UFC Undisputed 2010 - Review

UFC Undisputed 2010

Bild hier droppen

Review
PS3
18
 
"Beim Boxen geht´s um Anerkennung. Darum sie zu gewinnen und seinem Gegner zu nehmen!"
 
Ultimate Fighting hat es in unserer Gesellschaft nicht leicht. Der Grund ist offensichtlich, denn hierbei handelt es sich um eine äußerst brutal geführte Sportart. Doch was unterscheidet Ultimate Fighting eigentlich von Boxen oder Judo, welches sogar olympische Sportarten sind und nicht um Anerkennung kämpfen muss. Nun, die Sache hat zwei Gründe. Zum Einen ist Ultimate Fighting kein Kampfstil, sondern eine Sportart welches alle Kampfstile der Welt in einem Ring vereint. Das wirkt für die meisten Zuschauer, welche sich im Kampfsport weniger auskennen oft wie eine wüste Prügelei. Ausserdem wird in Ultimate Fighting nicht nur im Stehen, sondern auch am Boden gekämpft, was zur Folge hat, dass viele Kämpfe ziemlich brutal wirken, wenn ein Kontrahent dessen Gegner gerade zu Boden gegangen ist, über ihn herfällt. Zum Anderen hat Ultimate Fighting zu Beginn ihrer noch relativ jungen Geschichte einen schlechten Start gehabt. Die ersten Kämpfe der Siebziger waren mit nur wenig Regeln bestückt und dies führte selbst in dem so gewalttoleranten Land wie die USA zu Verboten in vielen Bundesstaaten. Erst über die Jahrzehnte begriffen die Organisatoren, dass die Sportler durch bessere Reglementierungen mehr geschützt werden müssen. Inzwischen hat der Weltverband UFC (Ultimate Fighting Championship) in Zusammenarbeit mit den Regierungsbehörden einen für alle Länder gültigen Regelkodex konzipiert. Trotzdem ist in vielen Ländern Ultimate Fighting verpönt und dazu gehört auch Deutschland. Nachdem das DSF (heute: Sport 1) einige Veranstaltungen der UFC übertragen hat, wurden diese durch die Bayerische Landeszentrale für neue Medien aufgrund der brutalen und blutigen Szenen verboten. Doch die UFC gibt nicht auf, da die Fangemeinschaft dieser Sportart stetig grösser wird. Neben einer Klage gegen das Übertragungsverbot, wird hier in Deutschland weiter auf die Marketingtube gedrückt. So ist es also nicht verwunderlich, dass auch die Konsolenabteilung ihren Teil dazu beträgt und jedes Jahr ein neues Spiel veröffentlicht. Die Undisputed-Serie existiert allerdings erst seit letztem Jahr und stellt das Prunkstück der Spielsammlungen dar. Da der letztjährige Teil von den Spielern und Kritikern sehr gut aufgenommen wurde, entschied sich THQ natürlich für eine Fortsetzung. Diese liegt uns nun vor und es bleibt abzuwarten, ob hier ausreichend Potenzial vorliegt um Konkurrenzprodukten wie "EAs Fight Night" gefährlich werden zu können.
 
