutlich häufiger als noch in der Vorgängerversion, denn die K.I. macht grosse Fortschritte im Bereich der Spielanalyse. Die Spieler der eigenen Mannschaft bieten sich besser an und laufen sich schneller frei, um den freien Pass überhaupt zu ermöglichen. Das erzeugt auch ein effektiveres Kurzpassspiel, welches den Vorteil mit sich bringt, dass nun das zentrale Mittelfeld mehr in den Spielbetrieb einbezogen wird. So ist es nicht mehr ständig von Nöten die Bälle über die Flügel zu spielen, weil mal wieder keine Anspielstationen im Mittelfeld vorhanden waren. Die Zweikämpfe wurden intensiver gestaltet, da die Spieler nun den Ball besser abschirmen. Tricks wie Tunneln ermöglichen auch mal den egoistischen Weg durch die Abwehr. Ausserdem rennen die Spieler weniger ins Abseits, wodurch sich das Spiel flüssiger gestaltet. Flanken, Ecken und Torschüsse lassen sich in FIFA 10 intensiver anschneiden, was nicht unbedingt immer realistisch erscheint, denn hier wäre vielleicht weniger mehr gewesen. Jedenfalls ermöglicht das nun noch gefährlichere Distanzschüsse, was das Spiel risikoreicher gestalten kann. Aber auch in der Defensivabteilung wurden Fortschritte gemacht. Dichtere Staffelungen und mehr Nähe zu den gegnerischen Stürmern erlauben auch mal kleine Schnitzer ohne gleich dafür bestraft zu werden. Zwar gelingen in FIFA 10 immer noch gefährliche Steilpässe um die ganze Abwehr auszuhebeln, aber die Wahrscheinlichkeit ist wesentlich gesunken. Durch die engere Manndeckung ist der Spieler stets in der Lage schnell einen zweiten Abwehrspieler hinzu zurufen um wichtige Zweikämpfe für sich zu entscheiden, ohne dabei lange auf Hilfe warten zu müssen. Hier greift allerdings der Schiedsrichter viel zu oft und nicht selten überzogen ein. Teilweise treten kaum nachvollziehbare Entscheidungen des Unparteiischen auf, was manchmal an der K.I. zweifeln lässt. Kleinere Kontakte werden oft abgepfiffen und mit Karten geahndet. Im Strafraum erlebt man aber seltsamerweise kaum solche Pfiffe, da muss der Spieler schon die Sense auspacken. Auch Einwurf- und Eckballentscheidungen sind manchmal nur mit einem Stirnrunzeln zu bewerten. Da ist die Vorteilsregelung schon besser neugestaltet worden. Hier lässt der Schiri den Ball öfters laufen als noch beim Vorgänger, was zum Teil mehr Tempo ermöglicht und Konter effektiver macht. Ausserdem gibt es nun noch den schnellen Freistoß der ermöglicht wird wenn der Ball sich nicht zu weit vom "Tatort" entfernt hat. Eine clevere Verbesserung ist auch die Anzeige, welcher Spieler die gelbe beziehungsweise die rote Karte erhalten hat. In FIFA 09 war es oft nicht klar wer denn nun der Glückliche war, da die Spieler nicht immer identifiziert werden konnten. Nun erhält man nach der Verwarnung beziehungsweise dem Verweis eine deutliche Einblendung. Kommen wir aber nun zum Torwart. Dieser war in der FIFA-Reihe schon immer ein heißes Eisen und auch in FIFA 10 ist das nicht anders. Eine echte Perfektion kann schon aus zwei Gründen nicht gelingen, denn hält der Torwart zu viel ist er zu stark, hält er zu wenig ist er zu schwach. Oft wundert man sich über grobe Schnitzer, wenn mal wieder ein einfacher Schuss nicht festgehalten wird oder der Torwart einen Ball ins Aus rollen lässt, der vom eigenen Spieler kommt, obwohl er ihn hätte locker annehmen können. Das wohl meistdiskutierte Problem ist aber leider das zu weite Herauslaufen des Torhüters. Oft läuft er den gegnerischen Stürmer bereits außerhalb des 16-Meter Raums ab, was natürlich bitter mit Lupfern bestraft wird. Der mangelnde Einfluss des Spielers auf den Torhüter über den Controller erschwert diese Probleme natürlich. Ergo ist auch dieses Jahr der Torwart das schwächste Glied in der Mannschaft. Das bringt uns gleich zum nächsten Thema. Die Steuerung wurde bis auf das 360 – Feature nur geringfügig zu FIFA 09 geändert. Spieler des Vorgängers werden sich also sofort zurrechtfinden. Änderungen wie zum Beispiel flache Freistöße und Tunneln sind nur geringfügig vorhanden. Durch den Erhalt der klassischen Steuerung bleibt auch der Vorteil des regelmäßigen Spielers, der sich mehr in die Details eingearbeitet hat, bestehen um so viele Besonderheiten wie Ball stoppen, mit Innenrist schießen oder Spezialbewegungen nutzen zu können. Weiterhin bleibt die Option Steuerungshilfen Ein- oder Auszuschalten bestehen. Wer also mehr Augenmerk auf eine echte Simulation legt, sollte die Hilfen ausschalten. Ungeübten Spielern ist dies allerdings auf keinen Fall zu empfehlen, denn ohne Steuerungshilfen wirkt das Spielen schnell unrealistisch, da die Fußballprofis auf dem Platz nicht mehr in der Lage sind auch nur einen geraden Ball zu schlagen.
 
