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3DS XL-Hands On

Am Samstag wird der 3DS größer. Lohnt sich das neue Gerät für 3DS-Besitzer und Neukäufer überhaupt? XL oder Normal Size? Consolewars hat den größeren Bruder vom 3DS auf Herz und Nieren geprüft.

Donnerstag, 26. Juli 2012 um 12:36 von tkx

Am Samstag erscheint schon in Europa der größere Bruder des nun etwas mehr als ein Jahr alten Handhelds 3DS, der am 22. Juni 2012 von Nintendo auf einer Internetkonferenz angekündigte wurde. Damit hat sich Nintendo nicht viel Zeit für eine Revision des DS-Nachfolgers gelassen, welcher früher selbst mit DS Lite, DSi und DSi XL mehrere Varianten des gleichen Systems auf den Markt brachte. Mit dem 3DS XL stellt sich natürlich nun die Frage, ob sich ein Wechsel lohnt, wenn man bereits das Originalsystem in der Tasche hat oder ob man sich die gut 200 Euros auch sparen kann. Consolewars klärt auf.

Wo genau liegen die Unterschiede zwischen dem 3DS und dem 3DS XL? Zum einen ist da die von dem Namen angedeutete Größe. Der XL kommt mit seinen 15,6 cm x 9,3 cm x 2,2 cm gegenüber den 13,4 cm x 7,4 cm x 2,1 cm vom Original auf ungefähr 50% mehr Volumen. Das macht sich in der Dicke kaum bemerkbar, in der Länge aber schon. Nicht nur verlässt der 3DS XL damit das übliche Hosentaschenformat, auch die Bedienelemente liegen etwas weiter auseinander. Für Kinderhände dürfte das ein Problem werden, für Erwachsene liegt der XL aber dafür deutlicher angenehmer in der Hand. Vor allem die abgerundete Form schmiegt sich etwas angenehmer in die Handflächen als die etwas kleinere und kantigere Form des älteren Systems. Eine andere Änderung ist das mattere Material, aus dem die größere Variante gemacht ist. Außen- und Innenhülle des Handhelds verliert somit die glänzende Oberfläche des Originals und sehen somit etwas schlichter und eleganter aus. Positiver Nebeneffekt: Durch den matteren Rahmen verringert sich die Spiegelung für den oberen Screen. Noch ganz befreit ist der XL davon zwar immer noch nicht, ist aber deutlich besser im Vergleich zu dem Modell zuvor, bei dem das Spielen in Außenumgebungen teilweise unmöglich war. Wem aber die XL-Variante in den Händen liegt, wird auch einen anderen Unterschied schnell feststellen können: Das Gewicht. Mit gut 336 Gramm bringt der neue 3DS fast 100 Gramm mehr auf die Waage als das Vorgängermodell. Ein Unterschied, der sich bei längeren Spielsitzungen deutlich bemerkbar machen könnte, allerdings befindet sich das immer noch im Toleranzbereich. Zudem ist es damit immer noch deutlich leichter als ein iPad.

Die neuen Größenverhältnisse bieten aber auch mehr Platz für breitere Bildschirme, die besonders im direkten Vergleich schon einen gewaltigen Unterschied ausmachen. Mit seinen 4,88 Zoll kommt der XL fast auf die doppelte Spielfläche des 3DS. Der logische Schritt einer höheren Auflösung erfolgte dabei aber nicht, die 800 x 240 Pixel (Wegen 3D zweimal 400 x 240) werden einfach nur auf eine größere Fläche gestreckt. Das ist besonders ärgerlich, da sich nun der Treppeneffekt stärker einstellt. Insgesamt wirkt die Grafik grobkörniger und nicht mehr so scharf wie auf dem kleineren Bildschirm. So schlimm wird die Pixelzählerei aber nicht, wie es noch mit dem Sprung von DS zu DS XL der Fall war. Trotz deutlichem Verlust in der Bildqualität sehen Spiele wie Super Mario 3D Land oder Kid Icarus: Uprising auch auf dem größeren Bildschirm noch gut aus. Zum Trost kann der 3D-Effekt durch den größeren Raum etwas besser zur Geltung kommen, technisch gesehen ändert sich aber genaugenommen auch an dem nichts. Nintendo spendierte dem XL-Handheld keinen besseren Betrachtungswinkel für den 3D-Effekt, auch hier wird das Bild schnell unscharf, wenn man das Gerät zu sehr nach rechts oder links bewegt. Unverändert ist auch das asymmetrische Bildschirmverhältnis; der obere Bildschirm ist weiterhin breiter als der untere, was durch die neuen Maße nochmal besonders auffällt. Das ganze ist also gewachsen, aber nicht notwendigerweise besser geworden.

