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Wii U Hands-On: Episode 3

Der dritte und finale Teil des großen Hands-On-Feature zur Wii U. Dieses Mal beschäftigen wir uns mit Mario, Zombies und einem großen Themenpark.

Samstag, 30. Juni 2012 um 13:33 von HatWolf

Willkommen zur letzten Episode vom Consolewars Wii U Hands-On. Nachdem nun Hardware und die erste Hälfte der Spiele besprochen wurden, folgt nun der Abschluss mit Mario, Zombies und einem Themenpark rund um Nintendo. Da das Wii U Gamepad nur bedingt im Einsatz von Action-Spielen überzeugen konnte, gehen wir nun der Frage nach, ob der neue Controller dafür bei Jump’n Runs, Minispielen oder vielleicht sogar Shootern glänzen kann.


Das neue 2D-Mario hat wenig Neuerungen im Gepäck

Nachdem Nintendo nun den 3DS ohne ein Mario zum Launch schickte, wollte man den Fehler bei der Wii U nicht wiederholen und bringt mit New Super Mario Bros. U den vierten Teil der neuen 2D-Hüpfreihe mit Mario heraus. Die Demo machte aber wenig Lust auf mehr. Große spielerische Änderungen zum Wii-Vorgänger gibt es im Grunde gar keine, zumal im Mehrspielermodus vier von fünf Spielern die Wiimote weiterhin seitlich nutzen, um Mario und Co. durch die Level zu bringen. Dabei werden die Wiimotes und auch das Wii U Gamepad beim Spielen geschüttelt, um ein wenig länger beim Springen in der Luft zu bleiben; eine unerträgliche Steuereigenschaft, die sich mit der Wii eingebürgert hat und die wir hoffentlich auf der Wii U bald aussterben sehen. Weiterhin mit den selben Figuren (Mario, Luigi, namenloser blauer Toad, namenloser gelber Toad) ist das Gehüpfe zu viert zwar immer noch unterhaltsam, bietet aber zu wenig Neues. Ein paar neue Power-Ups hier und Baby-Yoshis da reichen nicht aus, um die Fortsetzung wirklich zu rechtfertigen. Im Mehrspielermodus kann der fünfte Spieler den anderen vier per Touchscreen auf dem Gamepad zur Hilfe eilen, indem er neue Plattformen platziert oder Gegner ablenkt. Bisher wirkte der fünfte Spieler dabei aber auch immer wie das fünfte Rad am Wagen, nicht nur weil diese unterstützende Hilfeleistung meist völlig überflüssig war, sondern auch weil er nicht direkt am Spiel teilnehmen konnte. Am Ende ist es doch wesentlich spaßiger mit Mario über Gumbas zu hüpfen, als selbigen dabei zuzuschauen. Die beste Änderung am Spiel ist daher eher kosmetischer Natur: Der Sprung von SD-Grafik zu HD-Grafik. Man kann New Super Mario Bros. nicht ganz absprechen, dass die hochauflösende Optik doch was hermacht. Die neuen Details in Hintergründen, Gegnern und Figuren durch die bessere Auflösung sehen sehr gut aus, auch wenn es technisch wohl keine hohen Ansprüche an die Wii U stellt. Insgesamt bleibt aber New Super Mario Bros. U ein eher unbeeindruckendes und biederes Spiel, was hoffentlich mehr zu bieten hat als es bisher den Anschein hatte, ansonsten versinkt die New Super Mario Bros.-Reihe schon bald in die Kluft spielerischer Irrelevanz. Dafür steht das Spiel bereits zum Launch zur Verfügung.


Sieht komplizierter aus als er ist: Donkey Kong's Crash Course

Nintendo selbst konnte bisher weder mit Mario noch mit Pikmin überzeugen, was die Funktionalität des Wii U Gamepads angeht, doch ähnlich wie Wii Sports die Fähigkeiten der Wiimote demonstrieren konnte, so will Nintendo Land in einer Freizeitpark-Minispielsammlung als Techdemo für die Wii U herhalten. Insgesamt gab es fünf Minispiele anzutesten, Takamaru's Ninja Castle, Luigi's Ghost Mansion, The Legend of Zelda: Battle Quest, Donkey Kong's Crash Course und Animal Crossing: Sweet Day. Zum Anspielen von letzterem kamen wir leider nicht, daher müssen wir uns auf die ersten vier konzentrieren.

