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Consolewars beim Nintendo Post E3-Event 2015

Die E3 ist vorbei und Nintendo lädt die Fachpresse wieder dazu ein das hauseigene Portfolio auszuprobieren. Consolewars war auch dieses Jahr wieder dabei und berichtet aus erster Hand.

Mittwoch, 24. Juni 2015 um 13:31 von HatWolf

Auch dieses Jahr werfen wir einen genaueren Blick auf das, was Nintendo zu dieser E3 zu bieten hatte, zumindest das, was für die Presse anspielbar war. Bestimmte Titel wie Xenoblade Chronicles X und Fire Emblem x Shin Megami Tensei beispielweise sind vielversprechende kommende Titel für die Wii U, beide jedoch ließen sich nicht ausprobieren. Dafür hatten wir die Möglichkeit Starfox und dem Super Mario Maker auf den Zahn zu fühlen, sowie die neu angekündigten 3DS-Titel unter die Lupe zu nehmen. Unsere Erfahrungen dazu lest ihr hier:

Im Vorfeld der E3 gehörte Starfox zu den ganz sicheren Kandidaten, die wir im Digital Event zu sehen kriegen würden. In 2014 gab es schließlich nur einen kurzen Teaser, nun aber nimmt das Projekt endlich Formen an. Allerdings hat Starfox Zero sich auch einiges an Kritik anhören müssen, zumindest was die leicht veraltete Optik angeht und nach dem ersten Anspielen, ist dies nicht ganz unberechtigt. Die Umgebungen, durch die man durchfliegt, wirken stellenweise sehr kahl und leer. Dafür läuft das Spiel mit 60 FPS auf dem Fernseher und genauso auf dem Gamepad, der ja zeitgleich einen Cockpit darstellt. Zu Anfang ist diese Dualität etwas gewöhnungsbedürftig. Die Steuerung legt die Bewegungen des Airwings auf einen Controllstick, das Fadenkreuz aber auf die Neigungen des Gamepads, ganz so wie es Splatoon geregelt hat, der zweite Controllstick dient wiederum dem Bremsen und Beschleunigen. Wozu aber die beiden Bildschirme? Auf dem Fernseher lässt sich leichter fliegen, da man eine bessere Übersicht über seine Position gegenüber anderen Objekten in der Umgebung hat, über das Gamepad lässt sich aber besser zielen. Wer nun fürchtet ständig zwischen den beiden Bildschirmen hin und herschauen zu müssen, kann aber beruhigt werden, da es in den Demo-Abschnitten bisher recht eindeutig war, welche Sichtweise die bessere war. Zu Anfang fliegen wir durch einen Canyon, sodass wir auf dem Fernseher schauen, um den Airwing genauer durch die Schluchten zu steuern. Später befinden wir uns im Weltraum in engen Dogfights gegenüber andere Raumschiffen und da kam das Gamepad-Perspektive zum Einsatz. Vermutlich ist es schlichtweg die Entscheidung des Spielers was er bevorzugt, doch keiner der beiden Bildschirme war am Ende dominant. Hätte man den Perspektivwechsel nicht auch durch einen Kopfdruck regeln können? Ja, vermutlich. Einer der Vorteile ist es jedoch, dass man durch die Sicht auf dem Gamepad bestimmte Ziele anvisieren kann, die man auf dem Fernseher eventuell nicht sieht. So etwa wenn man Fahrzeuge direkt unter dem Airwing bombadieren will, ohne dabei das eigene Fluggerät auf den Boden auszurichten. Was bisher recht negativ aufgefallen ist, war wiederum der Wechsel zum Walker. Nicht, dass die Idee nicht irgendwo witzig wäre, dass man sein Raumschiff auf Knopfdruck zu einem raptor-artigen Mech umfunktionieren könnte, nur die Steuerung ändert sich dadurch geringfügig, jedoch genug, damit es im ersten Moment recht verwirrend ist. Damit ist aber im Grunde schon alles zum neuen Starfox gesagt. Im besten Sinne erinnert es an den Klassiker des N64, nur eben mit einer Steuerung, an die sich Veteranen erst einmal gewöhnen müssen. Wird das Level-Design nun noch abwechslungsreich und die erzählte Geschichte rund um Space-Animals im intergalaktischen Krieg noch unterhaltsam, dürfte Starfox Zero das werden, was sich Fans seit Langem erhofft haben. Wir drücken die Daumen bzw. die Pfoten.

