Einloggen

Du bist noch nicht bei consolewars registriert? Dann erstelle
jetzt ein Benutzerkonto!

Review

Raiders of the Broken Planet

Raiders of the Broken Planet ist das neue Spiel für PC, PlayStation 4 und Xbox One von Mercury Steam, welche auch gerade erst für das Metroid 2 Remake auf dem 3DS verantwortlich waren. Im Gegensatz zu diesem ist Raiders bislang etwas unter dem Radar geflogen. Das "in Progress" in der Überschrift ist dabei der Tatsache geschuldet, dass es sich hier um episodenhaftes MP-Spiel handelt, bei dem bislang nur der Prolog und die erste Episode erschienen sind. Deswegen gibt es erstmal nur einen Ersteindruck, welcher sich bis zum Erscheinen der vierten und letzten Episode noch ändern kann. Das vollständige Spiel kostet im Rahmen eines Founder´s Pack 39,99€, wohingegen die erste Episode alleine 9,99€ kostet. Die Prolog-Mission ist kostenlos, wodurch das Spiel vorab ausprobiert werden kann.

Was gibt es zum Raiden?
Raiders of the Broken Planet spielt hierbei, wie es der Titel schon vermuten lässt, in einem Sci-Fi-Setting auf unterschiedlichen Planeten, welche jeweils die Areale für die unterschiedlichen Missionen liefern. Dabei geht es um die Bekämpfung eines großen Übels, welches natürlich die Zerstörung der Galaxis zum Ziel hat. Um diesem entgegenzuwirken, haben sich einige Söldner zusammengefunden, von denen immer vier von den Spielern für eine der Missionen ausgewählt werden. Zusätzlich wird der Viermanngruppe manchmal noch ein menschlicher Gegenspieler zugewiesen, welcher im Prinzip der böse Klon eines der Söldner ist. Es handelt sich also um einen asymmetrischen Multiplayer ähnlich wie bei Evolve. Dieser Gameplay-Kniff ist in die Story des Spiels integriert, wobei diese bislang nur Andeutungen hierzu enthielt. Alternativ können die Missionen auch alleine angegangen werden. In diesem Fall gibt es nur KI-kontrollierte Gegenspieler.

Die Story wird durch Zwischensequenzen im Rahmen der Einsätze inszeniert. Diese können jederzeit übersprungen werden, wobei dies beim ersten Spielen nicht zu empfehlen ist. So werden die Charaktere hier ansprechend in Szene gesetzt und man erhält Einblicke in die bislang unterhaltsame Story. Besonders das Zusammenspiel der unterschiedlichen Charaktere sticht hervor.

Die Tools eines Raiders
Die Missionen bestehen aus Abwandelungen von bekannten MP-Missionstypen. Unter anderem sind hier Positionsverteidigung, Eskorte und Kontrollpunkte vorhanden. Durch die bislang große Aufgabenvielfalt spielen sich die Missionen abwechslungsreich und stellen unterschiedliche Anforderungen an die Heldengruppe. Hinzu kommt, dass für die Erfüllung der meisten Ziele Aleph gebraucht wird. Aleph ist eine Energieform, welche durch das Besiegen von Elite-Gegnern oder Gegenspielern im Nahkampf gewonnen wird. Diese wird dann zum Beispiel für die Aktivierung von Obelisken benötigt, verschwindet aber wieder im Falle des frühzeitigen Ablebens des eigenen Charakters. Da Aleph in manchen Fällen zwingend nötig ist, um eine Mission abzuschließen, erhalten die Gefechte eine eigene Dynamik. Denn es bedarf teilweise einer aggressiveren Vorgehensweise, um das dringend benötigte Aleph vom menschlichen Gegenspieler oder den computergesteuerten Elite-Gegnern zu erobern. Leider ist der Gebrauch des Alephs im Rahmen des Tutorials nicht ausführlich genug erklärt, so dass sich einige Mission aufgrund des Unwissens der eigenen Mitspieler am Anfang etwas hinziehen können.


Bei diesem Boss müssen zuerst die Tentakeln zerstört werden
Wie bei den meisten Coop-Shootern hängt der Schwierigkeitsgrad von den Fähigkeiten der eigenen Mitspieler und hier auch des Gegenspielers ab. Die Abstimmung erfolgt dabei über simple Kommandos. Diese werden aber nur in Ausnahmefällen benötigt, da das Missionsziel in der Regel klar ersichtlich ist. Die Waffenauswahl ist für das Sci-Fi-Setting bislang erstaunlich konservativ und besteht, je nach Charakter, aus Schrotflinten, Sniper-Gewehren sowie automatischen Gewehren. Dadurch wird zumindest die Eingewöhnungszeit kurzgehalten und bietet den Ausgleich zum Nahkampfsystem. Dieses basiert auf einem Stein-Schere-Papier-System, welches in diesem Fall aus Nahkampfattacken, Würfen sowie Ausweichen besteht. Gleichzeitig ist dieses auch einer der größten Frustfaktoren am Anfang, weil ein erfolgreicher Wurf den Gegner sofort tötet und das Zeitfenster für einen Konterschlag knapp bemessen ist. Mit der Zeit legt sich der Frust etwas und die Nahkämpfe gewinnen einen interessanten Duell-Charakter. Aber so ganz will die Frustration nicht verfliegen; besonders bei Angriffen aus dem Hinterhalt.

