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HITMAN -Season Finale-

Das Jahr ist rum, er bringt dich um, ra-ta-ta-ta-ta-ta boom boom ...

Montag, 31. Oktober 2016 um 14:09 von trip

Mit der am 31.Oktober erscheinenden Episode „Hokkaido“ nähert sich HITMAN (2016) seinem vorläufigen Ende.Im herbstlichen Hamburg hatten wir die Möglichkeit, das große Finale ausgiebig anzuspielen, zudem schnackten wir mit Director Christian Elverdam von IO-Interative über Cowboys in Kimomos und japanische Landschaften.


HAVE GUN/WILL TRAVEL



Am 31.März erschien der nun mehr 6. Serienteil rund um den in einem Genlabor geschaffenen 47, dessen Ruf als weltweit bester Auftragskiller nach wie vor unstrittig ist. Nach dem enttäuschenden HITMAN:Absolution wollte man mit HITMAN(2016) als Soft-Reboot zu seinen Wurzeln und damit auch zu seinen Stärken wieder zurückfinden. Um so schockierender war es aber für viele Fans der Serie, als man seitens der Entwickler auf eine episodische Veröffentlichung setzte. Es dauerte nicht lange, bis die ersten Worte wie “Ich kauf doch nicht eine Katze im Sack“ oder „Warum sollte ich jeden Monat auf ein neues Level warten?!“ schon bei vielen Spielern auf den Lippen lagen, bevor überhaupt eine einzige Minute gespielt wurde. Es war einfach für viele ein Unding, das ein AAA-Titel in so einer Art und Weise auf den Markt gebracht worden soll und für viele selbst ernannte „Experten“ war eindeutig der Tiefpunkt der Serie erreicht.

War nun wirklich das unausweichliche Ende für 47 gekommen?

Zugegeben, man hatte sich bei der Veröffentlichung des sogenannten Intro-Packs nicht wirklich mit Ruhm bekleckert. Auch wir kritisierten in unserem Review den mäßigen Umfang, die vielen kleineren und größeren technischen Probleme sowie die damals nicht nachzuvollziehende Veröffentlichungspolitik. Mit den Episoden Sapienza, Marrakesh, Bangkok, Colorado (+ Bonus-Episode) wurde kontinuierlich das bestehende Universum erweitert, der Elusive Targets-Modus sorgte nicht zuletzt auch durch die Beteiligung von Hollywood-Schauerpieler Gary Busey und Gary Cole für zusätzliche Unterhaltung. Mit dem an Halloween erscheinenden Finale „Hokkaido“ will man auch die wirklich letzten Kritiker überzeugen. Agent 47 verschlägt es hier in die verschneiten Berge der japanischen Insel, welche in einem unwegsamen Randgebiet eine ominöse Privat-Klinik beherbergt.

Hier gönnt sich die High Society entspannende Wellnesswochenenden, mit reichlich Sushi und der einen oder anderen Botox-Spritze. Aber nicht nur Promis sind in dieser Klinik gern gesehene Gäste: Zahlreiche gut betuchte böse Buben lassen hier, abgeschottet von der Außenwelt und frei von staatlicher Kontrolle höchst umstrittene und illegale Eingriffe an sich durchführen. Das klingt nach einem typischen Job für unsere Diplomfachkraft für Tötungsdelikte. Blöderweise ist unser sympathischer Glatzenträger in dieser Episode so verletzlich wie nie, denn diesmal ist er seiner kompletten Ausrüstung beraubt worden. Die Privatklinik sieht mit seiner Top-Ausstattung nicht nur so aus, als wäre sie einem Architektur-Magazin entsprungen, nein sie bietet seinen wohlhabenden Gesten auch die beste Sicherheitstechnik, die man mit Geld oder Macht kaufen kann.

