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Review

Resident Evil 7

What is it? Blood....


1996:
Der eher für Street Fighter und Mega Man bekannte Entwickler Capcom bringt das erste Resident Evil auf den Markt. Survival Horror wurde geboren. Resident Evil definierte ein ganzes Genre neu und lehrte einer Generation von Spielern das fürchten. Im Laufe der mittlerweile 20 jährigen Seriengeschichte gab es viele Hauptteile und noch viel mehr Spinnoffs. Während man in der Hauptserie von Resident Evil 0 bis Code Veronica noch von Survival Horror sprach, ging man seit Resident Evil 4 in eine andere Richtung: Mehr Gegner, weniger Rätsel und seit Resident Evil 5 sogar Coop. Diese Ausrichtung gefiel jedoch nicht jedem. Obwohl die Verkaufszahlen von Resident Evil 5 und 6 zu den Besten der Spieleserie gehören, blieben diese trotzdem unter den hohen Erwartungen von Capcom und auch bei den Kritikern kam Teil 6 nicht wie erhofft an.

2016:
Capcom ließ auf der E3-Pressekonferenz von Sony die Bombe platzen und präsentierte zum ersten Mal Resident Evil 7 der Öffentlichkeit. Überrascht war wohl niemand, dass ein siebter Teil kommen würde aber Moment: Ego Persektive? Schaurige Atmosphäre? Jump-Scare? Sollte Capcom, trotz neuer Perspektive, tatsächlich die alten Tugenden der Serie wieder aufgreifen?

Mittlerweile haben wir 2017, Resident Evil 7 steht in den Regalen der Elektronik Märkte und soviel sei schon mal gesagt: Ja! Capcom hat es geschafft, das klassische Resident Evil in ein neues Gewand zu stecken.


Geschichtlich hat man sich, obwohl die sieben im Namen steht, auf neue Pfade begeben. Bekannte Charaktere wie Chris Redfield, Jill Valantine, Leon S. Kennedy und auch den Auslöser für die Biowaffenplage Umbrella sucht man vergebens. Stattdessen serviert uns Capcom ein frisches Setting und einen neuen Protagonisten namens Ethan Winter. Dieser bekommt aus heiterem Himmel eine Videobotschaft von seiner Frau Mia. An sich nichts Schlimmes wenn diese nicht schon seit 3 Jahren als vermisst und tot gelten würde. Ethan macht sich natürlich sofort auf die Suche nach seiner Frau und begibt sich zum Ursprung der mysteriösen Nachricht nach Louisiana. Von außen sieht das Anwesen der Familie Baker schon alles andere als gemütlich aus und dieser Eindruck sollte sich im Inneren des Gebäudes nicht verbessern. Schnell wird einem bewusst, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmt und bevor man sich versieht, versucht man nur noch, lebend wieder zu entkommen.

Aus alt mach neu, aus neu mach alt


Die erste Neuerung wird für viele die Perspektive sein. Obwohl es schon mehrere Horror Spiele aus der Ego Perspektive gab, ist diese eine Premiere in der Resident Evil Reihe, aber auch eine gute und wichtige Neuerung. Sony hat sich das gleich zunutze gemacht und somit ist Resident Evil 7 der erste richtige große AAA-Titel, der PSVR fähig ist. Spielerisch bewegt man sich aber wieder auf alten Pfaden. Es geht wieder mehr um das Erkunden eines Anwesens mit schaurig schöner Atmosphäre ohne wildes Rumgeballer und Coop Action.Wie schon in den früheren Teilen heißt eure Hauptaufgabe raus aus dem Haus und weg von dem Anwesen. Leichter gesagt als getan, da sich bestimmte Türen nur mit speziellen Schlüsseln oder Gegenständen öffnen lassen, die natürlich erst gefunden werden müssen oder sich hinter kleinen Rätseln verbergen.


So untersucht man langsam das Anwesen der Familie Baker und findet immer mal wieder Fotos, Briefe oder Zeitungsausschnitte, in denen man nach und nach erfährt, was mit der Familie Baker und dem Anwesen passiert ist. Interessant sind hierbei Videokassetten bei denen ihr kleine Abschnitte aus der Perspektive anderer Personen spielt und ihre Geschichte erlebt "hust DLC "hust". Leider bleibt der eigentliche Hauptcharakter im Laufe der Geschichte relativ blass. Nur weil es in Resident Evil 7 weniger Gegner gibt, sind diese nicht ungefährlicher.