Wir haben zwar nichts Neues zum Wii U Zelda gesehen, dafür kriegen 3DS-Jünger einen weiteren Zelda-Titel ins Haus, nämlich Triforce Heroes. Im Gegensatz zu A Link Between Worlds wird dieser Titel aber keine Solo-Spielerfahrung, sondern nähert sich Four Swords Adventures an. Drei Links kämpfen sich gemeinsam durch Dungeons, müssen Rätsel lösen und Monster bekämpfen. Wer vorher nur wenig mit der Multiplayer-Reihe von Zelda anfangen konnte, sollte aber trotzdem aufpassen und Triforce Heroes nicht ganz abschreiben. Nicht nur steht hier kooperatives Teamspiel stärker im Vordergrund, da man sich Rubine, Schätze und auch eine gemeinsame Herzleiste teilt, sondern die typische Zelda-Spielerfahrung dank gut konstruierten Puzzeln und Bossgegnern. Die Demo-Abschnitte waren zumindest alle sehr vielversprechend. Zuletzt nicht nur dadurch, dass die Lösungen der Kämpfe und Rätsel tatsächlich auf gute Zusammenarbeit ausgelegt waren, sondern auch weil jeder Spieler wertvolle Arbeit leisten kann. Die drei Links können sich gegenseitig umher tragen, sodass man als lebendes Totem höher gelegene Orte erreicht. Das zwingt schnell zum Mitdenken. So gab es beispielweise einen fiesen Kreiselgegner, dem man Bomben in den Rachen werfen musste. Um dies aber zu bewerkstelligen, sollte das Team per Räuberleiter dem Link helfen, der im Dungeon zuvor die Bomben eingesammelt hat. Nur so erreicht er mit einem gezielten Wurf auch den Schwachpunkt des Bosses. Doch sobald die Bombe einschlägt, muss der Spieler in der Mitte des Link-Gestecks auch den Spieler über sich auf den Gegner werfen, damit dieser auch den gelähmten Boss mit dem Schwert zusetzen kann. Während all das passiert, ist die Aufgabe des unteren Spielers nicht nur alle beiden auf seinen Schultern zu tragen, sondern auch den feindlichen Attacken auszuweichen und die anderen beiden die Gelegenheit zum Gegenangriff zu geben. Klingt kompliziert? Es kann definitiv in Chaos ausbrechen, wenn die Spieler schlecht zusammenarbeiten. Der untere Spieler zieht sich gerade in dem Moment zurück, in dem der oberste Link seine Bombe werfen will, so verfehlt er und alle drei werden von der eigenen Explosion getroffen. Sofort purzelt die Gruppe auseinander und muss sich neu organisieren - das dürfte aber auch der Reiz von Triforce Heroes sein, nämlich zwischen Frust und Erfolg. Nicht nur lokal, sondern auch über einen Online-Modus kann man sich Weggefährten zusammen zu suchen. Überdies kann sich jeder Spieler ein bestimmtes Kostüm aussuchen, um sich einzigartige Fähigkeiten zu geben, in etwa eine Samurairüstung für größere Wirbelangriffe oder ein Kokiri-Outfit um drei, statt einen Pfeil zu verschießen. Das alles klingt erst einmal sehr interessant und sehr außergewöhnlich für ein Zelda-Spiel. Doch noch dem ersten Anspielen hatte man durchaus Lust auf mehr.