 
Inhalt
 
Das Messen der körperlichen Kräfte in Form von Zweikämpfen ist wohl die älteste Sportart der Menschheitsgeschichte. Bereits die Urmenschen haben sich wahrscheinlich schon wegen einer Frau oder um ein Stück Fleisch geprügelt. Dabei galt immer das Recht des Stärkeren und irgendwie ist das auch heute noch so. Im alten Rom gab es die Gladiatorenkämpfe, welche hart und brutal geführt wurden, ohne Rücksicht auf die Gesundheit des Gegners zu nehmen. Selbst der Tod war eine akzeptable Art den Kampf für sich siegreich zu bestreiten. In der Neuzeit haben diese Schaukämpfe zwar keine Tötungsabsichten mehr, der Sinn hinter der Bezwingung der körperlichen Konstitution des Gegners ist aber die Gleiche geblieben. Mit dem Voranschreiten zur heutigen Zivilisation hin, ist der Kampfsport zwar weiterhin präsent, aber schon lange nicht mehr so brutal und blutig wie früher. Das strikte Regelwerk und der Schutz der Gesundheit haben in allen legalen Kampfsportarten oberste Priorität. Die meisten dieser Sportarten beschränken sich auf Techniken, die nur mit Schlag- oder Wurftechniken arbeiten. Bei Ultimate Fighting ist dies anders. Hier wird von Faust- und Fußschlägen, über Judowürfe, bis hin zu Ringertechniken alles vereint. Dieser Mix an verschiedensten Kampfstilen macht den Reiz dieses Sports aus. Aufgrund dieser vielen Facetten bestehen somit auch eine Menge Möglichkeiten den Sieg davon zu tragen. Das bloße K.O. schlagen des Gegners ist genauso effektiv, wie ihn auf dem Boden in einen schmerzhaften Hebelgriff zu nehmen und ihn damit zur Aufgabe zu zwingen. Die Kämpfe werden in einem achteckigen Ring durchgeführt, einem sogenannten Oktagon, der mit hohen Zäunen umringt ist damit kein Kämpfer herausfällt, bzw. sich in einer Ecke verstecken kann. Der Kampf geht in der Regel über 3x5 Minuten, was zwar kurz klingt aber aufgrund der extrem kraftraubenden Sportart geht ein Aufeinandertreffen meist nicht über die volle Distanz. Der Verband UFC hat die Kämpfer ähnlich wie beim Boxen in verschiedene Gewichtsklassen aufgeteilt, welche sich vom Leichtgewicht (ab 67 kg) über fünf Klassen bis hin zum Schwergewicht (bis 120 kg) gliedern. In jeder Gewichtsklasse gibt es einen UFC-Champion, der ähnlich wie beim Boxen nur durch eine Niederlage in einer Titelverteidigung entthront werden kann. UFC Undisputed 2010 enthält genau diese Komponenten, welche diesen Sport prägen. Neben den Titelkämpfen und deren Titelverteidigungen, kann der Spieler auch gewöhnliche Schaukämpfe absolvieren, indem er von Anfang an auf über 100 originale Kämpfer der UFC-Szene Zugriff hat. Wem das nicht genügt kann einen eigenen Spieler über einen Editor erstellen, welcher vom Umfang der Optionen her nicht übertrieben voll ist, aber trotzdem genug Möglichkeiten bietet einen einzigartigen Kämpfer zu erschaffen. Wer bei der