Wie gut, dass sich auf dem Anwesen auch ein paar nützliche Waffen finden lassen. Im Laufe des Spiels begegnet ihr immer mal wieder komisch aussehenden Wesen: den Moldeds, Insekten oder aber einem Mitglied der Familie Baker. Gerade letztere sorgen für eine gehörige Portion Nervenkitzel, da sie immer mal wieder ihre Kreise im Haus drehen und euch jagen sollten sie euch entdecken. Bewegt euch also lieber vorsichtig durchs Haus. Solltet ihr trotzdem entdeckt werden, rennt was das Zeug hält. Während man bei den "normalen" Gegnern noch mit ein paar gezielten Schüssen den Sieg einstreichen kann, brauchen die Boss Gegner schon einiges mehr an Taktik. Wer einfach nur ziellos drauf los schießt, steht schnell ohne Munition da und schielt panisch auf die Energieanzeige, die sich, wie in allen Resident Evil Spielen, nicht regeneriert. Heilung und Munition sind rar gesät. Ihr seid also gut darin beraten alles genau abzusuchen. Mit sporadisch verteilten Chemikalien, Schwarzpulver und grünen Kräutern kann man aber auch Munition oder Arzneimittel herstellen und sich so für die nächsten Begegnungen wappnen. Wer genau hinsieht, wird auch Antike Münzen finden, mit deren Hilfe ihr euch an bestimmten Orten Upgrades (höhere Gesundheit, schnelleres Nachladen) oder die allseits beliebte Magnum kaufen könnt. Auch lassen sich mit gefundenen Dietrichen verschlossene Schubladen öffnen, in denen sich überlebenswichtige Utensilien finden lassen. Achtet aber immer auf euer Inventar. Micromanagment wird wieder groß geschrieben und somit feiern auch die beliebten Truhen ein Comeback. Gespeichert wird an bestimmten Punkten automatisch. Ihr könnt aber auch an alten Kasettenrecordern manuell speichern. Fühlt euch jedoch nie zu sicher. Selbst wenn ihr die Karte benutzt oder im Inventar seid, läuft das Spiel weiter. Einmal im falschen Moment die Karte geöffnet: schon heißt es Beine in die Hand nehmen. Gut das es einen Knopf für Schnellheilung gibt und sich die verschiedenen Waffen schnell über das Steuerkreuz wechseln lassen. Je nach Schwierigkeitsgrad (zu Anfang stehen nur leicht und normal zur Verfügung, später noch Irrenhaus) ändert sich das Spiel. Von leicht auf normal gibt es die obligatorischen Änderungen. Munition/Heilung sind noch seltener, Gegner stecken mehr ein und sind zahlreicher. Auf Irrenhaus hingegen fallen die Checkpoints weg, fürs Speichern müsst ihr erst Kassetten finden und Gegner befinden sich an anderen Orten. Als Ausgleich dafür wurde aber die Anzahl der Antiken Münzen erhöht, wodurch es mehr zum Upgraden gibt. Eine erhöhte Anzahl bedeutet aber nicht, dass diese leichter zu finden sind.

Zur schaurig schönen Atmosphäre tragen auch die Grafik und Soundabmischung viel bei. Resident Evil 7 sieht einfach fantastisch aus. Die neu entwickelte RE Engine leistet ganze Arbeit. Schöne Texturen, tolle Lichteffekte, klasse Charaktermodelle und das Anwesen strotzt nur so vor vielen kleinen Details. Es macht einfach Spaß, sich im Spiel umzusehen und alles zu erkunden, trotz der beklemmenden Atmosphäre. Resident Evil 7 unterstützt, den entsprechenden Fernseher vorausgesetzt, auch die HDR Funktion. Farben wirken natürlicher. Dunklere Bereiche sind nicht unnatürlich hell, sondern wirklich dunkel. Leider wird das gute Gesamtbild durch einige Clipping-Fehler und Pop-Ups (gerade in Außenarealen) getrübt. Dafür läuft das Spiel aber immer flüssig.



Jedes Spiel lebt natürlich auch von gutem Sound und auch da hat sich Capcom nicht lumpen lassen. So bietet Resi 7 eine sehr gute deutsche Synchro, die aber leider nur zu 95% Lippensynchron ist und zusätzlich zwar seltene, aber der Stimmung entsprechende Musik. Meist ist es aber eher ruhig und Capcom lässt das Haus für sich selber sprechen. Da knarzt mal eine Diele, Fensterläden klappern im Wind oder irgendwo poltert etwas.











Pro:

+ spannende Atmosphäre
+ stabile Framerate
+ anspruchsvolle und spannende Bosskämpfe
+ nette Rätsel
+ interessante und motivierende Geschichte
+ gute deutsche Synchro

Contra:


Gegner Vielfalt -
vereinzelt Clipping Fehler
lange Ladezeit wenn auch nur zum Start -
Pop-Ups in Außenarealen -
blasser Hauptcharakter -

Go Tell Aunt Rhody

Chapeau Capcom damit habe ich nicht gerechnet. Bis Teil 4 war ich ein riesiger Fan der Reihe. Mit 5 und 6 hatte ich zwar auch Spaß, aber für mich war das einfach kein Resi mehr: Grusel wich purem Geballer, Resident Evil 7 hingegen ist einfach fantastisch und ich liebe es. Endlich wieder back to the roots. Ein Mann, ein Anwesen, kaum Munition, aber dafür eine Atmosphäre, die an Spannung kaum zu überbieten ist. Ja, im letzten Fünftel baut das Spiel etwasab, aber das stört mich nicht. Leider konnte ich Playstation VR nicht testen, da mir das nötige Equipment fehlt. Im Internet liest man aber, dass man das Spiel lieber auf der PRO in VR spielen sollte, da die Grafik auf der normalen PS4 doch sehr unscharf und flimmernd sein soll. Ich kann eigentlich nur jedem empfehlen, das Spiel selber zu spielen, auch ohne VR. Gerade Fans der alten Teile können zufrieden sein. Schafft Capcom doch perfekt den Spagat das Feeling des ersten Resident Evil Teils in ein neues Gewand zu stecken. Wer hingegen auf ein weiteres action-orientiertes Resident Evil ähnlich Teil 6 gehofft hat, wird wohl weniger zufrieden sein.