Etrian Odyssey Review

Etrian Odyssey Test

Donnerstag, 12.06.2008 09:40

Publisher: Nintendo
Entwickler: Atlus
Genre: RPG
Release: 05.06.2008
Schwierigkeit: Schwer
Spieler: 1 Spieler
Speicher:

shadowman



"Nur für ausgewähltes Publikum"

Etrian Odyssey bekommt von uns eine harte Wertung. Warum? Weil auch das Spiel selbst knallhart ist. Atlus bringt ein RPG auf den DS, das wahrscheinlich über 90% aller Zocker eher verärgern denn amüsieren wird. Beinharte Gegner und Endgegner, ein sehr unkomfortables Speichersystem und eher störrisches und trockenes Gameplay. Dazu kommt die teilweise sehr bieder wirkende Optik und fertig ist ein RPG der ganz alten Schule. Und genau deshalb muss man trotz all der Mängel sagen, dass Etrian Odyssey seine Zielgruppe hat. Die mag unheimlich klein sein, wird das Spiel dafür aber umso mehr lieben. Haarkleines und mühseliges Aufzeichnen einer Karte, ein sehr detailliertes Charaktersystem und weitere Feinheiten erfreuen Spieler, die schon seit ewigen Zeiten dabei sind. Wer jetzt zweifelt ob Etrian Odyssey ein gutes Spiel ist oder nicht, liest weiter - denn in diesem Fall sagt die Wertung nicht viel aus.



Handlung_

Etria ist ein friedliches kleines Dorf, neben dem sich ein dichter Wald befindet. Klingt ziemlich langweilig, was es auch ist, tauchte da nicht plötzlich wie aus dem Nichts ein Labyrinth auf. Angefüllt mit dutzenden Monstern, vielen Schätzen und Geheimnissen, lockt der vielstöckige Irrgarten zahlreiche Abenteurer an, die versuchen lebendig bis in die unterste Etage vorzudringen. Ihr seid natürlich ebenfalls Willens dieses Meisterstück zu vollbringen, womit der Punkt "Story" aber auch schon abgehakt wäre.

Optik_

Die beiden Screens des Nintendo DS kommen bei Etrian Odyssey voll zum Einsatz: Während ihr auf dem oberen Screen eine nette 3D Welt bestaunen dürft, findet das Gameplay, nämlich das Kartografieren, komplett auf dem unteren Bildschirm statt. Die Optik ist leider insgesamt nicht auf dem neuesten Stand, sondern trocken, wenig bis gar nicht animiert und auch wenn die dreidimensionalen Welten sehr nett anzuschauen sind, fehlt es ihnen am Ende massivst an Abwechslung. Es ist eben etwas für Minimalisten, die gute Übersicht zu schätzen wissen und keine Spielereien brauchen. Der Großteil der heutigen Zocker dürfte das Spiel aber schlichtweg als unspektakulär und unauffällig bezeichnen.



Akustik_

In vielen Bereichen spaltet Etrian Odyssey die Meinungen der Spieler. Doch beim Sound dürften sich endlich mal alle Zocker einig sein, denn die Musik und die Effekte passen nicht nur toll zum Spiel, sie klingen auch noch ziemlich gut. Während ihr also durch das Labyrinth lauft, die Karte nachzeichnet und das ein ums andere Gefecht austragt, lauscht ihr netten Melodien und ansprechenden Effekte, die euch gewiss nicht vom Hocker hauen, aber für schöne Atmosphäre sorgen.

Ladezeiten_

Keine

Extras- _

Keine

Suchtfaktor & Spielgefühl_

Etrian Odyssey ist nicht mit der Zeit gegangen. Soviel kann man sagen, ohne dabei irgendein Urteil mit ins Spiel zu bringen. Denn der intensive Retro-Touch wird einige Leute zu Jubelstürmen hinreissen, während andere Spieler sich fragen, was das ganze Theater denn bitte soll. Für normale RPG Fans ist Etrian Odyssey jedenfalls nichts, dazu ist es zu Eigen, zu spezifisch und nur echte Liebhaber erkennen den Wert dieses Titels.

