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Dragon Quest - Builders

Was passiert wenn man die Dragon Quest-Reihe mit dem besten von Minecraft kombiniert ?

Dienstag, 31. Mai 2016 um 00:53 von trip

Man nehme das bekannte Dragon Quest-Universum, kombiniere es mit dem Spielprinzip von Minecraft, würze es mit einer kleinen Prise schwarzen Humor und fertig ist der Lebenszeitverschwender schlecht hin. In London konnten wir die englische Version von Dragon Quest-Builders antesten und klären auf, warum es sich hierbei eher um einen klassischen Dragon Quest Teil handelt als nur um einen simplen Minecraft-Klon.


Hier spricht Gott, gib Gandalf deinen Ring ...





Unsere Reise beginnt in einer dunklen Höhle, in der wir von einer uns unbekannten Stimme geweckt werden. Wir hinterfragen nicht, warum diese Stimme weiß, wie wir heißen oder warum natürlich wir selbst wieder die einzige Hoffnung des Planeten sind. Wir nennen diese einfach mal spontan „Bob“, da sich dieses offenbar omnipotente Wesen leider nicht ausweisen kann. Wir wären nicht überrascht, wenn es bei „Bob“ um Akira Toriyama persönlich handelt. Nachdem uns „Bob“ noch einmal gefühlte einhundert-mal eingeredet hat, dass nur wir die Welt wieder aufbauen können, geht es erst mal durch ein leicht zu verstehendes Tutorial, welches uns die grundlegenden Spielmechaniken etwas näher bringt.

Blöcke abbauen, ein einfaches Crafting-System zur Herstellung von Basis-Items, lauter Dinge, die den meisten Spielern ohnehin schon durch Minecraft bekannt sein dürften. Obwohl unsere Spielfigur nach wie vor schlaftrunken wirkt, kaum Ausrüstung besitzt und irgendwie auch null Bock auf das Ganze zu zeigen scheint, meistern wir dieses ohne große Probleme. Anschließend verlassen wir unsere gemütliche Höhle, ignorieren das Gemurmel, was uns „Bob“ noch hinterher brabbelt und begeben uns in Richtung Oberwelt.

Diese befindet sich in einem desolaten Zustand und dürfte dem einen oder anderen eingefleischten Fan der Reihe bekannt vorkommen. Wir befinden uns nämlich in Alefgard, dem Schauplatz des allerersten Dragon Quests. Dort hatte der Spieler zum Ende die Möglichkeit, einen Pakt mit dem Oberbösewicht einzugehen. Doch statt der versprochenen Hälfte des Planeten endete Dragon Quest an dieser Stelle abrupt mit einem Game-Freeze, die nordamerikanische Version mit dem Namen Dragon Warrior löschte in den meisten Fällen sogar alle Savegames auf der Cardridge. Aufgrund dieser tragischen Fehlentscheidung liegt nun das ehemals stolze Alefgard in Schutt und Asche, unsere Aufgabe ist es natürlich, diesen Schlamassel wieder irgendwie rückgängig zu machen. Auch wenn sich das Spielprinzip von Dragon Quest-Builders stark von den übrigen Serienteilen unterscheidet, handelt es sich hierbei also eher um eine alternative Fortsetzung als um einen schlichten Ableger.

Für wenn ist Dragon Quest-Builders überhaupt geeignet? Vielleicht eher für die Minecraft-Noobs wie der Autor dieser Zeilen, die eher auf eine Story setzen als auf kreatives Bauen. Die Steuerung ist selbsterklärend, das Abbauen von Blöcken fällt dank der Third-Person-Perspektive kinderleicht und die Grafik ist auch noch recht ansehnlich. Dazu kommt noch eine gute Prise Humor, da Dragon Quest-Builders sich zu keinem Zeitpunkt wirklich ernst nimmt und auch jedes Cliché der Konkurrenten aufs Korn nimmt.

Gut geklaut ist halb gewonnen?




