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HITMAN PREVIEW

Mehr Blood Money, weniger Absolution. Agent 47 hat eine lange und bewegte Vergangenheit und diesmal will er endlich wieder auf die Erfolgsspur zurück !

Donnerstag, 11. Februar 2016 um 01:47 von trip

Es ist Mittwoch, 3:45 Uhr...




Der Abend war wieder zu lang, und die Nacht viel zu kurz. Ich trinke meine letzte Tasse Kaffee und rasiere mich noch einmal gründlich. Professionalität ist mein Geschäft und bei den gegenwärtigen Terrorwarnungen muss ich noch vorsichtiger arbeiten als sonst.

Es ist nun 7:30. Trotz einer leichten Verspätung meines Flugzeuges bin ich noch gut im Zeitplan. Ich gönne mir zur Stärkung ein Sandwich und ein stilles Wasser. Ich zahle bar mit einem nicht zurückverfolgbaren Geldschein, das Wechselgeld werfe ich in eine dafür bereitgestellte Spendendose. Die junge Dame des Duty-free-Shops belohnt mich für diese Geste mit einem Lächeln, ich aber verlasse emotionslos das Geschäft.Ich muss meinen Anschlussflug erwischen, welcher sich auf der anderen Seite des Terminals auf mich wartet.Pünktlich auf die Minute betrete ich die Boeing 737 und begebe mich an meinen Sitzplatz 26C, unweit des Notausgangs. Neben mir sitzt ein leicht übergewichtiger Geschäftsmann, Mitte 50 mit fortgeschrittenem Haarausfall, welcher noch zur vor dem Abheben die letzten Telefonate führt und zeitgleich eine Reihe von E-Mails an seine Geschäftspartner schickt. Dass sein Mobiltelefon nicht die einzige Gefahrenquelle in seiner Nähe ist, scheint ihm nicht aufzufallen.

Ich nutze in die geplante Stunde Flugzeit damit, meine Gedanken zu ordnen und stelle meine Armbanduhr schon einmal auf die Ortszeit ein. Mein Ziel ist der Heathrow International Airport, circa 20 Kilometer von der britischen Hauptstadt London entfernt. Ursprünglich ein eher unbedeutender römischer Handelsposten, dann im Mittelalter die Keimzeile des größten Weltreiches der Geschichte und seit dem 21. Jahrhundert eine, wenn nicht sogar die Finanzhochburg Europas.

Einer meiner Kontaktpersonen hat mir eine Nachricht am Café Nero hinterlegt, einer gut besuchten Location für die zahlreichen Touristen und Geschäftsleute, die vor oder nach der Reise noch einmal Kraft tanken wollen. Ich begebe mich an den Tresen und verlange die Spezialröstung, welche mich 2,99 britische Pfund kostet, und bekomme hierfür einen großen Becher schwarzen Kaffee sowie einen unscheinbaren Umschlag. Darin befindet sich neben einem bereits bezahlten Zugeticket und einer Tageskarte für die U-Bahn nur eine unscheinbare Visitenkarte.

Es ist 9:30 Uhr: Mein Einsatz beginnt…



-Agent 4(00)7: Fashion Victim-





Agent 47 ist endlich zurück! Nachdem Hitman:Absolution nicht unberechtigterweise von vielen Fans kritisiert wurde, versucht das dänische Entwicklerstudio IO Interactive mit dem neusten Serienteil, welcher nur auf den schlichten Namen „HITMAN“ hört, an die Erfolge vergangener Tage anzuknüpfen. Anders als der Titel vermuten lässt, handelt es sich dabei nicht um einem klassischen Reboot wie bei Kollegin Lara Croft, sondern vielmehr um eine Frischzellen-Kur der Reihe. Für diese „Frischzellen-Kur“ mussten aber notgedrungen einige Veränderungen am Gameplay vorgenommen werden. Erstmalig interagiert Agent 47 auf sehr großzügig dimensionierten Levels, welche dem Spielern nicht nur mehr Interaktionen und Möglichkeiten innerhalb der Spielwelt ermöglichen sollen, sondern auch einen deutlich realistischen Touch verleihen soll.

