Ridge Racer 7 - Review

Ridge Racer 7

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Review
PS3
22
Ridge Racer 7
 
Zum Thema Rennspiele und den unterschiedlichen Vorlieben von Spielern könnten wahrscheinlich ganze Bücher gefüllt werden. Die Einen schwören auf Rennsimulationen mit realistischem Fahrverhalten, tausenden von Einstellmöglichkeiten und hunderten von Autos. Die Anderen haben den meisten Spaß mit Arcade-Racern: Titeln, denen es weniger um eine realistische Fahrphysik geht, sondern viel mehr um den Rausch der Geschwindigkeit, der Action auf der Rennstrecke und spektakulären Überholmanövern. Und dann gibt es da noch Ridge Racer. Zweifellos als Arcade-Racer zu bezeichnen, ist es jedoch bei weitem nicht zu vergleichen mit Burnout, Need for Speed und co. Ridge Racer hat ein unverkennbares Wagen-Handling, das es so noch nie gab und welches bisher noch keine Rennspielserie kopiert hat. Spektakuläre, wenn auch sehr unrealistische Slides stehen hier auf der Tagesordnung und sind das Salz in der Suppe eines jeden Ridge Racer-Fans. Auf der PS3 geht der Titel bereits seiner siebten Fortsetzung entgegen. Ob sich die Serie weiterentwickelt hat und die bisherigen Qualitäten noch immer Bestand haben, erfahrt ihr in unserem Test!
 
Optionsvielfalt und alte Traditionen
 
Was wäre ein Ridge Racer ohne den obligatorischen Arcade-Shooter noch vor Beginn des Intros? Genau, kein echtes Ridge Racer, und so fehlt diese kleine Einlage natürlich auch im neuesten Teil nicht. Spätestens im Startbildschirm wird einem jedoch klar, dass dies das einzige Relikt aus alten Tagen ist und sich die Serie von seinen arcadelastigen Anfängen auf der Psone zu einem umfangreichen Rennspiel mit dem Hang zur Dauermotivation entwickelt hat. Satte 5 Spielmodi warten hier auf angehende Meister der UFRA (Universal Federation of Ridge Racers Association). Mit Grand Prix, Online- oder Arcade-Modus (Einzelrennen oder 2 Spieler-Kampf) sowie Zeitrennen und UFRA Herausforderungen ist auf jeden Fall für Abwechslung gesorgt. Will man etwas erreichen, sollte der Fokus natürlich auf dem Grand Prix Modus liegen. In verschiedensten Rennen und Herausforderungen werden neue Autos, Strecken, Tuning-Teile und weitere Extras freigeschaltet. Die typischen „Meisterschaften“ mit drei oder mehr am Stück gefahrenen Rennen sind genauso vertreten wie „Hersteller Testrennen“ oder „UFRA Einzelveranstaltungen“, in denen Aufgaben wie das Überholen einer gewissen Anzahl von Gegnern oder das erreichen eines gewissen Platzes auf euch warten.
 
 
Für jedes erfolgreich absolvierte Rennen werden Punkte und Preisgelder verliehen, welche Ansehen und Konto rasch in kosmische Höhen schnellen lassen. Weitere Erfolgspunkte werden schließlich auf den Konten verschiedener Hersteller gutgeschrieben. Je öfter ihr eine Marke wie eine bestimmte Autofirma oder Tuningteile wie Motoren, Reifen oder Spoiler nutzt, desto mehr Punkte erhaltet ihr. Dies wiederum führt dazu, dass mehr Extras aus dessen Repertoir verfügbar werden. Ein motivierendes System, da man jedes Auto und jeden Hersteller einmal nutzen sollte, um alle Boni freizuschalten.
 
Insgesamt 10 verschiedene, frei erfundene Automarken stehen zur Verfügung, darunter Ridge Racer-typische wie AGE, Himmel oder Gnade. Zur besseren Orientierung wurden die Rennwagen in verschiedene Leistungs-Kategorien unterteilt. Zusätzlich geben drei verschiedene Drift-Eigenschaften Aufschluss darüber, wie einfach oder schwer sich der Wagen steuern lässt. Während „Sanft“ oder „Standard“ eher für Anfänger geeignet sind, braucht es bei „Dynamisch“ schon wesentlich mehr Können auf der Rennstrecke. Das umfangreiche Streckenrepertoir hat so ziemlich alle Schauplätze zu bieten, die man sich vorstellen kann. Egal ob Großstadt, ländliche Gegenden, Wälder oder Gebirge, hier kommt jeder auf seine Kosten.
 