Super Mario Maker ist ohne Frage der Star des Nintendo Post E3-Events. Letztes Jahr sah Mario Maker nach einer ganz netten Idee aus, auf der E3 bewies es aber, dass die Umbenennung in Super Mario Maker absolut verdient ist. Zwar waren im spielbaren Demo-Abschnitte noch nicht alle Tools zum Levelbasteln freigeschaltet, in etwa fehlten diverse Power-Ups oder Yoshi, doch das Interface war einfach zu bedienen, ging schnell von der Hand und mache Lust auf eigene Konstruktionen. Kurzerhand entwarf man ein Level mit Treppen, Laufbändern und Kanonen, die fliegende Fische oder Bomben schossen. Laufbänder nicht schnell genug? Kein Problem. Kurz schütteln und schon werden sie richtig fies schnell. Eine Berührung in die Mitte ändert sofort die Laufrichtung. So lassen sich die Eigenschaften aller Bauelemente verändern. Brauchen die Bomben zu lange zur Explosion? Man kann sie schütteln und dann die Kanonen mit Bomben beladen, die in kurzer Zeit hochgehen. Oder man gibt ihnen vorher noch Flügel mit, damit sie auch in der Luft bleiben. An Plattformen lässt sich ziehen und schieben, damit sie die richtige Länge und Höhe haben und per Schultertasten ist das Auswählen und Kopieren ebenfalls kinderleicht. In der Tat ist es recht beeindruckend wie leicht es ist eine gute Idee schnell umzusetzen. Zugleich steuert sich Mario auch wie gewohnt, eben perfekt genaue Sprünge und Bewegungen. In der Optik eines Super Mario Bros., Super Mario Bros. 3, Super Mario World oder New Super Mario Bros. hat man auch etwas Auswahl, was die Darstellung und den Stil angeht - eben Retro, mehr Retro oder Modern. Alles sieht im HD-Look auf dem Fernseher aber sehr hübsch aus. Außerdem durften wir einen Blick auf das Online-Interface werfen, mit dem man im Internet neue Level finden wird. Das am beeindruckendsten wohl ist, ist die Tatsache, dass Nintendo hier ein 2D Super Mario mit einer unendlich großen Auswahl an Leveln anbieten kann. Das Teilen der Level mit anderen Spielern macht das eben möglich. So wird aus einem amüsanten Bastel-Kit eben doch ein essentieller Bestandteil für die eigene Videospiel-Sammlung, insofern man 2D-Mario Spiele mag. Für jeden Mario-Fan ist das Potenzial zum Super Hit hier so oder so außerordentlich hoch.

Mit Animal Crossing: Amiibo Festival (welches zur Post E3 aber nicht vorgestellt wurde) hat Metroid Prime: Federation Force wohl am meisten Kritik nach dem Digital Event von Nintendo eingesteckt. Vor allem enttäuschte Metroid-Fans regten sich über den unpassenden Chibi-Look auf, über den Mangel an Protagonisten Samus Aran, über ein Spielprinzip, welches irgendwie nicht wirklich zu Metroid passen will. Doch obwohl der Frust vielleicht erst einmal verständlich ist, sollte man trotzdem offen bleiben und erst nach dem Probespielen wirklich urteilen. Ist Federation Force tatsächlich so schlimm, wie es Fans befürchten? Keine Ahnung. Dummerweise war ausschließlich das Minispiel „Blast Ball“ anspielbar, was das ganze Projekt weiterhin mit einem großen Fragezeichen schmückt. Der Mangel an Informationen zum Hauptinhalt von Federation Force, sowie der kurze, relativ nichtssagende Trailer lässt ein unbefriedigendes Gefühl zurück und Blast Ball ist nicht wirklich geeignet dies zu fühlen. Im Grunde handelt es sich hier um eine Mischung aus Fußball und Handball mit Laserpistolen und Mechs. Man schießt auf einen Ball und versucht ihn sich gegenseitig ins Tor zu ballern. Dabei sammelt man Power-Ups ein und versucht gegnerische Spieler vorübergehend auszuschalten. Die Idee und die Umsetzung ist ganz witzig und mit sechs Spielern durchaus unterhaltsam, doch die Mechaniken faszinieren nicht gerade lang genug, um die Erfahrung auch fesselnd zu gestalten. Nach ein oder zwei Runden hatte man eigentlich genug von Blast Ball und wollte sich mit etwas anderem beschäftigen. Kurzum: Es ist wohl eine nette Ablenkung für ein Spiel mit einem wesentlich größeren Hauptinhalt, nur eben jenen Inhalt haben wir noch nicht zu Gesicht bekommen. Metroid Prime: Federation Force bleibt daher weiterhin ein argwöhnisch betrachtetes Spin-off zu einem großartigen Franchise, das erst beweisen muss, ob es dem Namen der Reihe überhaupt würdig ist.

