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Die Wii als Retro-Konsole

Eine Retrospektive zum zehnten Geburtstag

Donnerstag, 08. Dezember 2016 um 07:55 von MeanMrMustard

Kann sich noch jemand erinnern? Genau heute vor zehn Jahren, am 08. Dezember 2006, campierten hierzulande tausende Menschen erwartungsvoll in den frühen Morgenstunden vor den Türen des Elektronikhändlers ihrer Wahl, nur um die Chance zu bekommen, die neue Nintendo-Konsole, die Wii vor allen anderen in den Händen halten zu dürfen. Dabei scheint es doch, als sei es erst gestern gewesen, dass Satoru Iwata 2005 auf der E3-Bühne stand und ganz nonchalant den Prototypen der neuen Heimkonsole aus der Tasche seines Jacketts zauberte. Damals war das Gerät nur unter dem heute ikonischen Codenamen „Nintendo Revolution“ bekannt, welcher einen tosenden Hype entfachte, in dem Millionen von Fans erraten wollten, worin genau die namensgebende Revolution lag. Die Antwort erhielten wir erst, als im Rahmen der Tokyo Game Show 2005 zum ersten Mal der revolutionäre Controller der Konsole enthüllt wurde, von dem damals noch niemand ahnte, dass er die gesamte Gamingwelt auf den Kopf stellen würde. Am 27. April 2006 wurde dann endlich der wahre Name der neuen Konsole enthüllt: Wii.


Die Konkurrenzkonsolen hätte man nicht so einfach aus einer Anzugtasche ziehen
können.

Was dann auf der E3 2006 folgte, war ein regelrechtes Feuerwerk an aufregenden Ankündigungen und Infos zur Wii. Wer sich heute nur noch an die relativ schwachen Launches erinnern kann, die die jüngeren Systeme 3DS und Wii U hingelegt haben, der sei hiermit daran erinnert, wie unglaublich stark das voraussichtliche Spiele-Lineup der Wii bereits auf der E3 2006 war. In nicht mehr als einem einzigen etwa 5-minütigen Trailer kündigte Nintendo dutzende Spiele an: Super Mario Galaxy, Metroid Prime 3, Wii Sports, WarioWare, ein neues Fire Emblem, ein neues Sonic- und ein neues Rayman-Spiel, Red Steel, Excite Truck, Disaster: Day of Crisis, Eledees, Final Fantasy: Crystal Chronicles, Dragon Quest Swords, neue Spiele mit der Dragonball- und One Piece-Lizenz und noch viele weitere mehr. All diese Spiele wurden in rapider Abfolge zum ersten Mal in diesem einen Trailer enthüllt. Ein solcher mit Spielen vollgepackter Trailer vor Launch einer Nintendo-Konsole scheint heute gar nicht mehr vorstellbar zu sein und doch gab es ihn damals in genau dieser Form.
Kein Wunder also, dass Fans die neue Konsole, die so ganz nebenbei noch zeitgleich mit dem neuesten Zelda auf den Markt kommen sollte, kaum noch erwarten konnten.

Auf der anderen Seite gab es natürlich die Skeptiker, die den neuen, äußerst unkonventionellen Controller, sowie den auf den ersten Blick seltsamen Namen der Konsole mit Argwohn betrachteten.
Doch trotz all der Skepsis, die in der Anfangszeit den Hype umgab, wurde die Wii ohne Zweifel zu einem Erfolg – und zwar zu einem so großen Erfolg, dass sie sogar die Verkaufszahlen des NES überholte und somit die bis heute erfolgreichste Nintendo-Heimkonsole ist. Und diesen Erfolg brauchte Nintendo, nach stetig sinkenden Verkäufen der letzten Heimkonsolen, unbedingt. Wie sehr Satoru Iwatas gewagte Idee für das Konzept einer für jedermann zugänglichen Konsole am Ende tatsächlich die Industrie beeinflussen würde, konnte damals noch niemand ahnen.


Wer behauptet, dass er anno 2006 nicht beeindruckt von Wii Sports war, lügt vermutlich.

