Wehret den Anfängen
Erinnert ihr euch noch an den Downloadtitel Pokémon Rumble für die Nintendo Wii? Damals ging es mit bis zu vier Freunden in gemeinsamen Kämpfen gegen Horden von konkurrierenden Pokémon in verschiedenen Arealen und Arenen. Eine Art Dungeon Crawler-Brawler Mix der zwar nicht viel Abwechslung bot, aber mit Freunden vor einem Fernseher zwischendurch für kurzweilige Abwechslung sorgen konnte. Mit dem neuen 3DS-Teil dürften alteingesessene Fans des Spiels sich sofort heimisch fühlen und direkt ins neue Abenteuer durchstarten.
Mit Schirm, Scharm und Uhrwerk?
Bei Super Pokémon Rumble übernimmt der Spieler nicht die Rolle eines Trainers, sondern man schlüpft in die Rolle eines Pokémon Aufziehspielzeugs. In einer von euren Miis bevölkerten Welt seid ihr eine Spielfigur und werdet auf einem Spielzeugschlachtfeld gegen andere Spielzeuge losgelassen.
Das Spielprinzip läuft immer auf die gleiche Art und Weise ab: Ihr betretet ein neues Spielfeld und müsst, wie in einem Brawler, alle anderen Spielzeugpokémon besiegen. Dazu habt ihr immer zwei verschiedene Attacken/Fähigkeiten zur Auswahl, wovon ihr eine nach Belieben austauschen könnt. Ihr bewegt euch durch die geradlinigen Level und hämmert unentwegt auf die A-Taste, um zu vernichten was sich euch in den Weg stellt. Am Ende einer Stage erwartet euch noch ein Boss, welcher weitaus mehr einstecken kann und nicht ganz so einfach zu knacken ist, wie das normale Kanonenfutter.
Das bekannte Stein-Schere-Papier Prinzip kommt auch hier eindeutig zum Tragen und bewirkt die bekannten Reaktionen. Wasser hilft gegen Feuer, Blitz wiederum gegen Wasser, alles in allem also wie man es erwarten darf und aus der Vorlage kennt. Am Ende eines Kartenabschnitts der Weltkarte, pro Abschnitt gibt es kleine Level für die Pokémonjagd samt Bosskampf, kommt es auch zu einer Art Massenkampf in einer abgetrennten Arena. Dort tritt jeder gegen jeden an und derjenige, der am Ende noch steht, hat damit automatisch gewonnen und darf in das Folgegebiet weiterreisen.
Besiegte Gegner lassen unterschiedlich wertvolle Münzen(Bronze, Silber, usw.) fallen, welche ihr in Spielstadt bei entsprechenden Automaten gegen neue Attacken eintauschen könnt. Regelmäßig lassen eure besiegten Gegner aber etwas weitaus wertvolleres zurück, eine kleine Spielzeugversion von sich selbst. Sobald ihr diese eingesammelt habt, steht sie euch als Kämpfer in Zukunft zur Auswahl und im Laufe des Spiels könnt ihr so über 600 verschiedene Spielzeuge sammeln und verbessern. Auch die neuesten Kreaturen aus Pokémon Weiß/Schwarz stehen auf der Liste der sammelbaren Spielzeugkämpfer.
Jedoch entsteht durch das eifrige Sammeln eine gewisse Distanz zu euren wählbaren Pokémon. Während man bei der Hauptserie die unterschiedlichen Taschenmonster mit einem eigenen Namen versieht, immer weiter auflevelt und manche davon einem am Ende sogar ans Herz wachsen, bietet Super Pokémon Rumble keine solch engen Bindungen. Euer Spielzeug levelt nicht auf sondern bleibt dauerhaft auf seinen aktuellen Fähigkeiten sitzen. Um sich zu Verbessern, muss der Spieler die oben erwähnten Spielzeugversionen besiegter Gegner einsammeln, um damit dieselben Kämpfer mit neuen und stärkeren Fähigkeiten zu erhalten. Durch diesen Kniff habt ihr fortlaufen damit zu tun immer neue und stärkere Versionen eurer Spielzeuge zu
suchen und einzusammeln.
Nur mal eben kurz die Spielzeugwelt retten
Gewisse Parallelen zum großen RPG-Bruder findet man von der ersten Minute an in dieser alternativen Welt, denn auch hier gilt es der Beste/Größte zu werden. Die Pokémonspielzeuge streben nach dem Sieg in der Arena und trainieren hart dafür, um eines Tages ganz oben stehen zu dürfen. Doch wie so oft geschieht etwas Unvorhergesehenes und eine überlebenswichtige Flüssigkeit, das sogenannte heilende Lichttau-Wasser wurde gestohlen und in der Rolle eines der vielen, jederzeit nach Belieben austauschbaren Spielzeuge geht ihr der Sache auf den Grund. Glücklicherweise können das Rätsel um den Diebstahl und der Aufstieg in der Arena miteinander verknüpft werden. Eine spannende Geschichte im Stil der großen Pokémonbrüder sollte man besser nicht erwarten, aber eine zweckmäßige Rahmenhandlung, mit der einen oder anderen witzigen Unterhaltung und einer klaren Freund/Feind Kennung bietet das Spiel auf jeden Fall.
