Rayman Origins - Review

Rayman Origins

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Review
PS3
85
 
Während man vielen Spielen ansieht, dass sie innerhalb von wenigen Monaten dahin geklatscht wurden, erkennt man beim neuen Abenteuer von Ubisofts Maskottchen Rayman, dass hier eine vollkommen andere Schiene eingeschlagen wurde. Ganz klassisch hüpft der gliedmaßenlose Hauptcharakter durch seine typische 2D Landschaft und vertreibt dabei das Böse aus der Phantasiewelt. Es wird gehüpft, geschwommen, geflogen und geschossen. Bunt gemischt mit schrillem Gesang und witzigen Gags entsteht so ein Rayman, welches wir nun genauer unter die Lupe nehmen wollen.
 
 

Da da da, dadadadadadadaaaada...

 
Hattet ihr schon mal einen Drogenrausch?...Nein - Schade ich auch nicht, aber wenn ich Rayman spiele, fühle ich mich wie in einem nicht enden wollenden, wohltuenden Rausch voller Farben und schriller Musik. Nicht nur das die Präsentation verdammt, ich nenne es mal, aussagekräftig ist - Nein die Geschichte die hinter dem Spiel steht ist mindestens genau so bekloppt, wie es die singen Glühwürmchen, auch Lums genannt, sind. So beginnt man das Spiel als verdammt laut schnarchendes Dschungel-Beatboxorchester und bringt damit die ganze Unterwelt gegen sich auf. Lauthals stürmen sie an die Oberfläche um kurzerhand Rayman und seinem Gefolge gehörig den Hintern zu versohlen - nettes Nebenprodukt der unterweltlichen Racheaktion ist die Erniedrigung der gesamten Welt. Einen Augenblick nach der Prügelaktion des Bösen befindet man sich auch schon in Käfigen eingezwängt und erblick eine Welt voller monströser Bestien und Gegner. Doch davon lässt sich Rayman nicht unterbuttern. Nein es scheint sogar so, als sei seine Laune und die seiner Freunde weiterhin fantastisch zu sein. Mit unbändiger Motivation machen sie sich auf den Weg um dem Bösen einen Tritt zu verpassen und kommen dabei an den einen oder anderen Boss vorbei. Bereits in diesen frühen ersten Minuten merkt man, dass die Entwickler von Ubisoft dem Spiel einen nicht ernst zunehmenden Charakter verpassen.
 
 
 
