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Gamescom 2015 - Previews Part 1

Teil 1 mit unseren Eindrücken zu Battleborn, Dragon Quest Heroes und Overwatch!

Donnerstag, 06. August 2015 um 13:59 von HatWolf

Die wichtigste europäische Videospielmesse ist auch dieses Jahr wieder in Köln und wie zuvor lässt sich Consolewars nicht die Chance entgehen einige Spiel-Highlights von Morgen anzutesten. Da war viel zu berichten haben, präsentieren wir euch heute schon den ersten Teil unserer Preview-Reihe. Und womit geht es los? Mit Battleborn von Gearbox, mit Dragon Quest Heroes von Square Enix und mit Overwatch von Blizzard. Keine Zeit zu verlieren, hier geht es direkt los:

Battleborn teilt sich viele Eigenschaften mit Borderlands, vor allem aber Style und Humor.

Der Anfang machte Gearbox neues Projekt, präsentiert von Randy Pitchford persönlich. Nach einer Vorführung des E3 2015 Trailers (mit der absolut großartigen Untermalung des Songs "„Fitzpleasure" von alt-J) bekamen wir vier neue Helden und das allgemeine Prinzip von Battleborn erzählt. Die Story dreht sich um den letzten Stern in der Galaxie, nachdem alle anderen Sterne erloschen sind. Natürlich versammeln sich nun alle Rassen und Fraktionen um diesen letzten hellen Punkt im Universum, uneinig darüber, wie nun zu verfahren ist. Manche wollen die Sonne studieren und vielleicht herausfinden wie man einen neuen Stern erschafft, andere wollen die Sonne beschützen, andere davon profitieren. Und da diese Konflikte nicht gewaltlos bleiben, sendet jede Fraktion ihre Champion aus, um das Problem mit Taten und jeder Menge Schießpulver zu lösen. Natürlich bedient sich Gearbox einer Menge Ideen, die sie schon mit Borderlands hatten. In einem PvE-Modus dürfen die unterschiedlichen Helden gemeinsam gegen einen größeren Feind antreten, um sich so Loot und Skillpunkte zu verdienen, inklusive einer zusammenhängenden Geschichte mit schrägem Humor und Horden von NPC-Kreaturen. Der neue PVP-Modus soll aber eben auch das bieten, was Borderlands eben nicht gemacht hat, nämlich den bunten Shooter in eine wettbewerbsfähige Arena bringen.

Der Fokus unserer Präsentation lag aber noch eher auf dem PVE-Bereich. Hintereinander zeigte man uns die Helden Reyna, eine Raumpiratin mit Laser-Pistole und Kommando-Handschuh, die Attentäterin Mellka mit ihrem effektivem Nervengas, die Sonnenpriesterin Ambra mit mächtiger Feuermagie und Benedict, ein anthropomorpher Vogel mit Raketenwerfer. Im fertigen Spiel soll es insgesamt 25 Helden geben, alle mit ihren unterschiedlichen Fähigkeiten und Waffen, von Nahkämpfer bis zu typischen FPS-Soldaten. Ein Skill-System, welches während den Einsätzen nach und nach freigeschaltet wird, erlaubt es dem Spieler seine Figur etwas individueller zu gestalten, in etwa indem man Benedict mit schneller fliegenden Raketen ausstattet oder seine Nachladezeit um die Hälfte verkürzt. Schlussendlich muss aber die Feuerprobe über Battleborn entscheiden. In einer Spiel-Session gegen bösartige Monster schließen wir uns einer Redakteurgruppe an, müssen uns aber vorher für eine Figur entscheiden. Welche nehmen wir? Der Steampunk-Roboter namens Marquis sieht eigentlich ganz gut aus. Mit seiner Taschenuhr kann er die Zeit verlangsamen, hat eine mechanische Eule, die als Bombe explodiert und sein Gehstock eignet sich als Scharfschützengewehr. Spielerisch werden sich Borderlands-Fans vermutlich sehr heimisch fühlen. Der Humor und selbst die Grafik sind sich sehr ähnlich und auch die Kämpfe fühlen gleichwertig an. Besser ist natürlich, dass alle Figuren nun wesentlich mehr aktive Fähigkeiten haben, die man taktisch ausnutzen kann, dafür besteht aber das gleiche Problem wie bei Borderlands, nämlich, dass sich die Schusswechsel eher nach Laser-Tag als nach wirklichen Schlachten anfühlen. Bei Borderlands war das aber noch zu verkraften, immerhin war es zur Hälfte ein vollwertiges Action-RPG und somit war es durchaus verständlich, dass das Feedback von abgefeuerten Waffen in höheren Schadenszahlen über den Gegner bestand und nicht durch das übermittelte Gefühl von physikalischem Aufprall. Battleborn ist viel weniger Rollenspiel und viel mehr Arena Shooter, insofern war es schon ein wenig befremdlich zu sehen, dass kein Gegner annähernd zusammenzuckt, wenn man sie mehrfach mit einem Sniper-Gewehr trifft. Da wir aber den PVP-Multiplayer gar nicht spielen konnten, können wir nicht sagen, wie sich das dann bei Spielergefechten niederschlagen wird. Bisher warten wir also gespannt ab, wie sich Battleborn bis zum 9. Februar 2016 noch weiterentwickeln wird.