Die Wii war (oder ist) eine Konsole, die man nicht nur in den Zimmern von dedizierten Gamern findet. Von Familienhaushalten ohne Kinder über Aufenthaltsräume in Altenheimen bis hin zu Krankenhauszimmern fand die Wii überall ihren Einzug. Sie erweiterte den zuvor vor allem an eine jugendliche, männliche Zielgruppe gerichteten Videospielmarkt um mehrere Dimensionen. So wurden vermehrt Menschen (vor allem Frauen), die sonst keine Videospiele gespielt hätten oder Personen höheren Alters durch die innovativen Spielkonzepte, die die Wii ihnen bot, angesprochen. Die Wii war auch die Konsole, die viele Eltern an das Hobby ihrer Kinder heranführte, welches ihnen zuvor fremd war. Insgesamt stieg die Akzeptanz von Videospielen in der Gesellschaft durch die Wii und den Nintendo DS in den Jahren ab 2006 enorm an.
Doch während die Wii zwar eine der einflussreichsten Konsolen (oder sogar die einflussreichste Konsole) aller Zeiten war, war sie auch eine der kontroversesten Konsolen. So waren viele alteingesessene Nintendo-Fans enttäuscht von der neuen Ausrichtung Nintendos. Das Logo des „Touch Generations“-Programm, das sich explizit an Gelegenheitsspieler richtete, zierte die Cover vieler Wii- und DS-Spiele. Mit jedem Jahr stieg die Vielfalt dieser heute als Casual-Games bekannten Spiele an. Angefangen mit Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging auf dem DS über Wii Fit bis hin zu Wii Music waren unzählige außergewöhnliche Spielkonzepte auf den beiden Nintendo-Systemen vertreten – doch nur wenige boten Spielerfahrungen, an denen langjährige Gamer interessiert waren. Dass diese Neuausrichtung auf Gelegenheitsspieler auch die traditionellen Nintendo-Titel wie Super Mario Galaxy 2 oder Zelda: Skyward Sword zum Teil stark beeinflusste, stieß vielen Fans sauer auf. So waren selbst die simpelsten Spiele dieser Gaming-Epoche übersät mit langwierigen Tutorials, Meldungen, die den Spieler daran erinnerten, dass er die Controllerbatterien zu wechseln habe, bis hin zu ganzen beiliegenden DVDs, die dem Spieler in einem Video das Spiel haarklein erklären sollten (zum Glück waren zumindest letztere kein allzu großes Ärgernis, da man die zusätzliche Disk in der Packung einfach ignorieren konnte).


Für viele Nintendo-Fans ist die E3 2008 bis heute die dunkelste Stunde in der
Geschichte Nintendos.

Auch die Bewegungssteuerung, die in vielen traditionellen Spielen aufgesetzt wirkte, war ein großer Wehrmutstropfen für die Spieler. Dass so häufig auf diese vergleichsweise ungenauen Schütteleingaben zurückgegriffen wurde, lag nicht zuletzt daran, dass die Wii-Fernbedienung selbst in Verbindung mit dem Nunchuk gerademal so viele Knöpfe besaß, wie der SNES-Controller. Dass einige dieser Knöpfe beim normalen Spielen nur schwierig zu erreichen waren, machte es für die Entwickler nicht leichter, ein intuitives Steuerungslayout für komplexere Spiele auf die Beine zu stellen.

