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Hitman: Absolution - CW zu Gast bei Square Enix

Ein Mordswitz: Treffen sich ein Dealer, ein Chinese und ein Rumäne....

Freitag, 01. Juni 2012 um 15:00 von Hannibal

München 12:30


Es ist ein warmer und sonniger Tag in der bayrischen Landeshauptstadt. Doch ich bin beruflich hier und versuche mich in der Menge meinem Ziel zu nähern. Aufgrund des tosenden Lärms ist es mir kaum Möglich mein Ziel im Auge zu behalten. Mein Weg führt mich von Hauptbahnhof in ein nahe gelegenes Luxushotel, und nach einem kurzen Gespräch mit der Empfangsdame wartet schon der Lift, der mich zu meinem Auftragsgeber bringen soll.

Der Lift hält. Mein Zielpunkt ist Suite 429.... Auf dem Weg dorthin überlegte ich mir eine Taktik. Wie gehe ich voran? Stürme ich einfach hinein und mache kurzen Prozess? Oder verkleide ich mich lieber als Freund und Helfer? Auf dem Weg zur Suite, fällt mir der strahlend weiße Teppich auf...Der dürfte nachteilig sein, schließlich muss ich die Spuren restlos beseitigen.

Suite 429- Ich klingel, die Tür öffnet sich und der Auftragsgeber bittet mich herein. Großzügige Räumlichkeiten, ein zwei Meter breites Bett und viele Plasmabildschirme. Ich blicke aus dem Fenster und gehe innerlich meinen Fluchtplan durch. Ich entdecke eine Grundschule, eine Konfrontation könnte für viele Zivile Opfer sorgen. Meine Tatwaffe ist schon vorbereitet, wie immer wird es das Kazo TRG Scharfschützengewehr sein. Ein Schuss wird reichen.

"Ich darf doch bitten?", fragt mich die nette PR-Mitarbeiterin von Square Enix als ich mich mit dem Gewehr am Fenster positionierte. Rausgerissen aus meinem Tagtraum fand ich mich auf dem Presseevent des Unternehmens wieder. Mein Ziel war es nicht jemanden zu ermorden,...nein dazu bin ich nicht in der Lage. Mein Ziel war Hitman: Absolution. Und meinen Auftragsbericht findet ihr hier auf Consolewars.de!

Im Spotlight: Hitman - Die "Killerspiel"-Serie!


Die Hitman Reihe ist wohl oder übel der Alptraum eines jeden Pädagogen. Während bestimmte Konservative Parteien und sogenannte „Medien-Experten“ die üblichen Verdächtigen wie Crysis, Grand Theft Auto und Manhunt ins Visier nehmen, schafft es das wahrhaftige Killerspiel aus dem Fokus zu verschwinden. Agent 47, Held, oder eher Tötungsmaschine, der Reihe mordet sich schon seit über 12 Jahren in die Herzen seiner Kritiker um Kopf und Kragen. Und von diesen Kritikern gibt es wahrlich genug. IO Interactive debütierte im Jahr 2000 gleichzeitig mit dem ersten Teil Hitman: Codename 47, welcher trotz neuartigen Gameplay eher mäßige Wertungen bekam. Es war kein herber Verlust für die deutschen Spieler, als der PC-Exklusive Erstling durch die Altersfreigabe rasselte und anschließend indiziert wurde. Aber er zeigte, wie viel Potenzial in dem Konzept steckte und mit Hitman 2: Silent Assassine schaffte der dänische Entwickler auch seinen Durchbruch. Mit 3,6 Millionen verkauften Exemplaren stellt zu mindestens dieser Teil den bisher erfolgreichsten der Reihe dar, auch wenn er von den Wertungen her nach wie vor nur Mittelmaß war. IO Interactive wollte mit dem dritten Teil, Hitman: Contracts, alles richtig machen und versagte auf halbem Wege . Der zu hohe Schwierigkeitsgrad kollidierte mit der zu schwammigen Steuerung , was es für Neueinsteiger schwer machte sich für das ansonsten sehr ansprechende Spiel zu begeistern. Den meisten Spielern am geläufigsten ist aber nach wie vor der aktuelle Teil Hitman: Blood Money. IO Interactive zeigte, wie man Gameplay mit einer damals zeitgemäßen Grafik und einer Prise schwarzen Humor in ein erfolgreiches Produkt verwandelt. Kein anderes Spiel mit einer so makaberen Thematik konnte Kritiker und Spieler gleichermaßen überzeugen und einen Publisher so enttäuschen. Blood Money erreichte mit seinen 1,4 Millionen Exemplaren nicht die erwarteten Verkaufszahlen der Vorgänger, zeigte gleichzeitig aber, dass die Entwickler von IO Interactive ein Franchise auf die Beine gestellt hatte, welches durchaus noch eine Menge Potential zu bieten hat. Doch gerade auf dem Höhepunkt der Killerspiel-Popularität sorgte der Amoklauf von Emsdetten für eine der größten Diskussionen zum Thema „Gewalt in Spielen“. Auch als Film hatte es Hitman nicht einfach. "Hitman – Jeder stirbt alleine" hatte außer dem Hauptdarsteller kaum etwas mit dem Spiel gemein und zeigte mal wieder eindrucksvoll, wie schlecht Filmumsetzungen von Spielen eigentlich sein können.

