Einloggen

Du bist noch nicht bei consolewars registriert? Dann erstelle
jetzt ein Benutzerkonto!

Is online gaming changing how we create games?

Diskussionsrunde bei Ubisofts Gamescom-PK!

Samstag, 27. August 2011 um 00:37 von Hannibal



Diskussionsrunde bei Ubisofts Gamescom-PK!


Is online gaming changing how we create games?

Unter diesem Motto fand am Pressetag der Gamescom die Pressekonferenz von Ubisoft statt. Unterstützt von den verschiedensten Persönlichkeiten und Entwicklern aus dem Hause Ubisoft und einem Vertreter der ESL fand die PK unter geladenen Gästen im Pressezentrum der Kölnmessse statt. Moderiert wurde die Diskussion von einem Mitarbeiter von "Die Welt". King und ich durften bei der Pressekonferenz dabei sein und wollen euch hiermit einen Eindruck von der Diskussion liefern.

Nach einem kurzem "Herzlich Willkommen" und der Erläuterung, dass während der PK von Ubisoft ein Interrnet-Hotspot zur Verfügung gestellt wird (wir haben vergeblich nach diesem Hotspot gesucht), stellten sich zunächst die sechs Gäste vor.

Mit von der Partie waren:


Anne Blondel: Managing Director von Nadeo

Benedikt Grindel: Head of Live Operations bei BlueByte und Projekten wie "Die Siedler Online".

Yves Jacquier: Mitglied im Production Service von Ubisoft Montreal und verantwortlich für das Motion capturing, der adaptive AI und anderen Produktionstechniken

Erwan Le Breton: Creative Director von Might and Magic

Theo Sanders: Creative Director und Producer von Ghost Recon Online

Ibrahim Mazari: Director of Public Relations der ESL


In den darauf folgenden Minuten unterhielt sich die versammelte Diskussionsrunde über die Änderungen im Gaming Business. Speziell die Frage zum Wandel von "normalen" Games in Richtung zu Onlinegaming wurde in den Fokus gesetzt.

Laut Grindel könne man allerdings nicht von einem Wandel sprechen. Er selbst entwickelt schon seit neun Jahren offline Siedler Games und ist der Meinung, dass es diese auch weiterhin geben wird. Allerdings werden neben diesen Games noch Online Alternativen angeboten. Dem Markt wird also ein neuer Bereich hinzugefügt. Dabei soll dieser nicht für die Intensivierung des Spielerlebnisses da sein, sondern eher für das Zocken zwischendurch. Grindel zufolge hat man nicht mehr die Zeit um sich 20 Stunden lang mit einer Kampagne aufzuhalten. Über die Akzeptanz der Gamingcommunity macht sich Grindel keine Sorgen. Aufgrund der Tatsache, dass es weiterhin intensive Spiele mit komplexer Story geben wird, stören die Onlinealternativen wenig und Gamer werden selbst entscheiden können, ob sie ganz auf das Spielen verzichten wollen wenn sie viel zu tun haben, oder wenigstens zu den nicht so zeitaufwendigen Onlinealternativen greifen.


Von l. nach r.: Blondel, Grindel, Jacquier, Le Breton, Sanders, Mazari



Sanders sieht die Thematik der Akzeptanz ein wenig anders. In seinen Augen liege der größte Unterschied zwischen den Online- und Offlinegames beim Zugang. Für "normale" Offline-Games muss man als Kunde bis zu 70 Euro an der Ladentheke lassen. Und jeder der Freunde muss ebenfalls diese 70 Euro bezahlen, wenn man zusammen spielen möchte. Die Online Browser-Games hingegen sind vollkommen kostenfrei und geben den Freunden so eine Alternative.

Blondel und Le Bretan erwähnen schließlich den Aspekt des SocialGamings. Die Spieltiefe werde in den Onlinegames durch eine eigene Identität aufgebaut. Man befindet sich mit einem eigenen Avatar und einem eigenen Account in einer Welt, in der man mit tausenden von Spielern schnell und einfach in Verbindung treten könne. Dieses Prinzip verwenden die beiden Entwickler beispielsweise in Spielen wie Might and Magic 6 und Trackmania 2. Durch das Aufsteigen in Rängen und erreichen verschiedener Orden, Medaillen oder anderen Objekten würde zudem die Konkurrenz unter den Spielern gefördert werden. Dennoch bliebe man dabei ein essentieller Teil des Spiels. Ein weiterer wichtiger Bestandteil sei das Kreieren und Teilen der Spielinhalte. So ziele beispielsweise Trackmania genau darauf hin. Das Onlinesystem ist vollkommen darauf ausgelegt, auf den Strecken der Spieler gespielt zu werden.

