R.U.S.E. - Review

R.U.S.E.

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Review
PS3
11
R.U.S.E. Review
 
Die Kulisse in der RUSE angesiedelt ist, dürfte gerade im Videospielsektor eher für eine müdes Gähnen sorgen, als dass irgendjemand von Innovation sprechen mag und auch der Einstieg in die vom Krieg gezeichnete Welt des Strategiespiels verläuft sehr zäh. Mehrere Barrikaden, die also erst einmal durchbrochen werden müssen, ehe man erkennt, dass uns Ubisoft hier tatsächlich ein richtig feines Strategiespiel auf die Konsolen gezimmert hat. Wer gerne kleine Figuren befehligt, stundenlang über Taktiken grübelt und den Hauch eines interaktiven Risikos (dem Brettspiel) erleben möchte, der sollte uns in den Schützengraben folgen und sich von diesem Titel überzeugen lassen.
 
Der zweite Weltkrieg schrieb viele Geschichten...
 
Und eine davon erlebte der amerikanische Major Joe Sheridan, der zu Beginn des Story-Modus noch ein normaler Soldat niedrigen Ranges ist. Seine Karriere ist die Basis der Geschichte, die hier erzählt werden soll und führt euch von Nordafrika bis zu den Kriegsschauplätzen in Deutschland. Jede Mission ist mittels Rendersequenzen miteinander verwoben, die alle samt mit einer gelungenen deutschen Sprachausgabe untermalt sind. Die Geschichte beinhaltet seine dramaturgischen Höhen und Tiefen, deren Protagonisten nicht immer das sind, was sie zu sein scheinen. Spionage und Verrat, Gewinn und Verlust...nicht unbedingt ein Roman der ersten Güte, aber immerhin eine Alternative zur typischen "2.Weltkriegs-Story" und ein passender Rahmen für ein Strategiespiel.
 
Neben der Möglichkeit ein wenig die Geschichte neu zu erleben, bietet der rund 15 Stunden lange Story-Modus eine gelungene Einführung in die Welt von RUSE, denn hier wird man nicht gleich von Anfang an mit allen Möglichkeiten des Titels erschlagen, sondern schön sachte, Schritt für Schritt an alle wichtige Komponenten herangeführt. Generell ist das eigentliche Spielfeld und die Spielmechanik sehr einfach gestrickt, doch mit den gestellten Aufgaben wächst die Herausforderung kontinuierlich. Bricht man alles auf die einfachsten Komponenten herunter, so verbirgt sich hinter RUSE ein einfaches Stein-, Schere- und Papier-Prinzip, was aber in der hier gebotenen Form zu einem klasse Strategiespiel zusammengeführt wurde. Doch schön der Reihe nach: Eine Partie/Mission in RUSE wird in Form eines Strategietisches dargestellt, die man stufenlos hin- und herdrehen, ein- und auszoomen kann. Betrachtet man den Tisch aus der Ferne, erblickt man einfache Chips, die eure Truppen darstellen, befindet man sich hingegen in der höchsten Zoomstufe, sieht man genau, wie sich eure Truppen durch die Wälder kämpfen und auf den Feind stoßen. Alleine diese gelungene Form der Darstellung macht RUSE zu einer Besonderheit auf den Konsolen, denn kaum ein Strategiespiel lässt sich so einfach mittels Gamepad navigieren, ist in seiner Darstellung so klar und dabei noch sehenswert. Vielleicht mag es nicht unbedingt das offensichtlichste Feature sein, welches uns unter anderem überzeugt hat, aber der Wechsel der Perspektiven lässt euch entsprechend das Spielgeschehen ganz anders erleben. Mit dem Blick auf dem gesamten Taktiktisch gerichtet, sieht man die Truppen in Form von Chips, während die Musik im Hintergrund deutlich dezenter wiedergegeben wird. In dieser Phase kann man seinen nächsten Zug in aller Ruhe genau planen. Zoomt man aber wieder tief in das Kriegsgeschehen rein, so baut sich die entsprechende Soundkulisse mit Donner und Explosionen auf. Das Wechselspiel zwischen den bedächtigen Taktikparts und der actiongeladenen Echtzeitstrategie ist eine große Stärke des Titels und funktioniert nicht nur in der Kampagne, sondern auch im Spiel mit seinen Freunden via Online-Modus.
 