Genau diesen schmale Grat zwischen frustigem Flop und kultigem Meisterwerk gilt es nun zu durchleuchten, damit ihr wisst zu welcher Gruppe ihr wohl gehört. Das Spiel beginnt in einer Stadt, in der ihr bitte eine eigene Gilde gründet. Das findet alles in eher tristen Menüs statt und erfordert schon jetzt Strategie und Finesse. Denn ihr selbst bestimmt die Größe eurer Truppe. Theoretisch könnte man auch alleine in die Schlacht ziehen, was aber rein gar nichts bringt. Bastelt euch also vier Gefährten, denen ihr nicht nur einen Namen gebt, sondern sie auch in Charakterklassen einteilt. Spätestens jetzt merkt man, wie ernst es dem Spiel ist. Vom Alchemisten bis zum Krieger, vom Paladin zum Bogenschützen, alle Genrestandards werden bedient, die man jetzt noch in einzelnen Teilbereichen individualisieren kann. Das mag auf den ersten Blick unscheinbar wirken, hat aber für den Spielverlauf weitreichende Konsequenzen, ist herrlich detailliert und lässt euch viele Freiheiten. Am Ende zieht ihr mit einer individuell gestalteten Gruppe durchs Land. Damit ist die Fertigung der eigenen Gilde beendet und ihr bekommt eure erste Aufgabe. Später kann man immer wieder in die Stadt zurückkehren und Missionen annehmen, wobei das Kartografieren des Waldes euer eigentliches Ziel ist.

Denn genau darum geht es bei Etrian Odyssey, um das Erstellen einer Karte. Deshalb weckt das Spiel die Erinnerung an die ersten Textadventures, bei denen man leider noch kein Touchpad mit Stylus hatte. Während man also früher auf Papier kritzelte, tut man das heute auf dem DS. Auf dem oberen Screen bekommt ihr einen netten 3D Wald, den ihr recht frei durchlaufen könnt. Aufgabe ist es nun, eine exakt dazu passende Karte auf dem unteren Screen nachzumalen. Mit sämtlichen Wänden, Türen, Treppen, Monstern und Extras. Funktioniert simpel und einfach. Obs euch Spaß macht ist eine andere Sache. Denn wirklich interessant oder gar abwechslungsreich ist das Spielprinzip nicht. Genau hier müsst ihr nun also selber entscheiden, ob euch das zu fad und langweilig ist oder euch abermals packt, stundenlang fesselt und motiviert.



Kartographie ist die eine Sache und jeder kann sich in etwa vorstellen, dass man sehr detailliert zu Werke gehen muss, um das Labyrinth voll zu erfassen. Allerdings hat Etrian Odyssey weitere Tücken, wie zum Beispiel das Speichersystem. Das ist ebenfalls nicht modernisiert worden und treibt euch nicht nur zur Weißglut, sondern häufig sogar zum Abschalten des Nintendo DS. Sobald ihr im Irrgarten angekommen seid, gibt es keine Möglichkeit mehr den Spielstand zu sichern. Wer einen Speicherpunkt sucht, muss den kompletten Weg zurück ins Dorf auf sich nehmen. "Sicheres" Spielen ist also kaum möglich. Auch diese beinharte, etwas verstaubte Hürde wird den Genreliebhaber nicht aufhalten. Im Gegenteil, er beisst sich gerne die Zähne aus und gibt auch nach vielen vergeudeten Minuten nicht auf. "Normale" Spieler sehen keinen Sinn darin frustige Tode zu sterben und auf einem Handheld nicht ständig speichern zu können.

Weiter gehts mit den zwei Gesichtern des Spiels, denn nun kommen wir zu den Kämpfen. Das Labyrinth ist natürlich voller Monster und Ungeheuer, die sich plötzlich vor euch auftun und besiegt werden wollen. Jetzt wird aus dem strengen Spiel ein recht gängiges, rundenbasiertes Rollenspiel, bei dem ihr Magie wirkt, angreift oder abwehrt - jedoch ohne Feinheiten und Extras. Außerdem sind die Gegner verdammt stark und zwingen euch vor allem zu Beginn sehr häufig in die Knie. Items und Heilmöglichkeiten sind rar gesät und wenn ein Kamerad im Kampf stirbt, müsst ihr erst zurück ins Dorf um ihn wiederzubeleben. Eine furchtbare Odyssey, zumal es nicht mit einer einfachen Übernachtung im Hotel getan ist. Für sehr viel Bargeld haucht man seinen Mitstreitern neues Leben ein und nicht viele Spieler werden sich mit diesem kompromisslosen Spielprinzip anfreunden wollen.

