ich erzähle die geschichte, dass sozialdemokratisch heißt, ein staat geht keynesiastisch vor.
ergo er setzt selbst aktionen, rettet firmen, schafft anreize, stimuliert die wirtschaft und wartet nicht einfach bis die krise von selbst vorbei ist, wie es liberale und rechte/konservative vordenker predigen würden.
merkel hat opel etc gerettet, merkel hat die kurzarbeit scharf vorangetrieben, merkel hat dafür gesorgt, dass nicht, wie hayek gepredigt hat, die krise einfach von selbst verschwunden ist, da ihr nullpunkt erreicht wurde...merkel hat massiv und erfolgreich entgegengesteuert und damit das problem sozialdemokratisch gelöst.
darum hat die spd so n problem mit ihr, weil ihr ideologie völlig egal ist. es ist ihr egal, was die alten konservativen sagen und denken, es ist ihr egal was in wirtschaftsliberalen büchern steht und es ist ihr egal was sie 2003 noch gesagt hat.
sie ist eine technokratische pragmatikerin und wenn sie lust hat, kopiert sie eben das ganze spd-programm - nur der erfolg zählt
und dabei erwähn ich nicht mal, dass viele wichtige, akute antikrisen-progs noch in der großen koalition mit der spd beschlossen wurden.
@orph..ich red natürlich von der heutigen sozialdemokratie.
Geändert von darkganon (06.02.2012 um 17:15 Uhr)
Something old, Something red, Something new, Something dead
keynes
irre ich mich grade fatal, oder war es seine theorie die den startschuss zur heutigen schuldenkrise gegeben hat?
naja, liegt natürlich dann auch zum großen teil an unserem system der wahllügen etc. und an unfähigen politikern wie kohl, die im prinzip alles auf pump gemacht haben und nichts hinterlassen haben als einen riesen schuldenberg. das vergessen die leute immer, wenn sie die spd als wirtschaftlich unfähig hinstellen.
@ganon es gibt keine sozialdemokratie mehr. ist nur noch ne phrase.
Geändert von Morphic (06.02.2012 um 17:17 Uhr)
Das ist für mich nicht sozialdemokratisch gelöst wurden,sondern effektiv ist hier imo eher angebracht. Das hat imo mit Sozialdemokratie nix zu tun.
eher nicht. nur das, was manche, sagen wir mal tölpel, aus seiner theorie machen.
keynes war immerzu konservativ und pragmatisch. im aufschwung sollte das geld eisern gespart werden, im abschwung ausgegeben. an den ersten teil halten sich aber eben viele nicht und die reaganomics bringen uns ja immer noch alle in teufels küche.
Something old, Something red, Something new, Something dead
du kannst natürlich, wenn du denn magst, alle dinge von ihrer ideologischen grundausrichtung lösen und alles nur noch als eine frage der auswahl betrachten.
dann wäre dein spd-bashing aber auch völlig wirkungslosweil die mittel, die die spd mag, sind ja scheinbar die effektiven.
Something old, Something red, Something new, Something dead
Sparen in den Aufschwungphasen macht sich jedoch meist in Demokratien schwer, da keine Regierung mit dem Vorwand kandidieren wollen, dass sie 4 Jahre lang sparen wollen... zumindst kann ich mir das in den anglo-sachsischen Regierungen nur schwer vorstellen, da deren Wahlen immer wieder wie Penisvergleiche wirken. Sieht man doch an der momentanen GOP Wahl, wo jemand bestimmtes Health Care als tödliches Programm für den Fiskus darstellt und gleichzeitig eine Basis auf dem Mond errichen möchte![]()
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Aktuell trifft das aber den Nerv der Wähler. Die Deutschen wollen, dass die Regierung spart und solide haushaltet, trotz guter Konjunkturwerte.
In Wahrheit spart sie natürlich nicht wirklich, sondern bewegt sich im Schleichgang Richtung Defizitabbau, aber Sparen und Staatsfinanzen werden sicher Themen für den Wahlkampf sein, im nächsten Jahr.