 
Gehen wir nun auf die vielen Neuerungen im Bereich der Spielmodi ein. Sobald wir aus der Arena in die Menüführung wechseln, stellen wir fest, dass sich dort einige neue Optionen befinden. Viele Sachen gab es bereits, wurden namentlich geändert oder neu hinzugefügt. Zunächst gibt es da den Managermodus, der den alten Karrieremodus ablöst. Inhaltlich ist dieser Spielmodi nicht neu, aber es sind wesentliche Änderungen hinzugekommen. Du kannst nun mehr Einfluss auf die Spielerentwicklung und vor allem dessen Form nehmen. Ausserdem sind die Spielerverkäufe sowie Einkäufe besser reglementiert. So wird vermieden dass ein Christiano Ronaldo so mir nichts dir nichts zum SC Paderborn wechselt. Eine völlig neue Sache ist der Virtual Pro. Hier ist der Spieler nun in der Lage einen echten Avatar von sich in das Spiel zu projizieren, was sich besonders durch zwei Dinge auszeichnet. Zum einen besteht nun die Möglichkeit per PC ein sogenanntes "Game Face" zu erzeugen. Dies funktioniert, indem ihr ein Fotoportrait eures Gesichts uploadet und über eine spezielle Software bearbeiten lasst. Heraus kommt ein computergeneriertes Abbild eures eigenen Gesichts welches gespeichert und dann via Xbox Live heruntergeladen wird. Nun trägt der Virtual Pro euer Gesicht und das ist eine echt faszinierende Sache, die es so vorher noch nicht gab. Doch das ist nicht alles. Der Virtual Pro kann nun in fast allen Modi mitspielen, sei es nun der Managermodus, „Be a Pro“ oder gar "Pro Club Championship". Durch spezielle Situationen schaltet ihr sogenannte Leistungserfolge frei, welche die Fähigkeiten und Attribute eures Avatar ständig steigern. Über die Zeit merkt man immer mehr wie der Spieler besser und besser wird. Hat er vorher das Tor aus zehn Meter nicht getroffen ist er später in der Lage präzise Schüsse aus allen Lagen durchzuführen. Ein bisschen fühlt sich das nach World of Warcraft an, wenn der Spieler seinen Charakter immer mehr aufleveln will. Durch über 150 verschiedene freischaltbare Leistungen, verfällt man schnell dem Sammelfieber. Dieser Virtual Pro ist eine echt tolle Sache und wir hoffen dass diese Idee in der nächsten Version weiter ausgebaut wird. Desweiteren gibt es als neuen Spielmodi die Live Season 2.0. Hierbei handelt es sich aber weniger um einen neuen Spielmodus, sondern mehr um eine Kopplung verschiedener alter Elemente aus FIFA 09. So finden wir hier zum Beispiel die alte interaktive Liga wieder, in der ihr in der Lage wart die echten Begegnungen der Bundesliga unter originalen Bedingungen nachzuspielen. Damit geht auch die Profilanpassung der Fußballspieler einher, welche je nach Form ihrer lebendigen Vorlage über eine kostenpflichtige Spielerdatenaktualisierung angepasst wird. Ist ein Spieler verletzt, kann dieser auch nicht in der Live Season 2.0 aufs Feld geschickt werden. Für Simulationsfanatiker ist dies eine echt tolle Sache und eine durchdachte Verbesserung der interaktiven Liga zu letztem Jahr, die leider an ihrer Inaktivität gescheitert war. Zum Schluss bleibt noch der Trainingsmodus zu erwähnen. Ebenfalls ein großer Kritikpunkt war, dass der Spieler in FIFA 09 nicht in der Lage gewesen ist, mit mehreren Spielern Standards wie Eckbälle, Freistöße und Einwürfe in der Arena zu üben. Dies alles wurde nun ausgemerzt und sogar ein Trainingsspielmodus eingebaut in dem man sogar die Spieleranzahl auf beiden Seiten einstellen kann. Der größte Clou ist aber die Möglichkeit nun spezielle Standards so einzustellen, dass den Spielern der eigenen Mannschaft Laufwege vorgegeben werden können. Speichert der Spieler diese ab, kann man sie in einem Spiel wieder aufrufen und die Fußballer der eigenen Mannschaft wissen nun genau was zu tun ist. Eine echt tolle Sache die die Kritiker aus dem letzten Jahr in Sachen Trainingsmodus verstummen lassen werden.
 
