Einloggen

Du bist noch nicht bei consolewars registriert? Dann erstelle
jetzt ein Benutzerkonto!

Gamescom 2015 - Previews Part 2

Heute: Dark Souls III, Mighty No. 9 und Assassin's Creed: Syndicate

Montag, 10. August 2015 um 13:37 von HatWolf

Machen wir gleich weiter, wo wir das letzte mal aufgehört haben: Bei unseren Gamescom Previews. Heute besprechen wir den dritten Teil der Dark Souls-Reihe, den spirituellen Mega Man-Nachfolger von Keiji Inafune und Ubisofts diesjähriges Assassin's Creed. Viel Spaß!

Nach Bloodborne geht es zurück in die Mittelalter/Dark Fantasy Welt von Dark Souls.

Dark Souls ist praktisch die einzig wahre Anlaufstelle für Fans von Hardcore Action-RPGs, nicht weil es keine Konkurrenten gäbe, sondern einfach weil es bisher in dem Bereich unangefochtener König blieb. Dementsprechend sind die Erwartungen an den dritten Teil der Reihe recht hoch, vor allem weil der Ableger Bloodborne dieses Jahr bereits hohe Wertungen einfuhr. Nach dem Anspielen von Dark Souls 3 sind wir aber nicht sicher, ob es tatsächlich diesen Anspruch erfüllen wird. Wir sind wieder zurück auf verfallene Burgen, umgeben von Zombie-Hunden und Untoten, die uns mit ihren improvisierten Waffen und schwarzer Magie auf den Leib rücken. Optisch fühlen wir uns also ohne Weiterentwicklung zu Teil 1 der Dark Souls-Reihe zurück versetzt. Spielerisch scheint man aber einiges von Bloodborne gelernt zu haben. Die Bewegungen, vor allem das Ausweichen, ist rasch und sehr präzise, das Gewicht der Waffen und der Rüstung ist weiterhin perfekt bei jedem Angriff und bei jeder Verteidigung spürbar, aber alles scheint eben noch ein bisschen ausgefeilter als vorher zu sein. Besonders verbessert hat sich das audiovisuelle Feedback von Treffern. Mit einer Axt auf fiese untote Soldaten einzudreschen fühlte sich nie besser an. Dummerweise war der Demo-Abschnitt, den wir ausprobieren konnten, aber unglaublich kurz und demonstrierte uns nicht viel mehr als ein einen Wehrgang und Türme, eben was man schon oft in der Dark Souls-Reihe zuvor gesehen hatte. Was wäre das gefühlte Fazit also von dem Preview? Es ist Dark Souls, zumindest bisher ohne große Überraschung. Natürlich erscheint das Spiel erst im Frühjahr 2016, also ist gar kein finales Urteil möglich, vor allem weil es ohne Zweifel viel, viel, viel mehr zu sehen geben wird als die übliche Weltuntergangsstimmung in zerfallenen Burgen. Wie man die Reihe bereits kennt, versprechen die Tiefen dieser unheimlichen Welt auch den kreativen Horror, für die man die Souls-Reihe einfach lieben muss. An den Mechaniken wird nicht viel gedreht, selbst das Menü und die Aufteilung unserer Lebenspunkte und Items sehen altbekannt aus, von der Steuerung ganz zu schweigen. Verbesserungen und Neuerungen gibt es bisher nur im Detail zu sehen. Das ist gut und wird Souls-Veteranen entgegen kommen, aber zum anderen kann so eine frühe Demo uns deswegen auch noch nicht beeindrucken. Dafür war in dem kurzen Abschnitt einfach zu viel, was man bereits gefühlt auswendig kannte. Die Befürchtung besteht, dass Dark Souls III nicht gegen Bloodborne ankommen kann, weil es sich visuell und atmosphärisch zu stark in bereits gewohnten Fahrwässern bewegt, während der PS4-exklusive Ableger mit seinem neuen Stil, seinen eigenständigen Mechaniken und dem Szenario-Wechsel stark überraschen konnte. Wird es so kommen? Um das zu beantworten, reicht ein kurzes Preview nicht aus, dafür bräuchte man schon eine Kristallkugel. So oder so werden Fans des Genres ohnehin sehr gespannt auf Dark Souls III bleiben - völlig zurecht.

Mighty No. 9 bringt das Mega Man-Prinzip zurück. Bisher fühlt es sich auch ganz gut an.