Namensvergabe und Geburtsort auf eine Vorlage zurückgreift, profitiert später bei der Vorstellung der Gegner beim Einlauf in den Ring. Der Ringsprecher introniert dann den ausgewählten Namen, was irgendwie schon cool wirkt, wenn man das Glück hat unter den Vorlagen seinen Namen zu finden. Desweiteren stehen verschiedene Original-Schauplätze zur Verfügung in denen gekämpft werden kann. Von der Trainingshalle bis hin zum grossen Madison Square Garden in New York. Neben den Schaukämpfen und dem bereits erwähnten Titelmodus gibt es auch noch die Kampagne. Hier kann der Spieler mit seinem extra dafür erstellten Spieler die Jagd nach dem Titel von ganz unten beginnen. Als Amateur arbeitet man sich über Trainingskämpfe in die Profiliga. Doch dort beginnt die Schinderei erst richtig. Der Spieler hat hier nicht nur die Möglichkeit Kämpfe festzulegen und zu bestreiten, er ist auch für ein ausgewogenes Training und brauchbares Sparring verantwortlich. Ist dies effektiv, erhält man die Möglichkeit seine Profilwerte über ein Punktesystem zu verbessern. Dies ist sehr ausgeklügelt aufgebaut, denn jede der über sechzehn Fähigkeiten will trainiert werden, wenn der Spieler diese nicht verlernen will. Es nützt also wenig sich nur auf Faustschläge oder Clinches zu verlassen. Die späteren Gegner werden eure Schwächen ausmachen und diese gnadenlos ausnutzen. Somit muss der Spieler ein gutes Management beweisen, um einen fähigen Kämpfer in den Ring führen zu können. Ist dieser Erfolg bewerkstelligt kommen auch schon die Sponsoren, welche euch Boni auf eure Anerkennung geben, die ihr mit jedem Kampf erhaltet. Nur mit dieser Anerkennung ist es euch möglich gegen die ganz Großen anzutreten und irgendwann erhaltet ihr vielleicht die Möglichkeit auf einen Titelkampf. Doch geht es in der Kampagne nicht nur nach oben. Wer einige Kämpfe in Folge verliert, muss den Gang in die unteren Regionen der UFC zurück antreten und sich erneut mühsam die Anerkennung erarbeiten, um gegebenenfalls eine zweite Chance zu erhalten. Neben dem bloßen Trainieren und Kämpfen erwarten den Spieler aber noch viel mehr Neuerungen, wie das fortgeschrittene Sparring in speziellen Gyms, das Knüpfen von Freundschaften mit anderen Kämpfern und das Führen von Interviews mit der Presse. Diese haben allerdings schnell den Hang lästig zu werden, da oft die gleichen Fragen erscheinen und diese meist belanglos rüber kommen. Sie wirken zwar stimmungsvoll und gut inszeniert, allerdings wäre hier weniger mehr gewesen. Alles zusammen bietet der Kampagnenmodus aber einen durchaus beeindruckenden Umfang und bereitet dem Spieler eine gute Grundlage für viele Spielabende. Höchstens das überaschende und jähes Ende der Sportlerkarriere nach zwölf Jahren knickt hier ein wenig die Motivation, da es leider keine Möglichkeit gibt diese zu umgehen.
 