Takamaru's Ninja Castle war eines der simpleren und schnell erklärten Spiele. Auf dem Fernseher erscheinen Pappkarton-Ninjas und diese müssen mit Ninjasternen vom Wii U Gamepad umgenietet werden. Dabei hält man den Controller hochkant, zielt über Bewegungen mit dem Gerät und wirft die Sterne mit einem schnellen Reiben über den Touchscreen. Das funktioniert bisher nur dürftig, da das Zielkreuz sich offenbar häufiger verschiebt. Teilweise richtete man das Gamepad gar nicht mehr in Richtung Fernseher, um das Visier in der Mitte zu halten, sondern musste es seitlich schräg oder gar vom Bildschirm weg halten. Daran würde angeblich noch gearbeitet und es würde sich noch bis zum Launch bessern. Trotzdem bleibt Ninja Castle bisher eher eine Spaßbremse, da weder das Zielen mit dem Gamepad sonderlich angenehm ist, noch das andauernde und hektische Rauf- und Runterreiben vom Touchscreen.

Donkey Kong's Crash Course war das einzig andere Minispiel in Nintendo Land, was sich alleine spielen ließ. Dabei bewegt man ein rollendes Gefährt durch ein Hindernisparkour, indem man das Wii U Gamepad nach rechts oder links kippt. Mit dem Analog-Stick und den Schultertasten verschiebt man dabei einige Hindernisse, bewegt Schranken herauf und herunter und sorgt generell für eine sichere Fahrt. Das ganze ist aber gar nicht so leicht wie es sich anhört, denn wenn sich das zweirädrige Gefährt durch zu viel Geschwindigkeit überschlägt oder durch zu wenig Antrieb eine Schanze herunterfällt, kann es schon einmal an einer Wand oder am Boden zerschellen. Wirklich begeistern konnte das Spielprinzip zwar bisher nicht, doch grundsätzlich funktioniert die Steuerung. Mit etwas Einarbeitung dürfte Crash Course für einige Zeit unterhaltsam sein, da es immerhin ein wenig Übung und Geschick erfordert.


Teamwork ist alles in The Legend of Zelda: Battle Quest

Luigi's Ghost Mansion ließ sich wie New Super Mario Bros. U auch nur zu Fünft spielen, doch im Gegensatz zu diesem zeigten sich die Stärken der Wii U Gamepad-Einbindung. Zum Spielprinzip: Die vier Spieler mit der Wiimote sind die Geisterjäger und müssen diesen mit ihren Taschenlampen anleuchten, um seine Geisterenergie von 100 auf 0 zu bringen. Doch sehen tun sie den Geist auch nur im Lampenschein, wobei sie ihren knappen Batterievorrat beachten müssen. Der Spieler mit dem Gamepad wiederum ist der Geist, der auf dem zusätzlichen Bildschirms des Controllers das Geschehen mitverfolgen kann und versucht die Geisterjäger heimlich zu packen und zu überwältigen. Je näher der Geist einem Spieler kommt, umso stärker vibriert die Wiimote, sodass die Anwesenheit des übernatürlichen Wesens schon erahnt werden kann. Die Taschenlampe ist auch nützlich um bewusstlose Mitspieler zu heilen, indem man sie eine Weile anleuchtet. Tatsächlich eröffnet sich dadurch ein taktisches Spiel von jagen und gejagt werden, das sich bis zur letzten Spielminute immer noch für die ein oder andere Seite entscheiden kann. Man kann nur hoffen, dass hier verschiedene Geisterhäuser der Abwechslung zu Liebe zur Verfügung stehen, denn Luigi’s Ghost Mansion ist bisher das spannendste Spiel in Nintendo Land gewesen.