2012, also 6 Jahre seit dem letzten Auftrag des grimmigen und haarlosen Attentäters wagt sich der dänische Entwickler wieder ins Rampenlicht um mit Hitman: Absolution die Reihe zu neuen Erfolgen zu führen.

Hitman: Absolution beginnt genau dort wo Blood Money endete. Agent 47 entkam seiner eigenen Beerdigung nur knapp und ist nach wie vor nicht seines eigenen Lebens sicher. Zwar konnte er seine Widersacher beseitigen, die wahren Verschwörer, welche dem Auftragskilller ans Leder wollen, liegen aber noch im Dunkeln. Doch wie ein vorbildlicher Angestellter, muss auch er sich seinen Unterhalt verdienen - schließlich müssen ja ständig neue Anzüge gekauft werden und auch der kleine Wellensittich braucht sein Futter … .na obwohl der ist ja tot...

47 erster Auftrag ist die Eliminierung des Königs von Chinatown, welcher nicht nur ein ganz großer Waffenschieber ist, sondern nebenbei einen rektalen Zugang in die lokale Politik besitzt. Die Mission ist in diesem Fall schon interessant, da hier nicht nur die üblichen Handlanger unserem Agenten das Leben schwer machen, sondern auch die Polizei selbst für den Personenschutz des Königs von Chinatown zuständig ist. Die Tatsache, dass diese Polizisten alle geschmiert und gekauft sind, wird aufgrund der vielen Drogenbarone, Pädophile und sonstige gesellschaftlich untragbare Personen der Serie fast in den Hintergrund gerückt. Bei all diesen skurrilen Figuren wirken unsere Nahöstlichen Diktatoren wie Miezekätzchen. Aber genug von internationaler Politik und rein in die Menschenmenge des Spiels, welche diesmal auch wirklich als solche erkennbar ist. Vielen ist sicherlich noch der Mardi Gras Abschnitt aus dem direkten Vorgänger Blood Money ein Begriff, welcher zwar ein weites Areal bot, aber gleichzeitig von nur zwei in unterschiedlichen Variationen existierenden In-Game Modellen bevölkert wurde. Absolution schließt mit dieser Methode ab und bietet dank neuer Glacier 2 Engine 1200 individuelle In-Game Charaktere, die allesamt unterschiedlich auf jede Handlungen seitens Agent 47 reagieren - Und das nicht auf Kosten einer stabilen Framerate! So kann es passieren, dass man schneller bei den Ordnungskräften für seine Missetaten bestraft wird, als in den vorherigen Teilen, denn jeder der In-Game Charaktere kann uns zu jederzeit und auch auf Verdacht verpetzen.

Be the "Silent Assassin"


Wir müssen uns bei unserem Ziel etwas besseres einfallen lassen, denn auch wie in den vorherigen Teilen gilt die altbekannte Regel: Die einfachste Lösung muss nicht unbedingt die beste sein. Dafür besitzt 47 neuerdings eine Art Wahrnehmung, welche sich am besten als gepimpte Version des aus Assassins Creed bekannten Adlerblicks beschreiben lässt. So kann man zu jeder Zeit erkennen, ob Zivilisten als Deckung dienen können, auf welchen Routen Wachen patrouillieren und wo Gefahren drohen. Während wir uns in Richtung unseres Opfers bewegen, stehen wir wie immer vor der Qual der Wahl: Wie soll der unsympathische Kerl das Zeitliche segnen? Der Entwickler stellt uns dabei wieder eine interessante Anzahl verschiedenster Todesarten zur Auswahl, welche sich von leise und unauffällig bis zu einem heimtückischen Anschlag bewegen. Das Essen mit Kugelfisch aufpeppen ? Denn Kaffee mit Benzin präparieren ? Oder doch die klassische „Wir aktivieren die Alarmanlage deines Autos und sprengen dich und deine Karre in die Luft“-Variante ?