Was Keynes angeht, der wird immer nur in der Krise aus der Schublade gezogen, aber Rücklagen dafür in guten Zeiten ansparen macht keiner. Das würde aber nun mal zu einer antizyklischen Finanzpolitik gehören. Evtl. ist ja die Schuldenbremse ein Anfangspunkt, dass sowas klappt. Könnte man ausbauen und obiges gesetzlich festschreiben -bei soundso viel Überschuss soundso viel zurücklegen und bei soundso viel Defizit soundso viel davon abzweigen für Konjunkturmaßnahmen.
Geändert von Perplex (06.02.2012 um 20:37 Uhr)
Und woher weißt du was die Deutschen wollen? Irgendeine Statstik oder eine Umfrage die du gelesen hast? Ich find solche Ansagen meist zu vage als das sie einen genauen Meinungstrend darstellen können. Wir können davon ausgehen, dass es einen nicht unrelevanten Teil der Bevölkerung gibt, der von Politik und fiskalischen Prozessen kaum ne Ahnung hat. Ihre Reaktion in Form von Wiederwahl wird nur gewährleistet, indem sie Verbesserungen sehen und diese werden meist durch Investitionen getätigt. Defizitabbau ist ein Muss und natürlich von jedem akzeptiert, aber gibt keinen großen Nutzen ab, dass es eine Wahl gewinnen könnte und deshalb glaub ich auch nicht, dass "Sparen" irgendeinen Nerv trifft.
Rein strategisch würd Defizitspending eigentlich nur am Ende der Legislaturperiode machen. Am Anfang Defizitabbau und sparen, sobald Neuwahlen anstehen große Investitionen tätigen. Probleme ergeben sich, wenn Ungeplante oder Ungeachete Entwicklungen sich bahnen, die alles auf den Kopf stellen a la Finanzkriese oder hinsichtlich des Iran-Embargos und möglichen Konflikts zwischen Iran und Israel, entstehende Öl-Shocks wie 1973.
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@mox...du siehst das imho insofern falsch, als das ein signifikanter teil der wähler immer davon ausgeht, es gäbe bei der regierung massives einsparungspotential.
ergo sind die wähler prinzipiell immer für sparen, solange sie nur das gefühl kriegen, alle schichten der bevölkerung müssten gleichzeitig sparen. das da gefühl und realität zuwiderlaufen, ist natürlich eine unverhinderbare tatsache.
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Weiß nicht ob man das gesetzlich festschreiben sollte. Jede Krise ist anders und erfordert anderes Gegenlenken. Wir bräuchten einfach ein Vernünftigeres Handeln der Politiker. Im Grunde sind auch die Garantien für Griechenland illegal, man handelt halt nach Bedarf. Und wenns ums Sparen geht sollte der Staat bei ausufernden oder unsinnigen Projekten beginnen. Anstatt Stuttgart 21 etc. hätte man lieber die armen Städte am Rhein von der Bahn befreien sollen..... ist nur ein armseeliges Beispiel von Vielen. Und das man in guten Zeiten was zurücklegen sollte ist eigentlich normaler Menschenverstand (oder zumindest sinnvoll investieren).
Ich bin mit Merkel, Schröder und der vergangenen großen Koalition nicht zufrieden, klar handelt sie und die Zahlen stimmen (die helfen nur nicht jedem). Sozial sehe ich sie trotzdem nicht und auch bei Griechenland und der Bankenkrise werden imo zu viele Fehler gemacht beziehungsweise geht es zu langsam voran. Wenn sie so weitermachen, dann sollten sie Griechenland den Gefallen tun und es aus der Eurozone entlassen, wird uns wahrscheinlich nicht mehr kosten als dieser Zähe Rettungsvorgang der imo zum Scheitern verurteilt ist (ohne Eurobonds und einer wirklich gemeinsamen Regierung) . Wir zwingen ein Land dazu sich kaputt zu sparen und wollen es behalten, widerspricht sich und so wird das ne endlose Geschichte, selbst bei größeren Anstrengungen Griechenlands.
Die Griechen sollten natürlich ihre Steuern eintreiben, 14 Monatsgehälter sind auch nicht nötig, griechische Steuerflüchtlinge sollte man ausnehmen wie ne Weihnachtsgans und das Geld in die Förderung der griechischen Wirtschaft stecken. Alles normal. Aber da die "Geldgeschenke" zum Großteil so oder so nicht in Griechenland ankommen ist es dort nur ein Haircut für die Bewohner mit einer drohenden gewaltigen Rezession.