Extras und Autotuning
 
Um dem Spielgeschehen mehr Tiefe zu verleihen, gibt es zahlreiche Möglichkeiten, den eigenen Boliden zu tunen. Neben der Motorleistung, den Reifen oder der Federung lässt sich auch das Äußere nach belieben gestalten. Ihr wollt Spoiler, neue Aufkleber oder eine komplett andere Wagenfarbe? Kein Problem. An tiefgreifendere Dinge wie Radsturz, Federweg oder Schaltpunkte kann jedoch nicht Hand angelegt werden. Im Rennen selbst sorgt der Einsatz der Turbos für eine taktische Komponente. Vom ersten PSP-Ridge Racer übernommen, wird durch spektakuläre Drifts oder Windschattenfahrten die Boost-Anzeige am unteren Bildschirmrand aufgefüllt. Der taktisch richtige Einsatz auf Geraden oder das Aufsparen bis zur letzten Kurve vor Renn-Ende können spielentscheidend sein. Schafft man es sogar, während der Turbo-Phase einen ordentlichen Drift hinzulegen, wird zur Belohnung die Boost-Anzeige wesentlich schneller wieder aufgefüllt. Durch die herausfordernde Gegner-KI sind diese Maßnahmen auch mehr als angebracht. Auch sie nutzen Windschatten und Turbos geschickt aus, und gerade in höheren Stufen darf man sich keine Fehler erlauben, um am Ende als Sieger über die Linie zu gehen. Leider bewegen sich die Gegner häufig wie von einer Schnur gezogen über die Strecke und reagieren kaum auf die Handlungen des Spielers, was Überholvorgänge mitunter zur reinsten Geduldsprobe werden lässt.
 
 
 
Steuerung
 
Man liebt es oder man hasst es. Diese Weisheit trifft wohl auf Ridge Racer so zu wie auf kein anderes Rennspiel. Die recht unrealistische Fahrphysik lässt wahnwitzige Drifts zu, bei denen man schon mal mit 200 Sachen quer zur Bahn in einer Haarnadelkurve drei Gegner überholt; überspitzt gesagt. Realitäts-Fans dreht sich da einfach der Magen um. Die Wagen liegen wie Bretter auf der Straße, und das Überholen in Kurven entzieht sich zum größten Teil der Kontrolle des Spielers und ist vom Glück abhängig. Die Berührungen mit Gegnern oder Streckenbegrenzung sind recht nervig, weil man nicht einfach etwas an Geschwindigkeit verliert, sondern mitunter fast auf Null abgebremst wird. Besonders ärgerlich, wenn man dem Führenden aus Versehen ins Heck gefahren ist und dann eine ganze Runde benötigt, um wieder den Anschluss zu finden. Dennoch kann man diesem Fahrstil eine gewisse Faszination nicht absprechen. Die Steuerung ist direkt, sehr schnell erlernbar und erlaubt bereits nach wenigen Runden spektakuläre Aktionen. Die Bremse wird kaum benötigt. Die X-Taste wird zum besten Freund, da meist das simple vom Gas gehen ausreicht, um den Wagen zu Beginn einer Kurve in Drift-Position zu bringen. Der Trick liegt dann im Finden und Halten des richtigen Winkels. Die Rennen gewinnen dadurch an irrwitzigen Durchschnittsgeschwindigkeiten und Action. Der Turbo wird dank L2-Button aktiviert.
 
Grafik und Sound
 
Grafisch haben die Jungs von Namco saubere Arbeit geleistet. Mit flüssigen 60 Frames zieht das Geschehen am Auge des Spielers vorbei, ohne dabei auch einmal ins Stocken zu geraten. Die Strecken wurden mit viel Einfallsreichtum designed, auch wenn stellenweise die Liebe zum Detail fehlt. Besonders die Stadt-Kurse wirken sehr steril. Dafür wurde der mangelnde Zwang zum Realismus in spektakuläre Kurskonstruktionen umgesetzt, in denen es an gewaltigen, unterirdischen Wasserfällen, tiefen Tälern oder dem dicksten Dschungel vorbeigeht. Insgesamt wurde der typische Ridge Racer-Stil erfolgreich beibehalten. Man könnte sich jetzt zwar über die mangelnde Vielfalt an Perspektiven beschweren, mehr als Zwei hatte die RR-Serie aber noch nie zu bieten. Besonders die Stoßstangen-Ansicht gilt unter Liebhabern als die einzig wahre Ansicht, bietet sie doch das genialste Geschwindigkeitsgefühl. In der Außenansicht genießen Grafik-Fetischisten hingegen die detaillierten Fahrzeugmodelle. Negativ fallen hingegen oft auftretendes Kantenflimmern und die zum Teil groben Texturen auf. Auch mit den unübersichtlich gestalteten Menüs hatten wir so unsere Schwierigkeiten. Diese sind unlogisch aufgebaut und lassen einen mitunter etwas länger und genervt nach der gewünschten Information suchen. Am besten lässt es sich so ausdrücken: Ridge Racer 7 sieht insgesamt fein aus, ist aber nicht besonders spektakulär.
 