Lineare Spießrutenläufe wie noch beim direkten Vorgänger gehören somit endlich der Vergangenheit an, was uns gleich zu einer weiteren Neuerung gegenüber Hitman:Absolution bringt: Endlich will man auch mit einer logischen Hauptstory wieder punkten. Statt wie beim Vorgänger auf dem Charme der Grindhouse-Filme der frühen 70er Jahre zu setzen, suchte man diesmal offensichtlich Inspiration bei Agenten-Thrillern wie der Jason-Bourne-Reihe oder bei den klassischen Abenteuern von James Bond.

Bei unserem Hands-On im beschaulichen London konnten wir erstmalig testen, inwieweit Entwickler IO Interactive seine bisherigen Versprechen einhalten konnte. In unserer ersten Mission verschlägt es Agent 47 auf eine Modenschau in die Stadt der Liebe, das gute alte Paris.

Unser unfreiwilliges Opfer ist Viktor Novikov, welcher nicht nur für seinen ausschweifenden Lebensstil bekannt ist, sondern auch noch gute Kontakte zum russischen Geheimdienst besitzen soll. Unser Klient will ihn möglichst tot sehen, schließlich steht dieser unter Verdacht, mit seiner Partnerin Dahlia Margolis ein ominöses Verbrecher-Syndikat zu leiten. SPECTRE ich höre dir trapsen...

Ob das letztlich stimmt, ist uns ziemlich egal, schließlich muss ein neuer Piepmatz her und unsere Maßanzüge reinigen sich schließlich auch nicht von selbst. Mit einer Einladung für die „Party des Jahres“ bewaffnet, macht sich unser sympathischer Glatzenträger auf den Weg, den beiden potenziellen Mordopfern die Pariser Unterwelt persönlich näher zu bringen. Dass dies bei einer gut besuchten Modenschau nicht all zu leicht fallen sollte, scheint keine Überraschung zu sein. Mehrere Hundert Gäste samt Presse bevölkern die anmutigen Hallen des Geschichtsmuseums, welche für diese dekadente Veranstaltung angemietet wurden. Zudem ist der durchlauchte Gastgeber und seine Partnerin ständig von ihren privaten Sicherheitsleuten umgeben, welche ihre Arbeitgeber scheinbar zu keinem Moment aus den Augen lassen wollen. Sollte man lieber den frontalen Weg einschlagen und ein Attentat auf offener Fläche versuchen? Oder sollte man lieber diskret vorgehen und das Weinglas des Gastgebers mit etwas Rattengift präparieren?

Aber warum auf schmutzige Art und Weise arbeiten, wenn es auch im Stile eines James Bond funktioniert? Bei einem Spaziergang auf dem Parkplatz entdecken wir einen armen Keller, der mit einem gezielten Schlag kurzfristig ausgeschaltet wird und wir so dessen Identität übernehmen können. Durch einen kleinen Umweg durch den großzügigen Weinkeller kommen wir nicht nur an die eine oder andere Tatwaffe, sondern auch auf den schnellsten Weg zu unserem ersten Mordopfer. Nur wenige Meter trennen Agent 4(00)7 von Viktor Novikov, welcher sich in scheinbarer Sicherheit wiegt und mit einem seiner wohlhabenden Gäste unterhält.

Wie im echten Leben dauert es nicht lange bis die Hausangestellten merken, dass unser mürrisch guckender Glatzkopf nicht das ist, was er vorgibt zu sein. Natürlich bestraft uns gleich unser Übermut, so das der streng guckende Chef-Butler einen Verdacht erhebt. Dieser will sich seinen „neuen“ Mitarbeiter ein bisschen genauer ansehen, worauf der auch kurzerhand direkten Kurs auf Agent 47 hält. Sollte sich sein Verdacht erhärten, könnte er die ganze Mission gefährden, was mit großer Wahrscheinlichkeit zu einem schmerzhaften Ableben seitens unserer Spielfigur führen kann. Glücklicherweise können wir mittels des verbesserten Instinkt-Modus nun auch erkennen, welche der anwesenden Personen unserer Maskerade misstrauen könnte und so einen alternativen Kurs einschlagen.