 
Grafik und Akustik
 
Der Hype um die Fortschritte des Grafikstils, beziehungsweise das stetige Einfordern von noch besseren Details macht besonders vor der Sportsparte nicht Halt. UFC Undisputed 2010 hingegen gibt sich da erfreulicherweise keine Blöße. Wer schon vom Vorgängertitel begeistert war, wird bei diesem Titel sogar seine helle Freude erleben. Schon das ganze Drumherum wirkt sehr detailfreudig und atmosphärisch, sowohl die Zuschauer, als auch das Oktagon. Während Ringsprecher Bruce Buffer mit seiner unverkennbaren Stimme die Kämpfer ankündigt, sehen wir neben dem sexy Nummerngirl die tobende Masse und die sich vorbereitenden Kämpfer. Stimmig und perfekt wird der Spieler in die Arenaatmosphäre mit einbezogen. Doch besonders die Kämpfer selbst stehen hier klar im Vordergrund und beeindrucken durch ihre realistischen Körperbewegungen und Gesten. Den muskulösen Körpern ist jede Muskelpartie perfekt anzusehen und selbst der Schweiß sieht so unglaublich genial aus, dass man sich fragt wie dies noch gesteigert werden kann. Doch der wichtigste Punkt ist die Bewegungsanimation während des Kampfes. Sicher wurden hier gewisse Rahmenbedingungen geschaffen, doch diese sind so umfangreich, dass der Spieler das Gefühl vermittelt bekommt selbst nach einigen Dutzend Spielen noch nicht alles gesehen zu haben. Faustschläge, Clinches und Bodenkämpfe, alles wirkt homogen und aus einem Guss. Nur wenige unrealistische Bewegungsabläufe sind festzustellen und fallen wahrscheinlich nur dem geschulten Auge auf. Besonders heben sich hier die Verletzungen hervor. Umso mehr Schläge der Kämpfer einstecken muss, umso schlechter stellt sich sein optischer Zustand dar. Die Körperhaltung verändert sich, sowie Cuts und Beulen zeichnen sich auf dem Gesicht ab. Selbst das Blut spritzt dann reichlich und rinnt an den Körpern der Protagonisten herunter. Allerdings, erreicht das Blut den Boden, verpixelt die Kontur ein wenig. Dies ist aber kaum der Rede wert und eher jammern auf hohem Niveau. Geht ein Kämpfer K.O. können wir dies noch einmal in der Zeitlupe und in Nahaufnahme begutachten. Hier sehen wir dann in einer Slow-Motion wie der Knockout beim Gegner einschlug und erkennen die Detailverliebtheit der Entwickler. Besonders die Kameraführung sollte positiv erwähnt werden. Der Zaun wird optimalerweise immer ausgeblendet, ebenso wie der Schiedsrichter. Das heißt also dass der Kamerawinkel nicht zu hoch ist und der Zoom gut vor den Kämpfern eingerichtet wurde, ohne störende Dinge im Weg zu haben. Dies vermeidet auch unnötig schnelle Seitenschwenks die den Spieler nur irritieren würden. Auch die Ladezeiten halten sich trotz der hochklassigen Grafik in einem absolut akzeptablen Rahmen, was wieder einmal mehr bestätigt dass grafisch hochwertige Spiele nicht automatisch lange Ladezeiten ausgesetzt sind. Vor und während des Kampfes unterstützen zusätzlich die beiden Moderatoren die Kulissen mit Kommentaren die einem fast das Gefühl einer Live-Übertragung vermitteln. Das Geschehen im Oktagon wird präzise kommentiert und auch die Stimmlage wirkt emotional und realistisch. Gerade in den ersten Spielen wirkt dies äußerst beeindruckend und erst später bemerkt man wie diverse regelmäßige Wiederholungen die tolle Illusion ein wenig zerstören. Doch nicht nur die Kommentatoren leisten gute Arbeit, auch die Zuschauerkulisse geht richtig mit und passt sich dem Kampfgeschehen ausgezeichnet an. Ist der Kampfverlauf eher ruhig und hält sich längere Zeit in aktionslosen Bodenkämpfen auf, wird es ruhig auf den Stühlen und nur vereinzelte Zwischenrufe und diverses rhythmisches Klatschen macht sich bemerkbar. Geht aber die Action ab oder der Kampf eskaliert gerade in eine wüste Schlägerei beginnt das Publikum mit atemberaubendem Lärm für richtige Stimmung zu sorgen. Das Poltern im Ring ist dann kaum mehr wahrzunehmen. Der Soundtrack beschränkt sich ausschließlich auf die Menüführung, ist aber mit ihren eingehenden Tracks gut anzuhören und versetzt den Spieler schon vor Beginn der Kämpfe in eine hervorragende Stimmung.
 
