3DS XL-Hands On
Am Samstag wird der 3DS größer. Lohnt sich das neue Gerät für 3DS-Besitzer und Neukäufer überhaupt? XL oder Normal Size? Consolewars hat den größeren Bruder vom 3DS auf Herz und Nieren geprüft.
Donnerstag, 26. Juli 2012 um 12:36 von
Die neuen Größenverhältnisse bieten aber auch mehr Platz für breitere Bildschirme, die besonders im direkten Vergleich schon einen gewaltigen Unterschied ausmachen. Mit seinen 4,88 Zoll kommt der XL fast auf die doppelte Spielfläche des 3DS. Der logische Schritt einer höheren Auflösung erfolgte dabei aber nicht, die 800 x 240 Pixel (Wegen 3D zweimal 400 x 240) werden einfach nur auf eine größere Fläche gestreckt. Das ist besonders ärgerlich, da sich nun der Treppeneffekt stärker einstellt. Insgesamt wirkt die Grafik grobkörniger und nicht mehr so scharf wie auf dem kleineren Bildschirm. So schlimm wird die Pixelzählerei aber nicht, wie es noch mit dem Sprung von DS zu DS XL der Fall war. Trotz deutlichem Verlust in der Bildqualität sehen Spiele wie Super Mario 3D Land oder Kid Icarus: Uprising auch auf dem größeren Bildschirm noch gut aus. Zum Trost kann der 3D-Effekt durch den größeren Raum etwas besser zur Geltung kommen, technisch gesehen ändert sich aber genaugenommen auch an dem nichts. Nintendo spendierte dem XL-Handheld keinen besseren Betrachtungswinkel für den 3D-Effekt, auch hier wird das Bild schnell unscharf, wenn man das Gerät zu sehr nach rechts oder links bewegt. Unverändert ist auch das asymmetrische Bildschirmverhältnis; der obere Bildschirm ist weiterhin breiter als der untere, was durch die neuen Maße nochmal besonders auffällt. Das ganze ist also gewachsen, aber nicht notwendigerweise besser geworden.
Was sich Nintendo dabei gedacht hat, lässt sich nur erahnen.
Das mitgelieferte Zubehör kann dabei positiv überraschen, aber auch verärgern. Statt einer 2 GB SD-Karte liefert der 3DS XL die doppelte Speichermenge mit, was angesichts Nintendos Fokus auf zukünftige Download-Spiele schon Sinn ergibt. Auch lassen sich Speicherdaten und Street Pass Lobby auf das neue System übertragen, wenn man denn das Modell wechselt. Nur heruntergeladene Spiele können hierbei nicht folgen und müssen erneut gezogen werden. Wirklich ärgerlich ist aber das Fehlen eines Ladekabels, welches Neukäufer unnötig Steine in den Weg legt. Wer bereits ein Ladekabel durch seinen 3DS oder DSi oder DSi XL besitzt, kann dieses zwar weiterverwenden, doch wer sich zu einem Kauf ohne Vorgängermodell beschließt, muss ca. 10 Euro extra dafür zahlen. Ein kleines Trostpflaster ist aber die Akku-Laufzeit. Diese hielt bei der XL-Version im Test bei voller Lautstärke und vollem 3D-Effekt gut eine Stunde länger als der 3DS, also gut vier bis vier ein halb Stunden, wobei sich mit einigen Stromsparmaßnahmen noch mehr rausholen ließe. An das Durchhaltevermögen älterer Nintendo-Handhelds kommt der 3DS XL aber trotzdem nicht heran.
Fazit:
Ob man den 3DS oder 3DS XL bevorzugt ist am Ende eine reine Geschmacksfrage. Wer einen kleineren Bildschirm mit besserer Auflösung bevorzugt, der wird mit der jetzigen Version zufrieden sein. Wer jedoch das Spielerlebnis auf größeren Bildschirmen mit räumlicheren 3D-Effekt bevorzugt, der hat am 3DS XL einfach mehr. Es zeigt aber auch deutlich, dass sich die beiden Systeme nicht viel schenken, wenn es zu richtigen Vorteilen kommt. Wer also bereits einen 3DS besitzt, für den lohnt sich der Wechsel nicht wirklich, zumal die gut 200 Euro für ein paar bescheidene Vorteile besser ausgegeben werden könnten. Besonders Spieler mit einem SlidePad Pro sollten sich den Umstieg zweimal überlegen. Wer aber noch keinen 3DS hat, der kann auch ruhig gleich zur XL-Version greifen, solang man sich umständlicherweise ein Ladekabel dazu holt.
-> Größe 15,6 cm x 9,3 cm x 2,2 cm ca. 50% mehr Volumen als der 3DS (13,4 cm x 7,4 cm x 2,1 cm)
-> Bildschirme haben eine ca. doppelt so große Spielfläche, 4,88 Zoll
-> Gewicht: 336 Gramm, über 100 Gramm mehr als beim 3DS
-> Select, Home und Start-Knöpfe sind nun Tasten mit Druckflächen und keine Folientasten mehr
->Schieberegler ist straffer, 3D-Leuchte entfällt
-> SD-Karte mit 4GB statt 2GB
-> Durch die Größe bessere Bedienbarkeit, liegt angenehmer in der Hand
-> 3D-Effekt erhält durch die größere eine bessere Räumlichkeit, Sweet Spot bzw. Betrachtungswinkel ist aber weiterhin der gleiche
-> Bildqualität lässt nach, selbe Auflösung auf größerem Bildschirm 800 x 240 Pixel, Treppeneffekt deutlicher
-> Kein Ladekabel
-> Speicherstände und weitere Inhalte lassen sich von einer Speicherkarte auf die andere übertragen, heruntergeladene Spiele jedoch nicht, diese müssen erneut heruntergeladen werden
-> Matterer Rahmen für den oberen Screen, weniger Spiegelung
-> Kamera in gleicher (schlechter) Qualität
-> Verbesserter Akku, hält gut eine Stunde länger
