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Sieben Must-Haves, die ihr 2016 vielleicht verpasst habt

...aber unbedingt gespielt haben solltet

Sonntag, 08. Januar 2017 um 03:04 von MeanMrMustard

Das Jahr 2016 war ein Jahr, das mit hochkarätigen Spielen gefüllt war, wie kaum ein anderes. Nicht nur im AAA-Bereich gab es in diesem Jahr zahlreiche Hits, die, wie im Falle von Hitman, Titanfall 2 oder Watchdogs 2, erfrischend anders waren, als man es erwartet hätte. Vor allem die Sparte der Indie-Entwickler und kleinerer Low Budget-Projekte hat in diesem Jahr abgeliefert, wie nie zuvor. 38% aller momentan auf Steam erhältlichen Spiele wurden 2016 veröffentlicht – dass man bei dieser gewaltigen Vielfalt nicht immer den perfekten Überblick behalten kann und dass man teilweise die wahren Perlen vor lauter Durchschnittsspielen übersieht, ist da kein Wunder.
Deswegen präsentieren wir hier einige der wichtigsten Spiele des Jahres 2016, die ein wenig unter dem Radar geflogen sind. Und ja, natürlich sind die hier aufgeführten Spiele alles andere als unbekannt, aber trotzdem wird es sicher den ein oder anderen geben, der sie bisher nur peripher wahrgenommen hat. Dabei beweist jedes dieser Spiele, dass nicht nur millionenschwere Blockbuster-Produktionen Game of the Year-Anwärter sein können.


The Witness





(PS4, Xbox One, PC)

Den Anfang macht das bereits im Januar erschienene The Witness, das von den Machern des 2008er-Indie-Hits Braid stammt. Dieses Spiel ist vermutlich das bekannteste unter den hier aufgeführten, aber es hat hier trotzdem seinen Platz, da sicherlich viele nicht genau wissen, was sie sich unter dem Spiel vorstellen sollen.
Und das kann man auch kaum verübeln – auf den ersten Blick wirkt The Witness wie ein Open World-Puzzlespiel mit hunderten von simplen Linienrätseln in wunderschöner, malerischer Grafik. Und tatsächlich wirkt dies auch auf den zweiten Blick so. Das, was The Witness so einzigartig macht, kann man nur am eigenen Leibe erfahren, indem man es spielt.
Die anfangs simplen Linienrätsel erfinden sich während des gesamten Spiels stets neu und beziehen später häufig die Umwelt des Spiels direkt mit in die Rätsel ein. So wird der Spieler stets dazu gezwungen, aufs Neue herauszufinden, nach welchem Schema eine bestimmte Art von Rätsel funktioniert.

Wie man The Witness am einfachsten umschreiben könnte: Es ist ein riesiges dreidimensionales Metroidvania-Spiel, in dem die Schlüssel für neue Wege keine hinzugewonnen Items sind, sondern das Wissen, das man sich als Spieler aneignet. The Witness bietet dem Spieler eine absolut einzigartige Art von Spielfortschritt, die komplett auf seinen mentalen Fähigkeiten aufbaut.
Viele bezeichnen The Witness als ein intellektuelles Duell zwischen dem Spieler und dem Entwickler, Jonathan Blow selbst. Eine durchaus treffende Beschreibung.

Severed





(PS Vita, 3DS, Wii U, iOS, Android)