Erstens sind, denke ich mal, die Beispiele in Europa erschreckend genug, die zeigen, was passiert wenn man die Staatsschulden aus dem Ruder laufen lässt. Dauerkrise und mediale Beschallung erreichen auch die Schichten, die sich über BILD informieren.Und woher weißt du was die Deutschen wollen? Irgendeine Statstik oder eine Umfrage die du gelesen hast? Ich find solche Ansagen meist zu vage als das sie einen genauen Meinungstrend darstellen können. Wir können davon ausgehen, dass es einen nicht unrelevanten Teil der Bevölkerung gibt, der von Politik und fiskalischen Prozessen kaum ne Ahnung hat. Ihre Reaktion in Form von Wiederwahl wird nur gewährleistet, indem sie Verbesserungen sehen und diese werden meist durch Investitionen getätigt. Defizitabbau ist ein Muss und natürlich von jedem akzeptiert, aber gibt keinen großen Nutzen ab, dass es eine Wahl gewinnen könnte und deshalb glaub ich auch nicht, dass "Sparen" irgendeinen Nerv trifft.
Zweitens ist das Thema immer mit dem Argument der "Lasten der nachkommenden Generationen" verknüpft. Das zieht bei jedem.
Geändert von Perplex (06.02.2012 um 21:17 Uhr)
das ist mir schon klar, aber wie oben gesagt: Einsparungen erwartet jeder, aber diese gewinnen keine Wahl bzw. trifft nicht den Nerv irgendeiner Wähler-Zielgruppe.
Was rational Sinn macht und was Wähler gewinnt sind aber nicht immer die gleichen Sachen. Klar, in Deutschland läuft alles noch gemäßigt ab, aber wenn du dir Extrembeispiele wie die USA anssiehst, dann merkst du das Massen wohl kaum mit Sparplänen zu begeistern sind.
Geändert von MoX (06.02.2012 um 21:15 Uhr)
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Die Deutschen sind aber nunmal keine Amerikaner.
Defizitabbau und Schulden machen oder -nicht machen war schon immer Wahlkampfthema. Schäuble wird sich ganz sicher damit brüsten, wie weit er mit dem Defizitabbau vorangekommen ist, am Besten noch besser als geplant, Merkel wird das in ihren Wahlkampfthemen aufgreifen und die Leute werden dazu klatschen. Das die FDP mit ihrer Steuersenkerei beim Volk nicht ankam und die Bürger mehrheitlich (und das war afaik durch Umfragen belegt) keine Steuersenkung wollten lag daran, dass man das Geld lieber im Schuldenabbau sehen wollte. Das war nämlich das Argument: Deutschland verschuldet sich immer weiter und die FDP plant sinnlose Steuergeschenke. Das wirkte unseriös. Und gerade jetzt in der Staatsschuldenkrise, in der das Thema den Menschen besonders in den Köpfen präsent ist, wird das im Wahlkampf ein Argument sein.
Sicher, wenns ans konkrete geht, nimmt die Begeisterung zum Sparen wieder ab. Bei Bildung oder Kita-Ausbau soll nicht gespart werden. Aber der generelle Konsensus dürfte sein: Schuldenabbau/keine neuen Schulden machen.
Geändert von Perplex (06.02.2012 um 21:40 Uhr)
hmm, da kann sich der schäuble (der einen ordentlichen job macht) aber nicht so gut mit brüsten wie ein gewisser peer steinbrück, der hatte nämlich einen fast ausgeglichenen haushalt vorzuweisen vor der krise. aber natürlich eine vernünftige und wahrscheinliche wahlkampftaktik, mit dem erweiterten bonus, dass die fdp lächerlich gemacht wird. wunderbar, könnte die letzte wahl sein wo die fdp noch nicht bei den sonstigen zusammengefasst wird
(man wird wohl noch träumen dürfen)
Würden die Bürgschaften für Griechenland eigentlich auch fällig, wenn es nicht mehr in der EU wäre?
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Da haben die uns ja eine schöne Suppe eingebrockt. Warum sollte man ein Volk bei so einer mickrigen Entscheidung auch fragen? Die Deutschen funktionieren am besten in einer Führokratie / Agokratie (ich erhebe Patentansprüche auf diese Neuschöpfung).![]()
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Die hat Putin schon und nennt sich "gelenkte Demokratie"![]()
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