Eine Frage des Stils
Nett anzuschauen sind sie ja hin und wieder wirklich, die kleinen und großen Kreaturen des Pokémon-Spielzeuguniversums, aber unverständlich ist, warum Nintendo den Spielzeuglook der Figuren nicht auch auf die Umgebung übertragen hat. Während man bei den Pokémon sofort und eindeutig erkennt, dass es sich um Spielzeugversionen der beliebten Taschenmonster handelt, wirkt die Umgebung wie aus einem x-beliebigen Allerweltsspiel und zerstört damit ein wenig der freundlichen und passenden Atmosphäre.
Technisch bleibt das Spiel seinen Wurzeln treu und entfernt sich nicht sonderlich weit von den Download-Only Tagen des Vorgängers. Aktuelle Spiele wie Mario 3D Land zeigen eindrucksvoll wie fantastisch ein kunterbuntes Spiel aussehen kann auf dem Nintendo 3DS und selbst das kostenlose Pokedex 3D des 3DS hat weitaus ansehnlichere Pokémonmodelle im Repertoire. Der 3D-Effekt wird gut eingesetzt und erzeugt einen angenehmen Tiefeneffekt, durch den die Grafik einen Tick plastischer wirkt. Zu keinem Zeitpunkt empfindet man den Effekt als störend oder gar unnötig.
Die Musikuntermalung kann durch die Bank als solide bezeichnet werden und passt gut in das vorhandene Spielzeuguniversum. Das eine oder andere Stück schafft es sogar noch einige Stunden später ungefragt im Hinterkopf weiter zu dudeln. Die restlichen Sounds sind passend und aufgrund des fehlenden menschlichen Hauptcharakters kann sich auch niemand über eine fehlende Sprachausgabe beschweren.
Analoge Welt
Falls ihr einen weiteren Fan des Pokémon Universums parat habt und dieser im besten Fall ebenfalls eine nahezu unstillbare Sammelleidenschaft befriedigen möchte, bietet euch das Spiel einen lokalen Zweispielermodus an. Im Team stellt ihr euch dann gegen die Horden von Pokémon Blechspielzeug und könnt gemeinsam auf die Jagd nach besseren Versionen eurer eifrigen Kämpfer gehen. Leider bietet das Spiel keine Downloadoption an und so müssen beide Spieler eine eigene Vollversion des Titels besitzen um dem wilden Treiben beizutreten. Die Nintendo Streetpass Funktion ist ebenfalls für die eine oder andere kleine Überraschung gut. Sofern ihr die Option aktiviert habt, könnt ihr die Pokémon anderer Spieler betrachten, sammeln und gegen sie kämpfen. Ein Onlinemodus wurde nicht integriert und auch der aus dem Vorgänger bekannte Vierspielermodus scheint der Schere zum Opfer gefallen zu sein. Dies ist aus technischer Sicht absolut unverständlich, da der 3DS ein überaus solides Online-Grundgerüst bietet und je mehr Menschen gemeinsam ihrer Leidenschaft frönen können, desto besser.
Positiv:
- Mehr als 600 Spielzeug-Pokémon sammelbar
- Metalmusik im Intro
- Kurzweilige Action
- lokaler Zweispielermodus
- spaßiger Co-op
- Pokémon im Spielzeugstil
- Weltkarte
- Ideal für kurze Spielchen zwischendurch
- angenehm kurze Ladezeiten
- Maulwurfstunnel auf der Weltkarte dienen als Abkürzung
Negativ:
- stark repetives, einseitiges Gameplay
- wirkt hin und wieder eher wie ein eShop Downloadtitel
- kein Onlinemodus(2-4 Spieler Co-op)
- Story leider nur Platzhalter
- zu leichtes Gameplay
- zu zweit noch leichter(Spiel passt sich nicht an)
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Ist auf jedenfall eher für die Fans von Pokémon als Franchise und weniger für die Fans die nur die Mainteile feiern.













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5th
Für den kleinen Hunger zwischendurch
Lange konnte Nintendo ihren Kunden den Wunsch nach neuem Pokémon-Spielefutter nicht abschlagen und auch wenn es sich bei Super Pokémon Rumble nur um eine erweiterte Version des Wiiware Downloadtitels handelt, welche nicht mit der Hauptreihe vergleichbar ist, dürfen sich aber besonders Fans des Vorgängers auf kurzweilige und spaßige Kämpfe freuen.
Für den kleinen Pokémonhunger zwischendurch eignet sich Super Pokémon Rumble wunderbar und die kurzen Spielabschnitte lassen sich ideal zwischen andere Tätigkeiten einschieben.