 
Gameplay und Steuerung
 
Simulation und Arcade, das alte Streitthema unter den Gamern könnte auch in UFC Undisputed 2010 einen Diskussionsbedarf erfordern. Das Grundproblem hierbei ist meist die Herangehensweise an das Spiel. Zum Einen bietet ein arcadelastiges Spiel dem Spieler schneller mehr Freude, ohne ein langwieriges und teilweise frustrierendes Erlernen des Spielprinzips erleiden zu müssen. Zum Anderen bieten Simulationen aber ein weitgehend tieferes Konzept, was nicht nur ein in der Regel längeres Spielvergnügen bietet, sondern auch wesentlich mehr Möglichkeiten in der Umsetzung des Gameplays ermöglicht. Nun, UFC Undisputed ist ganz klar ein Spiel der tiefer gehenden Ebene, was nicht nur mit der komplexen Steuerung zusammen hängt. Obwohl diese gegenüber dem Vorgänger entschlackt wurde, bietet sie dennoch eine umfangreiche und hoch komplexe Struktur. Der Spieler muss bedenken, dass die Kämpfe in drei verschiedenen Aktionen durchgeführt werden. Zum Einen ist da der Faust- und Fußkampf, welcher neben dem Blocken auch noch das Kontern und das Auspendeln des Oberkörpers beinhaltet. Als Nächstes wäre da der Clinch. Der stehende Ringkampf erlaubt eine Menge verschiedener Halte- und Stoßtechniken, welche meist dazu genutzt werden dem Gegner fiese Tritte und Schläge zu verpassen oder ihn idealerweise mit einem gekonnten Wurf auf die Matte zu schicken. Desweiteren gibt es dann noch den Bodenkampf, mit seinen bekannten Aufgabegriffen oder auch Submissions genannt. Gerade der Bodenkampf besitzt eine sehr tiefgehende Steuerung welche verschiedene Griffe, Körperverlagerungen und Submission, sowie Konter und Befreiungsschläge ermöglicht. All das zusammen ist nur der grobe Rahmen dessen was bei UFC Undisputed 2010 möglich ist. Einen perfekten Kampf mit zusätzlichen Kampfstilen auszuführen bedarf einer äußerst langwierigen und intensiven Beschäftigung mit der Steuerung. Wer dieses Spiel kauft sollte sich im Klaren sein, dass es einige Zeit braucht um das volle Potenzial auszuschöpfen. Doch geht der Spieler diesen steinigen Weg, wird man mit einer grandiosen Spieltiefe belohnt. Schon das Tutorial zeigt welchen Umfang dem Spieler in Sachen Steuerung erwartet und der Spieler bemerkt schnell, dass es mit zehn Minuten nicht getan ist um sich mit dem Spiel vertraut zu machen. Leider wird das Tutorial etwas trocken herübergebracht und der Lerneffekt stellt sich nicht so gut ein wie man es sich bei solch einem Spiel wünschen würde. Allein das komplexe Verhalten der Protagonisten auf verschiedene Elemente des Spiels benötigt eine Menge Zeit, bevor der Spieler Situationen erkennen und richtig bewerten kann. So steht oft die Ausdauer des Kämpfers im Vordergrund und der Spieler reibt sich verwundert die Augen wieso der Kämpfer zu Boden geht, obwohl man seit einer Minute wie ein Irrer auf die Deckung des Gegners prügelt. Das liegt einfach daran, dass der eigene Kämpfer so erschöpft ist, dass er dem harten Punch nichts mehr entgegen zu setzen hat. Es ist also unumgänglich die Fähigkeiten und das Ausdauervermögen des Protagonisten auszumachen und dementsprechend seine Taktik auszuarbeiten. In bestimmten Phasen des Spiels ist der Kämpfer so sehr angeschlagen, dass eine Verteidigung nur noch träge möglich ist. Das ist der Moment indem der Gegner ihn mit gezielten Schlägen umhauen und mit sogenannten „Dirty Punches“ am Boden den Rest geben kann. Wichtig ist es zu wissen, dass K.O. nicht gleich K.O. bedeutet. Geht der Gegner zu Boden, ist aber noch kampffähig, wird der Kampf nicht unterbrochen. Es bietet sich also an, zügig den Gegner auf dem Boden festzunageln bevor er wieder aufsteht. Erst wenn der Ringrichter eingreift ist der Kampf siegreich beendet. Ihr seht also das "Mixed Martial Arts" – Kämpfe wesentlich komplexer in ihrer Struktur sind als Boxen. Doch gerade das macht den Reiz dieser Sportart aus. Das Tempo und die Dynamik tun ihr Übriges um den Anspruch zu erhöhen, aber das heißt nicht dass der Spieler kaum Chancen auf einen Sieg hat. Die K.I. ist gerade auf der Anfängerebene sehr anfällig für schnelle Faustkämpfe. Erst im anspruchsvolleren Verlauf der Schwierigkeitsstufen passiert es oft, dass man ausgekontert oder überrumpelt wird und dann nützen einem bloße Faustkämpfe wenig. Viele Kämpfer sind auch in der Lage aus der defensiven Position einen Vorteil zu erringen was den Spieler oft verzweifeln lässt. Auch hier gilt "Übung macht den Meister…, sehr viel Übung!"
 
