Stranglehold - Review

Stranglehold

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Review
360
52
 
erlebt in HDTV (samsung le 40m61b), unterstützt durch Dolby Digital 5.1 Teufel Sound
 
[u]"Die weißen Tauben des Todes"[/u]
 
Wow, endlich mal ein Spiel, das alles auf den Punkt bringt: Dauerfeuer, gnadenlos viele Gegner, grandiose Spezialattacken und Action, Action, Action. Fans von John Woo wissen wohl was sie erwartet, Stranglehold ist ein Effektfeuerwerk mit viel Blut, Explosionen, toller Musik und stimmiger Grafik.
So balanciert ihr schon nach wenigen Minuten über Treppengeländer, während ihr im Zeitlupenmodus lässig auf die feindliche Übermacht schießt. Stranglehold ist eigentlich herrlich unkompliziert, treibt euch aber trotzdem nicht selten zur Weißglut: Der knackige Schwierigkeitsgrad wird durch aus dem Nichts auftauchende Gegner bisweilen frustig und unfair, außerdem können eure Widersacher nichts als ballern, ballern, ballern. Wer damit klar kommt, erlebt einen Action Ausflug, bei dem man quasi alles in Schutt und Asche legen kann, ihr euch mit einigen Special Moves amüsiert und versucht stylische Kills aufs Parkett zu legen. Euch sollte bewusst sein, dass es bis auf jene Feuergefechte allerdings nicht viel zu tun gibt und das Vergnügen nach wenigen Stunden ein Ende findet.
 
 
[u]Handlung_[/u]
 
Stranglehold ist eine Art Spin-Off oder Nachfolger zu Hard Boiled, einem Action Streifen mit Chow Yun-Fat, der von John Woo produziert wurde. Kennen muss man den Film aber nicht, da ihr lediglich den gleichen Protagonisten spielt. In der Haut des heißblütigen Polizisten Tequila, macht ihr euch auf die Suche nach einem toten Polizisten. Schnell nehmen die Ermittlung aber eine drastische Wendung und ihr erfahrt von der Entführung eurer Tochter.
Der Plot ähnelt vielen Filmen aus diesem Genre, ihr bekommt also entstellte Gangsterbosse, finstere russische Geschäftsleute und natürlich jede Menge feindlich gesinntes Fußvolk vor eure Flinte. Um genau zu sein, geratet ihr zwischen einen Mafia Krieg und als Ein-Mann-Armee ist selbst dem Polizisten kein Gesetz mehr heilig. Besonders tiefgründig ist die Handlung nicht, überzeugt aber mit schicken Zwischensequenzen und ist insgesamt gelungen in Szene gesetzt. Action Fans haben also nichts daran auszusetzen und auch wenn man nicht unbedingt "überrascht" wird, weiß das Spiel euch bestens zu unterhalten.
 
[u]Optik_[/u]
 
Achtung, bei Stranglehold besteht akute Gefahr für Liebhaber von Wänden und Einrichtungsgegenständen aller Art. Ordnungsfetischisten haben bei dem Spiel jedenfalls nicht gut lachen, denn mit euren Kanonen zerballert ihr die komplette Umgebung zu Mus. Das sieht oft ziemlich beeindruckend aus, ihr bringt dicke Säulen zum bröckeln, zerdeppert ein Museum, schießt auf Skulpturen, Bretter, Gasflaschen, Fernseher, Aquarien und legt so mitunter alles in Schutt und Asche was euch im Weg steht. Das hat sogar spielerische Vorteile, hier widmen wir uns aber der technischen Umsetzung, die durchaus gelungen ist. Habt ihr ein Areal von Feinden gesäubert, ist oft nicht mehr übrig als eine Ruine, das sieht gut aus und freut den Spieler.
Die Animationen von Freund und Feind wirken insgesamt leider ein wenig steif, leider gibt es auch nicht allzu viel zu sehen. Meist stehen eure Gegner regungslos in der Gegend herum und beharken euch mit Sperrfeuer. Da ist man dann doch erfreut, dass die Level mit vielen Details protzen und eine stimmige Atmosphäre erzeugen. Egal ob chinesisches Restaurant, luxuriöses Apartment oder altes Museum, die Szenarien wirken glaubhaft und passen perfekt ins Spiel. Texturiert ist leider nicht alles so gut, oft gibt es eher grob wirkende Flächen. Chow Yun-Fat sieht seinem realen Ebenbild zum verwechseln ähnlich, Stranglehold ruckelt nicht und leidet nur selten an Tearing. Insgesamt ist bei Tiger Hill Entertainment also ein hübscher Titel entstanden, der zwar bei weitem nicht in jedem Detail glänzt, aber ein passendes und stimmiges Gesamtbild abliefert.
 
