NFL Street 3 - Review

NFL Street 3

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Review
PS2
9
Einleitung
 
Electronic Arts dritter Teil des Arcade-Football-Titels "NFL Street" stand unserem Testlabor zur Verfügung. Kein schlechter Zeitpunkt, so wurde erst kürzlich das Superbowl-Finale zwischen den Indianapolis Colts und den Chicago Bears (Sieger waren die Colts um Payton Manning) ausgetragen und auch das Pro Bowl fand unlängst einen Sieger (AFC). Werbung für diesen Titel hat EA im Rahmen des Superbowls in Deutschland dennoch nicht gemacht, die Qualität des Titels mag dieser Entscheidung zu Grunde liegen, vielleicht aber auch die geringen Anzahl potentieller Käufer.
 
Der zweite Teil von "NFL Street" liegt mittlerweile zwei Jahre zurück. Genug Zeit ein hochwertiges Spiel auf die PS2 und PSP zu zaubern sollte man denken. Ob EA die Zeit dementsprechend genutzt hat, wollen wir in diesem Test klären.
 
Spielmodi
 
Als Spielmodi stehen euch in erster Linie der "Respect the Street"-Modus zur Verfügung. Hier fordert Ihr allerlei bekannte NFL-Teams und deren Spitzenspieler heraus. Durch Erfolge in diesem Modus schaltet Ihr weitere Spielfelder, Ausrüstungsgegenstände und Gegner frei. Zudem entwickelt ihr die Eigenschaften eurer Spieler im Laufe dieses Modus weiter. Euer Team könnt ihr dabei selbst nach eigenem Geschmack erstellen.
 
Im "Playbook Elimination"-Modus werden alle Spielzüge aus den Playbooks gestrichen, welche zu keinem Raumgewinn geführt haben. Das Team welches als erstes alle Spielzüge streichen musste hat verloren.
 
Zudem gibt es einen Modus in welchem die Style-Points beider Teams in einen Jackpot gelegt werden und der Spieler, welcher als nächstes einen Touchdown erzielt, bekommt die gesammelten Punkte. Gewonnen hat letztendlich der Spieler, welcher als Erstes eine vorgegebene Anzahl von Gesamtpunkten erreicht hat.
 
Zusätzlich gibt es einen Tutorial-Modus für Einsteiger und diverse weitere Spielvarianten.
 
Multiplayer ist in der PS2-Variante nur mit bis zu drei Mitspielern an derselben PlayStation möglich, eine Online-Variante fehlt. Auf der PSP gibt es immerhin den "Street Wireless"-Modus in welchem ihr euch über WiFi mit der PSP eines oder mehrerer Freunde verbinden könnt.
 
The rules are, that there are no rules!
 
Mannschaften bestehend aus je sieben Spielern treten gegeneinander an, auf Hinterhöfen, Hangars, Bolzplätzen und anderen derartigen Schauplätzen. Field Goals gibt es nicht, da die Torstangen auf diesen Spielfeldern einfach fehlen. Extrapunkte werden ausschließlich über Two-Point-Conversions erzielt. Schiedsrichter sind ebenfalls fehlanzeige, erlaubt ist alles was gefällt. Lediglich vor dem Snap muss man Offside- und False Start-Regeln beachten und darf nicht zu früh starten.
 
Auslinien gibt auch nicht. Das Spielfeld wird durch Mauern und Wände beschränkt, die man aktiv ins Spiel mit einbeziehen kann. Dazu aber später mehr. Zudem wird kein Kick-Off ausgeführt, sondern ein "Anwurf", sprich der Ball wird dem Gegner zugeworfen nach einem Touchdown, nicht geschossen.
 
Playbooks oder "Vom Laufen und Passen..."
 
Während der große Bruder "Madden 07" mit ausgefeiltem Regelwerk und Spielzügen aufwartet, wurden diese für "NFL Street 3" deutlich beschnitten. Die Auswahl zwischen Lauf- und Passspiel besteht logischerweise noch immer, jedoch ist die Auswahl der zur Verfügung stehenden Varianten sehr überschaubar.
 
Das Passen geschieht weitestgehend wie in "Madden 07". Nach der Auswahl des Spielzuges beginnt ihr mit dem Snap. Die Receiver versuchen sich freizulaufen und sie mit dem Symbol der jeweiligen Taste markiert die ihr drücken müsst um das Ei zu diesem Spieler zu passen. Drückt ihr die Taste kurz, so wird ein hoher und langsamer Ball geworfen. Mit einem langen Druck wird der Ball mit entsprechender Wucht und relativ flach über das Spielfeld geworfen.
 
Schon vor dem Pass oder aber direkt danach könnt ihr per Tastendruck den aktiven Spieler wechseln. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit den Wide Receiver zu steuern und den Pass vom Quarterback anzufordern. Der Catch des Passes muss dann aber auch manuell gesteuert werden ohne Unterstützung der K.I.
 
Bei Laufspielen werden Wände und Mauern ins Spiel einbezogen. So könnt ihr an diesen entlanglaufen oder sie zu höheren Sprüngen einsetzen. Gleiches gilt für umherstehende Mülltonnen, Fässer oder ähnliches. Aber Achtung: Durch den Einsatz solcher Spezialmanöver könnt ihr das eine oder andere Mal auch den Ball verlieren. Ein übermäßiger Einsatz ist daher nicht unbedingt ratsam.
 