 
Multiplayer
 
Du wolltest dich schon immer mal mit fremden Leuten prügeln, ohne selbst danach auszusehen wie Axel Schulz nach einem Comeback-Kampf. Kein Problem, dafür gibt es ja den Multiplayer. UFC Undisputed 2010 bietet diesen selbstverständlich an, obwohl hier keine ausgefeilten Extras zu erwarten sind. Neben den erwartungsgemäß einfachen Eins gegen Eins Kämpfen steht dem Spieler auch noch eine interessante "Online Camps" - Option zur Verfügung. Hierbei handelt es sich mehr oder weniger um eine Art Verein oder auch Spielerzusammenschluss, die sich über Sparringseinheiten in der Trainingshalle fit halten und per Headset wichtige Tipps und Hinweise für die zukünftigen Kämpfe geben können. Ausserdem lässt sich hier gut über Taktik und Timing philosophieren. Fühlt man sich danach bereit, kann der Spieler seinen Club gegen Kämpfer anderer Clubs vertreten und durch Siege Belohnungen für die Camps und wichtige Punkte für diverse Ranglisten erkämpfen. Ein interessanter Aspekt dieser Option ist die Tatsache, dass dem Spieler die Möglichkeit gegeben wird mit seinem selbsterstellten Kämpfer aus dem Karrieremodus zu arbeiten, um so Bonuspunkte für die Attribute zu erringen. Sicherlich fehlt es dem Multiplayer etwas an innovativen Ideen und er klappert ein wenig aufgrund des schmalen Umfangs, aber die Richtung des "Online Camps" ist definitiv ausbaufähig und zeigt gute Ansätze für zukünftige Fortsetzungen.
Eine kleine Anmerkung hinsichtlich des Online-Zuganges sollte aber dennoch gemacht werden. Wer dieses Spiel über den Gebrauchtmarkt erwirbt, wird mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit nicht umher kommen fünf Euro für den Zugang zu bezahlen. Dieses leidige Thema ist schade, wird aber wohl in den nächsten Jahren zum Standard der Spieleindustrie.
 
 
Fazit
 
Kann ein Videospiel den Ruf einer Sportart verbessern? Ja es kann, und das sogar richtig gut. UFC Undisputed 2010 macht nämlich eine Sache richtig die essentiell wichtig ist um eine so befleckte Disziplin reinzuwaschen. Sie stellt den Sport und nicht die Gewalt in den Vordergrund. Genau deswegen ist der Schritt hin zur Simulation auch so wichtig. Nur so kann der Spieler verstehen und begreifen, dass es hier weniger um eine wüste Prügelei zwischen zwei mit Testosteron vollgepumpten Stieren geht, sondern um eine komplexe und mannigfaltige Art des Kampfsports. Aus diesem Grund benötigt ein solches Spiel eine akzeptable Spieltiefe und die verleiht THQ ohne Wenn und Aber. Zwangsläufig rührt daher auch eine recht umfangreiche Steuerung, welche dem oberflächlichen Spieler nicht ohne Weiteres von der Hand gehen wird. Viele eintönige Faustkämpfe sind das Resultat, bevor man sich die Mühe macht und tiefer in die Materie abtaucht. Doch dann lohnt sich der Aufwand und das simulationslastige Gameplay belohnt den treuen Spieler mit einer hohen Langzeitmotivation. Die Spieleinhalte geben neben den Schau- und Titelkämpfen zusätzlich eine vom Umfang her tolle Kampagne, die viele verschiedene Optionen wie Sponsoring und Interviews aufgreift. Doch das Prunkstück stellt das Trainings- und Sparringssytem dar. Eine perfekt ausgeklügelte Attributenmatrix fordert den Spieler nicht nur im Ring, sondern auch im Trainingsplan erstellen.
Doch was wäre all dies ohne das entsprechende Schmuckwerk. Auch hier ließen sich die Entwickler nicht lumpen und gaben der schon im Vorgänger beeindruckenden Grafik nochmal eine Schönheitsoperation. Gerade die Bewegungsanimationen der Kämpfer, sowie die Körperphysiologie, insbesondere des Schweißes sind sehr beeindruckend. Man kommt fast in die Versuchung zu sagen: "Mehr geht nicht!", aber wir wissen sehr wohl dass in dieser Sparte ständig Fortschritt herrscht und das lässt uns gespannt auf den Nachfolger schauen. Aber nicht allein die Grafik bringt das Gefühl eines echten UFC-Kampfes auf die Konsole. Auch die perfekte Soundkulisse mit wunderbar gelungenen Zuschauerrufen und einem perfekten Ringsprecher, sowie Kommentatoren die echtes Live-Übertragungsgefühl vermitteln, tragen zum Gesamtbild bei. Das Rundum-Paket passt also und eigentlich kann die Bewertung dieses Spiels nur vom Geschmack des Spielers abhängig gemacht werden. Ein Fan von „Mixed Martial Arts“ der eine Simulation dem Arcade vorzieht, wird dieses Spiel als Genesis des Kampfsportspiels empfinden. Ein Spieler der eher breiteren Masse wird hier wahrscheinlich eher die Nase rümpfen und die verdammt komplizierte Steuerung verachten. Es ist also durchaus ein Versuch wert in die Welt der etwas härteren Gangart abzutauchen, um selbst zu erfahren ob die UFC einen neuen Fan gewonnen hat.
 