Multiplayer
 
Dem Multiplayer eine separate Wertung abzugewinnen ist bei FIFA 10 eher schwierig da viele Komponenten sehr stark mit dem Online-Gaming verstrickt sind. So muss der Virtual Pro zum Beispiel auch Onlinespiele tätigen um entsprechende Leistungen freischalten zu können. Trotzdem gibt es natürlich einiges über das Zocken via Xbox Live bei diesem Spiel zu erzählen. Zum einen gibt es eine Überarbeitung der Ranglistenspiele. Hier wird dem Spieler nun eine Wertungsliste nach jedem Spiel aufgezeigt die sich auf ein Rating auswirkt, welches erkennen lässt wie gut der Spieler online wirklich ist. Für gewonnene Spiele gibt es Punkte dazu, für verlorene werden Punkte abgezogen. Grundsätzlich spielt der Spieler immer gegen gleichstarke Kontrahenten, womit vermieden wird, dass man auf überstarke Gegner trifft die einen sonst nur vorführen. Einen ähnlichen Modus gab es zwar schon bei FIFA 09, allerdings war die Anzeige der Fähigkeitsstufe nicht nachvollziehbar und hatte keine Auswirkung auf die Auswahl des nächsten Gegners. Das "Online-Teamwork" kann weiterhin mit 10 gegen 10 bestritten werden, was letztes Jahr noch für echte Furore sorgte. Auch hier spielt man mit seinem eigenen Virtual Pro gegen andere Virtual Pros, was nicht nur einen Heidenspass macht, sondern auch die Fortschritte seines Avatar gut erkennen lässt. Der "Pro Club Championship" ist die überarbeitete Version des Club-Spielmodi aus FIFA 09. Änderungen wurden hier aber hauptsächlich für Clubs mit größeren Mitgliederzahlen gemacht. So besteht nun die Möglichkeit effektiver Spieler zu scouten und verschiedene Teams zusammenzustellen. Auch hier spielt man ausschliesslich mit seinem Virtual Pro, was dem Club – Modus ein noch besseres Identifikationsfeeling vermittelt. Weiterhin wurde die Online – Liga verbessert, welche sich nun Freundesliga nennt. Hier besteht jetzt die Möglichkeit mit bis zu 32 Spielern eine Liga zu gründen und sich über das "Jeder gegen Jeden" Prinzip zu messen. Auch die Consolewars - Community hat eine solche Liga gegründet, welche sich im Moment in der ersten Saison befindet.
 
