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Was ist eigentlich Persona?

Und wieso sollte mich Persona 5 interessieren?

Mittwoch, 29. März 2017 um 00:11 von MeanMrMustard


In erster Linie bietet jedes Persona-Spiel eine einzigartige Geschichte über
Freundschaft und persönliche Beziehungen. (Bild: Persona 4 Golden)



Die Spiele präsentieren das Leben der Charaktere äußerst ausführlich und werden
in ihrer Darstellung niemals kitschig. (Bild: Persona 5)

Die Persona-Reihe hat sich innerhalb der letzten zwanzig Jahre langsam aber stetig aus den Schatten der Obskurität erhoben. Mittlerweile wird sie unter Kennern häufig als die beste JRPG-Reihe des 21. Jahrhunderts gehandelt. Im Vergleich zu großen Namen wie Final Fantasy ist der Name „Persona“ aber in der Allgemeinheit nach wie vor eher unbekannt.

Dieser Artikel richtet sich deshalb vor allem an Interessierte und Neueinsteiger, die sich – genau wie ich damals – absolut nicht vorstellen können, was sie in den Persona-Spielen erwarten könnte. Denn Persona ist weitaus mehr als nur ein schnödes JRPG nach der althergebrachten Formel. Besonders die letzten beiden Ableger der Reihe, Persona 3 (2006) und Persona 4 (2008) gelten als zwei der innovativsten und frischesten JRPGs des vergangenen Jahrzehnts. Der PS Vita-Port des vierten Teils, Persona 4 Golden (2012) ist sogar das drittbestbewertete japanische Rollenspiel aller Zeiten – gleich hinter Final Fantasy IX und Chrono Cross - und somit das bestbewertete JRPG seit der Jahrtausendwende (Quelle: Metacritic).

Und selbst wer mit Spielen im Anime-Look sonst nur Kulleraugen, kichernde Mädchen und unreife Witze verbindet, sollte die Persona-Reihe keineswegs vorschnell abschreiben. Besonders die älteren Teile bis Persona 3, sowie das kommende Persona 5 erzählen vergleichsweise düstere und erwachsene Geschichten voller anspruchsvoller und tiefgründiger Themen, die sich stark von der Durchschnitts Anime-JRPG-Story abheben.

Das soll jedoch nicht heißen, dass die Erzählung von Persona 4 albern oder unreif wäre. Zugegeben: vor allem die Spin-Offs zu Persona 4 (wie Persona 4 Dancing All Night oder Persona 4 Arena) sind, verglichen mit dem Rest der Reihe, deutlich leichtere Kost. Dennoch bietet auch das gefeierte Persona 4 eine meisterhaft erzählte Geschichte voller tiefgreifender Emotionen und Charaktere, die einen noch Jahre später begleiten werden.

Persona 5 wurde bisher meist als eine gesunde Mischung aus dem extrem düsteren Persona 3 und dem immer noch ernsten, aber leichtfüßigeren Persona 4 beschrieben. Man bekommt als Neueinsteiger also das Beste aus beiden Welten. Noch dazu wird man Persona 5 genießen können ohne
jegliche Vorkenntnisse zu den Vorgängern mitzubringen. Wie schon Final Fantasy
erzählt auch jedes Spiel der Persona-Reihe seine eigene Geschichte mit eigenen Charakteren.


Doch wie spielt sich Persona eigentlich?





Das JRPG-Genre hat sich seit dem Ende des 20. Jahrhunderts leider nicht so sehr weiterentwickelt, wie man es sich vielleicht hätte wünschen können. Natürlich gibt es hin und wieder helle Lichter am Horizont, wie erst kürzlich mit der Trails of Cold Steel-Reihe, aber trotzdem hat es keiner dieser kleineren Ausreißer zum großen Mainstream-Erfolg geschafft.

Viele moderne JRPG-Reihen weisen noch immer starke Parallelen zu ihren Urvätern aus den 90er-Jahren auf und wirken ein wenig, als würden sie ihr volles Potenzial nicht ganz ausschöpfen. Nur selten kommt ein Spiel daher, das sich tatsächlich traut, mit Konventionen zu brechen und sich seine eigene einzigartige Identität zu schaffen.