Auf dem Schlachtfeld
 
Die Navigation auf dem Schlachtfeld ist sehr intuitiv gehalten und geht auf der Xbox 360 und PlayStation 3 via Gamepad nach einer kurzen Einspielzeit recht einfach von der Hand. Viele ähnliche Befehle sind einfach auf einer Taste untergebracht worden, so dass man beispielsweise nach der Wahl einer Einheit innerhalb der Menüs auch mit der selben Taste diese Platzieren kann. Mit Hilfe der Schultertasten werden alle Truppen zu einer Gruppen vereint, während man innerhalb dieser sogar zwischen den verschiedenen Typen switchen kann. Überhaupt scheint das gesamte Spiel sehr darauf ausgerichtet zu sein, auch auf den Konsolen eine gute Figur zu machen, denn alle Gameplay-Elemente in RUSE sind einfach gehalten, wobei das Ganze immer noch eine echte Herausforderung bietet.
 
Eine Besonderheit im Spiel sind die sogenannten "Ruses", mit deren Hilfe ihr für kurze Zeit euren Truppen eine spezielle Stärke zukommen lassen könnte. Die Nutzung einer List (das bedeutet Ruse nämlich übersetzt) kann im richtigen Moment euch entscheidende Vorteile im Kampf bringen. Ist es beispielsweise nötig sehr schnell ein Gebiet einzunehmen, so ist es ratsam die Blitzkrieg-List einzusetzen, während man mit der Funkstille sich unbemerkt in die feindlichen Territorien vorkämpfen kann. Eine List kann auch mit einer anderen kombiniert werden, so dass man beispielsweise einen Scheinangriff inszeniert, während man hinterrücks zum Angriff ausholt. Wer die Möglichkeiten des Spiels ausschöpft, der wird nicht nur als gefeierter Stratege vom Platz gehen, sondern erkennt auch die Güte hinter diesem scheinbar simplen Spiel. Ähnliches lässt sich auch vom Kriegsuntergrund berichten, denn wer genau weiß, wie diese zum eigenen Vorteil genutzt werden können, der ist dem Feind immer einen Schritt voraus. Einfache Bodentruppen beispielsweise haben überhaupt keine Chance im direkten Kampf mit Panzereinheiten. Verschanzt man diese Truppen aber beispielsweise in einem Waldgebiet oder hinter den Mauern einer Stadt, so sind sie in der Lage aus einem Hinterhalt anzugreifen und so schweren Schaden beim Feind anzurichten.
 
Von einem typischen Strategispiel erwartet man neben der Kommandierung der Truppen auch das Einsammeln von Ressourcen und dem Produzieren neuer Waffentypen und Basen. Diese Parts sind zwar in RUSE ebenfalls vorhanden, allerdings in ihrer Ausprägung auf ein Minimum reduziert. Vielmehr will man sich bei diesem Titel auf den Taktikpart konzentrieren, der es unter anderem auch erfordert aus der breiten Palette an Kampfeinheiten, die richtigen zu wählen. Unterschiedliche Panzer-, Flug-, Abwehr- und Bodeneinheiten müssen zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort platziert werden. Das Einnehmen einer Stadt aus der Luft gelingt mit Fallschirmspringern, während man die feindlichen Flugzeuge mittels Flugabwehrsystem in Schacht hält. Immer wieder genießt man die Freiheit selbst entscheiden zu dürfen, wie man den Gegner in die Knie zwingen möchte, aber nur wer weiß, was er tut, gelingt das im Handumdrehen. Viele Wege führen dabei zum Ziel. In speziellen Missionen hingegen, wird euch das gesamte Spielprinzip aufgedrückt, in dem euch nur eine gewisse Anzahl und nur bestimmte Typen an Einheiten zur Verfügung gestellt werden. Hier gilt es alle Gegebenheiten und Listen effektiv zu nutzen und die richtigen Einheiten gegen die entsprechenden Feinde einzusetzen. RUSE ist ein Titel für Gamer, die sich gerne in solche kniffligen Situationen begeben.
 