Bleiben wir doch einen Moment bei Videospielen, die Hardcore- und Oldschool-Fans anziehen. Mega Man gilt als eines der klassischen Videospiel-Prinzipien, die man sich nur vorstellen kann. 2D-Levels, Laufen-Springen-Schießen, hohe Herausforderung und fiese Bosskämpfe. Nur wer Mega Man II oder III einmal selbst durchgespielt hat, darf sich auch einen Retro-Gamer nennen, nicht wahr? Zu dumm ist nur, dass Capcom dem armen blauen Androiden den Hahn abgedreht hat und darauf verzichtet neue Klassiker für moderne Konsolen zu bringen. Schlussendlich hat der Schöpfer dieser Reihe, Keiji Inafune, Capcom verlassen und per Kickstarter einen spirituellen Nachfolger zu Mega Man auf die Beine gestellt, nämlich Mighty No. 9. Und genau dieses ist endlich fast so weit, dass es unter die Spieler gebracht werden kann. Und von den zwei Probe-Level, die wir austesten konnte, lässt sich nur sagen: Zum Glück. Mighty No. 9 spielt und fühlt sich genauso an, wie man es sich erhofft hatte: 2D-Levels, Laufen-Springen-Schießen, hohe Herausforderung und fiese Bosskämpfe. Ganz Klassisch also. Hauptcharakter Beck besitzt aber im Gegensatz zu Mega Man auch die Fähigkeit sich mit Düsen in der Luft oder am Boden ruckartig vor- oder rückwärts zu bewegen. Dieser Dash gibt ihm dieses Fünkchen mehr Mobilität, was auch vom Level-Design gefordert wird: Fallgruben, bei denen man blitzschnell die Position wechseln muss, breite Abgründe oder versteckte Items auf augenscheinlich unerreichbaren Plattformen. Auch spielt diese Mechanik in das Punkte-System hinein, denn Gegner werden nicht einfach nur durch Beschuss zerstört, sondern nur geschwächt. Nutzt Beck seinen Dash, um in diese Gegner hinein zu preschen, absorbiert er ihre Energie (im Spiel „Xel“ genannt) und kann so temporäre Power-Ups freischalten, wie etwa höhere Geschwindigkeit oder mehr Feuerkraft. Auch Bossgegner verlieren nur dann Lebenspunkte, wenn man ab und zu in sie hinein rempelt, sonst erholen sie sich von dem angerichteten Schaden. Insgesamt also eine interessante Mechanik, die Mighty No. 9 von Mega Man unterscheiden kann. Ansonsten aber bedient man sich ziemlich stark vom bekannten Konzept, in etwa, dass man alle Stages für jeden Boss von Anfang an auswählen kann und dass man neue Waffen von bereits besiegten Mighty Numbers erhält.

Kurzum: Mighty No. 9 besitzt genau den richtigen Retro-Unterhaltungsfaktor, gerade simpel genug, damit man schnell hinein kommt, gerade schwierig genug, damit es anspruchsvoll bleibt. Somit muss es sich wohl mit einem anderen modernen Klassiker messen, wenn es erscheint, nämlich Shovel Knight. Ob es dem gewachsen ist? Im Frühjahr 2016 werden wir es sehen.

Nach Paris ist dieses Jahr London an der Reihe.

Jedes Jahr kommt Weihnachten, jedes Jahr kommt Ostern, jedes Jahr kommt ein neues Assassin’s Creed - danach kann man fast seinen Kalender stellen. Auch dieses Jahr will Ubisoft seine fiktiv historische Action-Adventure-Reihe nicht aussterben lassen und bringt Spieler nach London in das Jahr 1868. Nach dem theoretisch guten (aber praktisch viel zu unfertigen) Assassin’s Creed: Unity machen sich Spieler natürlich aber Sorgen, ob die jährlichen Nachfolger nicht doch zu sehr an dem Feinschliff und der Qualität dieser Videospiele nagen. Syndicate gibt darauf zunächst keine Antwort. Was wir spielen konnten, war im Grunde nicht viel anders als die typische AC-Spielerfahrung, natürlich wieder mit kleineren Verbesserungen und Neuerungen hier und da. Positiv fällt dabei die Charakterauswahl ins Auge. Dieses Jahr gibt es nicht einen, sondern gleich zwei neue Assassinen, nämlich das Geschwisterpaar Jacob und Evie, zwischen denen in den Hauptmissionen immer mal wieder gewechselt wird. Wir haben uns erzählen lassen, dass Jacob hierbei stärker auf Kämpfe setzt, während Evie besser schleicht. Und das durften wir auch gleich ausprobieren, da wir in dem Probeabschnitt als die geschicktere Schwester unterwegs waren. Auffallend ist ihre einzigartige Fähigkeit, nämlich dass sie praktisch unsichtbar wird, wenn sie im Verborgenen stehen bleibt. Trotzdem werfen wir uns mal in einen offenen Nahkampf, nur um zu sehen ob sich die merkwürdige Kollisionabfrage aus Unity gebessert hat und tatsächlich fühlt sich das Prügeln mit dem Mehrzweck-Gehstock der Heldin durchaus ganz ordentlich an. Weiterhin verzichtet man auf den One-Kill-Button der Konter aus Assassin’s Creed 2-4, lediglich teilt man beim Parieren ein wenig Schaden aus, muss aber die Gegner sonst auf herkömmliche Art und Weise zusammenstauchen. Auch sehr praktisch ist der neue Enterhaken, mit dem sich blitzschnell Gebäude erklimmen oder mit dem sich Seilrutschen zwischen zwei Mauern spannen lässt.

In unserer Mission haben wir wieder ein bestimmtes Ziel in einem gut bewachten Gebäude auszuschalten, unsere Ankunft stellt aber gleich mehrere Methoden vor wie wir diesen Auftrag angehen könnten. In etwa wird uns ein in Ungnade gefallener Minister angezeigt, den wir retten könnten oder eine falsche Wache, für die wir lediglich versteckte Templer ausschalten müssten. Wofür wir uns auch immer entscheiden, es ist die gleiche Assassin’s Creed-Gameplay Philosophie spürbar wie immer: Groß nachdenken braucht man nicht, die Lösungen werden einem alle per Knopfdruck angezeigt. Dafür ist das Environment Design wieder erstklassig. Ohne Frage wird das virtuelle London visuell und atmosphärisch ebenso beeindruckend wie Paris zuvor. Unserer Vermutung nach wird auch Syndicate keine Revolution für die Spielreihe werden, aber vielleicht die richtigen, kleinen Verbesserungen bringen, die sich Veteranen wünschen. Wer aber bereits übersättigt von AC ist, der wird hier nichts neues serviert bekommen. Für alle anderen wird der 23. Oktober 2015 sehr spannend, da erscheint es nämlich für Xbox One und PlayStation 4.