Und „einzigartige Identität“ könnte praktisch der zweite Name der Persona-Reihe sein. Die Persona-Hauptteile ab Teil 3 bieten einen absolut einzigartigen und innovativen Gameplay-Mix, den bisher keine andere Reihe auch nur annähernd so perfekt umgesetzt hat. Und gerade wegen dieses einzigartigen Gameplay-Mischmaschs verschiedener Genres ist es so schwierig, Neulingen zu erklären, was es mit dieser Reihe auf sich hat.


Der Schulalltag wird auf unterhaltsame und unbeschwerliche Weise präsentiert...
(Bild: Persona 4 Golden)



...doch häufig erzählen die Spiele auch ernste und tiefgründigere Geschichten,
die den Spieler erschüttern. (Bild: Persona 3 Portable)



Welches andere Spiel behandelt Themen wie den inneren Kampf eines Jugendlichen
mit seiner sexuellen Orientierung so offen? (Bild: Persona 4 Golden)

Man hört von Fans häufig die Beschreibung „Persona ist ein Mix aus Dungeoncrawler-RPG und Dating Simulation.“ Doch das trifft den Nagel nicht annähernd auf den Kopf und klingt zugegebenermaßen auch irgendwie lächerlich.
Die Persona-Reihe spielt in einem alltäglichen Setting. Allein deshalb hebt es sich stark von gefühlt 90% aller anderen japanischen Rollenspiele ab. Während andere JRPGs fast ausschließlich auf Fantasy- oder Science Fiction setzen, bietet das realitätsnahe Setting der Persona-Reihe dem Spieler eine deutlich größere Chance, sich mit den Charakteren und ihrer Welt zu identifizieren.

Grundsätzlich sind die Spiele aufgeteilt in zwei Gameplay-Hälften, die sich regelmäßig abwechseln: Die erste dieser Hälften besteht aus dem Alltags-Gameplay, welches das normale Leben eines japanischen High-School-Schülers abbildet. Das gesamte Spiel folgt einem Kalenderjahr und an jedem Tag dieses Ingame-Jahres gibt es verschiedene Dinge zu tun.
So beginnt jeder Werktag außerhalb der Schulferien erst einmal mit einer kurzen Szene, in der der Spieler-Avatar zur Schule geht. Diese Stellen ziehen sich niemals so lang, dass die Schule tatsächlich nerven würde, vermitteln aber hervorragend das Gefühl, ein japanischer Schüler zu sein. Man bekommt vom Lehrer einige kurze Anekdoten zum jeweiligen Thema der Unterrichtsstunde zu hören, beantwortet eine Frage, die er dem Protagonisten stellt, weil dieser nicht aufgepasst hat und dann kommt es zum Plausch mit den Klassenkameraden.

Mit diesen Schulfreunden (und weiteren Charakteren außerhalb dieses sozialen Kreises) verbringt man dann nach der Schule Zeit, bis es dunkel wird. Es steht dem Spieler völlig frei, ob er mit dem besten Kumpel Nudeln essen geht, als Aushilfs-Reinigungskraft in einem Krankenhaus arbeitet oder sich abends mit einem verbitterten Trinker in einem Nachtclub unterhält. Selbstverständlich muss der Protagonist hin und wieder auch Aktivitäten nachgehen, die er für sich allein erledigt – wie zum Beispiel dem Lernen für die Schule oder dem Freizeitkonsum von Literatur.

Der Clou bei der Sache ist, dass man sich genau entscheiden muss, wie man die Zeit nutzt, die einem jeder Tag bietet. Jede Aktivität wirkt sich auf gewisse Weise aufs spätere Dungeon-Gameplay aus. Jeder der Charaktere, mit denen man im Spiel Zeit verbringt, hat einen sogenannten Social Link-Level. Je mehr Zeit man mit ihnen verbringt, desto höher steigt dieser Wert und desto mehr nützliche Fähigkeiten schaltet man für das tatsächliche RPG-Gameplay frei.

Auf den ersten Blick mag dieses „Wie plane ich jeden Tag?“-Gameplay eher nach Arbeit und Anstrengung klingen, die schnell langweilig werden. Tatsächlich jedoch geht jeder Tag des Spiels relativ flott vorüber. Das liegt nicht zuletzt am absolut erstklassigen Writing des Spiels. Jeder einzelne Nebencharakter hat eine einzigartige Persönlichkeit und eine aufregende, meist sogar berührende Geschichte zu erzählen. Und gerade diese hervorragenden Geschichten über persönliche Probleme, Freundschaft, Trauer, Verlust und vielen anderen Themen zeichnen die Persona-Spiele aus.
Dabei scheuen die Spiele nicht davor zurück, teilweise sogar aktuelle gesellschaftlich relevante Themen anzuschneiden, an die sich viele andere Spiele ihrer Zeit niemals herangetraut hätten. Zumindest ich selbst kenne kein anderes populäres Spiel vor dem Jahr 2008, das Probleme wie den inneren Kampf eines High School-Schülers mit seiner sexuellen Orientierung so offen und mutig gehandhabt hätte.