 
[u]Akustik_[/u]
 
Midway lässts krachen: Kaum ist die 5.1 Anlage eingeschaltet, rummst es in der Bude! Stranglehold ist nicht nur spielerisch ein Feuerwerk, sondern klingt auch wie eins. Ständig fliegen Objekte in die Luft, ihr ballert die Umgebung in Schutt und Asche, schreiende Gegner, ohrenbetäubendes Sperrfeuer - und alles klingt hervorragend. Von den schmächtigen Pistolen, bis zur wuchtigen Shotgun, wurden alle Schießeisen gelungen vertont, auch alle anderen Effekte machen Eindruck.
Dampf hat das Spiel also ordentlich, der Subwoofer muss stellenweise leiser gemacht werden, trotzdem geht sicherlich jeder Action Freund in der Surround Abmischung auf. Die Sprachausgabe hat zwei Seiten, während die deutschen Sprecher nämlich nur ein "gut" bekommen, überzeugen die englischen Stimmen auf ganzer Linie. Kein Wunder, hat doch Chow Yun-Fat selber mitsynchronisiert. Alles in allem ist Stranglehold also ein akustisch imposanter Titel, dem es bei der Musik auf Dauer ein wenig an Feingefühl fehlt, der aber gerade wegen den wuchtigen Effekten einfach Spaß macht.
 
[u]Ladezeiten_[/u]
 
So durchschnittlich, dass man sich fast nicht mal daran erinnert, ob man nun lange oder kurz gewartet hat.
 
[u]Extras_[/u]
 
Wer "die Bar" besucht, steht plötzlich John Woo gegenüber, der euch für Style Punkte einige Extras verkauft. Schaltet Artworks frei, neue Mehrspieler Charaktere und andere Boni. Außerdem haben zwei kurze Trailer ihren Weg mit auf die DVD gefunden.
 
[u]Suchtfaktor & Spielgefühl_[/u]
 