Es dauert nicht lange, bis wir auch auf unseren ersten NPC stoßen. Dieser agiert als Questgeber, besitzt aber offensichtlich keine Spur von Persönlichkeit oder Eigenständigkeit. Anscheinend hat nur unsere Spielfigur die magische Fähigkeit, Ressourcen abzubauen, zu bauen oder ein einfaches Feuer an zumachen. Wie auch immer es die Bewohner vorher geschafft haben, ohne den Spieler zu überleben, ist und bleibt ein Rätsel und die Antwort selbst dürfte Charles Dawin im Grabe drehen lassen. Unsere erste Aufgabe ist es, ein zerstörtes Dorf wieder auf Vordermann zu bringen und für eine entsprechende Behausung zu sorgen. Und wie stopft man Löcher in der Wand? Richtig! Mit Blöcken aus Erde natürlich ... halt Moment was? Nach harter Arbeit ist endlich unser (Alp)Traumhaus endlich fertiggestellt. Der anwesende NPC feiert uns, obwohl das Haus zu großen Teilen aus Erde besteht und kein Dach besitzt. Der Autor dieser Zeilen schüttelt ungläubig den Kopf und versucht das Gesehene zu ignorieren ...

Unsere nächste Aufgabe ist es, für eine Schlafgelegenheit und Beleuchtung in unserer Behausung zu sorgen. Dazu muss genre-typisch passendes Material eingesammelt werden, welches dann wiederum an einer Crafting Station in den benötigten Gegenstand umgewandelt zu werden. Warum uns das unser anwesender NPC zwar ausführlich erklärt, uns aber zu keinem Zeitpunkt selbst zur Hand geht, ist und bleibt ein Mysterium. So fühlt es sich also an, Mutter zu sein?

Aber egal, wir bewegen uns einige Meter weiter in Richtung Meer, um einige Gräser abzubauen, die wir für unser erstes Bett benötigen. Es dauert nicht lange, bis wir auch auf unseren ersten Gegner treffen, ein wildes Slime ! Was bei Super Mario der gemeine Gumba ist, ist im Dragon Quest Universum der stets lächelnde Slime. Zugegeben ein Gegner des untersten Low-Level Bereichs, aber irgendwo müssen wir ja schließlich anfangen. Zum Glück haben wir bereits beim Tutorial statt des vorgeschlagenen einfachen Stocks gleich unsere Ressourcen in den viel stärkeren Knüppel gesteckt. „Ha! .... Zeit deine freundliche Existenz zu beenden, deinen Körper zu schänden und daraus einen hübschen Einrichtungsgegenstand für unser (Alp)Traumhaus zu machen!“ Zwei Schläge später ist der Slime Geschichte, auch wenn er zu keinem Zeitpunkt eine wirkliche Gefahr für uns war. Wir wagen uns weiter ins Gebiet vor und so dauert es nicht lange, bis wir auch etwas stärkere Gegner treffen. Blöderweise nutzen sich unsere Waffen und die Ausrüstung bereits nach kurzer Zeit ab, was bei falscher Handhabung und Planung für zu einem schnellen Ableben führt. Was der gute „Bob“ wohl dann in diesem Fall macht?

Bevor wir uns blind in den Kampf stürzen, sammeln wir gleich einmal ein paar Äpfel auf, die sich am Boden der vielen Bäume vor uns befinden. Unsere Spielfigur muss ja schließlich essen und schlafen, um sich anständig regenerieren zu können. Zufälligerweise befindet sich auch das benötigte Gras neben uns, so das wir uns mit vollen Taschen und ordentlich Proviant auf den Heimweg machen können. Dort werden wir sehnsüchtig erwartet und der ominöse künstlich anmutende Erdhaufen, den wir noch näher untersuchen wollten, läuft ja auch nicht weg. Natürlich freut sich unser anwesender NPC wie ein Schnitzel auf unsere Ankunft, mit letzter Kraft stellen wir unser einfaches aber bequemes Strohbett her, stellen eine Fackel für die Nacht in unser „Anwesen“ und gönnen unserer Spielfigur erst einmal einen verdienten Schlaf ...







Holla die Waldfee bin ich begeistert. Dragon Quest-Builders ist gleich weit oben auf meiner Prioritäten-Liste für dieses Jahr gelandet und bis Oktober ist es ja auch nicht mehr allzu lange. Ich bin kein Fan von Minecraft und werde es auch nie sein, umso mehr freue ich mich auf diesen einen „Minecraft-Klon“, da alleine schon der Humor genau meinen Nerv trifft. Selten musste ich in einer so kurzen Zeit so oft den Kopf schütteln. Bisher ist der Titel nur für PS4 und als Download-Only für die PSVita angekündigt, eine PC-Version wäre nur der logische Schritt. Ob die hohen Erwartungen auch gerecht werden, kann dann nur ein Test der finalen Version zeigen.