Und bei all diesen Geschichten, die Persona erzählt, nimmt es sich so viel Zeit, wie nötig ist. Zugegeben - dadurch wird jedes der Spiele ziemlich lang. Es ist äußerst schwierig, Persona 3 und 4 unter 60 oder 70 Stunden durchzuspielen, ohne dabei Dialoge zu überspringen. Dennoch fühlt sich die Länge dieser Spiele nie unnötig gestreckt oder störend an. Die Persona-Spiele sind so lang, weil sie so lang sein müssen, um sich voll zu entfalten, zu atmen und zu funktionieren.
Dass der stumme Protagonist jedes Spiels lediglich einen Avatar für den Spieler darstellt, unterstützt die Immersion dabei noch weiter. Sämtliche Dinge, die der Protagonist sagt, werden in Form von Dialogoptionen vom Spieler gesteuert. So gelingt es, noch tiefer in diese Spielwelt einzutauchen.

Ich vergleiche Persona 3 und 4 gerne mit den Harry Potter-Büchern. Während man sich durch die sieben Harry Potter-Bücher wälzt, geht man auf eine Reise mit dutzenden einzigartigen Charakteren, die sich nach einiger Zeit anfühlen, als würde man sie tatsächlich kennen. Findet die Geschichte dann doch irgendwann ihr Ende, erfüllt einen ein Gefühl von Leere, als würde man sich von guten Freunden verabschieden und diese nie wieder sehen.
Dieses Gefühl des schmerzlichen Abschieds hatte ich bisher bei keinem anderen Videospiel in diesem gewaltigen Ausmaß und allein dafür werde ich Persona 3 und 4 für immer in Erinnerung halten.


Doch wofür das ganze Drumherum?





Man hat also auf der einen Seite diesen ganzen Teil des Spiels, in dem man das Leben eines High School-Schülers führt, Leute kennenlernt, Beziehungen knüpft und so weiter… Doch wozu der ganze Aufwand?

Ganz einfach: Jeder Persona-Teil hat neben dem realistischen Setting, in dem der Protagonist seinen Alltag erlebt noch eine weitere Ebene, in Form einer Art Paralleldimension. In Persona 3 zum Beispiel ist dieser Bruch so gelöst, dass in jeder Nacht zu einer bestimmten Stunde die Zeit für sämtliche Bürger der Großstadt stehen bleibt. In dieser sogenannten Dark Hour bevölkern Dämonen die Straßen und eigentlich stinknormale Orte und Gebäude, wie zum Beispiel die Schule der Hauptcharaktere, werden zu Orten des Bösen. Die einzigen Menschen, für die die Zeit während dieser Dark Hour nicht stehen bleibt, sind der Protagonist und andere zentrale Charaktere, die entweder mit ihm oder gegen ihn arbeiten.

In Persona 4 hingegen entdecken die Hauptcharaktere relativ früh am Anfang der Geschichte, dass der Protagonist mit der sonderbaren Gabe gesegnet ist, die Bildschirme von Fernsehgeräten zu durchschreiten, als wären die Mattscheiben ein offenes Fenster. Hinter den Bildschirmen verbirgt sich eine Schattenwelt, die auf sonderbare Weise mit einem mysteriösen Serienkiller zusammenzuhängen scheint. Die Hauptcharaktere sind die einzigen, die von dieser Welt hinter den TV-Bildschirmen wissen. Somit liegt es an ihnen, diese äußerst wendungsreichen Mordfälle aufzuklären.


Der Spieler kann frei wählen, an welchen Tagen er die Dungeons erkundet.
(Bild: Persona 4 Golden)



Nach dem unbeschwerlichen Alltags-Gameplays kommen RPG-Fans in den Dungeons
voll auf ihre Kosten. Trotzdem bleiben die Spiele immer relativ einsteigerfreundlich.
(Bild: Persona 4 Golden)

Das Gameplay in diesen alternativen und äußerst surreal gestalteten Dimensionen unterscheidet sich stark von dem der Alltags-Passagen. Hier wird Persona nämlich zu einem waschechten Dungeon-Crawler mit zufallsgenerierten Arealen, die der Spieler durchforsten muss. Die Kämpfe gegen die Schatten und Dämonen, die diese Dungeons bevölkern laufen dabei komplett rundenbasiert ab, fühlen sich aber trotzdem sehr modern und frisch an.