In den Bedienelementen erfährt der 3DS XL keine Änderung. Der Analog-Pad, sowie das Steuerkreuz und die Knöpfe A, B, X und Y fühlen sich genauso wie vorher an und bleiben der gewohnten Verarbeitungsqualität treu. Die ehemals klappernden Schultertasten dagegen wurden deutlich aufgewertet. Diese legen sich etwas runder um das Gerät und bewegen sich bei Druck etwas sanfter nach unten. Ebenfalls verbessert haben sich die Select-, Home- und Starttasten unter dem Touchscreen. Das neue Modell hat diese als richtige Tasten mit deutlichem Druckwiderstand verbaut, während das Original damals noch auf Folientasten schwörte. Auch der eckige, lose Power-Knopf wurde durch eine rundere und festere Version ersetzt. Dadurch fühlen sich die Tasten zumindest hochwertiger an, was auch wieder der angenehmeren Bedienbarkeit des XLs zu Gute kommt. Deutlich anders wiederum fühlt sich der Schieberegler für den 3D-Effekt an. Dieser lässt sich weiterhin stufenlos hin und her bewegen, besitzt aber nun einen Widerstand und rastet leicht ein, wenn man ihn ganz nach unten verschiebt, um den 3D-Effekt auszuschalten. Konsequenterweise fällt dadurch auch das grüne 3D-Anzeigelämpchen weg. Auf ein zweites Analog-Pad hat Nintendo aber insgesamt verzichtet, obwohl genug Platz vorhanden wäre. Der Grund hierfür ist nicht ganz ersichtlich, immerhin hat Nintendo nur deswegen für den 3DS mit dem SlidePad Pro eine Notlösung entwickelt, um als Hardware-Erweiterungen den 3DS bei Spielen wie Resident Evil zu unterstützen. Dank der neuen Maße funktioniert auch die alte SlidePad-Erweiterung mit dem XL nicht mehr und muss irgendwann in angepasster Form erneut gekauft werden. Sehr ärgerlich.
Was sich Nintendo dabei gedacht hat, lässt sich nur erahnen.

Das mitgelieferte Zubehör kann dabei positiv überraschen, aber auch verärgern. Statt einer 2 GB SD-Karte liefert der 3DS XL die doppelte Speichermenge mit, was angesichts Nintendos Fokus auf zukünftige Download-Spiele schon Sinn ergibt. Auch lassen sich Speicherdaten und Street Pass Lobby auf das neue System übertragen, wenn man denn das Modell wechselt. Nur heruntergeladene Spiele können hierbei nicht folgen und müssen erneut gezogen werden. Wirklich ärgerlich ist aber das Fehlen eines Ladekabels, welches Neukäufer unnötig Steine in den Weg legt. Wer bereits ein Ladekabel durch seinen 3DS oder DSi oder DSi XL besitzt, kann dieses zwar weiterverwenden, doch wer sich zu einem Kauf ohne Vorgängermodell beschließt, muss ca. 10 Euro extra dafür zahlen. Ein kleines Trostpflaster ist aber die Akku-Laufzeit. Diese hielt bei der XL-Version im Test bei voller Lautstärke und vollem 3D-Effekt gut eine Stunde länger als der 3DS, also gut vier bis vier ein halb Stunden, wobei sich mit einigen Stromsparmaßnahmen noch mehr rausholen ließe. An das Durchhaltevermögen älterer Nintendo-Handhelds kommt der 3DS XL aber trotzdem nicht heran.

Fazit:


Ob man den 3DS oder 3DS XL bevorzugt ist am Ende eine reine Geschmacksfrage. Wer einen kleineren Bildschirm mit besserer Auflösung bevorzugt, der wird mit der jetzigen Version zufrieden sein. Wer jedoch das Spielerlebnis auf größeren Bildschirmen mit räumlicheren 3D-Effekt bevorzugt, der hat am 3DS XL einfach mehr. Es zeigt aber auch deutlich, dass sich die beiden Systeme nicht viel schenken, wenn es zu richtigen Vorteilen kommt. Wer also bereits einen 3DS besitzt, für den lohnt sich der Wechsel nicht wirklich, zumal die gut 200 Euro für ein paar bescheidene Vorteile besser ausgegeben werden könnten. Besonders Spieler mit einem SlidePad Pro sollten sich den Umstieg zweimal überlegen. Wer aber noch keinen 3DS hat, der kann auch ruhig gleich zur XL-Version greifen, solang man sich umständlicherweise ein Ladekabel dazu holt.





-> Größe 15,6 cm x 9,3 cm x 2,2 cm – ca. 50% mehr Volumen als der 3DS (13,4 cm x 7,4 cm x 2,1 cm)
-> Bildschirme haben eine ca. doppelt so große Spielfläche, 4,88 Zoll
-> Gewicht: 336 Gramm, über 100 Gramm mehr als beim 3DS
-> Select, Home und Start-Knöpfe sind nun Tasten mit Druckflächen und keine Folientasten mehr
->Schieberegler ist straffer, 3D-Leuchte entfällt
-> SD-Karte mit 4GB statt 2GB
-> Durch die Größe bessere Bedienbarkeit, liegt angenehmer in der Hand
-> 3D-Effekt erhält durch die größere eine bessere Räumlichkeit, „Sweet Spot“ bzw. Betrachtungswinkel ist aber weiterhin der gleiche
-> Bildqualität lässt nach, selbe Auflösung auf größerem Bildschirm 800 x 240 Pixel, Treppeneffekt deutlicher
-> Kein Ladekabel
-> Speicherstände und weitere Inhalte lassen sich von einer Speicherkarte auf die andere übertragen, heruntergeladene Spiele jedoch nicht, diese müssen erneut heruntergeladen werden
-> Matterer Rahmen für den oberen Screen, weniger Spiegelung
-> Kamera in gleicher (schlechter) Qualität
-> Verbesserter Akku, hält gut eine Stunde länger


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