Ein weiterer offensichtlicher Nachteil gegenüber der direkten Konkurrenz, bestehend aus Playstation 3 und Xbox 360, war die deutliche schwächere Hardware der Wii. Die schwache Hardware der Wii, die nur knapp über dem Niveau ihrer Vorgängerkonsole, dem Gamecube, lag, machte es Nintendo möglich, die Konsole bereits zu Beginn der Konsolengeneration zu einem kundenfreundlichen Preis von 250€ gewinnbringend zu verkaufen.
Auf den ersten Blick eine ziemlich gute Idee, wenn man diese Preisgestaltung mit der der Playstation 3 vergleicht. Deren 60GB-Modell kostete zum Erscheinungstag der Konsole nämlich satte 599€ - und trotzdem hatte Sony sich mit jeder einzelnen Konsole einen Verlust eingefahren, da die verbaute Technik damals schlicht zu kostspielig war.
Die Folgen dieser Entscheidung traten erst über die Jahre hinweg deutlicher in Erscheinung. Nicht nur sahen Wii-Spiele im direkten Vergleich stets deutlich weniger hübsch aus als ihre HD-Gegenstücke; nach kurzer Zeit stellte sich ebenfalls die Problematik auf, dass die durch die HD-Konsolen etablierten modernen Spielkonzepte wie Open World-Design oder effektgeladene Multiplayer-Shooter nur schwierig auf der schwachen Hardware der Wii umzusetzen sein würden.
Dieser Umstand führte dazu, dass über die Jahre mehr und mehr Dritthersteller der Wii den Rücken kehrten und bestenfalls noch einige Wii-exklusive Titel wie Epic Mickey oder Red Steel 2 veröffentlichen würden, welche eher auf die Hardwarelimitationen der Konsole zugeschnitten waren – was nicht bedeuten soll, dass diese Spiele per se schlecht seien. Ganz ignorieren konnten die großen Publisher die erfolgreichste Konsole der Generation schließlich nicht. Und doch blieben die ganz großen Blockbuster, für die viele die siebte Konsolengeneration heute in Erinnerung haben, der Wii vorenthalten. Kein GTA, kein Assassin’s Creed, kein Mass Effect und kein Skyrim.


Die Wii in der Retrospektive





Selbst viele der treuesten Nintendo-Fans fühlten sich über die Jahre der Wii-Ära dazu verleitet, sich früher oder später eine der Konkurrenzkonsolen zuzulegen, einfach, weil das Spieleangebot auf den beiden Seiten – HD und Wii – so derartig unterschiedlich war. Und hatte man erst einmal den Sprung auf eine HD-Konsole gewagt und sich an den Glanz der deutlich besseren Bildqualität gewöhnt, wurde es immer schwieriger, zur Wii und ihren 480p zurückzukehren. Die meisten Spiele, die Nintendo für die Wii veröffentlichte, kaschierten durch ihr buntes und minimalistisches Grafikdesign die Hardwareschwächen der Konsole relativ erfolgreich. Doch trotzdem waren viele Spieler einfach nur genervt von all den matschigen Texturen, der Treppchenbildung und nicht zuletzt auch von der berüchtigten „Fuchtelsteuerung“, was dazu führte, dass viele der Wii den Rücken gekehrt haben und in erster Linie negative Erinnerungen für sie hegen.

Doch wie sieht die gesamte Situation heute aus? Heute ist die siebte Konsolengeneration schon seit drei Jahren endgültig vorbei. Die Konsolenkriege zwischen Wii, PS3 und Xbox 360 haben sich gelegt und wir können die Konsolen in einem anderen Licht betrachten. Losgelöst von ihren direkten Konkurrenten, als ihre eigene Entität, in ihrem eigenen kleinen Kosmos, ist die Wii eine Konsole, die so einzigartig ist, wie kaum eine andere. Bei all dem Ärgernis über schlechtere Grafik, Spiele mit aufgesetzter Bewegungssteuerung und monatelange Spieleflauten voller Casual-Belanglosigkeit, übersieht man als Spieler leicht all das Positive, das die Wii zu bieten hat. Gräbt man etwas tiefer in der Software-Bibliothek der Wii, findet man unzählige Spielkonzepte, die so nur auf einer Konsole wie der Wii möglich waren.


Die Wii-Version von Resident Evil 4 gilt, aufgrund der präzisen Steuerung, für viele als die beste Version
des Klassikers.