Das neueste Spiel der Guacamelee-Macher Drinkbox Studios ist noch ungewöhnlicher und noch faszinierender als sein letztes Machwerk.
Severed ist ein Spiel, das von der ersten Sekunde an süchtig macht. Es fesselt den Spieler derartig mit seinem einzigartigen Konzept, dass es schwer fällt, das Spiel beiseite zu legen, bevor man die Credits gesehen hat. Doch was macht Severed so besonders?
In Severed bewegt man sich in bester Dungeon Crawler-Manier in der Ego-Perspektive durch verwinkelte, aber nie unübersichtlich gestaltete Verliese. Dort findet man Genre-typisch diverse Rätsel, Schätze und Gegner. Hin und wieder erhält der Hauptcharakter neue Fähigkeiten, die ihm Metroidvania-artig zuvor unzugängliche Wege öffnen. Doch die wahre Besonderheit in Severed ist das Kampfsystem:
Trifft man in Severed auf eine Gruppe von Gegnern, darf man diese nämlich so persönlich erledigen, wie es in einem Videospiel nur möglich ist – mit dem eigenen Finger. Der Finger des Spielers auf dem Touchscreen fungiert als das Schwert, das die Gegner spaltet und ihnen in bester Fruit Ninja-Manier ihre Gliedmaßen abtrennt. Untermauert wird das unglaublich befriedigende Kampfsystem vom durchweg aufregenden und innovativen Gegnerdesign, einer gehörigen Portion Multitasking und einem motivierenden Level-Up-System, durch das man immer wieder neue Fähigkeiten freischaltet. Dabei sind sämtliche Gameplay-Mechaniken so gelungen integriert, dass selbst Spieler, die sonst eher Touchscreen-faul sind, unbedingt einen Versuch wagen sollten.

Die besten Versionen des Spiels findet man übrigens auf PS Vita und iOS/Android (selbst wenn ihr sonst keine Mobile Games mögt – dieses könnte euer erstes sein, probiert es aus). Die 3DS- und Wii U-Versionen sind ebenfalls empfehlenswert, leiden aber ein wenig darunter, dass die beiden Nintendo-Systeme nur über resistive Touchscreens verfügen, statt über kapazitive. So ist man leider dazu gezwungen, auf den Touchpen zurückgreifen, statt auf den eigenen Finger – und so fühlt sich das Aufschlitzen der Monster gleich viel weniger intensiv und persönlich an.


SteamWorld Heist





(3DS, Wii U, PS4, PS Vita, PC, iOS)

Fans von Fire Emblem und XCOM aufgepasst – hier kommt ein Spiel, das sich vor den großen Strategie-RPG-Giganten nicht verstecken muss. Denn SteamWorld Heist bietet dem geneigten Hobbytaktiker feinstes, rundenbasiertes Sidescrolling-Strategiegameplay.
Dabei sind sämtliche Gameplay-Mechaniken von SteamWorld Heist bis ins letzte Detail ausbalanciert und durchdacht, jede Mission motiviert aufs Neue und man wird kaum aufhören können, seine dampfbetriebenen Roboter durch feindliche Raumschiffe zu schicken, bis man bei sämtlichen Missionen das perfekte Rating bekommen hat.
Eine der größten Stärken von SteamWorld Heist ist nicht nur die Vielseitigkeit der spielbaren Charaktere, sondern auch die perfekte Lesbarkeit der Level. Stellen, in denen man als Stratege die Übersicht verliert oder nicht zumindest ungefähr voraussagen kann, wofür man in der nächsten Runde gewappnet sein muss, gibt es in diesem Spiel quasi nicht.
Für den nötigen Druck beim Knobeln nach der perfekten Strategie sorgt ein knackiger Schwierigkeitsgrad (der bei Bedarf aber natürlich auch gesenkt werden darf) und ein erbarmungsloses Speichersystem, das Dark Souls-like nach jeder getätigten Aktion einen Autosave anlegt – man muss also für jede seiner Taten die Konsequenzen tragen; das Laden des letzten Spielstands beim Ableben funktioniert nicht.
Komplett Cursor-gesteuert ist das Spiel übrigens auch nicht. Für jeden Angriff muss der Spieler manuell die Waffe des aktiven Roboters für den Schuss ausrichten. Dank des integrierten Laser-Visiers kann man so teils imposante Trickschüsse um mehrere Ecken in den Rücken des Gegners ausführen. Ein wenig Fingerspitzengefühl ist neben dem Hirnschmalz also auch gefragt.
(Und ja, rein technisch ist die 3DS-Version bereits im Dezember 2015 erschienen, aber seine Blütezeit auf allen anderen Plattformen hatte das Spiel eindeutig im Jahr 2016. Bei der CW-GOTY-Wahl wäre das Spiel somit zwar disqualifiziert, aber ganz so eng muss man es hier dann ja doch nicht sehen. ;))