In Japan ist es schon draußen, wir müssen noch ein wenig warten.

Okay, okay, Dragon Quest Heroes ist nicht wirklich der Name des Spiels, mit vollem Titel heißt es Dragon Quest Heroes: The World Tree’s Woe and the Blight Below und zu deutsch ungereimt Dragon Quest Heroes: Der Weltenbaum und der Tyrann aus der Tiefe, was vermutlich der längste Titel eines Dragon Quest-Spinoffs ist seit Dragon Quest Swords: Die maskierte Königin und der Spiegelturm (Dragon Quest Swords: The Masked Queen and the Tower of Mirrors). Klingt sperrig und verwirrend? Ist es nicht. Dragon Quest Heroes ist lediglich der Versuch von Entwickler Omega Force Dynasty Warriors-DNA in Dragon Quest einzupflanzen, genauso wie sie es vorher mit Hyrule Warriors und Zelda versucht haben. Aber es gibt dennoch große Unterschiede. So geht es in Dragon Quest Heroes nicht darum Schlachten gegen feindliche Armeen zu gewinnen und Punkte auf der Karte einzunehmen, sondern um Quests, die man mit einer Gruppe aus Abenteurern bewältigt. Wie in einem Rollenspiel also? Ja, nur natürlich dass man die Monster in dem typischen Action-Kampfsystems eines Dynasty Warriors einheizt. Dafür gibt es ein Magie-System mit Zaubersprüche für alle Figuren, die Addition, dass man während den Kämpfen zwischen den Figuren seines Teams wechseln kann und sogar die Möglichkeit besiegte Feinde als Verbündete an seine Seite zu beschwören. Im Grunde also ganz anders als Dynasty Warriors, wobei das Grundkonzept natürlich erhalten bleibt, immerhin kämpft mit mit seinen Helden gegen eine unglaubliche Überzahl von Feinden. Wie schon in Hyrule Warriors ist dies sehr unterhaltsam, könnte also genau die richtige Balance treffen zwischen einfachem Einstieg, motivierender Charakterentwicklung und späteren Herausforderungen, allerdings ist Dragon Quest Heroes sehr viel fokussierter auf seine Single Player-Kampagne und seine Geschichte. Eine ähnlich massive Abenteuer-Karte mit Herausforderungen wird es also vermutlich nicht geben.