Ich entscheide mich für einen heimlichen Mord, schließlich wird der Silent Assassine mit den meisten Punkten belohnt. Durch Zufall bekommen wir beim Gespräch mit seinem örtlichen Drogendealer mit, dass der selbsternannte King auch eine kleine Schwäche für Kokain hat. Seine Nase scheint augenblicklich den Drang nach dem weißen Stoff zu verspüren und befiehlt dem Dealer für Nachschub zu sorgen. Unauffällig folgen wir dem wohl absichtlich sehr klischeehaften Drogenkurier in die nächste dunkle Ecke und nehmen auf bekannte Art seine Identität. Nachdem wir den Stoff besorgt haben, geht es wieder zum King of Shinatown. Natürlich fällt es keinem auf, dass wir deutlich größer sind und vollkommen anders aussehen als der tote Drogenkurier. Die Tatsache, dass wir weder Schwarz sind, noch mit New Yorker Slang reden, erschüttert zu keinem Zeitpunkt das Vertrauen, welches der König von Chinatown in den echten Drogenkurier setzte und uns ohne Wiederworte in unsere geheime Dope-Höhle folgt.

Vorbei an den inkompetenten Wachmann, welcher nur abwesend in seinen Fernseher sieht können wir unser Ziel einfach beseitigen. Alternativ hätten wir auch vom Unterschlupf des Kuriers aus mit Hilfe eines Scharfschützengewehrs die Mission beenden können. Aber wir müssten die vielen Variablen der Umgebung mit einkalkulieren, was den Schwierigkeitsgrad unserer Flucht um ein vielfaches erhöht hätte. Und so nützt es nichts bequem aus sicherer Entfernung sein Ziel zu eliminieren, wenn man nicht 150 mögliche Zeugen riskieren will.

Hitman: Absolution ist deutlich abwechslungsreicher als sein Vorgänger und wirkt deutlich frischer. Grafisch hat sich einiges getan, die neue Glacier 2 sorgt für ein deutlicheres Current-Gen Feeling. Aber dieser neue, ernstere Look brachte mich mehrmals ins Grübeln: Spiele ich wirklich ein Hitman oder bin ich schon bei Kane & Lynch ? Rein optisch setzt sich der Titel nicht von seinem Schwester-Projekt zu mindestens bei diesem spielbaren Abschnitt ab, was aber kein Nachteil sein muss. Das neuartige Crowd-System zeigt unheimlich viel Potenzial, und erhöht den Schwierigkeitsgrad deutlich ohne Frust beim einfachen Schwierigkeitsgrad zu erzeugen. Die Umgebung ist weitaus realistischer und dynamischer Gestaltet als in vielen anderen Spielen. Während man bei GTA mit einer Panzerfaust an einem Polizisten vorbeirennen kann, muss man bei Hitman Absolution darauf achten, nicht zu lang neben diesem zu stehen, da er sonst Misstrauisch wird. Auch die Zivilisten wirken wesentlich echter und lebendiger. Reagieren auf Waffen und auffälliges Verhalten vollkommen individuell und absolut unberechenbar.

Doch bei dem ganzen Lob wollen wir auch die Kritik nicht vergessen. Da wäre zum Beispiel die 720p Auflösung, welche zu mindestens bei der aktuell getestet Version das Maß aller Dinge darstellte oder die kleinen aber feinen Übertreibungen und Stereotype, die sich in dem Spiel verstecken. Auch wirkt die Steuerung nach wie vor etwas schwammig uns gewöhnungsbedürftig, was im Gefecht bei unerfahren Spielern zu einem schnellen Tod führen kann. Das ist zwar nicht so gravierend, stört allerdings den Spielfluss. Es ist auch fraglich, ob der Entwickler IO Interactive das hohe Niveau des angetesteten Abschnitts auch auf das gesamte fertige Spiel übertragen kann, da ein Teil der neuen Gameplay Elemente noch nicht praxisnah zu testen waren.














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