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Downloadable Content: Zukunft oder nur ein Trend?

Die aktuelle Konsolengeneration wird von vielen Dingen geprägt. Eines dieser Dinge sind herunterladbare Zusatzinhalte.

Montag, 06. Februar 2012 um 14:16 von reeplay

Revolution oder Revolte?

Eine der wohl größten Neuheiten in der aktuellen Konsolengeneration sind die Zusatzinhalte in Form von DLC. Doch was verbirgt sich hinter dieser Abkürzung überhaupt? DLC steht für Downloadble Content. Es handelt sich dabei um digitale Zusatzinhalte, welche ein Spiel auf unterschiedliche Art und Weise erweitern. Beispielsweise erscheinen neue Multiplayer Maps, neue Quests für Rollenspiele oder neue spielbare Charaktere. Auch zwischen den Konsolenversionen gibt es häufig Unterschiede. So kommt es oft vor, dass bestimmte Inhalte exklusiv nur für eine Version zu haben sind oder sich jemand eine Zeitexklusivität sichert. Doch nicht nur in Form von Erweiterungen kommen die Inhalte auf den Markt, sondern auch komplett eigenständige Spiele werden als Arcade oder Indie Titel veröffentlicht. Ein ganz neues Geschäft hat sich in dieser Generation entwickelt. Spiele wie Limbo oder Trials HD hätten vermutlich niemals das Licht der Welt erblickt, wären sie nicht als Download erschienen. Diese Option ermöglicht also auch kleinen Entwicklern sich am Markt zu behaupten, ohne von den Großen überschattet zu werden.

Ebenfalls etabliert hat sich die Download- und Community-Plattform Steam. Mit über 1.100 Spielen und knapp 5 Millionen täglichen Nutzern ist Valve der wohl erfolgreichste Anbieter von digitaler Software auf dem PC. Mit einem kritischen Blick auf den Absatz von PC-Spielen aus dem Handel wird schnell klar, dass der Wandel von Disk basierten Spielen auf ein rein digitales Medium sehr viel schneller stattfindet als auf den Konsolen. Haben die Konsoleros ein ähnliches Schicksal zu befürchten? In absehbarer Zeit wohl nicht. Laut Analyst Arvind Bhatia werden die digitalen Inhalte zwar weiter zunehmen, das physische Medium soll aber weiterhin bestehen bleiben. Da das Ganze bei Valve mit Steam sehr gut funktioniert, hat Electronic Arts beschlossen mit Origin ähnliche Wege zu gehen. Damit die neue Plattform für uns Spieler auch attraktiv genug erscheint, werden alle zukünftigen Titel bei denen EA als Publisher auftritt, ausschließlich auf der hauseigenen Plattform vertrieben. Für die Konsolenliebhaber hat dies erstmal keine Auswirkungen. Doch für Steam ist Origin sicherlich ein Dorn im Auge. Werden wir in naher Zukunft also auch auf dem PC Fanboy Kriege erleben, ähnlich wie es bei den Konsolen der Fall ist? Oder werden sogar andere Publisher ähnliche Wege gehen, sodass bald zum Beispiel auch Ubisoft oder Activison ihre Spiele digital vertreiben möchten? Denkbar wäre es, denn so könnten die Publisher sich das Geld, welches sonst an den Handel geht, in die eigene Tasche zahlen. Des Weiteren wird mit Download Content dem Gebrauchthandel eine Kampfansage gemacht. Was vor einiger Zeit in der Gerüchteküche unter dem Namen „Ten Dollar Project“ begann, hat sich heute zu sogenannten Online-Passes entwickelt. Bei vielen Spielen wird so ein Pass beigelegt, den der Neukäufer einmalig verwenden kann, um alle Online Funktionen nutzen zu können. Jemand der also einen Gebrauchtkauf tätigt, wird automatisch eingeschränkt und gezwungen einen neuen Pass zu erwerben, um alles nutzen zu können. Dies macht in vielen Fällen den günstigeren Preis für gebrauchte Spiele zunichte. An sich sind Zusatzinhalte keine schlechte Sache. Denn schließlich bekommt man mehr vom Spiel und es wandert nach dem Abspann nicht gleich in das Regal oder sogar beim Gebrauchthändler. Zu beachten jedoch ist, dass es qualitative Unterschiede bei den Zusatzinhalten gibt. Grand Theft Auto: The Ballad of Gay Tony und The Lost and Damned sind beispielsweise DLCs die dem Hauptspiel nichts nach stehen und mehrere weitere Stunden Spielspaß in Liberty City bieten. Was ist aber, wenn ein Teil aus dem Hauptspiel herausgenommen wird, um diesen dann später als DLC zu vermarkten? Ein gutes Beispiel für solche Geschichten wären Titel wie Prince of Persia oder Assassins Creed II. Bei dem Cell Shading Prince of Persia wurde das wahre Ende erst mit Abschluss der DLC Episode offenbart. Assassins Creed II ist in sogenannte Sequenzen aufgeteilt. Mit Abschluss von Sequenz 11, findet ihr euch in Sequenz 14 wieder. Einige Wochen nach dem Release gab es dann Sequenz 12 und 13 als Download. Der Höhepunkt wird aber erreicht, wenn der Download Content schon auf dem Datenträger der Verkaufsversion enthalten ist und durch eine Bezahlung freigeschaltet wird. Inwieweit das dem Spiel zugute kommt bleibt fraglich. Die meisten Entwickler geben schon vor Release eines Titels bekannt, dass an Zusatzinhalten gearbeitet wird. Doch wie wird sich der DLC in Zukunft entwickeln? Das kann vermutlich keiner sagen. Es ist definitiv ein Schritt in Richtung Digitalisierung und ein Faktor, den kein Entwickler mehr außer Acht lassen darf. Doch genau hier besteht ein gewisses Risiko, welches kaum richtig eingeschätzt werden kann. Denn wie langlebig sind die digitalen Inhalte überhaupt? Was wird mit ihnen in der nächsten Konsolengeneration passieren? Wie lange hat man einen Anspruch auf eine virtuelle Sammlung an Zusatzinhalten? Heute noch hole ich gerne meinen Super Nintendo raus und spiele die alten Klassiker immer wieder gerne. Werde ich das in einigen Jahren mit einer PS3 oder einer Xbox 360 auch noch tun können? Wie Sony und Microsoft damit umgehen, wird die Zukunft zeigen.Wie kommen die Zusatzinhalte bei den Spielern an? Die Grafik rechts verdeutlicht, wie DLC's in der Gesellschaft aufgenommen werden. Insgesamt kauften 51 % der Spieler Download Content. Dies ist im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung um 11 %. Des Weiteren sind in der Grafik Gründe der Spieler aufgeführt, die nicht bereit sind DLCs zu kaufen. Am häufigsten spielte hier die Privatsphäre eine Rolle. Aber ein zu hoher Preis und kein Rückgaberecht zu haben, hat ebenfalls eine hohe Gewichtung bei den befragten Spielern.

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