Rayman Origins kehrt zu den Wurzeln des ehemals erfolgreichen Maskottchens von Ubisoft zurück und schreitet wieder in die zweidimensionale Welt ein. Ganz klassisch wandert und hüpft man von links nach rechts die Level entlang und kann dabei die farbenfrohen Welten des Spiels genießen. Dieser Schritt zurück zu den Wurzeln wurde von Ubisoft verdammt gut umgesetzt. Rayman sieht sich vielen Gegnern gegenüber gestellt, welche er mit mächtigen Fausthieben verprügeln oder auch mit Sprüngen auf den Kopf zu aufgeblähten Ballons werden lassen kann. Mit einer zweiten Attacke bringt man diesen hässlichen Bestien-Ballon schließlich zum Platzen und kassiert weitere Lums als Belohnung. Es gilt diese, wie oben beschrieben, singenden Glühwürmchen in den zahlreichen Welten zu finden - besonders für Sammelwütige ist dies eine langfristige Beschäftigung. Die Lums sind allerdings nicht einfach nur wahllos in der Welt verteilt - Nein teilweise findet man sie nur an sehr verzwickten Orten. So zum Beispiel versteckt am Rande jenseits des Bildschirms oder aber in verschiedenen Büschen, Sträuchern und Algen. Für den Fall, dass ihr einen königlichen Lum trefft, werdet ihr den von mir beschrieben Gesang der Glühwürmchen genießen dürfen und kassiert dabei für jeden Lums zwei Punkte - Ganz im Sinne des Marketings "Nimm eins, bekomm zwei".
Wie bereits in den älteren Teilen von Rayman, kann das Ubisoft Maskottchen in diesem Spiel am Anfang auch nicht mehr als springen und schlagen. Zu Beginn jeder Welt trifft man allerdings auf eine ehrfürchtige Truhe, welche vor Panik von Rayman flieht und ihren kostbaren Inhalt mit sich schleppt. Sobald man die Truhe allerdings eingeholt hat, öffnet sie sich und lässt eine wundervolle Fee zum Vorschein bringen, welche euch mit einigen tollen Fähigkeiten ausrüstet. So lernt ihr nach und nach zu Gleiten, zu Schwimmen und die Fähigkeit Wände hinauf zu laufen. Dadurch wird das Spiel mit voranschreitender Spieldauer immer abwechslungsreicher und bietet so eine breite Palette an verschiedensten Gameplayelementen. Doch man muss leider zugeben, dass die Abwechslung nicht ganz so breit ausfällt, wie man es sich vielleicht wünscht. Nach einigen Stunden ist die Luft einfach raus und eine Pause wird notwendig. Ab und an drohte das Spiel in den Ecken meines Zimmers in Vergessenheit zu geraten. Bei Rayman gilt: Langsam genießen! So bleibt der Spaß am längsten erhalten. Und wer es richtig spaßig haben möchte, entscheidet sich für eine chaotische Mehrspielerpartie. Doch dazu später mehr.
Während der Großteil des Spiels einen perfekt ausbalancierten Schwierigkeitsgrad nachzuweisen hat, müssen wir gegen Ende des Titels allerdings feststellen, dass dieser einen Sprung von der Erde zum Mars macht. Vorerst sind die Checkpoints gut verteilt und lassen den Spieler bei misslingen einer kniffligen Sprungkombination gerne die Motivation mitbringen es nochmal zu versuchen. Doch plötzlich werden diese Checkpoints immer seltener, sodass man nach dem Tod quasi wieder von Null beginnen muss. Gerade im Hinblick auf die letzten Level, in denen man unter Umständen 20 Anläufe brauchen könnte, stellt sich das als eine Qual heraus. Und wer hier keine stählernen Nerven zeigt, wird wohl nie das Ende des Spiels erblicken. In solchen Spielpassagen liegt die Entscheidung über Sieg oder Niederlage nur Zehntelsekunden voreinander entfernt. Ein Fehler und man kann direkt wieder von vorne anfangen. Für Gelegenheitsspieler der Horror - Für erfahrene Spieler eine angemessene Herausforderung.
 
 
 

Multiplayer Chaos

 
Selten hat mich und meine Freunde ein Spiel dermaßen zum Lachen gebracht wie Rayman Origins. Sobald sich mehr als zwei Spieler auf dem Bildschirm herum tummeln, bricht das absolut lustigste Multiplayer-Chaos aus. Man verliert leicht den Überblick welchen Charakter man überhaupt spielt, schlägt sich gegenseitig, katapultiert sich dadurch in die Tiefen des Todes und raubt sich gegenseitig die Lums. Spannend wird es dann zum Ende wenn es um die Punkte-Statistik geht. Nicht selten wurden dabei tötende Blicke ausgetauscht. Doch neben diesen rivalisierenden Verhältnissen bietet das Spiel auch weitaus lustigere Momente. So war es zum Beispiel bei einem Level geschehen, in dem man auf mit Lasern ausgerüstete Mücken fliegt und dabei seine Gegner entweder einsaugt oder aber schlicht abschießt. Klingt im ersten Moment noch nicht wirklich lustig, doch während der dünne Rayman einfach auf der Mücke reitet, wird sein fetter Begleiter (mein Kollege ) von ihr schweren Herzens in der Luft an den fetten Hautlappen getragen - ein Anblick, aufgrund dessen wir das Spiel erstmal für einige Sekunden pausieren mussten. Und das ist noch nicht alles. Die verschiedenen Charaktere des Spiels bieten alle ihren eigenen individuellen Humor. Während Rayman dauerhaft gut gelaunt scheint, ist der von mir eben angesprochene fette Begleiter sowas wie sein gegensätzliches Pendant. Wenn er versucht sich zu ducken, fällt er in Hautlappen zusammen, als hätte er keinen eigenen Körperfettbestandteil. Während Rayman fast anmutig in den Lüften umher gleitet, musste der Charakter meines Kollegen schwere körperliche Arbeit leisten und wedelte ununterbrochen mit seinen Armen - zu blöd nur, dass er keine Flügel hatte. Überall im Spiel finden sich solche kleinen Feinheiten, an denen man feststellt, dass dieses Spiel eben nicht kurzerhand zusammen geschustert wurde. Und gerade der Multiplayer sorgt für jede Menge Spaß. Doch bei all dem Lob muss auch mal Kritik geübt werden. So toll der Multiplayer auch ist - eines haben die Entwickler scheinbar nicht einbringen wollen. Nämlich einen Online-Koop. Rayman Origins besitzt lediglich die Möglichkeit offline am selben TV miteinander zu spielen. Dabei hätte das Spiel sehr viel Potential für einen ausgereiften Online-Multiplayer mit entsprechender Ranglistenfolge gehabt. Ein Faux-Pas, welchen wir stark bedauern.
 
