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Die Wii U angetestet

Wir unterziehen die Wii U einem Check und beleuchten, was einen Neukäufer erwartet.

Freitag, 30. November 2012 um 15:48 von tkx

Wir hatten die Möglichkeit die Hardware der Wii U ausgiebig zu testen und uns anzuschauen, wie Nintendos neue Konsole sich macht.

Nintendo ist der erste der drei großen Konsolenhersteller, der die nächste Generation der Hardware einläutet. Spötter würden behaupten, dass Nintendo mit der Wii U nur zu der letzten Konsolengeneration aufgeschlossen hat - ein Kritikpunkt, den man durchaus ernst nehmen sollte, aber Nintendos Fokus liegt laut eigener Aussage seit dem Gamecube nicht mehr auf der stärksten Hardware, sondern dem besten Mix um den Spielspass zu maximieren. Also kann Nintendos neuster Streich mit einem integrierten Bildschirm im Gamepad den Spielspass maximieren? Wir analysieren.

Wir hatten Nintendos neue Konsole im Hochglanz-Schwarz zur Verfügung, die mit 32GB internen Flash-Speicher ausgestattet ist und im Laden momentan für 349,- EUR zu erwerben ist. Die Konsole selbst hat intern 2GB RAM zur Verfügung, wobei 1GB für das System reserviert ist, und das andere Gigabyte von den Spielen genutzt werden darf. Der Prozessor ist ein von IBM gefertigter POWER-Chip mit drei Kernen, die mit 1,243 GHz getaktet sind. Die Wii U besitzt eine AMD Serie 7 GPU (RV7xx Derivat von AMD in 40nm Prozess, 550MHz) mit 32 MB eDRAM (direkt am GPU-Core) und einem vollen GB an RAM welches Grafik mindestens der DirectX10-Stufe mit Shader Model 4 ermöglichen sollte.
An Anschlüssen hat die Konsole einen HDMI-Port, zwei USB Schnittstellen hinten und vorne, die Anschlüsse für die Sensorbar der Wii und natürlich auch ein Netzteilanschluss. Das Netzteil ist ein ziemlich großer Brocken und braucht seinen Platz um verstaut zu werden. In der Verpackung liegen auch zwei Cradles für das Gamepad, eins was nur zur Ablage des Gamepads dient, und ein anderes, mit dem man das Gamepad aufladen kann. Ja, das Gamepad hat auch ein eigenes Netzteil, leider nutzt aber Nintendo wieder einen anderen Stecker, so dass man auch nicht das 3DS Netzteil zum Laden benutzen kann (was wahrscheinlich an der geringen Strommenge liegt, die das 3DS Netzteil ausgeben kann). Wer jetzt mitgezählt hat, weiss, dass er vier Kabel für die Wii U nötig hat, um sie laufen lassen zu können. Wohl dem, der den Kabelsalat schön verstecken kann. Übrigens legt Nintendo der Wii U im Pro-Pack das HDMI-Kabel bei - so sollte es jeder Hersteller machen. Sony und Microsoft weigern sich ja bis heute den HD-Konsolen ein HDMI-Kabel beizulegen.
Das Gamepad ist zwar groß, aber liegt gut in beiden Händen und man kann es problemlos halten. Die Knöpfe sind an den üblichen Stellen angebracht und auch gut erreichbar. Das Gamepad besitzt in der Mitte ein 6,2" großes Display, das über den vom 3DS/DS bekannten Touchlayer verfügt. Im Endeffekt ist es kein Touch, was man von Handys heutzutage kennt, sondern eben jenes, bei dem man deutlich drücken müss, damit das Gamepad die Eingabe erkennt. Beim Testen des Miiverse fiel auf, dass die Software anscheinend umschalten kann zwischen Finger- und Stifteingabe, so dass im Miiverse die Bedienung auf dem Gamepad ohne den Stylus nahezu frustrierend war.
Das Display hat in unserem Testgerät einen leichten Gelbstich, was aber nicht sonderlich stört sondern die Farben einfach nur ein wenig wärmer wirken, als sie es sein müssten.
Das Gamepad ist auch im schwarzen Lack gehalten, aber dadurch verschmutzt die Oberfläche durch Fingerabdrücke sehr schnell. Das Material fühlt sich nicht sehr wertig an und macht leider einen recht "preiswerten" Eindruck. Schwer ist das Gamepad nicht, es wiegt wohl so um die 500g, und man kann es auch für kurze Momemente ohne Probleme mit einer Hand halten.
Die Wii U ist Abwärtskompatibel zur Wii aber nicht mehr zum Gamecube, was aber kein echtes Problem darstellt.
Wie lange hält das Gamepad mit einer Ladung durch? Nach unseren Spieletests können wir sagen, dass es etwa 4-5 Stunden durchhält. Die Anfangsladung nach dem Auspacken reicht aber nur für maximal eineinhalb Stunden.

Sobald man die Wii U einschaltet, wird man nach den üblichen Fragen in das Menu geleitet und wenn man das Internet eingerichtet hat, wird man auch aufgefordert das System-Update zu installieren. Ohne das Update funktionieren einige Teile des Systems noch nicht bzw. sind nicht aktiviert. Der Updatezyklus hat bei uns etwa 55 Minuten gedauert und man sollte ihn einplanen. Laut diverser Berichte im Internet kann die Wii U das Update auch im Hintergrund laden und zwar wenn man das Update erst einmal ablehnt. Dann würde das System still und heimlich im Hintergrund das Update saugen und beim nächsten Mal wenn man aufgefordert wird, direkt das Update installieren. Verifzieren konnten wir das aber nicht, da wir die Standardmethode wählten.