Kaum rotiert die Scheibe im Xbox Laufwerk, eröffnet sich dem Spieler ein hervorragend inszeniertes Hauptmenü, das direkt deutlich macht, welchen Weg Stranglehold einschlägt: Kompromisslos, brutal und trotzdem stilvoll. So ist es nicht verwunderlich, dass das Spiel ohne großes Tutorial beginnt und sich weitestgehend auf eure Erfahrungen als Videospieler verlässt. Die Steuerung ist schnell erlernt, Stranglehold hat aber einige Besonderheiten für euch parat. Alles was grell blinkt, kann von euch "bestiegen" werden. Drückt also den linken Trigger um Holzpfähle hochzurennen, über schmale Stege und Geländer zu springten oder es euch auf einem Rollwagen bequem zu machen. Es passiert nicht selten, dass ihr an einer Lampe hängend auf Gegner feuert oder mit akrobatischen Sprüngen durch die Level tobt, die ihr fast schon zu eurem Abenteuerspielplatz macht. Dabei müsst ihr aber in jedem Fall die Gegner im Auge behalten, von denen es bei Stranglehold verdammt viele gibt. Sie kommen aus Türen, seilen sich von Decken ab, tauchen überraschend hinter Kisten auf und gehen nicht gerade geizig mit ihrer Munition um. Kurzum: Ihr seid stets umgeben von zahlreichen Feinden die mit allem auf euch schießen was sie haben. Da tut es gut, selber auch ein paar Meinungsverstärker in der Tasche zu haben. Stranglehold stellt dabei alle Weichen auf Action, nachladen ist nicht nötig, habt ihr eine Waffe leer geschossen, wird einfach die nächste aufgehoben und kompromisslos weitergeballert. Nur selten müsst ihr auf eure Umgebung achten, meist könnt ihr sie sogar nutzen um den Widersachern ein Schnippchen zu schlagen. Feuert auf Leuchtreklamen, die dann herabstürzen, lasst Stützpfeiler wegbrechen und Gasflaschen explodieren. Sollte das noch nicht reichen, setzt ihr einfach zu einem Hechtsprung ein, der das Spiel automatisch in eine Bullet Time bringt und das Zielen deutlich einfacher macht. Auch manuell könnt ihr diese Zeitlupe aktivieren, leider nur für begrenzte Zeit. Doch keine Angst, der Balken oben links läd sich wieder auf und ermöglicht euch erneut stylische Kills und Abschüsse. Dafür gibt es dann Style Points, die eine weitere Anzeige unten links auffüllt. Habt ihr genug Bösewichte erschossen, könnt ihr damit Special Moves auslösen oder eure Lebensenergie wiederherstellen.
 
Die Spezial Attacken nennen sich Spin-Angriff, Trommelfeuer und Präzisionsschuss und passen perfekt in das Spiel. Seid ihr von Feinden umringt, könnt ihr das Trommelfeuer aktivieren und wie eine wahnsinnige Killermaschine durch die feindlichen Reihen marschieren. Auch der Spin-Angriff wurde nicht nur stylisch umgesetzt (inkl. weißer Tauben), sondern hats in sich und zeigt recht schnell seine beeindruckende Wirkung. Zu guter Letzt habt ihr noch einen Präzisionsschuss mit extremem Zoom, der auch weit entfernte Feinde zielsicher mit einem Kopfschuss hinrichtet. Apropos hinrichten: Wir hatten die UK Version in der Konsole und raten euch, auch zu einem Import zu greifen. Wieder mal ist die deutsche Version hemmungslos geschnitten und mittlerweile sogar indiziert. Allerdings gehört Stranglehold wirklich nicht in Kinderhände, viel Blut, die Rag Doll Engine und detaillierte Sterbeanimationen sollten nur von Leuten über 18 Jahren genossen werden.
 
 
Action Freunde können sich mit Stranglehold bestens amüsieren. Geschickt hat Tiger Hill die Style Points so ins Spiel eingebaut, dass nicht nur schicke Kills genießt, sondern spielerisch auch direkt einen Nutzen daraus ziehen könnt. Es ist also nicht einfaches töten, sondern stylisches erschießen, auch wenn das makaber klingen mag. Um die Schießereien ein wenig aufzulockern, wurden auch so genannte "Shootouts" eingebaut. Hier steht Tequila gleich mehreren Mafiosi gegenüber, die man in alter Lightgun-Shooter Manier erledigen muss. Die Sticks steuern dabei Tequilas Oberkörper und natürlich dessen Pistole
 