Auf die Frage wie sich die Entwicklung der Spiele im Bezug auf das Onlinegaming verändert habe, antwortete Le Breton, dass man nun zunehmend mit der Community zusammen arbeite. Man versucht nun die persönlichen Wünsche der Spieler in Erfahrung zu bringen und diese dann auch umzusetzen. In Foren wird mit den Gamern zusammen debattiert und diskutiert. Für Might and Magics Heroes 6 habe man sogar einige der Spieler in die Entwicklerhallen eingeladen um vor Ort mit ihnen die online Möglichkeiten zu diskutieren und ihre Meinungen einzuholen. Man versuche momentan tägliches Feedback zu bekommen.

An dieser Stelle hackt der Moderator ein und fragt, ob dies bedeutete, dass die Community die Entwicklung des Spiels beeinflussen kann.

Prinzipiell sei das richtig, doch Le Breton betonte nochmal, dass die Community nicht sagt: "Das finden wir scheiße. Wir wollen, dass es geändert wird.". Es seien vielmehr Aussagen wie: "Wir Spieler würden es so machen!". Der Entwickler würde sich diese Meinung dann anschauen und entscheiden, ob diese Idee umsetzbar ist oder nicht.

Grindel fügt dabei hinzu, dass der Einfluss der Community bei Siedler Online beispielsweise über ein Realtime Feedback-System läuft. Ingame habe man dem Spieler mehrere Möglichkeiten gegeben sofort seine Meinung zu äußern. Unter anderem geht das über die Moderatoren der Chaträume oder speziellen Tech-Foren und Formularen. Über solche Systeme gibt man dem Spieler die Möglichkeit direkt im Spiel spontane Einfälle und Ideen äußern zu lassen. Dem stimmte Jacquier bei und fügte noch hinzu, dass es sehr interessant sei, mit was für Ideen die Community an die Entwickler herantritt. Dem zustimmend erklärte Grindel, dass es zu Beginn von der Entwicklung von "Die Siedler 7" eine riesige Liste an Wünschen der Community gäbe.

Auf die Frage des Moderators, ob all diese Neuerungen nicht bereits schon in Spielen wie WoW entwickelt wurden, antwortete Sander, dass man enger mit der Community zusammen arbeiten würde. Zudem kann man nicht Millionen und Abermillionen von Euro für die Entwicklung eines Spiels ausgeben, welches der Community nicht gefällt. Man versucht lieber mit weniger Geld ein Spiel zu erschaffen, welches durch den Draht zur Community den Wünschen entspricht.

Der Moderator fragte anschließend, wie es sich realisieren lasse, die verschiedenen Typen von Spielern unterzubringen. Schließlich gäbe es Coregamer und Casuals.



Jaquier antwortete auf die Frage indem er einen Vergleich zu einem Shooter-Spiel heranzog. Man versuche nicht nur gleiche Spieler zusammen zu bringen. Es würde schließlich nichts bringen Camper zu Campern zu stecken. So käme kein Spielfluss zustande. Wenn man dem Camper allerdings einen Rusher an die Seite stellt, wird der gesamte Spielfluss dynamischer und abwechslungsreifer. Genau nach diesem Prinzip arbeite man auch an den anderen Online-Spielen. Außerdem sei die soziale Komponente auch dafür verantwortlich, dass das Spiel mehr Spaß mache.

Mazhari führte dies weiter aus und erklärte, dass das gegeneinander spielen nicht ausnahmslos etwas für Coregamer wäre. Die ESL sei ein Beispiel dafür, dass Onlinegaming auch dazu genutzt werden kann, um sich mit seinem Nachbarn zum Zocken zu treffen und andere Leute kennen zu lernen. Es geht nicht nur um das Gewinnen, so Mazhari. Es sei vielmehr das Miteinander, welches ein Onlinegame zu etwas besonderem macht. E-Sport existiert seit 1995 und sei nicht nur eine Internetkultur. Nein, man komme sogar zu Events wie z.B. der Gamescom zusammen oder mietet Hallen um den sozialen Charakter zu verstärken. Man versuche das Miteinander so leicht wie möglich zu machen und den Spielern eine Plattform zu geben. Früher sei es schwer gewesen zusammen zu spielen, aber heute ist es so einfach, wie einen "E-Mail Account zu eröffnen". Die Sozialisierung sehe man auch in der Tatsache, dass E-Sport mittlerweile sogar im TV übertragen werde. Dem Spieler wird endlich ein Gesicht gegeben.