Wii Besitzer werden sich im Menu sofort heimisch fühlen und sich auch schnell zurechtfinden. Neben den Einstellungen und Statistiken, gibt es das Miiverse, eine Art Community wo man über Spiele diskutieren kann. Der TVii Dienst scheint aber auch nach dem Update noch nicht zu funktionieren und wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgereicht. Auf dem Menu befinden sich auch Icons für Youtube und andere Dienste, die wie man es vermuten würde, funktionieren.
Die Wii U bietet mit dem Nintendo Network zum ersten mal ein Profil an, mit dem man sich registrieren kann, und dessen Namen man Freunden weitergeben kann, um sich zu registrieren. Vorbei sind die Zeiten von Freundescodes und anderen langen und umständlichen Zahlenkolonnen um mit anderen Online in Kontakt zu treten. Über den Home-Knopf auf dem Gamepad gelangt man immer in ein Zwischenmenu, wo man unter anderem die Freundesliste, den Internetbrowser oder aber das Miiverse direkt aufrufen kann. Das erklärt auch, wieso Nintendo 1GB des RAMs für das System reserviert, denn diese Programme sind ohne das Beenden der laufenden Software (sei es ein Spiel oder etwas anderes) benutzbar. Dadurch kann man während man beispielsweise New Super Mario Bros. U spielt in das Miiverse gehen und Beiträge posten. Gleich zum Launch und nach dem Update war das Miiverse auch gut bevölktert und die "Foren" waren schon voller Beiträge.
Auch ist natürlich ein Surfen im Internet möglich, und der Browser scheint auch anspruchsvolle Seiten wie unsere bescheidene Seite mit der Anfangsanimation im Hauptseitenblock ohne Probleme zu animieren. Im Endeffekt bedeutet dies, dass der Browser CSS3 und HTML5-Kompatibel ist. Der Browser hat einen Präsentationsmodus: Man kann die Website auf dem Gamepad ansteuern und wenn man möchte per Knopfdruck für den Fernseher freigeben. Im SunSpider Benchmark schneidet er relativ bescheiden ab, kann aber auch an der etwas betagten WebKit-Version liegen.
Apropros Träge: Das Menu-System der Wii U ist leider etwas zu träge und braucht zu lange. Beispielsweise dauert es merklich lange, bis ein Spiel geschlossen wird, und man sich wieder im Wii Menu befindet.

Die Software, die wir bisher nutzen konnten, nutzt das Gamepad eher als Gimmick, statt einer richtigen Erweiterung des Spieleparadigmas. Zombi U geht mit dem Scannermode in eine gewisse Richtung, wo man auf dem Pad mehr sieht, als auf dem Fernseher und lässt erahnen was möglich sein wird. Die Entwickler müssen lernen, dass man nur ein paar Augen hat, und der Wechsel zwischen beiden Bildschirmen natürlich ist, ohne erzwungene Aufforderungen. Wir denken, dass es noch ein wenig Zeit brauchen wird, bis die Drittentwickler und auch Nintendo (abgesehen von Nintendoland) das Potenzial des Gamepads voll ausschöpfen, im Moment ist es noch ein Work-Im-Progress.

Die Gretchenfrage, die aber bleibt, ist nun ob die Wii U einen Generationsprung darstellt oder nicht? Das ist wie damals bei der Wii keine Frage auf die man leicht eine Antwort findet. Technisch gesehen hat die Wii U zu der PS3 und XBOX 360 aufgeschlossen - die Zukunft wird zeigen, wieviel mehr Potenzial in der Grafikhardware steckt und was die Entwickler herausholen werden. Für alleinige Besitzer einer Wii ist die Wii U ein Blindkauf, denn sie bietet HD-Skalierung für die alten Titel und eine Verbesserung in jedem Bereich.
Was bringt das Gamepad im Moment? Diese Frage kann man ganz klar beantworten: Das Gamepad bringt zur Zeit enorme Flexibilität. Sicherlich werden später Spiele das Display des Gamepads gekonnt einsetzen, aber im Moment ist die Wii U der potenteste stationäre Handheld überhaupt. Das Gamepad kombiniert das Beste aus beiden Welten und sorgt für ein neues Gefühl der Freiheit beim Gamen mit einer Heimkonsole. Wie sieht es nun aber für Besitzer von PS3- und XBOX 360 Spielern aus, sollten sie sich eine Wii U zulegen?
Dieselbe Frage wurde intern innerhalb der Crew auch gestellt und sie lässt sich auch beantworten: Wenn man ein Fan von Nintendo-Spielen ist und diese in HD spielen möchte, ist die Antwort ein ganz klares Ja - da führt kein Weg an der Wii U vorbei. Die Wii U exklusiven Titel, die das Gamepad vernünftig einsetzen, werden erst in der Zukunft erscheinen und es hängt genau von diesen ab, ob sie die "Core"-Gamer der PS3/XBOX 360 Fraktion ansprechen können.

Nintendo hat zwar einen etwas holprigen Start (dank des System-Updates, für das sich Herr Iwata sogar persönlich entschuldigte) mit der Wii U hingelegt der grundsätzliche Erfolg hängt aber wie immer jetzt von der kommenden Software ab (Siehe die Entwicklung des 3DS). Die Launch-Software ist solide, und insbesondere New Super Mario Bros. U ist ein Vorzeigetitel, aber wir werden noch sehen, welche Konzepte sich die Entwickler einfallen lassen werden um das Gamepad noch besser zu nutzen. Nintendo Land ist ein Schaukasten der Möglichkeiten, die aufzeigen wie man das Gamepad nutzen kann, und insbesondere das "asynchrone" Gameplay, bei dem unterschiedliche Sichten desselben Spiels zum Zuge kommen sind sehr vielversprechend.


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