Gestatten, mein Name ist Raider


Näher sollten Gegner besser nicht kommen

Eine noch etwas spärliche Charakterauswahl

Die Charaktere spielen sich sehr unterschiedlich und bilden verschiedene Arten von Spielstilen ab. So ist für jeden Spielertyp ein passender Charakter dabei. Allerdings eignen sich hierdurch manche Charaktere besser für bestimmte Missionen, wohingegen andere fast schon nutzlos sind. Dies sticht besonders im Singleplayer hervor, wenn man mit einen der Sniper in den Nahkampf muss. Teilweise sind die Charaktere noch unausgeglichen, wodurch man zu Beginn für bestimmte Missionen einige Charaktere zum Bestehen benötigt. Zum jetzigen Zeitpunkt sind bislang acht Charaktere verfügbar, welche wahrscheinlich auf 16 ansteigen werden, ausgehend von der Anzahl der Porträts im Auswahlmenü. Die Steuerung und das Bewegungstempo der Charaktere fallen sehr unterschiedlich aus, abhängig von der Statur des Charakters. Sie steuern sich alle direkt und haben ein befriedigendes Waffenhandling mit gutem Trefferfeedback.

Um für Langzeitmotivation zu sorgen, können die Charaktere mittels Booster-Karten und besseren Waffen ausgerüstet werden. Hierfür bedarf es drei verschiedener Währungen, welche im Anschluss an die Missionen verteilt werden. Dabei ist die Belohnung für alle Mitglieder der Gruppe dieselbe und man muss sich für eine Währung entscheiden. Falls mehrere Spieler die gleiche Währung benötigen, wird diese zwischen ihnen aufgeteilt. Zusätzlich werden Blaupausen für die Waffen erbeutet, wobei es hier nur eine bestimmte Wahrscheinlichkeit, abhängig von der Leistung während der Mission, gibt. Zumindest sieht man im Voraus, welche Blaupausen man für das Erledigen einer Mission bekommen kann. Trotzdem bedeutet es einiges an Grind, um an bessere Ausrüstung zu gelangen. Des Weiteren gibt es noch kosmetische Skins der Charaktere, welche nur mit einer Echtgeldwährung erworben werden können. Bei den übrigen Währungen ist dies hingegen nicht möglich, so dass zumindest für alle Spieler die Chancen und der Grind gleich sind. Dabei ist vor allem jetzt am Anfang der Grind durch die begrenzte Missionsauswahl eintöniger.

Raiders Illustrated
Die Kulisse des Grinds ist ansehnlich und fängt die Atmosphäre des Spiels gut ein. So werden grafisch angemessene Umgebungen geboten und die einzelnen Charaktere und Situationen sind auf den ersten Blick unterscheidbar. Der Sound untermalt das Gebotene stimmig und passt sich der jeweiligen Situation an, ohne sich zu sehr in den Vordergrund zu spielen. Da die Anfangsmission kostenlos ist, ist es hier besonders leicht, Mitspieler zu finden. Dies galt zu Release allerdings nicht für die weiteren Missionen. Glücklicherweise hat sich die Situation mittlerweile gelegt. Einige Zeit nach Erscheinen wurden schnell die erforderlichen Mitstreiter einer Partie gefunden, so dass man sich schnell in die Missionen stürzen konnte. Hier kommt PC und Xbox One zugute, dass diese Crossplay unterstützen und so aus einem größeren Pool Mitspieler finden können. Das Crossplay ist auf Wunsch auch deaktivierbar. Die Einstellungsmöglichkeiten auf dem PC sind angemessen und ermöglichen es, das Spiel dem eigenen System leistungsmäßig anzupassen.

Momentane Wertungstendenz: 7,5 MP; 6,5 SP


Pro:


+abwechslungsreiche Missionen
+interessante Charaktere und Story
+Helden für jeden Spielstil
+einfache Koordination

Contra:


-frustiges Nahkampfsystem
-Grind um an bessere Ausrüstung zu kommen
-Balancing der Charaktere unausgeglichen
-unvollständiges Tutorial


Ein Raid zum Teilen

Besonders mit drei weiteren Freunden weiß Raiders of the Broken Planet momentan zu überzeugen und liefert ein unterhaltsames allabendliches Spielerlebnis. Da sich die Spielersituation mittlerweile eingependelt hat, kann das Spiel auch Solospielern empfohlen werden. Für die finale Wertung wird dann wichtig, ob sich die Missionen weiterhin so abwechslungsreich spielen und so das erforderliche Grinding erträglich gestalten werden. Bislang würde ich das Spiel aber meinen Freunden guten Gewissens empfehlen, zumal man mit diesen auch zusammen losziehen kann.

consolewars liefert tagesaktuelle Spielenews, exklusive Testberichte, sowie die wichtigsten Nachrichten aus dem Games Business und zahlreiche Möglichkeiten sich in die Geschehnisse in Form von Blogs, Gruppen- oder Userpages in einer der größten deutschen Gaming Communities im Internet einzubringen.

Impressum & Disclaimer | copyright © 1999-2018 consolewars®. (cached)

Google+