Das gesamte Spielprinzip lässt sich auch sehr schön in den Multiplayer übertragen, der durch die erlernten Fähigkeiten im Singleplayer, zu ausufernden Schlachten mit Freunden führt. Hier können wie beim Brettspiel Risiko (der Vergleich ist einfach treffend) viele lange Abende draufgehen. Doch nicht nur der Multiplayer bietet einen Mehrwert, denn in den Menüs findet man noch die Optionen bestimmte Kriegsschauplätze in den verschiedenen Rollen (Alliierte oder auch Achsenmächte) zu spielen.
 
RUSE und PlayStation Move
 
Das Spielprinzip hinter RUSE erlaubt es dem Spieler ganz entspannt mit dem Gamepad seine strategischen Züge komfortabel einzugeben. Im Prinzip funktioniert hier alles tadellos. Wer im Besitz eines PlayStation-Move Controllers aber ist, der kann das selbe Spielerlebnis mit der Bewegungssteuerung genießen. Zwar mag der Mehrwert dieser Steuerung nur gering sein, aber er zeigt uns sehr deutlich auf, welche Richtung bei Spielen dieser Art eingeschlagen werden kann. Der PlayStation Move-Controller ist aber nur ein Bestandteil dieser Steuerung, denn schließlich wird ein Navi-Controller (bzw ein DualShock3) ebenfalls zum Spielen benötigt. Mit einfachen Bewegungen nach oben oder unten, kann stufenlos gezoomt werden, während man mittels Pointer genaue Positionen für Truppen und Basen wählen kann. Das Niveau einer Maussteuerung ist somit zwar noch nicht erreicht, aber mit ein wenig Übung geht das Spiel mit PlayStation Move sehr einfach von der Hand. Wir haben euch ein kleines Video aufgezeichnet, damit ihr das Ganze besser einschätzen könnt:
 
 
Positiv:
 
+ passende Gamepad-Steuerung (plus PlayStation Move Unterstützung)
+ ausgefeiltes Spielprinzip, mit guten Balancing, welches gerade im Multiplayer schön greift
+ für ein Strategispiel ist das Ganze klasse in Szene gesetzt
 
Negativ:
 
- will man detaillierter bestimmte Truppen wählen, wird es etwas unübersichtlich
- elementare Bestandteile eines Echtzeitstrategie-Spiels wurden zurückgeschraubt
 
 
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VOID

Fazit

Pro
 
Contra
 
Becks
Strategiespiele auf der Konsole muss man schon mit der Lupe suchen, da ist es doch erfreulich, wenn eine der wenigen Veröffentlichungen auch gleich ein rundum gelungenen Titel darstellt. RUSE funktioniert mit dem scheinbar einfachen, aber durchdachten Spielprinzip und der zugeschnittenen Steuerung ganz hervorragend. RUSE lädt dazu ein, ganz in Ruhe strategische Planungen durchzuführen, während die Action im passenden Moment angezogen wird. Der Vergleich mit dem Brettspiel "Risiko" liegt hier einfach auf der Hand, denn auch RUSE lebt vom prinzipiell einfachen Spielaufbau, aber der Möglichkeit sich stundenlang strategisch auszutoben. Lernt man die Fähigkeiten seiner Truppen zu nutzen, offenbart sich das packende Spielprinzip und das befriedigende Gefühl als Sieger aus der Schlacht hervorzugehen.
 

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