Jetzt wisst ihr also, dass Etrian Odyssey nicht gerade viel Abwechslung parat hat und euch mit angestaubtem Gameplay lockt, dass zudem jeden Fehler bestraft. Wer das RPG genießen will muss planen, taktisch klug agieren, exakt arbeiten und einige Zocker finden genau darin ihre Erfüllung - und das über 40 Stunden lang.

Unterwegs_

Wer auf Reisen spielen will, hält mit Etrian Odyssey nicht unbedingt einen idealen Vertreter in den Händen. Da man recht genau und kleinlich die Karte nachzeichnen muss, braucht man eine ruhige Hand und viel Konzentration. Hinzu kommt ein mehr als unpraktisches Speichersystem, weshalb man das RPG lieber nur in den eigenen vier Wänden "genießen" sollte.



shadowman

Fazit

Keine Frage, man muss erst ein wenig warm werden mit dem Titel. Ob man dann am Ball bleibt ist die andere Sache. Allerdings lässt sich Etrian Odyssey auch sehr gut in einzelnen Etappen genießen, das Bedürfnis das Spiel an einem Stück zu beenden ist nicht so groß.


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Kell.A

Kell.A

10:27 12.06.08 1.

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ops, wie kann ich mein user rating zurücknehmen, hab nich mit absicht einfach bewertung losgeschickt.

@review: schön geschrieben shadow, stimme dir in vielen punkten zu.

--=Kenny=--

--=Kenny=--

14:50 12.06.08 2.

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Gute arbeit shadow, hat spass gemacht zu lesen images/smilies/m-smile5.gif

NIN-KIDD

NIN-KIDD

16:12 12.06.08 3.

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Ziemlich ernüchtern das Fazit images/smilies/m-neutral.gif

ganondorf dragmire

ganondorf dragmire

16:32 12.06.08 4.

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Muss ja n krasses Game sein images/smilies/m-grin01.gif Liest sich schon interessant, aber werd wohl evtl warten, bis es günstiger ist images/smilies/m-smile.gif

BlackSky003

BlackSky003

17:37 12.06.08 5.

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Ich find das Game klasse, jedenfalls fuer den DS *an alte Zeiten denk*

Nuker

Nuker

19:18 12.06.08 6.

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wasn das für ne haterwertung images/smilies/m-aargh2.gif. das spiel ist genial^^

ist wohl nur was für männer images/smilies/m-lol2.gif

spaß beiseite, das genre ist wirklich nur was für fans und alle anderen werden es hassen lernen^^

Sasuke

Sasuke

22:16 12.06.08 7.

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Gut geschriebenes Review - wobei ich find das die Wertung en bissel niedrig ist. Für Fans von solchen Spielen und an die richtet sich EO ja auch ist es locker en 10/15 Game - noch dazu find ichs generell nice das Nintendo so ein Nischenspiel nach Europa bringt.

Trotzdem tolles Review - danke shadowman images/smilies/m-smile.gif

Leschni

Leschni

12:26 13.06.08 8.

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Naja ich finde die Wertung schon gerechtfertigt. Ist bei dem Spiel eben ein für und wider. Wer solche Konzepte mag, kann noch mal 2 Punkte drauf rechnen und wems nicht zusagt, der kann locker noch 2 Punkte abziehen.

Mir war es auch ein wenig zu zäh.

Dagnarus

Dagnarus

16:58 14.06.08 9.

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Ich kann mich mit diesem Review nicht so ganz anfreunden. Das mag daran liegen dass Etrian Odyssey IMHO zu den wenigen Spielen auf dem NDS zählt die es sich zu kaufen lohnt.