ICEY





(PC, PS4 (bisher nur im chinesischen PSN))

Als nächstes folgt ein besonders obskures Spiel: ICEY ist das Machwerk eines kleinen chinesischen Entwicklerstudios, dessen Existenz und Qualität sich halbwegs in unseren Gefilden herumgesprochen hat. Als wäre das allein nicht schon ungewöhnlich genug, setzt das Spiel auch noch auf eine Gameplay-Formel, die man am ehesten als eine Mischung aus Devil May Cry und The Stanley Parable in 2D beschreiben könnte.
Ja, ihr habt richtig gelesen – hier kombiniert jemand ein narrativ getriebenes Spiel mit einem unzuverlässigen Erzähler und mit einem knallharten Hack and Slay-Sidescroller.
Man sollte bei diesem Spiel wirklich nicht allzu viel spoilern, aber es sei gesagt, dass die Erzählung und das Gameplay wirklich wie die Faust aufs Auge passen. Vor allem eine Missachtung der Anweisungen des Erzählers kann zu einigen interessanten Situationen führen. Wie schon bei The Witness fühlt es sich hier an, als würde man sich direkt mit dem Entwickler selbst messen, der in Form des Erzählers mit dem Spieler in Verbindung tritt.
Ganz nebenbei ist ICEY dann noch ein solides Action-Spiel, das sich, selbst komplett ohne die hervorragende Narration, nicht vor anderen Genre-Vertretern zu verstecken braucht.

Bisher ist das Spiel nur für den PC, sowie im chinesischen PSN erhältlich. Ob und wann das Spiel auch in unseren PSN Store kommt, konnte selbst eine ausgiebige Google-Suche nicht herausfinden, aber es ist stark davon auszugehen. Immerhin gilt das Spiel auf Steam mittlerweile schon als ein absoluter Geheimtipp.


Salt and Sanctuary





(PS4, PC)

Seit dem großen Durchbruch der Dark Souls-Reihe sprießen, wie üblich, die Nachahmer auf allen Seiten aus dem Boden. Doch von all den Nachahmern fängt kaum ein Spiel das Dark Souls-Gefühl so perfekt ein wie Salt & Sanctuary. Das Spiel wirft den Spieler komplett ohne Karte in eine düstere und verwinkelte 2D-Sidescrollingwelt, die er auf eigene Faust erkunden darf. Dabei wimmelt es in den düsteren und atmosphärischen Arealen nur so von erbarmungslosen Gegnern und aufregenden Geheimnissen. Die epischen Bosskämpfe, die man von der Souls-Reihe gewohnt ist, sind natürlich ebenfalls mit an Bord. Stellenweise kommt echtes Castlevania-Feeling auf, was Fans dieser nicht mehr ganz so lebendigen Reihe erfreuen dürfte.
Genau wie Dark Souls findet das Spiel trotz des fordernden Schwierigkeitsgrades eine tolle Balance zwischen Herausforderung und Motivation, sodass die Frustration nie allzu groß ist, sollte der Spielercharakter mal wieder sein Leben aushauchen.
Man sollte sich von dem etwas gewöhnungsbedürftigen Grafikstil also nicht abschrecken lassen. Denn unter der etwas „billig“ aussehenden Fassade verbirgt sich ein absolut hervorragendes und hochwertiges Spiel.