Doch unser Verfolger scheint nicht locker lassen zu wollen und so bleibt Agent 47 nur eine hektische Flucht über das Treppenhaus in den nahe gelegenen Garten der Anlage. Gerade hier fällt auf, wie großzügig doch die einzelnen Levels eigentlich dimensioniert sind. Nach knapp 2 Stunden Anspielzeit war nur ein kleiner Bruchteil der Museumsanlage erkundet, von dem umliegenden Gärten und den Kellergewölben wollen wir gar nicht einmal sprechen. Jeder einzelne Bereich ich liebevoll gestaltet und bietet unterschiedlichste Möglichkeiten, seinen Auftrag erfolgreich abzuschließen. Ein krasser Kontrast zum linearen Leveldesign des direkten Vorgängers Absolution, welcher damit viele eingefleischte Fans etwas vergrault hatte.


Wir starten einen neuen Versuch. Anders als noch in Absolution ist bis auf wenige Ausnahmen ein freies Speichern endlich möglich. Wir verzichten in diesem Fall erst mal darauf und begeben uns als Kellner 47 wieder in den Party-Bereich, indem unser gut gelauntes Opfer zurückgekehrt ist. Zu unserem Glück bemerken wir einen der Sicherheitsleute, welcher sich wohl von seinen Kollegen kurzzeitig absetzen möchte und uns so eine weitere Identitätsübernahme bieten könne. Ein dezenter Schlag mit einem Hammer versetzt den namenlosen Lakain ins Reich der Träume und gibt uns so die Möglichkeit in den hinteren Backstage-Bereich der Anlage vorzudringen. Und wir wissen ja schließlich alle, wie total unsicher immer diese alten Kronleuchter sind ...

Aber das war jetzt nur eins von vielen Beispielen, wie man einen seiner Aufträge diskret erledigen kann. Unser persönlicher Favorit war aber, als Model verkleidet an einer Modenschau teilzunehmen, und dem Gastgeber nach der Privatvorstellung heimtückisch in den Rücken zu fallen. Möglich wird das Ganze durch eine brandneue Grafik-Engine, die ausschließlich mit für die aktuellen Konsolen-Generation konzipiert wurde und in der jetzigen Fassung einen ordentlichen Eindruck hinterlässt. Die zeitgleich erscheinende PC-Version ist, der angespielte Playstation 4 Variante aber zumindest technisch überlegen, was aber wohl nur die wenigsten überraschen sollte. Beeindrucken konnte ebenfalls die gut konzipierte künstliche Intelligenz der Spielfiguren, welche zum Testzeitraum eine sehr gute Balance besaß und zu keinem Zeitpunkt für Frust sorgte.

Für ein flaues Gefühl im Magen sorgt aber die recht ungewöhnliche Art, in der HITMAN auf den Markt gebracht werden soll. Anders als bei anderen AAA-Titeln üblich, setzt hier man auf eine episodische und damit reine digitale Veröffentlichung, mit dem die Spieler im Laufe des Jahres mit immer neuen Inhalten versorgt werden sollen.Ob man sich als Käufer mit dieser Entscheidung seitens der Entwickler und Publisher anfreunden kann, bleibt jedem Selbst überlassen. Das gegenwärtig Gebotene ist aber auf sehr hohem Niveau und macht Lust auf mehr.

HITMAN erscheint am 11.März für PC ,XboxOne und PS4!








Warum denn nicht gleich so? Nach dem guten, aber nicht gerade überragenden Hitman:Absolution setzt IO Interactive endlich wieder auf die Stärken des kahlköpfigen Killers. Die Technik ist überzeugend, die Atmosphäre stimmt und der Spieler hat nahe zu unbegrenzte Möglichkeiten, sich kreativ auszutoben. Was will man als Serien-Fan mehr? Warum man nicht schon längst Agent 47 auf eine Modenschau geschickt hat, bleibt mir nach wie vor ein Rätsel. Der Kerl passt ja unerklärlicherweise in jede Kleidung der er im laufe seiner Abenteuer so aufgabelt (sic). Ob die geplante Veröffentlichung als Episodenformat aber bei den Spielern gut ankommen wird, muss sich aber noch zeigen. Mit regelmäßigen und qualitativ hochwertigen Inhalten sollte das aber nicht allzu schwer sein.