 
Fazit
 
EA Sports muss sich dieses Jahr nicht vorwerfen lassen keine neuen Ideen in die Neuauflage integriert zu haben. Alleine mit der Einbettung des Virtual Pro in die verschiedenen Spielmodi hat sich der Entwickler einiges einfallen lassen. Die technischen Updates im Bereich der Grafik von denen häufig zu viel erwartet wird, sind kein Quantensprung, lassen aber ausreichend Befriedigung zurück um nicht das Gefühl zu bekommen hier eine Kopie des Vorgängers spielen zu müssen. Natürlich wurde das Grundgerüst der letzten Jahre übernommen, doch das heißt ja nicht dass das eine schlechte Idee ist. So hat EA Sports auf ein gutes Fundament gesetzt um sich ausreichend auf die Verbesserungen konzentrieren zu können. Dinge wie Gesichtszüge und Zuschauer wurden leider keine Animationsmonster, lassen aber Spielraum für die nächsten Jahre und sind eigentlich auch nur nebensächlich. Entscheidend ist die Action auf dem Platz und hier stimmt derzeit so gut wie alles. Die Bewegungen der Spieler sind traumhaft realistisch und die Steuerung dieser Fußballer wirkt flüssiger als je zuvor. Auch die Abstimmung der Schwierigkeitsgrade ist in allen Bereichen optimal einstellbar. Sei es die Komplexität der Steuerung, der K.I. oder der Onlinegegner. Am Ende können wir eigentlich nur auf Kleinigkeiten herumreiten. Wer meckern will muss mehr oder weniger die Nadel im Heuhaufen suchen. Da bleibt uns nur übrig die Schwächen im Bereich der Zuschaueranimation oder die Schiedsrichter- und Towartleistungen zu kritisieren.
Wer alle diese Dinge zusammen führt und obendrauf noch die ultimative Lizenzkelle drauf packt, muss wohl anerkennen dass mit FIFA 10 in Sachen Fußballsimulation kein Fehlgriff getätigt werden kann.
 
 
Positiv:
 
- optimierte Spielabläufe verbunden mit besserem Laufverhalten der K.I.
- verbesserte Licht- und Wettereffekte
- Bewegungsabläufe der Spieler noch realistischer
- emotionalere Stadionatmosphäre
- Spielerkontrolle durch 360–Steuerung stark verbessert
- Lizenzen, Lizenzen, Lizenzen
- mit dem Virtual Pro wurde eine tolle Neuerung hinzugefügt
- Game Face ist ein gelungenes Feature
 
Negativ:
 
- schwache Gesichtsanimationen
- Schiedsrichter pfeift unausgewogen
- Kommentatoren machen kaum Fortschritte und reden manchmal zerstreut
- Torwart K.I. immer noch nicht ausgereift trotz geringfügiger Verbesserungen
- Zuschaueranimationen immer noch katastrophal
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VOID

Fazit

Pro
 
Contra
 
KingK
Es gibt Leute die essen gerne Lakritze. Dafür werde ich nie Verständnis haben. Warum ich euch das sage? Nun, ganz einfach. Ich habe bewusst keine Vergleiche mit PES 10 aufgeführt, einfach weil ich der Meinung bin dass keines der beiden Spiele das Prädikat "Besser" oder "Schlechter" verdient hat. Einen Vergleich zu erzwingen ist auch gar nicht nötig, da sich jeder Spieler sein eigenes Bild schaffen kann und die Wahl ausschliesslich für sich treffen sollte. Eine Meinung nach außen zu tragen ist ok, aber seine Meinung anderen aufzuzwingen, beziehungsweise diese für unumstößlich richtig zu erachten ist falsch. Ich mag keine Lakritze, ich hasse sie! Aber deswegen hasse ich nicht die Menschen die sie gerne essen und ich würde diesen Menschen auch nie einreden wollen das Lakritze abscheulich schmeckt. Kurzum, FIFA 10 ist ein für sich stehendes Spiel, ebenso wie diese Review. Das gleiche gilt für PES 10, denn jeder trifft seine eigene für sich richtige Entscheidung und jetzt lasst uns endlich zocken!

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