An erster Stelle hat die Wii offensichtlich ein Alleinstellungsmerkmal durch ihre Controller. Man kann über die Bewegungssteuerung sagen, was man will – der Pointer der Wii-Fernbedienung hat stets hervorragend funktioniert und war für die meisten Spieler, die ihn genutzt haben, ein großer Pluspunkt. So spielen sich Shooter auf der Wii präziser als auf jeder anderen Konsole, die auf Steuerungsmethoden wie die moderne Zwei-Stick-Steuerung zurückgreifen müssen. Shooter (bzw. Spiele mit Shooter-Elementen) wie Metroid Prime 3, Red Steel 2, Resident Evil 4 oder selbst die Call of Duty-Titel, welche die Wii spendiert bekommen hat, spielen sich so präzise, schnell und intuitiv, wie man es sonst nur von einer Maus und Tastatur-Steuerung am PC gewohnt ist. Da ärgert man sich beinahe darüber, dass dieses eine Feature der Wii nicht in die aktuelle Konsolengeneration übernommen wurde. Was für ein Gefühl es wäre, die diesjährigen Shooter-Highlights wie Doom, Overwatch, Battlefield 1 oder Titanfall 2 mit Pointer-Steuerung am Fernseher zu spielen, kann man sich wohl nur erträumen.
Doch auch übers Shooter-Genre hinaus profitieren viele Spiele von den Möglichkeiten, die die Wii-Fernbedienung ihnen geboten hat. Auf keiner anderen Heimkonsole findet man einzigartige Spiele wie den Partykracher WarioWare: Smooth Moves, die Chirurgen-Simulationen Trauma Center: Second Opinion und New Blood, das Murmelabenteuer Kororinpa, traditionelle Railshooter wie Sin & Punishment: Successor of the Skies und viele mehr. Wenn man nur ein wenig genauer sucht, findet man viele Spiele, die die unkonventionelle Steuerung der Wii auf eine gelungene Weise umgesetzt haben. Und während man einige dieser Wii-typischen Konzepte auch auf einem Smartphone umsetzen könnte, bieten Mobile Games nur selten den hohen Produktionsstandard eines von einem großen Publisher veröffentlichten Wii-Spiels.


Kein großer Publisher würde heutzutage noch ein Spiel wie Deadly Creatures
produzieren.

Und wo wir gerade von Produktionsstandards reden – in kaum einer Generation zuvor sind die Produktionskosten für Videospiele so rapide angestiegen wie in der letzten. Doch während die Produktion eines Spiels für PS3 oder Xbox 360 stets ein riskantes und kostspieliges Unterfangen war, war es verhältnismäßig einfach und wenig aufwendig, einen Exklusivtitel für die Wii zu produzieren.
Durch die geringen Produktionskosten wurde der Druck von den Publishern und Entwicklern genommen, gleich Verkäufe im Millionenbereich anpeilen zu müssen. Aus diesem Grund findet man auf der Wii viele außergewöhnliche Spiele, die es auf PS3 und Xbox 360 nie in dieser Form gegeben hätten, da sie aus kommerziellen Gründen ein zu riskantes Unterfangen gewesen wären. So findet man auf der Wii so seltsame Titel wie das Action-Adventure Deadly Creatures von THQ. In diesem Spiel spielt man komplett aus der Perspektive eines Ottonormal-Skorpions oder einer gewöhnlichen Tarantula und kämpft sich durch meist triste Landschaften voller anderer gefährlicher Tiere. Gelegentlich trifft man sogar auf Menschen und ihre Maschinen, welche in diesem Spiel furchteinflößend und beinahe monumental groß erscheinen. Das lässt einen als Spieler überraschend effizient die Welt aus den Augen eines Kleintiers betrachten – eine erfrischend andere Spielerfahrung.
Ein anderes unkonventionelles Beispiel wäre das quirlige Eledees, in dem der Spieler aus der Ego-Perspektive eine ganze Stadt nach kleinen, bunten, mausähnlichen Tierchen (den Eledees) durchforstet und dabei in bester Half-Life 2-Gravity-Gun-Manier alles durch die Gegend wirbeln kann, was nicht niet- und nagelfest ist. Das Ziel ist es, den elektrischen Strom in der Stadt wiederherzustellen, welcher von den Eledees geklaut wurde. Der Artstyle erinnert dabei ein wenig an das nicht weniger abgefahrene We Love Katamari für die PS2.