 
 

Fantastisches Leveldesign

 
Wenn wir uns die Spielelandschaft so ansehen, kommen wir zu einer besonderen Erkenntnis. Zwar werden überall Full HD Fernseher angepriesen, doch hat das Full-HD Format in den meisten Titeln gar nicht Einzug gehalten. Die wenigstens Spiele bieten ein "echtes" Full-HD Erlebnis mit 1080p. Dabei ist der gebotene Unterschied doch beeindruckend. Gerade Rayman Origin beweist, dass Full HD Spiele extrem gestochen scharf sind und verdammt gut aussehen können. Zugegeben, die Grafikengine ist einfach aufgebaut, die Texturen sind farbenfroh und erinnern an Cellshading. Schatten werden auch kaum welche verwendet. Dennoch kann sich das Spiel sehen lassen. Das Leveldesign ist absolut hochkarätig und sucht in der Gaminglandschaft seines gleichen. Der Grafikstil passt dem Spiel wie angegossen und besticht zu jederzeit mit seiner rasierklingenscharfen Optik. Sei es über den Wolken, im wildesten Dschungel oder in den Tiefen des Meeres - man erkennt an jeder Stelle die vielen, liebevollen Details mit denen die Entwickler dem Spiel eine ganz besondere Atmosphäre spendiert haben. Doch das Spiel glänzt nicht nur mit der Optik, es macht auch einiges mit der musikalischen Unterstützung her. Trommeln, Rasseln, schriller Gesang und rhythmische Beats unterstützen das Spiel in jeder Hinsicht und saugen den Spieler somit in die Welt von Rayman ein.
 
Pro:[img right]151298[/img]
+Witzige Gags
+Tolle musikalische Unterstützung
+gestochen scharfe Auflösung
+künstlerische Landschaften
+sehr witziger Multiplayer
+Charakterauswahl
+Teils anspruchsvolle Level
+für Sammelwütige genau richtig
+Shooterpassagen auf einer Mücke
 
Contra:
-nach gewisser Zeit ein wenig monoton
-kein Online-Koop
-keine Bestenliste
-gegen Ende des Spiels schlecht ausbalancierter Schwierigkeitsgrad
 
 
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VOID

Fazit

Pro
 
Contra
 
Hannibal
Mit Rayman Origins ist Ubisoft eine wirklich tolles Spiel gelungen. Den fantastisch, künstlerischen Landschaften verbunden mit einem exzellentem Humor ist rein gar nichts entgegen zu setzen. Während man selbst im Einzelspieler vollkommen von dem Spiel eingenommen wird, verbirgt sich im Multiplayer der größte Langzeitspaß, den ich seit langem erleben durfte. Das Jagen der kleinen Lums wirkt zu keiner Zeit als Lückenfüller und macht riesig Spaß. Nebenbei erhält man zudem die Möglichkeit verschiedenste Charaktere zu spielen, welche ihren individuellen Humor mit sich bringen. Rayman hat mit diesem Teil einen gelungenen Sprung vom alten Klassiker in die heutige Zeit vollzogen. Musikalisch ist dem Spiel ebenfalls nichts abzuerkennen. Für Jump n' Run Fans ist dieses Spiel definitiv ein Must-Have.

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