 
Positiv:
 
- über 100 originale Kämpfer der UFC
- brauchbarer Kämpfereditor
- Karrieremodus ist sehr gelungen
- perfekt animierte Kämpfer mit realistischen Cuts und Hämatomen
- kurze Ladezeiten
- atmosphärische Kommentare und Publikumskulisse
- hochkomplexer und tiefgehendes Gameplay
 
Negativ:
 
- Kein Spiel für die schnelle Prügelei
- Karriere endet zu schnell
- Pixelblut auf dem Boden
- K.I. im Faustkampf schwach
- kostenpflichtige Freischaltung des Online-Modus bei Gebrauchtspielen
Review teilen
VOID

Fazit

Pro
 
Contra
 
KingK
Wie schon im Einleitungstext erwähnt hat die UFC einen äußerst schlechten Stand in Deutschland. Wenn man sich ein wenig eingehender mit diesem Sport beschäftigt, erkennen wir schnell die wieder einmal unverständliche Propaganda der Medien. Boxen ist eine olympische Disziplin, Judo ist olympisch, Ringen ist olympisch, aber alle diese Sportarten vereint in einem Ring sind verboten. Keine Frage, das schwache Gemüt wendet den Blick ab, wenn ein am Boden liegender Kämpfer mit Faustschlägen bearbeitet wird, aber bei "Mixed Martial Arts" wird nicht auf wehrlose Opfer eingeprügelt. Wie beim Boxen ist auch hier die Gesundheit des Kämpfers das wichtigste Gebot und die Ringrichter sehen genau ob ein Kämpfer noch in der Lage ist sich zu verteidigen. Ist dies nicht der Fall trennt der Ringrichter die Kontrahenten schnell und wenn es sein muss auch mal ruppig. Dieser Sport ist eine Geschmacksfrage und nichts anderes. So wie es bei jeder Sportart der Fall ist, oder mögt ihr etwa Eiskunstlauf?

Weitere Meinungen der consolewars crew

 

Deine Zusatzmeinung zu dieser Review:

Schreibe Deine Meinung hier in einem fliessenden Text. Benutze [RETURN] nur um Absätze zu erzeugen. Versuche nicht mit [RETURN] zu formatieren.
 
Kategorien
«
Grafik (1-5)
»
«
Sound (1-5)
2
»
«
Motivation (1-5)
3
»
«
Spielspass (1-5)
»
consolewars Wertung
«
8/10
»
Kurz & Knapp
N/A
Userwertung
5.9/10
Deine Wertung:
-
/10
+
Speichern
 
BIZ
MULTI
PC
MS
XONE
XBSX
NIN
SWI
PS4
PS5
SON

Andere Kategorien:

CMMT
😃
EMU
FUN
INT
MEDI
MOV
RNT
RMR
NOTE
SIDE
STYL
NGAG
PHTM
XBOX
360
XBLA
GBA
NGC
3DS
N64
NDS
WII
SNES
WIIU
WW
DC
SEGA
ANDR
IOS
SMRT
PS
PS2
PS3
PSN
PSP
VITA

Login

Willkommen auf CW! Wir haben keine Werbung und sind kostenlos!

Wir würden uns auf zukünftige Besuche von dir freuen! Wir nutzen Cookies, um deinen Login, Präferenzen und technische Aspekte deines Aufenthalts zu speichern. Eingebettete Youtube-Videos und Tweets in unseren News und Inhalten setzen ihre eigenen Cookies auf die wir keinen Einfluss haben!

Cookies akzeptieren