Zu Beginn stehen euch drei Schwierigkeitsgrade zur Auswahl, nach dem Durchspielen sogar noch ein Extra schwerer Modus. Der wäre aber nicht unbedingt nötig gewesen, denn schon auf normal wird euer Protagonist nicht selten vom Sperrfeuer der Gegner durchlöchert. Dazu muss man sagen, dass etwaige künstliche Intelligenz von Midway ignoriert wurde. Die Feinde wissen wie man zielt und feuert, damit hört es dann aber auch schon auf. Da sämtliche Gangster stets in der massiven Überzahl auf euch einstürmen, kommt es nicht selten zu chaotischen Schusswechseln, bei dem ihr den Gegner aus den Augen verliert, hektisch irgendeine Deckung sucht und ab und an einfach sterbt. Vor allem bei Nahkampfangriffen bekommt ihr die Power der Feinde zu spüren, die zu allem Überfluss auch noch hinter euch spawnen oder auch mal aus dem Nichts erscheinen. Das degradiert Stranglehold stellenweise auf ein langweiliges "Ein Raum nach dem anderen leerballern" Konzept, was dem Spiel an sich nicht gerecht wird. Wenn man aber wiederholt von zu Hauf erscheinenden Feinden niedergeballert wird, die stumpfen Widersacher euch zu Nahe kommen und schlagen - das alles auch auf dem zweiten von vier Schwierigkeitsgraden - schaltet man die Konsole auch gern mal frustriert ab.
 
Starke Nerven sollte man bei dem Abenteuer also mitbringen, dass euch dann aber mit mehr als solider Action gut zu unterhalten weiß. In Zeitlupe ein Treppengeländer herunterzurutschen, Feinde im Sprung erschießen - das macht Laune. Objektiv betrachtet mangelt es Stranglehold vielleicht an Spieltiefe, aber es wirkt nicht so als habe Tiger Hill sie vergessen, sondern bewusst ignoriert. Schaltet also die Grauen Zellen ab und zerballert zahllose Feinde, sammelt Papierkraniche und legt die Level in Schutt und Asche. Sieben Stück gibt es davon übrigens, was sich unterm Strich als zu wenig herausstellt. Der Titel hält keine 10 Stunden durch, ist bei den meisten wohl deutlich eher zu Ende, wir würden die Spielzeit auf 7 Stunden schätzen - wenn überhaupt.
 
[u]Mehrspieler_[/u]
 
Wie eine Dreingabe wirkt der Mehrspieler, der mit ganzen zwei Spielmodi (Deathmatch, Team Deathmatch) um eure Aufmerksamkeit wirbt. Größtes Problem ist allerdings die Tatsache, dass quasi niemand mit Stranglehold online spielt. Die Lobbys sind leer, erstellt man selbst ein Spiel tritt niemand bei und so enden die meisten Versuche in einem Spielabbruch. Die Kämpfe sind ansonsten solide, kranken nicht an großen Problem, sonderlich viel Laune machen die Auseinandersetzungen allerdings trotzdem nicht.
 
[u]Erfolgschancen_[/u]
 
Leider, leider müsste man das Spiel für die vollen 1000 Punkte auf allen Schwierigkeitsgraden durchspielen. Und schon auf "schwer" ist es oft ein Krampf, während "Hard Boiled" jeglichen Spielspaß vermissen lässt und eher im Stress endet. Die anderen Erfolge sind relativ sorgsam ausgewählt worden, ihr staubt einige Punkte während des ersten Durchgangs ab, andere erfordern wiederholtes Spielen einiger Level, was aber noch absolut im Rahmen bleibt. Auch die Mehrspieler Erfolge machen Sinn und so ist Stranglehold ein Spiel, bei dem jeder 300 bis 400 Punkte macht, mit ein bisschen Mühe aber auch 600 bis 700 Punkte erreicht.
 
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VOID

Fazit

Pro
 
Contra
 
shadowman
Vor allem die ersten beiden Level machen noch richtig Laune. Man fühlt sich zwar an Max Payne erinnert, Stranglehold hat aber genug eigene Ideen, eine komplett andere Story und macht wirklich Spaß. Leider verändert sich nichts am Gameplay, es wird von Level zu Level stumpfer, nerviger, schwerer. Vom Mehrspieler gar nicht zu sprechen. Für hartgesottene Action Fans aber definitiv einen Blick wert!

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