Furi





(PS4, Xbox One, PC)

Was haben Furi und Rocket League gemeinsam? Richtig, beide sind hervorragende Spiele, die es schon zu ihrem Release gratis für PS-Plusmitglieder zum Download gab. Nur wurde Rocket League mit frenetischem Jubel gefeiert, während Furi größtenteils der übliche „die PS-Plus-Gratisspiele sind so scheiße“-Shitstorm entgegenkam. Dabei ist Furi eine wahre Offenbarung für alle Fans aufregender Action-Spiele im Stile von Devil May Cry und Bayonetta.

Das Spiel selbst erinnert vom Aufbau her ein wenig an den PS2-Klassiker Shadow of the Colossus und ist praktisch ein einziger Bossrush mit einigen kurzen Unterbrechungen zwischendurch. Diese kurzen Unterbrechungen, die sich buchstäblich von selbst spielen, treiben auf atmosphärische Weise die Story voran und bieten dem Spieler die nötige Verschnaufpause zwischen den anspruchsvollen Bosskämpfen. Dass die grandios designten Bosskämpfe das Spiel aber ohne Probleme allein tragen können, steht außer Frage.
Jeder Kampf ist aufregend designt und hält den Spieler mit schneller Action, Bullethell-Elementen und einigen anderen aufregenden Ideen bei der Stange. Untermalt wird alles von dem grandiosen Artdesign aus der Feder des Afro Samurai-Schöpfers Takashi Okazaki, sowie einem pulsierenden Soundtrack, der die Action gelungen begleitet.

PS4-Besitzer, die sich diesen Titel im Juli gratis gesichert, aber bisher ignoriert haben, sollten ihn also unbedingt nochmal eines zweiten Blickes würdigen.


Trails of Cold Steel (I&II)





(PS3, PS Vita)

Die einzigen Spiele auf dieser Liste, die zwar nicht komplett Indie, aber trotzdem auch nicht über den Geheimtipp-Status hinausgeschritten sind. Beide Spiele sind bereits vor einiger Zeit in Japan erschienen und dieses Jahr hatten wir so viel Glück, gleich beide Teile der Reihe in lokalisierter Version spielen zu dürfen.

Die Trails of Cold Steel-Reihe gilt in JRPG-Fankreisen momentan als die Genre-Referenz neben der Persona-Reihe. Und ein wenig haben sich die ToCS-Spiele tatsächlich von Persona inspirieren lassen. Auch hier besucht man nämlich eine Schule (in diesem Fall eine Militärakademie), in der man als Teil der Class VII zu einer Spezialeinheit ausgebildet wird. Die Spiele setzen dabei aber weniger auf eine Simulation des täglichen Lebens als Schüler, sondern legen einen weit größeren Fokus auf das Aufbauen einer gewaltigen, bis ins letzte Detail ausgearbeiteten Welt. Die Qualität und Quantität der Dialoge – selbst bei den unwichtigsten NPCs, die in irgendeiner Stadt im Café sitzen – ist nahezu unglaublich und man bekommt beim Spielen häufig ein wenig Mitleid mit dem Übersetzerteam, das trotz der wahnwitzigen Menge an Text einen hervorragenden Job geleistet hat.

Dass die Spiele nicht nur eine tolle Story, sondern auch tolles RPG-Gameplay bieten, verschnürt das Ganze zu einem grandiosen Gesamtpaket. Vor allem das rundenbasierte Kampfsystem bietet reichlich Tiefgang und fühlt sich modern genug an, um selbst im Jahr 2017 noch zu begeistern.

Wer also nicht allzu lesefaul ist und auf ein klassisches JRPG gewartet hat, das ihn mal wieder so richtig begeistert, sollte hier unbedingt zuschlagen.



Natürlich waren das lange nicht alle Geheimtipps, die 2016 hervorgebracht hat. Welche Spiele, die nicht ganz die Aufmerksamkeit bekommen haben, die sie verdient hätten, kennt ihr noch? Sagt es uns in den Kommentaren.


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