The Legend of Zelda: Battle Quest war bei weitem das bestaussehende Minispiel im Gesamtpaket. Zwar ist ihm ebenfalls der typische Mii-Simpel-Look zu eigen, doch die Monster sind ähnlich wie in Little Big Planet aus Stoffen zusammengenäht, die im Gegensatz zu den Mii-Figuren mit detailreichen Texturen glänzen konnten. Spielerisch hat es was von einem On-Rail-Skyward Sword. Zwei Spieler mit Wiimote gehen als Nahkämpfer in die Schlacht, während der Träger des Wii U Gamepads den Bogenschützen mimt. Alle Figuren bewegen sich automatisch fort, haben also nur Kontrolle über ihre Waffen. Die Schwertkämpfer können dabei per Wiimotion Plus um sich schlagen und mit dem Schild blocken, während der Bogenschütze das Gamepad um sich herum bewegt und mit dem Extra-Bildschirm weiter entfernte Gegner ins Visier nimmt. Mit einem Vor- und Zurückbewegen des Analog-Sticks verschießt er dabei Pfeile; ein kurzes Schwenken zum Boden lädt die Menge an Pfeilen wieder auf. Das ganze klingt sehr simpel, stellt sich aber als ausgesprochen anspruchsvoll heraus. Alle drei Spieler teilen sich eine Lebensenergie-Leiste, sodass Teamwork absolut notwendig ist um gegen die kommenden Gegnermengen und Bossmonster zu bestehen. Abhängig davon wie lang und abwechslungsreich diese Themenpark-Attraktion am Ende in Nintendo Land wird, könnte es ein weiteres Highlight der Minispiel-Sammlung sein, die tatsächlich überraschen kann.

Fazit zu Nintendo Land: Vom bisher gesehenen wirkt Nintendo Land wie eine anspruchsvollere und besser durchdachte Minispiel-Sammlung als Wii Sports oder Wii Play. Halten die weiteren Spiele im Themenpark den überraschenden Qualitätsstandard von Luigi's Ghost Mansion und The Legend of Zelda: Battle Quest, anstatt in weitere seichte und halbfunktionale Experimente wie Takamaru's Ninja Castle zu versinken, könnte Nintendo Land als lokales Multiplayer-Spiel tatsächlich überzeugen. Bleibt nur zu hoffen, dass es nicht nur bei den guten Ansätzen bleibt und Ghost Mansion sowie Battle Quests mit ein wenig mehr Inhalt ausgestattet werden, um auch auf Dauer unterhalten zu können. Nintendo Land steht zum Launch der Konsole bereit und soll laut Gerüchten auch standardmäßig dem Gerät beiliegen.

Das Spiel mit dem größten Andrang war auf dem Event ohne Frage Ubisofts Shooter-Beitrag zum Wii U Line-Up: ZombiU. Dabei ließ sich das Spiel in zwei Varianten antesten, einmal im Solo-Modus und dann im Multiplayer-Spiel. Dabei geht es im Spiel um eine ausgebrochene Zombie-Seuche in England. Der Spieler übernimmt die Rolle eines Überlebenden, der sich nun durch zerfallene Städte voller Untote kämpfen muss. Der Clou dabei ist, dass euer Überlebender nur ein einziges Leben hat. Stirbt er, so müsst ihr mit einem anderen Überlebenden weiterspielen und euer gesammeltes Gepäck dort abholen, wo ihr es beim letzten Mal verloren hattet. Doch euer letzter Überlebender wird mittlerweile selbst zum Zombie geworden sein und Jagd auf euch machen. Optisch wirkt ZombiU noch wie ein Xbox 360-Titel der allerersten Generation, doch dies soll sich bis zum Release angeblich noch verbessern. Aber auch spielerisch gibt es noch einige Ecken und Kanten, die abgeschliffen werden müssen. Lassen sich die verschiedenen Knarren mit den Analog-Sticks wie von normalen Gamepads gewohnt gut steuern, so ist der Gyrosensor des Wii U-Controllers noch sehr störrisch, wenn es um das Zielen mit Scharfschusswaffen geht. Für etwa die Armbrust lässt sich das Wii U Gamepad nämlich auf dem Bildschirm richten, um auch die weiter entfernten Zombies ins Visier zu nehmen, doch dabei reagiert der Sensor noch nicht ganz auf kleinere Bewegungen wie etwa bei Nintendo Lands Battle Quest. Von verbesserungswürdigen Features jedoch abgesehen wirkt der Shooter schon jetzt grundsolide und machte eine Menge Spaß.