Hier kommen dann auch endlich die titelgebenden Personas ins Spiel. Die Personas kann man am einfachsten als mächtige Geister beschreiben, die jedem der Hauptcharaktere innewohnen und ihnen im Kampf zur Seite stehen. Natürlich passt jede Persona zur Persönlichkeit ihres Schützlings. So nimmt zum Beispiel die Persona der zurückhaltenden Yukiko im Kampf die Rolle einer typischen Heilerin ein, während dem ruppigen Kanji eine sehr offensive Persona zur Seite steht.
Der Spielercharakter jedoch hat die besondere Fähigkeit, gleich mehrere Personas zu verwenden. Neue Personas kann er entweder in bester Pokémon-Manier nach einem gewonnenen Kampf erlangen oder aber er verschmilzt mehrere Personas zu einer einzigen, stärkeren Persona – eine Mechanik, die bereits aus Atlus’ Shin Megami Tensei-Spielen bekannt ist und dem gesamten RPG-Gameplay die nötige Komplexität verleiht.

Nun muss man an dieser Stelle allerdings erwähnen, dass das RPG-Gameplay von Persona 3 und 4 zwar sehr gut, aber nicht völlig perfekt ist. Nach einer gewissen Anzahl von Stunden können die immer ähnlich gestalteten, zufallsgenerierten Korridore der verschiedenen Dungeons nämlich durchaus ein wenig langweilig werden. Immerhin gibt es dort außer ein paar Schatztruhen und Kämpfen nicht viel zu entdecken. Diese leichte Eintönigkeit ist kein allzu großer Störfaktor, da ohnehin immer eine angenehme Balance zwischen Dungeon- und Alltags-Gameplay existiert. Aber dennoch ist dies vermutlich die größte Schwachstelle, die die Reihe bisher hatte.

Wieso nur bisher? Die Antwort liegt bei Persona 5, das die öden zufallsgenerierten Dungeons endlich abschaffen wird und auch das Dungeon-Gameplay selbst, das vorher nur aus Laufen und Kämpfen bestand, erheblich ausbaut.
Selbstverständlich habe ich das Spiel bisher noch nicht selber spielen können, aber diejenigen, die bereits die japanische Version von Persona 5 gespielt haben, vergleichen die Dungeons des neuesten Persona-Ablegers mit den Dungeons klassischer 3D-Zelda-Titel. Diese bieten nämlich einzigartig gestaltete Areale mit Wiedererkennungswert, intelligente Rätsel, sowie leichte Action- und Stealth-Elemente. Als i-Tüpfelchen gibt es dann noch die typischen rundenbasierten Kämpfe oben drauf, die diesmal nahtloser und dynamischer denn je ins Abenteuer integriert sind.


Das Arthouse-JRPG





Doch was wäre ein einzigartiges Spielprinzip ohne einen einzigartigen Look und einen einzigartigen Soundtrack?
Die Persona-Titel gehörten noch nie zu den technisch beeindruckendsten Spielen. Aus artistischer Sicht sind sie aber dennoch unheimlich stimmig. In diesen Spielen ist absolut alles bis ins letzte Detail durchstilisiert. Das Charakterdesign hat einen hohen Wiederkennungswert und sämtliche Gegner sind unheimlich kreativ gestaltet. Die meisten Dämonen und Schatten sind groteske oder skurrile Gestalten, inspiriert von Konzepten oder Figuren aus Mythologie, Religion und Okkultismus.


Die unglaublich aufwendig animierten Menüs kommen als Standbilder
gar nicht richtig zur Geltung. (Bild: Persona 5)

Alles, was man in Persona sieht, sieht so aus, weil die Designer wollten, dass es so aussieht. Selbst visuelle Elemente, die in anderen Spielen geradezu trivial behandelt werden, wie Textboxen oder Menüs, sind in Persona bis in den letzten Millimeter animiert und stilisiert. Man sehe sich als Beispiel dafür einfach mal den ersten Trailer zu Persona 5 an und es sollte sofort ersichtlich werden, was ich meine.