Weder die gute alte Klavierseide, noch andere Gegenstände wie die bekannten Geldmünzen haben es durch den Sicherheitscheck geschafft, was den ohne hin schon anspruchsvollen Schwierigkeitsgrad noch mal ein ganzes Stück anhebt. Sei es die vielen Kameras, die an jeder Ecke positionierten Wachleute oder das clever konzipierte Sicherheitssystem, 47 wird es mit allen Mitteln davon abgehalten, seinen eigentlichen Auftrag schnell und einfach zu erledigen. Aber bei dem ganzen Stress die letzten Monate hat sich 47 aber auch etwas Ruhe verdient. Wie wäre es mit ein paar Happen frisches Sushi an der Bar? Doch lieber entspannen in einem von einer heißen Quelle gespeisten Bad? Nein, unser sympathischer Glatzenträger darf nicht zur Ruhe kommen, auch wenn die Anlage mehr als einladend wirkt. Wir werden jetzt hier nicht die Handlung Spoilern, aber die Spieler dürften einige Stunden benötigen, bis auch das letzte dunkle Geheimnis hinter den Mauern der Klinik gelüftet wurde. In Hamburg hatten wir auch wieder Gelegenheit, einen Plausch mit Christian Elverdam, seines Zeichens Director bei IO-Interactive zu halten.

ACHTUNG: MILDE SPOILER !





Hallo Christian, schön wieder hier zu sein. Nach einem turbulenten Jahr geht die erste Staffel von HITMAN zu Ende. Bist du zufrieden mit dem Ergebnis und was hast du auf deiner persönlichen To-do-Liste für die Zukunft geplant?




Wir sind allesamt glücklich, wie die Staffel bei den Spielern angekommen ist. Auch wenn am Anfang viele die ganze Sache mit etwas Skepsis betrachtet haben, wir bereuen es auf jedenfalls nicht. Ich persönlich habe schon einige Ideen, die ich gerne in Zukunft ausprobieren möchte.




Kann man schon offen von einer 2. Staffel sprechen?




Aktuell kann ich noch nichts ankündigen. Wir haben HITMAN (2016) immer als langfristiges Projekt kommuniziert, und natürlich wird immer im Hintergrund geplant und ausprobiert. Wir werden einfach sehen, was die Zukunft bringt (lacht)




Selten wurde verursachte ein Level in der Serie so viel Kopfschütteln bei mir wie in Hokkaido. Nicht weil der Schwierigkeitsgrad so unbarmherzig ist, sondern da ich als 47 komplett ohne eine Ausrüstung gestartet bin. Es waren schon echte Glücksgefühle, als ich dann endlich durch Zufall eine Schere gefunden habe. Hättet Ihr mir nicht wenigstens die Münzen lassen können?




(lacht) Ja, das ist ein bisschen gemein von uns gewesen oder? Es passt auch ganz gut zur Hintergrundgeschichte, da du an einem Ort wie diesen auch in der echten Welt mit großer Wahrscheinlichkeit dieselben Umstände hättest. Die Klinik bedient eine Klientel, die entweder unfassbar reich ist oder sehr viel Macht besitzt und die will Diskretion um jeden Preis. Da ist es klar, das die Sicherheitschecks der Gäste selbst auf einem hohen Niveau liegen. Es war sehr interessant zu sehen, wie Spieler reagieren, wenn für sie früher nicht so interessante Gegenstände wie z.B. leere Getränkedosen plötzlich überlebenswichtig wurden.




Jetzt aber mal Butter bei die Fische, vieles, was da gerade auf dem Bildschirm passiert ist, klingt aber sehr fantastisch oder?





Wenn man das Ganze genauer betrachtet, ist es gar nicht mal so unrealistisch. Schau her, wir sind heute in vielen Bereichen technisch weiter, als man sich vor 10 bis 15 Jahren vorstellen konnte. Es ist nur fantastisch, da das meiste für die Masse einfach nicht erschwinglich ist. Was ist aber, wenn Geld gar keine Rolle spielt?




Was hat denn damals in der Konzeptphase zu der Entscheidung geführt, gerade Hokkaido als Handlungsort in Betracht zu ziehen?