Die Crossover-Idee des Jahres: Mario trifft auf Mario. Nun, um genau zu sein, trifft die Mario & Luigi-RPG Reihe auf die Welt von Paper Mario. Und das ist eigentlich gar nicht so abwegig, immerhin sind beide Mario RPG-Reihen sehr beliebt bei der gleichen Zielgruppe geworden. Mario & Luigi: Paper Jam ist aber durch und durch ein Mario & Luigi-Spiel, welches lediglich eine dritte Figur zu der Gruppe und somit zum bekannten Konzept hinzufügt: Paper Mario. Das Prinzip kennt man ja. In dem rundenbasierendem Rollenspiel kann man übers gut getimte Knöpfedrücken Angriffen ausweichen oder die eigenen Attacken verstärken, was eben Rundenkampf mit Reflex-Tests kombiniert. Normalerweise sind Mario und Luigi jeweils eigene Tasten zu geschrieben, nun gibt es eben eine dritte für den flachen Papierkameraden. Und damit ist eigentlich schon die wichtigste Neuerung erklärt. Im Gegensatz zu den normalen Mario-Hüpfspielchen leben diese RPG-Ableger eben von der Geschichte, von dem Humor und von der ulkigen Welt, in der alles stattfindet. Und solche Qualitäten lassen sich nicht in Probespielen feststellen, lediglich ob die Mechaniken weiterhin so gut funktionieren, wie man es gewohnt ist. Da besteht keine Frage; Das Spiel ist durch und durch Mario & Luigi. Auch wirkte die Spielwelt recht weiträumig und offen, die Grafik war ansprechend und hübsch und das Aufeinandertreffen zweier Welten verspricht eine Menge Zündfeuer für gute Witze und absurde Konstellationen. Bisher lebte sich Paper Mario auch in neue Spezialangriffe gut aus, in etwa wenn er sich zu einem Papierflieger umfunktioniert, denn die beiden Brüder zum Schweben nutzen können. Darüber hinaus machte das Anspielen schon Lust auf mehr, lediglich bleibt zu hoffen, dass dem Spiel nicht so schnell die Luft ausgeht wie dem Vorgänger Dream Team. Die Idee an sich bleibt aber vorerst sehr vielversprechend.

Zu Sportspielen lässt sich in der Regel kaum etwas Interessantes sagen, da macht es auch keinen Unterschied, dass das Pilzkönigreich diese ausrichtet. Ja, es ist Mario Tennis. Es ist Tennis und es ist mit Mario. Dabei lehnt sich das Spielprinzip wieder an Mario Tennis Open an, da während des Spiels immer wieder farblich markierte Felder eingeblendet werden, auf denen man Spezialschläge auslösen kann. In etwa muss man in einem blauen Feld einen Slice machen, in einem roten ein Topspin oder in einem weißen einen Drop Shot. Damit hat man aber wie beim 3DS-Titel des gleiche Problem: Das Spiel verkommt dazu, dass man den Anweisungen des Spiels folgt, anstatt Tennis in seiner eigenen Taktik zu spielen. Brav trottet man zu den Felder, nimmt die Button-Kombination für den richtigen Schlag und sieht dann die starken Superbälle fliegen. Neu sind eben nun auch die Riesenpilze, die von Toads ab und zu auf das Feldgeworfen werden. Sammelt man diese ein, wird der Charakter groß und stark und kann nicht nur einfacher Bälle annehmen, sondern auch stärkere Schläge austeilen. Ein System schien es nicht zu geben. Einfach so werden mal hier mal da Pilze verteilt, ungefähr die gleiche Menge für beide Spielerseiten, ansonsten recht zufällig wo und wann. Da das Einsammeln eines Pilz mit einer kurzen Animation begleitet wird, stört das aber auch schon nach kurzer Zeit. Mitten in Schlag, in fliegenden Bällen oder beim Laufen muss man sich dann die 2-3 Sekunden Zwischensequenz anschauen und wenn das fünf oder sechs mal während eines einzigen Spiels vorkommt, wird das furchtbar nervig. Grundsätzlich macht Ultra Smash also keinen sonderlich interessanten oder ausgefeilten Eindruck, es sei denn natürlich, dass man sich noch nie an solchen Eigenschaften bei Mario Tennis gestört hat. Das Gute ist ja, dass man sich meist ganz gut darauf verlassen kann, was ein Mario Sport-Game liefert. Wer solche Spiele mag, der kann jede Nörgelei getrost ignorieren und sich auf Ultra Smash freuen, für alle anderen sind andere Super Mario-Spiele sicher die bessere Alternative.