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Nintendos PK: Die Wende für den 3DS?

Konnte Nintendo mit dieser Pressekonferenz die Wende für den Nintendo 3DS einläuten?

Dienstag, 13. September 2011 um 23:06 von tkx



Der Handheldmarkt erlebt einen Wandel und ein starkes Standbein Nintendos war nicht nur in den letzten 10 Jahren der Handheldbereich. Angefangen mit dem GameBoy, den Nachfolgern GameBoy Color, GameBoy Advance und seinen marginalen Hardwareupdates wie dem SP und Mini, konnte Nintendo seine klare Dominanz ausbauen. Mit Satoru Iwata an der Spitze und seinem Sprößling Nintendo DS schaffte es das Unternehmen eine Taschenspielkonsole in die Hände von einer ansonsten spielagnostischen bis spielaversenen Zielgruppe zu legen, nämlich den sogenannten Casualgamern. Die Reichweite für den DS explodierte förmlich und die Märkte nahmen Nintendos Expansion in neue Gebiete wohlwollend auf - die Aktien verteuerten sich erheblich.

Der nächste Coup Nintendos im Handheldbereich sollte der Nintendo 3DS werden, aber das Gerät verkaufte sich nicht so, wie Nintendo es sich erhofft hatte. Nach weniger als 6 Monaten auf dem Markt musste Nintendo den Preis des 3DS um mehr als 30% senken um die Verkäufe für den Handheld anzukurbeln. Gleichzeitig wurde auch eine Pressekonferenz vor der Tokyo Game Show angekündigt die heute stattfand und mit Spannung erwartet wurde.

Nintendo steht unter Druck - insbesondere Aktionäre und Investoren strafen schon seit längerem Nintendo ab indem die Aktien des Unternehmens abgestossen werden.

Nachdem letzte Woche schon vorzeitig bekannt wurde, dass Nintendo ein Hardware-Add-On veröffentlichen wird um Spielern einen zweiten Analogschiebepad anzubieten, war nicht ganz klar, was heute noch präsentiert werden würde. Erwartungsgemäß konnte dieses Add-On alleine nicht die Lösung für Nintendos Probleme mit dem strauchelnden 3DS sein. Es gibt ein Problem mit nachträglichen Hardware-Add-Ons: Spieleentwickler können nicht vorraussetzen, dass jeder das Add-On hat. Tun sie es dennoch, schränken sie die potenzielle Kundschaft ein, tun sie es nicht, müssen sie das Spiel anpassen, was einen größeren Aufwand bedeutet und womöglich sich sogar nachteilig auswirkt.
Das Add-On kostet zwar nicht die Welt mit seinen $15, aber dennoch wirkt der 3DS unhandlich und sperrig. Ob sich Spieler mit dem Add-On anfreunden können, wird die Zukunft zeigen. Wir wagen es aber zu bezweifeln.

Nintendo kündigte auf der Pressekonferenz aber auch ein Potpourri an neuen Spielen an, insbesondere Monster Hunter 4 für den Nintendo 3DS lässt die Spielerherzen höher schlagen wie man auch hier auf consolewars lesen kann. Dennoch sollte insbesondere diese Spielankündigung mit Vorsicht genossen werden, da mit keiner Silbe erwähnt wurde, dass Monster Hunter 4 exklusiv für den 3DS erscheint.

Von einem Befreiungsschlag sind die Ankündigungen somit weit entfernt. Wieder kündigt Nintendo zwar einige Spiele an die in "naher Zukunft" veröffentlicht werden, bietet aber keine Antworten und auch keine Lösungen für die Probleme des 3DS für Nintendo durch die disruptiven Attacken durch Smartphones und Tablets.

Nintendo blieb es uns schuldig ein schlüssiges erweitertes Konzept Abseits von 3D für den Nintendo 3DS vorzustellen, insbesondere soziale Aspekte und das Onlinegaming sind Dinge, die der 3DS vermissen lässt. Die bisherigen Problemzonen des Nintendo 3DS wurden nicht angegangen, stattdessen wurde eine neue Farbe präsentiert, die den weiblichen Spieler "aktivieren" soll. Sony scheint zumindest im Bereich des Onlinegamings die Nase vorne zu haben und will mit der Vita auch im Bereich des sozialen Gamings vorne mitmischen. Neue Konzepte von Nintendo seitens eines Online-Netzwerks wie es Sony mit dem PSN oder Microsoft mit XBOX Live bietet, sucht man immer noch vergebens. Spielübergreifende Ranglistenfunktionen beispielsweise wie der Gamerscore bei Live, den Leveln im PSN oder den Punkten beim Gamecenter sucht man bei Nintendo immer noch. Ein seriöses Onlinekonzept erst mit der Wii U vorstellen zu wollen (falls überhaupt), ist uns zu spät und wird die Probleme für den 3DS mit der Veröffentlichung der Sony Vita nur verschärfen.

Nintendo scheint sich bei den Entwicklern auch keine Freunde zu machen indem Demoversionenvon von Spielen nur umständlich angeboten werden und zum Teil auch nur gegen Bezahlung heruntergeladen werden können. Die Pressekonferenz hätte ein wunderbares Forum zur Vorstellung eines neuen Onlineshops mit besserem Einbezug von Drittentwicklern werden können, wurde aber nicht umgesetzt.
Nintendos Absage an Budgetspielen wie man sie von Smartphones kennt, ist zwar nachvollziehbar da deren Preise eine Entwertung des eigenen Geschäftsmodells verursachen, dennoch hätte zumindest ein Lösungsansatz der versammelten Presse (und den Investoren) präsentiert werden sollen, was man gedenkt gegen die Smartphones und Tablets zu tun. In diesem Bereich war Funkstille.

Langfristig gesehen wird der Nintendo 3DS die Gamer mit den Spielen befriedigen können die angekündigt wurden, aber der vom 3DS bediente Markt wird kleiner und der durch den Nintendo DS gewonnene Anteil der Casualgamer wird wieder verloren gehen. Das fehlende Konzept Nintendos diese Spieler an den Handheld zu binden ist das, was Nintendos Aktien fallen lässt.


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