Der Moderator hakt nochmal nach und fragt, ob das Onlinegame das Miteinander wirklich fördert. Auf Lanparties sei man wenigstens am gleichen Ort. Das Onlinegaming aber funktioniert über die größten Entfernungen.

Sanders ist überzeugt, dass gerade das Onlinegaming die beste Möglichkeit ist um zusammen zu kommen. Der erste Schritt sei zwar über das Internet passiert, doch die meisten Communities bewiesen, dass der Schritt in den Reallife Kontakt nicht besonders fern ist. Blondel geht weiter und nimmt nochmal den Aspekt der TV-Übertragungen ein. E-Sports werde in den nächsten Jahren weiter im TV verbreitet und bringe Leute aus Amerika mit Spielern aus Deutschland zusammen. Jaquier erläutert schließlich, dass man dem Spieler natürlich trotzdem eine maßgeschneiderte Plattform bieten möchte, auf der man den passenden Spieler findet. Sucht man nach Pros? Nach Einzelspielern? Nach Teamplayern? Mit den neusten Technologien würden die Spieler je nach Charakter ein maßgeschneidertes Team erhalten!

Die Zeit wird knapp, die Konferenz neigte sich dem Ende. Der Moderator bittet nochmal um ein kurzes Statement zum Onlinegaming:

Benedikt Grindel: "Mein Sohn ist drei Jahre alt und wird nie verstehen was Offline ist. Diese Onlinekomponenten nehmen rasant zu und manifestieren sich in der Society. Wir werden Online überall sehen!"

Anne Blondel: "Wir möchte alle Arten von Spielern ansprechen und jedem das Onlineerlebnis ermöglichen, was für uns eine große Herausforderung ist. Doch mit Hilfe der Communities und der engeren Zusammenarbeit werden wir in Zukunft für jeden dieses Medium zur Verfügung stellen können und es interessant gestalten."

Erwin Le Breton: "Die Online-Welt wird ausgeweitet durch usergenerierten Content verbunden, mit einer Community, welche die Kreationen kommentieren, bewerten und verändern kann. Eine andere Sache ist, dass wir versuchen soviele Spiele wie möglich in einem Onlinespiel zu integrieren. Wir werden Spiele miteinander verknüpfen. Und die größte Herausforderung ist für uns, die Story gut im Onlinespiel einbauen zu können."

Yves Jacquier: "Onlinegaming bedeutet: Mit Menschen zusammen finden! Wir werden die Techniken dafür liefern und mit den Gamern zusammenarbeiten um diese Techniken immer weiter zu entwickeln. Es geht nicht nur um das Gegeneinander. Es geht um das Miteinander!"

Theo Sanders: "Ich glaube, dass der kommerzielle Faktor bei Onlinespielen nicht mehr eine große Rolle spielt. Das Spiel wird vielleicht kostenlos sein oder wenig kosten, dafür auf tolle Technik verzichten. Allerdings wird dieses Spiel dann zahlreiche Social-Komponenten unterstützen. Wir können diesen Trend jetzt schon beobachten und werden daran festhalten."

Ibrahim Mazari: "Für die ESL ist auch das Profil des Gamers ein wichtiger Bestandteil der Online-Games. Das Profil macht den Spieler sichtbar und gibt ihm eine Identität, in der er sich mit anderen austauschen kann. Sei es auf Facebook oder auf der ESL. Communitys werden immer wichtiger."



Nach diesen Worten bedankte sich der Moderator bei den Zuhörern und beendete die Pressekonferenz. Was haltet ihr von diesem Thema und seid ihr der selben Meinung wie Ubisoft?



Bilder (Insgesamt 132 Bilder, Zeige Bilder 0 bis 0)

consolewars liefert tagesaktuelle Spielenews, exklusive Testberichte, sowie die wichtigsten Nachrichten aus dem Games Business und zahlreiche Möglichkeiten sich in die Geschehnisse in Form von Blogs, Gruppen- oder Userpages in einer der größten deutschen Gaming Communities im Internet einzubringen.

Impressum & Disclaimer | copyright © 1999-2013 consolewars®. XXX