Zumindest hat es eine bedeutende Ähnlichkeit mit Hyrule Warriors. Zwar fängt das Dragon Quest-Spinoff mit einer Geschichte über eine friedliche Nation an, in der ohne Vorwarnung seine monsterhaften Bewohner sich auf einmal gegen die Menschen richten, zusammen mit vier völlig neuen Hauptfiguren, alle weiteren hinzukommenden Helden sind aber Charaktere aus vorherigen Dragon Quest-Spielen. Wer also Hardcore-Fan der Reihe ist wird viele Gesichter wieder erkennen. Bisher war Dragon Quest Heroes schon sehr unterhaltsam und dürfte ähnlich zufriedenstellend werden wie Hyrule Warriors, insofern könnte es eine Empfehlung für PlayStation 4-Besitzer mit einem Herz für Dragon Quest wert sein. Für diese Plattform erscheint es nämlich am 16. Oktober 2015.

Der neue Held Lúcio ist wahrlich eine ungewöhnliche Art von Support. Drop the Beat!

Wo wir vorher noch bei Battleborn waren, reden wir doch gleich über einen weiteren Arena-Shooter, hier natürlich ohne Coop- und Single-Player Kampagne, sondern einer der von Blizzard zielgerichtet darauf ausgelegt ist in den eSport einzuschlagen. Overwatch nimmt sich ein Beispiel an Team Fortress 2, soweit dass es ein farbenfroher Online Arena Shooter mit sehr ausdrucksstarken Charakteren ist, nur dass Overwatch in Punkto Vielfältigkeit durchaus jetzt schon gewinnt. In unserem Probespiel durften wir zwei Matches spielen, einmal als Angreifer und einmal als Verteidiger, in beiden Fällen ging es darum einen Ort einzunehmen und zu halten, während das andere Team dies natürlich verhindern will. Und unsere Experten-Erfahrung im Bereich First Person Shooter führte natürlich zu einem glorreichen und spannenden Match - welche wir haushoch verloren. Die Niederlage ist aber ohne Frage dem unorganisierten Aufbau des Teams geschuldet. Während das gegnerische Team eine gute Balance aus Supportern, Tanks und Angreifern fand, war unsere Seite darauf bedacht alle die offensiven Figuren zu wählen. Nun, zumindest verdeutlich dieses Versagen wie wichtig Teamplay in Overwatch sein wird. Ausprobieren konnten wir Tracer, eine schnelle Kämpferin mit zwei Impulspistolen, die sich über das Schlachtfeld teleportiert und sich mit Zeitschleifen zurückzieht und auch Pharah, die sich mit einem Raketenwerfer und einem Jetpack über das Schlachtfeld bewegt. Die unterschiedliche Spielweise, die man mit den Figuren erst erlernen muss, ist interessant, besonders da Tracer praktisch laufendes Kanonenfutter ist, wenn man ihre Fähigkeiten nicht bis zum äußersten ausnutzt. Aber auch die anderen Figuren, die wir nicht spielen konnten, klangen äußerst interessant. Von einem Steampunk-Zwerg mit Geschützturm, einem japanischen Bogenschützen, einem Ritter mit Cyber-Schutzschild und Nahkampfhammer, irgendwie ist alles dabei. Schon jetzt wirkt die Auswahl interessanter als bei Battleborn, obwohl die Menge an Figuren vergleichsweise geringer ist. Besonders die neu vorgestellte Figur verdient Applaus. Ein flinker DJ mit Rollschuhen, der mit seiner Schallpistole Verbündete beschallen und so heilen oder verstärken kann? Wer bei seinem Design nicht an Set Jet Radio denkt, der ist vermutlich zu jung um sich an die Dreamcast zu erinnern.

Spielerisch waren die Kämpfe hektisch, aber spannend und der typisch bunte Artstyle von Blizzard funktioniert großartig, um die verschiedenen Figuren zusammen zu bringen. Vermutlich dürfte man aber auch nichts anderes von den Jungs und Mädels erwarten, die mehr Erfahrung mit wettbewerbsfähigem eSports haben als viele andere. Wir sind jedenfalls äußerst gespannt auf Overwatch und sind dem Release sehr positiv gegenüber gestimmt - wann auch immer das Spiel jedenfalls erscheinen wird. Ein Datum oder einen vorläufigen Zeitraum gibt es nämlich noch nicht.