Einige Kritikpunkte, wie zum Beispiel die fehlende Möglichkeit jederzeit zu speichern, empfinde ich als Feature - trägt es doch mit zum knackigen Schwierigkeitsgrad bei. (Übrigens kann man sich, sofern man nicht im Kampf ist, mittels Warp Sticks jederzeit in die Stadt zurück teleportieren)
Ach, und alle fünf Ebenen gibt es einen Warp Point von dem aus man zwischen Stadt und Labyrinth wechseln kann.

Auch andere interessante Features werden schlicht nicht erwähnt. Das Konzept der FOEs, Gegner die zusätzlich zu den random Encountern auf der Karte herumlaufen, sorgt dafür dass man immer auf der Hut sein muss. Schon auf der zweiten Ebene gibt es so einen FOE, der zu diesem Zeitpunkt jeden Charakter mit einem Angriff töten kann. Also muss man ihn austricksen, bzw. darf sich gar nicht erst auf einen Kampf einlassen.

Eine andere witzige Idee ist die Freischaltung von neuen Items im Shop. Verkauft man diverse nutzlose Dinge wie Holz und Schmetterlingsaugen an die nette Dame, lässt sie daraus neue Waffen oder Rüstungen erstellen die man daraufhin erwerben kann.

Außerdem gibt es verschiedene Arten von Missionen die einen immer wieder dazu bringen den Dungeon zu erkunden. Entweder man hilft verzweifelten Bürgern die in der Taverne nach Helden suchen, oder man erkundet für die Abenteurer der Radha Halls das Labyrinth.

Alles in allem ist Etrian Odyssey ein Top Dungeon Crawler, der oldschool Rollenspielern einiges bietet. Jeder der sich von den ganzen easy-mode Rollenspiel/Adventure-Hybriden nicht gefordert fühlt, wird sich bei Etrian Odyssey bestimmt wohl fühlen.

PS: Laut gamefaqs.com soll gestern der zweite Teil in den USA erschienen sein - YAY! images/smilies/m-wink.gif

Luuna

Luuna

12:14 17.06.08 10.

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Ich muss sagen - das Spiel ist irgendwie genial, wobei jedoch schon am Anfang das aufleveln recht lange dauert.

Schwierigkeitsgrad ist OK. Am Anfang hat man wirklich sogar bei normalen Gegnern seine Problemchen, und wenn man Pech hat, und z.B. 3 Hasen (Ja, da gibt es Hasen als Gegner ^^) auf einen Charakter haun, dann is der Geschichte ^^

Das mit dem Speichern spaltet natürlich alle Gemüter. Ich für meinen Teil finde es schrottig, wo man wirklich IMMER und ÜBERALL speichern kann. Das doofe is, dass das i.d.R. negativ angekreidet wird, wenn das nicht geht. Da darf man denn in Reviews was lesen vonwegen "altbackenes Speichersystem" oder sowas im dreh bei z.b. Metroid Prime ... wie gesagt - gibt da verschiedene Meinungen.

Das Karte zeichnen bietet ganz gute Ansätze, aber wurde hoffentlich im 2. Teil ausgebaut.

Ansonsten ... joah ... Grafisch braucht es wirklich nicht mehr - was mich aber nen bissle stört, und das is eigentlich ne Kleinigkeit, ist, dass man die Karte unten mit "X" umschaltet (also zwischen komplett- und detailansicht) und mit "Y" das Charaktermenü aufruft - andersrum fänd ichs besser, aber kann sein, dass es einfach Gewohnheitssache ist ^^

Im Großen und ganzen - auf jedenfall nen gutes Spiel für Leute, die auch mal verlieren können, bzw. mal auf nen Spiel stehen, dass man nicht im halbschlaf durchspielen kann.

Ich weiss jetz nich genau, wieviel Punkte meine 4/4/4/4 sind, aber so 10-11 (eher 11) hats verdient.
Ich freu mich schonmal auf den 2. Teil images/smilies/m-smile.gif

btw. EO 2 gibts, so wie ich das mitbekommen habe, seit HEUTE in den USA.

Andy1066

Andy1066

12:18 17.06.08 11.

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alles klar.. wusste bis jetzt net, dass so ein Titel aufm DS raus ist ^^... wird auf jeden fall geholt images/smilies/m-grin01.gif liebe games die eine herausforderung darstellen und bin gespannt wie schwers wird

genau rischdsch

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