 
Der Sound kann nur bedingt überzeugen. Nahezu durchgehend wird dem Spieler japanisch angehauchter Techno-Sound um die Ohren gehauen, weitere Musikstile sind so gut wie nicht vorhanden. Wer darauf also nicht steht, wird die Hintergrundmusik recht schnell genervt ausschalten. Der typische Kommentator ist ebenfalls wieder vertreten, diesmal sogar mit weiblicher Unterstützung. Jede Aktion, ob ein Sprung, Windschattenfahrten oder Überholmanöver, werden entsprechend kommentiert. Diese meist sinnlosen Äußerungen wiederholen sich sehr schnell und stören ebenfalls bereits nach kurzer Zeit. Auch die Motorensounds können nicht überzeugen. Sie lassen die nötige Tiefe, Abwechslung und Bass vermissen, reihen sich aber dennoch nahtlos in die typische Ridge Racer-Serie ein.
 
Mehrspieler / Online-Modus
 
Namco spendierte Multiplayer-freudigen Spielern einen Zwei-Spieler-Splitscreenmodus und, eigentlich bereits Standard, einen Online-Modus für bis zu 14 Spieler. In diesem tragt ihr Spaß-Rennen ohne Wertung aus, versucht in einem ernsthaften Rennen in der Rangliste nach oben zu kommen oder sucht in Team-Rennen oder Zweier-Rennen die Herausforderung. Erfolge werden mit Preisgeldern belohnt, welche bei Misserfolgen aber gleich wieder abgebucht werden. Die Verbindung ist dabei stets stabil und lässt auch online entsprechenden Spielspaß aufkommen. Lobby und Einstellmöglichkeiten sind übersichtlich gelungen und man findet sehr schnell ins Spiel. Vorgegebene Textbausteine wie „Gutes Rennen“ oder Ähnliches erleichtern die Navigation mit dem Controller, ohne jedes mal eine Tastatur anschließen zu müssen. Im Großen und Ganzen ein solider Modus, welcher zusammen mit den Extra-Inhalten aus dem Playstation Store die Dauermotivation nochmals nach oben treibt.
 
Fazit:
 
Um die Kurve zur Einleitung zu bekommen: ja, an Ridge Racer scheiden sich die Geister. Dennoch ist Namco ein hervorragender Arcade-Racer gelungen, der in den Punkten Umfang, Handling und Grafik überzeugen kann. Fünf Spielmodi sind mehr als genug, um den Spieler auch länger bei Laune zu halten. Der Grand Prix-Modus motiviert durch ein ausgeklügeltes Punkte- und Belohnungssystem. Auch die große Zahl an Fahrzeugen und einfallsreichen Strecken kann überzeugen. Beim wichtigsten Punkt, dem Handling, kann man Namco ebenfalls keine Vorwürfe machen. Ridge Racer 7 steuert sich typisch wie ein Teil der Serie, einfach und schnell.
Grafisch wäre zwar sicherlich mehr drin gewesen, und das hässliche Kantenflimmern, wenn auch nicht sehr stark, sollte wohl mittlerweile ein Relikt der PS2-Generation sein. Für einen Titel der ersten Generation auf der PS3 läuft das Geschehen dennoch spektakulär schnell und flüssig.
Fans der Serie werden von diesem Teil nicht enttäuscht sein. Neueinsteiger sollten vor einem Kauf aber auf jeden Fall Probe spielen, ob sie sich mit dem eigenwilligen Fahrverhalten anfreunden können. Wenn ja, erwartet euch ein spaßiger, motivierender Arcade-Racer.
 
 
Positiv:
schnelle Grafik
5 Spielmodi inklusive Online-Modus
eingängige Steuerung
abwechslungsreiche Strecken
 
Negativ:
Handling der Fahrzeuge ist Geschmackssache
Kantenflimmern
unübersichtliche Menüs
schlechter Soundtrack
miese Motorensounds
 
 
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VOID

Fazit

Pro
 
Contra
 
Sharky81
Wer eine PS3 besitzt,auf arcadelastige Rennspiele steht und Motorstorm bereits nicht mehr sehen kann, für den ist Ridge Racer 7 durchaus eine Alternativ. Mir hat der Titel viel Spaß gemacht, obwohl ich mehr auf Burnout stehe. Nur an diese nervigen Kommentare während der Rennen werde ich mich nie gewöhnen.

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