Das Gesamtbild, das sich aus dieser akribischen Stilisierung ergibt, macht jeden einzelnen Teil der Persona-Reihe zu einem aufregenden visuellen Spektakel. Sei es nun Persona 3 mit seinem starken Fokus auf kalte Blautöne oder Persona 4, bei dem die Designer vor allem auf Gelbtöne gesetzt haben. Hier greifen sämtliche Elemente Hand in Hand.

Abgerundet wird das Ganze von Shoji Meguros einzigartigen Soundtracks, die einen wilden Mix aus modernen Klängen, Jazz und wunderschönen klassischeren Arrangements vereinen. Vor allem die Vocal Tracks, die die Reihe recht großzügig einsetzt, werden jedem Spieler noch Jahre später im Kopf herumschwirren. Egal welchen Song eines Persona-Soundtracks man hört – man merkt direkt, dass es ein Persona-Song ist.


Das beste JRPG aller Zeiten?






Auch das Kampf-Interface ist bis ins letzte Detail animiert und stilisiert.
Das grandiose Gegnerdesign ist da nur das Sahnehäubchen. (Bild: Persona 5)



Die ebenso aufwendig gestalteten neuen Dungeons sollen auch spielerisch
frischen Wind in die Reihe bringen - damit wird der größte Kritikpunkt der Vorgänger
im Keim erstickt. (Bild: Persona 5)

Falls sich jemand gefragt haben sollte, wieso ich in diesem Text vor allem auf Persona 3 und 4 eingegangen bin, gibt es hier nochmal eine kurze Auflösung: Die Persona-Reihe ist ursprünglich als Spin-Off zu Atlus‘ Hardcore-RPG-Reihe Shin Megami Tensei entstanden. Die ersten beiden Persona-Teile waren dementsprechend noch deutlich näher an Shin Megami Tensei, als an der eigenen Identität, die die Reihe später entwickeln sollte und für die sie heute bekannt ist.

Die Intention dieses Textes, der sich wie eine einzige Lobhuldigung liest, ist, ein wenig die Aufmerksamkeit für den kommenden fünften Teil zu steigern. Viele Spieler (auch solche, die sich für JRPGs interessieren) können sich bis heute nicht wirklich vorstellen, was sie unter dem Namen „Persona“ verstehen sollen. Selbst ich habe das Spielkonzept damals erst richtig begriffen, als ich selbst Hand anlegen konnte.
Deshalb konnte die Reihe bis heute leider nie den Erfolg erreichen, die sie als eine der besten Videospiel-Reihen unserer Zeit definitiv verdient hätte. Doch mit Persona 5 könnte Entwickler Atlus der ihnen zustehenden Anerkennung einen großen Schritt näherkommen.

Natürlich ist Persona 5 immer noch ein solches Nischenprodukt, dass man sich nicht einmal die Mühe macht, das Spiel für den europäischen Raum in andere Sprachen als Englisch zu übersetzen. Das ist ärgerlich, stellt aber momentan noch eine nachvollziehbare Entscheidung dar. Dennoch scheint Persona 5 ein deutlich moderneres und massentauglicheres Spiel zu werden als noch seine PS2-Vorgänger, die auf zufallsgenerierte Dungeons und Dialoge mit Standbildern setzten.

Darüber hinaus wird es momentan als das vielleicht beste JRPG (oder von vielen sogar als eines der besten Videospiele) aller Zeiten gehandelt. Und da das Spiel schon seit knapp einem halben Jahr in Japan erhältlich ist, basieren diese Meinungen nicht nur auf leerem Hype.

Ob das Spiel tatsächlich den kilometerhohen Erwartungen der Fans gerecht werden wird, werden wir dann selbst am vierten April erfahren, wenn das Spiel endlich bei uns erscheinen wird.


Doch wie sieht es bei euch aus? Wie ist euer Verhältnis zur Persona-Reihe? Wart ihr vielleicht bisher an der Reihe interessiert, habt aber aus bestimmten Gründen noch keinen Teil gespielt? Plant ihr, mit dem fünften Teil einzusteigen? Konntet ihr mittels dieses Textes eventuell jemanden ein wenig mehr für die Reihe begeistern, der vorher vielleicht immer noch ein wenig von dieser etwas obskureren Reihe eingeschüchtert war? Schreibt es uns in den Kommentaren!


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