Weitere, etwas weniger obskure Dritthersteller-Exklusivtitel für die Wii wären zum Beispiel das bereits zuvor erwähnte Red Steel 2 mit seinen hervorragend umgesetzten Wii Motion Plus-Schwertkämpfen, Platinum Games’ beinahe schon lächerlich brutales MadWorld (in Deutschland indiziert) oder Suda 51s verrücktes No More Heroes, das in Fan-Kreisen schon eine Art Klassikerstatus innehat.


Auch in der zweiten Hälfte des Wii-Zyklus gab es noch absolute Ausnahmespiele, die viele verpasst
haben, die der Wii früh den Rücken gekehrt haben.

Doch die Wii wäre keine richtige Nintendo-Konsole ohne die üblichen Nintendo-Evergreens, von denen es auch auf der Wii selbstverständlich einige gibt. Dass diese qualitativ und quantitativ auf demselben Niveau der Vorgängerkonsolen liegen, hat man damals gar nicht so bemerkt, wenn man sie erstmal zwischen all den Casual-Games herauspicken musste. So war es nur allzu verständlich, frustriert mit Nintendos First Party-Lineup zu sein, wenn man sich von Titeln wie Wii Fit und Wii Party geradezu überschwemmt fühlte. Doch aus heutiger Sicht sind es die großen Meilensteine der Nintendo-Geschichte, welche über allen anderen Wii-Spielen thronen.
Super Mario Galaxy 1 und 2 gelten als zwei der besten Videospiele aller Zeiten, Donkey Kong Country Returns hat ein totgeglaubtes Franchise auf glamouröse Weise wiederbelebt, Metroid Prime 3 war ein grandioser Abschluss für eine noch grandiosere Trilogie und Xenoblade Chronicles setzte trotz der limitierten Hardware neue Standards im JRPG-Genre.
Und auch die „zweite Reihe“ der First Party-Titel bietet mit Spielen wie Fire Emblem: Radiant Dawn, Super Paper Mario, The Last Story, Metroid: Other M, Kirby’s Return to Dreamland und vielen anderen Spielen genug Gründe, die verstaubte Wii immer wieder mal auszupacken.
Und wenn einem mal die Wii-Spiele ausgehen sollten, gibt es ja immer noch die Virtual Console-Bibliothek der Wii, welche die der Wii U in Sachen Vielfalt vor Neid erblassen lässt.


Zu Unrecht verurteilt





Letztendlich ist die Wii eine zu Unrecht verurteilte Konsole, welche erst ihr wahres Potenzial zeigt, wenn man die ganzen Ärgernisse, die sie so unbeliebt gemacht haben, beiseite kehren kann. Natürlich wäre es schöner gewesen, wenn man als langjähriger Nintendo-Fan 2006 eine Konsole bekommen hätte, welche die geliebten Nintendo-Charaktere in wunderschöner HD-Optik auf den TV-Bildschirm gezaubert hätte. Doch auch wenn die Wii etwas weniger zielgerichtet als reine Gaming-Plattform ausgelegt war und sich immer – auch bis heute – etwas an ihr nicht ganz richtig angefühlt hat, hat sie doch trotzdem ihren ganz eigenen Charme. Vor allem im direkten Vergleich zur Wii U wirkt das kunterbunt aus allen erdenklichen Genres und Stilrichtungen zusammengemischte Software-Lineup wie ein Süßigkeiten-Stand, an dem für jeden Geschmack zumindest irgendetwas dabei ist – selbst für die seltsamsten Bedürfnisse. Und wer heute noch dazu in der Lage ist, Spiele der Gamecube- und Playstation 2-Ära zu spielen, ohne davon den unter Grafikfetischisten gefürchteten „Augenkrebs“ zu bekommen, der sollte auch nicht davor zurückschrecken, nochmal einige Wii-Spiele auszuprobieren, von denen man mittlerweile viele auf diversen Second-Hand-Märkten zum Spottpreis bekommt.


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