ZombiU verbreitet in der Demo eine sehr gute Horror-Atmosphäre, da die Umgebungen zumindest voller Details stecken und das Erkunden und Suchen neuer Vorräte und Munition in den verfallenen Umgebungen sehr überzeugend wirkte. Die Waffen handhaben sich bisher ebenfalls sehr gut und wer noch nicht müde davon ist Zombies den Kopf mit einer Schrotflinte zu zerschießen, wird großen Gefallen an den verschiedenen Methoden finden die Untoten aus dem Weg zu räumen. Besonders der Einsatz des Wii U Gamepads weiß zu gefallen. Im Gegensatz zu Batman ist hier auch die Menüführung besser gelungen. So lässt sich auf dem neuen Bildschirm das Inventar anzeigen, bei dem man mit dem Finger dann Gegenstände verschieben, ordnen oder zu seiner aktiven Ausrüstung legen kann. Das Spiel pausiert dabei nicht, sondern zeigt den Überlebenden, wie er in seinem Rucksack ebenfalls seine Habseligkeiten durchwühlt. Dass man in der Zeit anfällig für Zombieangriffe ist, ist definitiv gewollt und verstärkt den Überlebens-Aspekt des Spiels. Wer in Ruhe seine Ausrüstung ordnen will, sollte sich einen sicheren Ort suchen, bei dem einen nichts so leicht in den Rücken fallen kann. Bisher ist nur der Einsatz von Medi-Packs sehr nervig, da man erst das Inventar öffnen, dieses zu seinen ausgerüsteten Waffen legen, dann das Inventar schließen, das Medi-Pack benutzen, das Inventar wieder öffnen und an die nun leere Stelle von Ausrüstungsgegenstände wieder eine sinnvolle Waffe legen muss. Daran wird aber angeblich noch bis zum Release gearbeitet. Wir hoffen das sehr, denn mit etwas Feinschliff hat ZombiU großes Potenzial ein wirklich tolles Spiel zu sein.


Was wirklich in ihr steckt, muss die Wii U noch beweisen

Besondere Aufmerksamkeit verdient auch der gezeigte Multiplayer-Modus „Capture the Flag“. Dabei ist ein Spieler der Überlebende und der andere der Zombie-Master. Der Überlebende spielte mit dem Wii U Pro Controller aus der Ego-Perspektive und versucht die Flaggen auf dem Spielfeld durch seine Anwesenheit zu erobern und zu verteidigen. Der Spieler mit dem Wii U Gamepad wiederum sieht das Geschehen auf seinem Bildschirm als Übersichtskarte. Für ihn wird der Shooter zu einem Strategiespiel, da er auf der Karte Zombies verteilen darf, insgesamt vier verschiedene Arten. Die billigsten Zombies greifen den ersten Spieler nur an, wenn er sich in ihrer Nähe befindet, andere wiederum verfolgen ihn über die ganze Karte. Der teuerste Zombie ist besonders flink und gut geeignet dem Überlebenden in den Rücken zu fallen. Die letzte Zombieart greift gar nicht an, versucht aber die Flaggen zu erobern. Der Zombie-Master muss dabei aber für alle Zombies eine gewisse Gold-Währung bezahlen, die sich aber mit der Zeit schnell regeneriert. So demonstriert ZombiU von allen Spielen bisher am besten, wie das neue angepriesene „asymmetrische Gameplay“ funktioniert: Beide Spieler spielen das gleiche Spiel, doch haben zwei völlig verschiedene Erfahrungen. Im Gegensatz zu New Super Mario Bros. U sind beide Rollen jedoch gleichwertig anspruchsvoll und machen beide viel Spaß. Auch ZombiU steht zum Launch der Konsole vermutlich bereit und ist bisher der vielversprechendste Titel im ganzen Wii U Line-Up.

Und damit endet auch der letzte Teil des Erfahrungsberichts mit der Wii U. Das Fazit ist an dieser Stelle wohl von Begeisterung und Zurückhaltung gleichermaßen geprägt. Wir konnten sowohl die positiven Seiten des neuen Wii U Gamepad-Controllers sehen und bestätigen, dass der richtige Einsatz eines zweiten Bildschirms die Spielerfahrung verbessern kann, als auch negative Erfahrungen sammeln, die uns vom Spiel ablenkten oder sogar aufgesetzte Funktionen aufdrückten. Nach dem jetzigen Stand scheint der Anfang der Wii U von vielen Experimenten für Entwickler und Spieler geprägt zu sein, bei denen nicht alle gleich zünden wollen. Zusammengefasst lässt sich sagen, dass die Wii U das Potenzial hat eine großartige Konsole zu werden, bisher jedoch aber die deutliche Menge an Software fehlt, die das tatsächlich beweisen könnte. Besonders Nintendo selbst muss hier noch nachliefern, wenn sie von Ubisoft auf der hauseigenen Konsole nicht in den Schatten gestellt werden wollen.


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