Spielen mit "Style"
 
Was "NFL Street 3" zusätzlich vom ernsthaften Football abheben soll ist die sog. Style-Taste. Die meisten Aktionen - egal ob Pass, Sprung, Catch, Tackle oder Block - können bei gedrückter Style-Taste deutlich spektakulärer in Szene gesetzt werden. Dabei füllt sich eure Style-Leiste. Ist diese vollständig gefüllt, könnt ihr den aus den anderen "Street"-Spielen bekannten Gamebreaker ausführen. In "NFL Street 3" macht Euch der Gamebreaker zu schier übermächtigen Spielern. Die gegnerische Mannschaft hat so gut wie keine Chance während des Gamebreaker Euch aufzuhalten. Natürlich kann auch der K.I.-Gegner einen entsprechenden Gamebreaker einsetzen und Euch machtlos überrennen.
 
Mit gedrückter Style- und Turbo-Taste werft ihr während des Gamebreaker einen Pass, welcher alle in der Flugbahn befindlichen Gegner einfach umhaut und dem Receiver zusätzlichen Speed verleiht. Während eines Gamebreaker-Laufspiels werden "Druckwellen" die Gegner platt machen und damit genug Platz für den Running Back machen. In der Defense wird während eines Gamebreaker quasi jeder Pass des Gegners abgefangen oder ein Fumble bei den Tacklings "erzwungen".
 
Als weiteres Features finden sich auf den Spielfeldern diverse Bonussymbole. Diese können meist nur durch geschickte Doppelsprünge unter Verwendung von Wänden und Objekten erreicht werden. Diese Bonussymbole schalten neue Spielfeatures frei, bringen Gamebreaker oder vorübergehende Regelanpassungen (z.B. doppelte Punkte beim nächsten Touchdown).
 
Unfairness
 
Das "NFL Street" nichts für Weicheier ist und Unfairness zum Spiel dazugehört ist klar. Dennoch muss man dem Spiel Unfairness gegenüber dem Spieler einräumen, denn der Schwierigkeitsgrad ist zwar einstellbar, aber dennoch dynamisch und deshalb frustrierend. Genauer erklärt heißt dies: Zu beginn des Spiels werdet ihr als Einsteiger maßlos überfordert sein und nur wenige Erfolgserlebnisse einheimsen. Schafft ihr es jedoch diese Phase des Spiels zu überstehen und erste Erfolge zu erzielen, merkt ihr schnell, dass die Ergebnisse der Spiele nicht unbedingt abhängig von eurer Leistung und eures Könnens ist. Sobald ihr in einer Partie zurückliegt, wird die K.I. deutlich schwächer und ihr gewinnt des öfteren Oberwasser. Im Gegenzug dazu werdet ihr bei einer klaren Führung plötzlich kaum noch Pässe anbringen, Fumbles erleben und alles was noch so schief gehen kann. Der Ausgang des Spiels ist manchmal reine Zufallssache. Das frustriert ungemein. Immerhin kann man den Schwierigkeitsgrad zumindest grundlegend an die eigenen Fähigkeiten anpassen.
 
Grafisches Zwielicht
 
Die optische Seite von "NFL Street 3" ist nicht klar definierbar: Einem imposanten Intro folgt ein stylisches Menü, aber sehr triste und graue Spielfelder. Die Texturen der Spielfelder sind absolut mies. Man kann kaum erkennen was diese überhaupt darstellen sollen, außer die überall auftauchende Werbung. Diese ist komischerweise immer klar zu erkennen!?
 
Zudem flimmert das Geschehen massivst. Die Spieler sind allesamt in einem leicht comicartigen und überzeichnetem Stil gehalten, was aber der Atmosphäre des Spiel zuträglich und absolut passend ist. Die Animationen sind gelungen. Man kann förmlich die Schmerzen eines Tackles erkennen. Leider gibt es hier aber den einen oder anderen Clipping-Fehler.
 
Sowohl PS2 als auch PSP kämpfen mit denselben Hochs und Tiefs der Grafik, wobei man der PSP-Variante weniger Leistungsfähigkeit unterstellen muss und man dort mit diesen Kritikpunkten durchaus leben kann. Auch aufgrund des kleineren Schirms fallen matschige Texturen dort weniger negativ auf.
 
Lokalisierung
 
Das einzige eingedeutschte Elemente des Spiels ist die Anleitung. Alles andere kommt komplett in Englisch. Dies mag Football-Fans nicht weiter stören, Einsteigern könnte das aber zu einem kleineren - überwindbaren - Hindernis werden.
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VOID

Fazit

Pro
 
Contra
 
DarthSonic
Die Idee des Spiel ist ähnlich derer der anderen "Street"-Ableger von EA Sports. Einen bekannten Sport auf coole und stylische Art und Weise auch den Gelegenheitsspielern schmackhaft machen und auf allerlei Regeln und Beschränkungen verzichten.
 
Leider klappt dies nicht wirklich. Football lebt von seiner Taktik und seinen Regeln. "NFL Street 3" funktioniert nicht wirklich. Das liegt daran, dass sich die Partien zu sehr ähneln und mag auch am beschriebenen dynamische Schwierigkeitsgrad liegen. Der Zugang zum Spiel wird Einsteigern schwer gemacht, diesmal aber nicht durch die Football-typischen Regeln und Taktiken, sondern durch den Frustfaktor den die anfängliche Niederlagenserie verursacht.
 
Die Motivation der anderen "Street"-Titel beruht auf coolen Moves und Tricks. Diese sind im "NFL"-Ableger aber entweder spielerisch nicht relevant oder einfach zu eintönig auf Dauer.

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