Eine sehr gute Frage. Wir haben intensiv recherchiert, aber nichts kann man mit dem vergleichen, das wir auf Hokkaido vorfinden. Auf der einen Seite haben wir gerade bei Japan eines der technologisch fortschrittlichsten Länder der Welt und auf der anderen Seite wilde und ungebändigte Natur. Es ist dieser starke Kontrast, der unser Team sehr fasziniert hat. Dazu kommt das noch im Vergleich zu den anderen japanischen Inseln sehr raue Klima und gerade in den Bergregionen dauern die Winter sehr lange. Was spricht dagegen, genau hier eine super-geheime Privat-Klinik für die oberen 10.000 zu errichten? (lacht)




Das könnte aber auch wirklich aus einem Drehbuch zu einem Bond-Film der Connery-Ära stammen ...




(lacht) So ein Zufall oder? Nein quatsch, aber ich gebe dir schon recht. Wenn sich finstere Milliardäre oder sonstige mächtige Personen auf abgeschiedenen Bergen einquartieren, ist das meist kein gutes Zeichen …




Ich habe mich sowieso schon gefragt, warum gerade diese Episode mich so stark an You Better Watch Out … aus HITMAN:Blood Money erinnert.




Ja, sieh das als Hommage an. Gerade bei der letzten Episode wollten wir die langjährigen Spieler an die Vergangenheit von 47 erinnern. Wie du sicherlich bemerkt hast, ist Hokkaido im Vergleich zu Paris oder Sapienza deutlich kleiner geraten …




Ja, kleiner ist relativ ...




Ich sag mal so, steile Berge und Klippen sind jetzt im echten Leben nicht unbedingt für ihr Platzangebot gekannt. Wir haben herausgefunden, dass Spieler ganz anders reagieren, wenn sie vorher deutlich mehr Freiheiten genossen haben und nun nicht mehr nutzen können.




So wie die fehlende Ausrüstung?




Ganz genau! Die von dir angesprochene Mission You Better Watch Out … war auch deshalb so beliebt, da dem Spieler immer vor Augen geführt worden ist, dass er eigentlich ein Fremdkörper in dieser Umgebung ist. In Paris hättest du noch wenigstens noch die Möglichkeit zu fliehen, wenn etwas schief ging. Wie willst du das bewerkstelligen, wenn du auf einem Berg mit nur einer Seilbahn festsitzt?




Was kannst du mir denn über den texanischen Geschäftsmann in diesem Pinken Kimomo sagen? So was sieht man aber auch nicht alle Tage.




(lacht) Eine meiner persönlichen Lieblingsfiguren. Eine sehr interessante Persönlichkeit und wenn man seine Hintergrundgeschichte etwas kennen, lernt wirklich sehr eigen. Ich liebe es, wenn wir solche kleinen Geschichten einbauen, da es dem ganzen Spiel wirklich Leben einhaucht.




Witzig ist aber auch der Direktor der Klinik, wie er sich die ganzen Erste-Welt-Probleme der Patienten anhören darf und dann gefüllt alle 5 Minuten eine Zigarette rauchen muss.




Ein sehr böser Mann ...




Ehrlich? Der macht recht normalen Eindruck.




Ich werde jetzt nicht Spoilern, aber innerhalb der Mauern läuft so einiges schief und es ist Aufgabe des Spielers, genau zu ergründen, was dort alles schief läuft. Vielleicht sollte man einfach beim Personal anfangen …




Apropos Personal. Das scheint ja nicht unbedingt mit dem vorhanden Job zufrieden zu sein, wenn man so einigen Gesprächen folgt ...




Entweder unzufrieden oder auch maßlos unqualifiziert. Es gibt in der Klinik genügend Angestellte, die eigentlich aus Gründen der allgemeinen Sicherheit nicht im medizinischen Bereich arbeiten sollten. Wenn die Spieler die dunklen Geheimnisse der Klinik entschlüsselt haben, wissen sie was ich damit gemeint habe. (lacht)




Danke das du dir Zeit für uns genommen hast Christian.




Gerne wieder! (lacht)